Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Globale Dialoge
Zur Übersichtsseite von Globale Dialoge.
Sendung vom 02.11.2004 13:00:

Das andere Gesicht Amazoniens

Die Bewegung der indigenen Bevölkerung und die Verletzung der Menschenrechte im Amazonastiefland Ecuadors; Studiogast: Rayu Fredy Alvarado Grefa

Seit 1921 die Firma Standard Oil die erste Konzession zum Explorieren von Erdoel auf einer Flaeche von 25.000 km2 gekauft hat und die Verfuegung ueber dieses Gebiet eine Dauer von 50 Jahren weilte, wird mit Nachdruck darauf hingearbeitet, Ecuador die gesamten Rohoelbestaende zu entziehen.
1972 erbaute man die 600 km lange transecuadorianische Pipeline SOTE und 2003 nahm man die zweite, das „Oleoducto Crudos Pesados“ (OCP), in Betrieb. Letzteres wurde durch ein Konsortium, das sich aus 7 Erdölkonzernen zusammensetzt und von 9 Banken und 3 Versicherungsgesellschaften finanziell unterstützt wird. Der Grossteil der Akteure hat Ihre Hauptsitze in europaeischen oder US-amerikanischen Laendern.
Durch die Errichtung der OCP ist ein weiterer Schritt zur Erschließung der restlichen Erdölreserven Ecuadors gesetzt worden. Die Dimensionierung erfolgte für eine Menge, die durch die derzeitigen Foerdermengen nicht erreicht werden kann. Dadurch wird Ecuador gezwungen die naechsten Vergaberunden für Foerderrechte auf bislang unangetastete Gebiete im Suedosten des Landes auszuweiten.

Der bis heute entstandene Schaden ist schier unmessbar. 2,5 Millionen ha Wald, das entspricht etwa mehr als einem Viertel der Flaeche Oesterreichs, sind der Erdoelfoerderung und den Folgen der Erschließung schon zum Opfer gefallen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in den Förderstättennahen Gebieten laut einer Studie von „acción ecologica“, bei 35 Jahren.
Die haeufig auftretenden Unfälle führen durch das unkontrollierte Auslaufen von giftigem Erdoel zur Kontamination des Bodens und der Flüsse. Frauen die mit dem Wasser arbeiten, Kinder die am Boden spielen und Maenner, die ohne jegliche Sicherheitsmaßnahmen und Schutzkleidung verschmutzte Becken reinigen. Keiner kann sich der Gefahren entziehen.

Dieser traurigen Realitaet versuchen sich Organisationen wie RECOKA - CORCKA
zu stellen, und auf friedlichem Wege der Entwicklung entgegenzuwirken. Aufklaerungsarbeit in den Doerfern, Protestmaersche und –schreiben, sowie die Einbeziehung nationaler und internationaler Organisationen die Menschen- und Umweltrechte verteidigen, ermoeglichten bis heute einen Teil der gesamten Bevoelkerung auf diese Probleme aufmerksam zu machen.

Sei es der Klimawandel, beschleunigt durch die radikale Abholzung der Regenwaelder und durch die steigenden Abgase aus Industrie und Fahrzeugen, oder der Profit, den westliche Firmen aus diesem Geschaeft erwirtschaften. Der Verbrauch von Erdoel waechst mit unserer Wohlstandsgesellschaft. Alternative Energietraeger wie Sonne, Biomasse, Wind, Wasserkraft, Abwaerme aus Schmutzwaessern sowie andere nachwachsende Rohstoffe, stehen uns zur Verfügung. Es wird jedoch die Nutzung dieser, aus rein wirtschaftlichen Interessen von Konzernen für die Allgemeinheit unterbunden. Auch die Aufklaerungsarbeit in unseren Breiten über den Verbrauch von Energie scheint auf taube Ohren zu stoßen.
Es liegt auch an der Verantwortung die wir übernehmen wollen. Sei es die Vision einer sauberen, lebenswerten Umwelt für unsere Kinder und Kindeskinder, oder ein friedliches Zusammenleben von Kulturen aus unterschiedlichen klimatischen und geographischen Zonen, so ist es jeder Einzelne, der in seinem nahen Umfeld dazu beitragen kann.

Die Vortragenden bedanken sich beim Kulturverein Bad Gastein und Herrn Moser Sigi sowie bei allen Anwesenden für ihren Beitrag zu dieser Veranstaltung.

Mehr über die Aktivitaeten von RECOKA – CORCKA auf der Homepage: http://www.recoka.org
oder schreiben sie ein e-mail an: erdölstreik@msn.com (deutsch)
oder
recoka@recoka.org (english, español, kichwa)


Am Dienstag, 2.November, besteht die Möglichkeit, zwischen 13.00 und 15.00 Uhr im Studio anzurufen und live Fragen an den Studiogast zu stellen: 01 3190999-3