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Tierrechtsradio
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Sendung vom 10.12.2004 11:00:

Die Tierrechtsbewegung in Australien

Ein Tierrechtler aus Australien, der 28 Jahre alt ist und lebenslang vegan gelebt hat, als Sohn eines Tierrechts-Paares, ist zu Gast im Studio und erzählt von der Tierrechtsbewegung in Australien.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 10. DEZEMBER 2004

Pelzdemos. In Wien gabs am 3. und 4. Dezember Pelzdemos vor dem P&C in der Mariahilferstrasse und am 4., 6., 7. und 9. Dezember Pelzdemos am Stefansplatz, in der Meidlinger Hauptstrasse und am Reumannplatz. Am 4. Dezember wurde auch vor dem P&C in Linz, am Christkindlmarkt in der Salzburger Innenstadt und am Hauptplatz in Graz gegen Pelz demonstriert. Zusätzlich gabs am 8. Dezember am Franziskanerplatz in Innsbruck und vor dem Pelzhaus in Ried im Innkreis in OÖ Pelzdemonstrationen.

Menschenaffenversuchsverbot in Österreich. Nachdem im Jahr 2002 die SchimpansInnen aus dem Versuchslabor der Firma Baxter in Orth an der Donau in NÖ rehabilitiert und nach Gänserndorf in ein extra gebautes SchimpansInnen-Gehege geschickt worden waren, begann eine TR-Kampagne für ein generelles Menschenaffenversuchsverbot in Österreich. Am 17. Juni 2003 tagte die §13 Kommission des Wissenschaftsministeriums zu diesem Thema und hörte ExpertInnen u.a. aus der Tierrechtsbewegung. Zuletzt wurde ein Ausschuss aller Parlamentsparteien gebildet, in dem die Grünen einen Antrag auf ein Menschenaffenversuchsverbot stellten. Am 3. Dezember wurde darüber im Ausschuss Einigkeit erzielt, allerdings wurde der Grüne Antrag, dass es eine österreichweite Datenbank zu Tierversuchen geben möge, abgelehnt. In den nächsten Wochen soll das Gesetz zum grundsätzlichen Verbot von Tierversuchen an allen Menschenaffen, also an Schimpanse, Bonobo, Mensch, Gorilla, Orang Utan und 8 Gibbonarten, vom Parlament abgesegnet werden.

Jagdeinrichtungen zerstört. Am 5. Dezember haben in Langenrohr in NÖ JagdgegnerInnen einen Kleinbagger dafür verwendet, Jagdeinrichtungen wie 2 neue Hochstände, Futterkrippen, Wildtränken und anderes Material im Wert von 3000 Euro zu zerstören. Die Jägerschaft hat eine Belohnung zur Ergreifung der TäterInnen ausgesetzt.

Fasan entkommen – Jägerin angeschossen. Am 4. Dezember umstellte im Bezirk Oberwart, Burgenland, eine Gruppe von 10 JägerInnen einen Fasan. Die Schüsse aber trafen eine 55 jährige Jägerin auf Hand und Wange. Sie wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus nach Oberwart geflogen. Der Fasan entkam unverletzt.

Niederlage für HLS. Europa’s größtes kommerzielles Tierversuchslabor muss im Konflikt mit der Tierrechtsbewegung eine weitere Niederlage einstecken. Die Firma BOC, Europas zweitgrößte Industriegas-Gruppe, stieg aus dem Vertrag mit HLS aus. Als Grund wurden die hohen Kosten zum Schutz vor TR-AktivistInnen angegeben.

Hauskatze in Schlagfalle. Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es in Lainach im Gemeindegebiet von Rangersdorf, Bezirk Spittal/Drau, Kärnten, bereits in der zweiten Novemberwoche zu einem grausigen Fall von Tierquälerei. Ein Jäger hatte in einer Wiese eine per Gesetz verbotene sogenannte Schlagfalle aufgestellt. In das Gerät verirrte sich jedoch nicht – wie vermulich vom Fallensteller beabsichtigt – ein Fuchs, sondern eine neugierige Hauskatze. Das Tier dürfte mehr als drei Tage in der Schlagfalle gefangen gewesen sein, ehe es entdeckt und schwer verletzt gerettet werden konnte. Der Katze musste in einer Notoperation der Schwanz amputiert werden. Allerdings wäre auch ein Fuchs in einer äußert qualvollen Prozedur in der Falle umgekommen.

Streit zwischen ÖH und Tierrechtsbewegung. Da in der Ausgabe der Zeitschrift „Progress“ der österreichischen Hochschülerschaft die Tierrechtsbewegung als „braun“ diffamiert worden ist, versammelten sich am 8. Dezember ca. 15 TierrechtlerInnen bei der Redaktionssitzung der Zeitschrift im ÖH-Büro in Wien und forderten eine Gegendarstellung. In einem konstruktiven Diskussionsklima wurde für die nächste Ausgabe der Zeitschrift ein Tierrechtsartikel zugesagt.

Tiertransporte unverändert. Eine spürbare Verschärfung der Auflagen für Tiertransporte in der Europäischen Union wird mindestens bis 2009 auf sich warten lassen. Etwa 17,5 Millionen nichtmenschliche Tiere werden jährlich auf langen Strecken durch die EU transportiert. Die EU-AgrarministerInnen einigten sich zwar auf technische Verbesserungen. Die von TierschützerInnen besonders angeprangerte Höchstdauer der Transporte wurde aber ebenso ausgeklammert wie Vorschriften, um den Tieren ausreichend Platz bei den Fahrten zu geben. Was geändert wurde ist, dass die tierärztlichen Kontrollen vor Beginn der Fahrten verschärft werden. Zudem soll von 2007 an ein satellitengestütztes System eingeführt werden, um Transporte besser kontrollieren zu können. Die EU-Kommission wollte ursprünglich die Höchstdauer eines Transportes auf maximal 9 Stunden mit anschließend 12 Stunden Pause beschränken. Dagegen machten vor allem die Staaten in Süd- und Osteuropa aber auch Irland mobil. Sie wollten ihre SpediteurInnen vor zusätzlichen Kosten bewahren. In der verfahrenen Debatte entschloss sich die amtierende niederländische EU-Ratspräsidentschaft die Reizthemen Transportdauer und Platz auszuklammern. Derzeit können beispielsweise Schweine bis zu 24 Stunden am Stück transportiert werden.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag Pelzdemos von 12 – 22 Uhr am Stefansplatz in Wien, bis April 2005
5. Februar 2005: Gedanktag in Coventry, England, an Jill Phipps, TR-Aktivistin, die am 1. Februar 1995 von einem Tiertransporter anlässlich einer Blockade absichtlich überfahren worden ist.
17. – 18. März 2005: Konferenz zur Leidensfähigkeit von Tieren im Queen Elisabeth II Conference Centre, London.