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Tierrechtsradio
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Sendung vom 28.01.2005 11:00:

Die Pelzkampagne 2004/2005

Die Kampagne gegen Pelz hat sich seit dem Pelzfarmverbot besonders auf den Pelzhandel konzentriert. Es laufen mehrere Kampagnen gegen Kaufhäuser sowie gegen Pelzgeschäfte. Eine Aktivistin erzählt im Studio von den Aktivitäten in dieser Pelzsaison.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 21. – 27. JÄNNER 2005

Pelzdemos. Am 21. und 22. Jänner wurde in Wien auf der Mariahilferstrasse vor dem P&C und am 22. Jänner auch auf dem Stefansplatz gegen Pelz demonstriert. Am 21. und 22. Jänner gab es in Linz am Taubenmarkt Pelzdemos mit der Vorführung von Anti-Pelz Werbespots.

Finnische Kleiderkette ohne Pelz. Nach Androhung einer Tierrechtskampagne in Finnland gab die Kaufhauskette Citymarket am 24. Jänner offiziell bekannt, keine Tierpelze mehr verkaufen zu wollen, und zwar auch nicht als Pelzbesatz.

Parlamentarische Initiative gegen Hunde- und Katzenfellimport. Am 26. Jänner starteten TierrechtlerInnen eine Parlamentarische Bürgerinitiative, die sich an den österreichischen Nationalrat wendet, und parallel dazu eine Petition, die sich an das Europäische Parlament richtet, mit dem Ziel den Import und den Handel von Hunde- und Katzenfellen, von Hunde- und Katzenleder sowie von daraus hergestellten Produkten für Österreich und auch innerhalb der EU zu verbieten. Jährlich werden in Asien über 2 Millionen Hunde und Katzen allein wegen ihres Felles getötet – vor allem für den europäischen Markt. Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien und die USA verfügen schon über ein Handels- sowie ein Aus- und Einfuhrverbot von Hunde- und Katzenfellen.

Demo gegen Jägerball in Wien. Am 21. Jänner fand die erste der schon traditionellen Demos gegen die Jagd anlässlich der Jägerbälle in Wien statt. Bei der Kundgebung vor dem Parkhotel Schönbrunn gegen den Ball der Wiener Landesjägerschaft wurde lautstark an der Jagd Kritik geübt, was einen den Ball besuchenden Jäger dazu veranlasste, seine Lederhose runterzuziehen und sein nacktes Hinterteil den DemonstrantInnen zu präsentieren.

Jäger wegen Auslegen von Giftködern angezeigt. Ein Jäger aus Stubenberg in der Steiermark ist von der Gendarmerie als mutmaßlicher Giftleger ausgeforscht worden. Nachdem Ende 2004 ein Hund tot aufgefunden worden war, leitete die Exekutive Ermittlungen ein. Bei dem Jäger wurden schließlich mit Carbofuran – einem hochtoxischem Pestizid – „eingesalzene“ Fischköpfe und präparierte Eier sichergestellt. Der Jäger gab an, dass er damit Marder bekämpfen wollte. Er wurde angezeigt.

Jagdstand niedergebrannt. Am 27. Jänner wurde in Epe, Holland, ein Jagdstand niedergebrannt. Nach dem 26. Dezember, sowie 1. und 16. Jänner wurde damit seit 1 Monat in Holland bereits der 4. Jagdstand mit Feuer zerstört.

Ernährungsinstitut kritisiert AMA-Fleischkampagne als Irreführung. „2 % Fett – 100 % Genuss“, mit diesen kurzen und prägnanten Angaben wirbt die Agrarmarkt Austria (AMA) derzeit für Fleischkonsum. Sehr zum Ärger von ErnährungsexpertInnen. Der Slogan verleite fälschlich zur Annahme, Fleisch eigne sich besonders für eine fettreduzierte, gesunde Ernährung. Das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) gibt dagegen an, dass das in Österreich als „Lieblingsspeise“ deklarierte Wiener Schnitzel vom Schwein einen durchschnittlichen Fettgehalt in Energieprozenten von 51 %, das fast genau so populäre Brathendl von 52 % und der Kümmelbraten von satten 73 % aufweise. Aber auch die Wurst- und Leberkäsesemmel oder Bratwürstel haben einen Energie-Fettgehalt von 46, 57 bzw. 86 %. Die fettärmsten Fleischprodukte Truthahnbrust, Kalbsfilet oder reine Muskelfleischstücke von Kalb, Rind und Schwein ohne Fettmantel weisen immer noch einen Fettanteil von 10 – 15 % auf.

ALF weltweit aktiv. Von 11. – 21. Jänner wurden weltweit 63 ALF-Aktionen gemeldet, und zwar in den USA, England, Österreich, Deutschland, Holland, Schweden, Spanien und Irland. Die Aktionen richteten sich vor allem gegen Tierversuchslabors, Pelzgeschäfte, Tierzirkusse und Fleischproduktionsfirmen.

7 TierrechtsaktivistInnen angeklagt. In den USA wurden 7 AktivistInnen von SHAC aus 4 verschiedenen Staaten in einer Nacht vom FBI bei Hausdurchsuchungen verhaftet und angeklagt, durch Informationen und Aufrufe auf ihrer Webseite andere zu ALF-Aktionen gegen HLS angestiftet zu haben. Den TierrechtlerInnen drohen 3-5 Jahre Haft.

Notwehr von Schlachttieren. Verängstigte Tiere haben zum Beginn des moslemischen Opferfests in der Türkei am 21. Jänner zahlreiche Menschen verletzt. Die zur Opferung vorgesehenen Tiere fügten ihren SchlächterInnen unter anderem Knochenbrüche zu. Mehr als 900 Menschen wurden landesweit in Krankenhäusern behandelt. Ein 51-Jähriger verblutete in der Stadt Kutahya, nachdem er sich im Kampf mit seinem Opfer versehentlich selbst ins Bein gestochen hatte.

10 Millionen Versuchstiere für Chemietests. Etwa zehn Millionen Versuchstiere, vor allem Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten und Mäuse, aber auch Hunde und Primaten, werden bei neuen vorgeschriebenen Labortests umkommen, sollten Brüsseler Pläne zum Umgang mit chemischen Stoffen Gesetz werden. Die umstrittene EU-Verordnung zielt auf etwa 30.000 sogenannte Altstoffe, mit denen die Industrie zum Teil seit Jahrzehnten arbeitet – anders als neuzugelassene Substanzen waren sie bisher nicht auf ihre Umweltverträglichkeit überprüft worden.

Tierrechtsprozess in Italien. Am 26. Jänner begann in Italien der Prozess gegen den im Moment in Untersuchungshaft befindlichen Tierrechtsgefangenen Sergio Maria Stefani. Er ist angeklagt in 19 Fällen Sachschaden an den Auslagenscheiben von Fleischereien und Pelzgeschäften verursacht zu haben. Zusätzlich soll er in einem Fall einen Brandsatz vor einer Fleischhauerei hinterlassen haben.

Vorankündigungen:

Jägerballdemo: Montag 31. Jänner 18:30 Uhr Hofburg das 23. Jahr in Folge!
5. Februar 2005: Gedanktag in Coventry, England, an Jill Phipps, TR-Aktivistin, die am 1. Februar 1995 von einem Tiertransporter anlässlich einer Blockade absichtlich überfahren worden ist.
17. – 18. März 2005: Konferenz zur Leidensfähigkeit von Tieren im Queen Elisabeth II Conference Centre, London.
15. – 18. Juli 2005: internationales Grassroots TR-Treffen in England, http://freedom.rbgi.net