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Sendung vom 04.02.2005 11:00:

Opernballaktion, Jägerballdemo und Jagdsabotage

Seit der grossen Sabotage gegen die Gesellschaftsjagd auf zahme Zuchtfasane des Ehemanns der Tierschutzministerin Rauch-Kallat und der Veröffentlichung der Zustände in Österreichs Fasanerien ist Jagd wieder ein heisses Tierrechtsthema. Ein Aktivist wird am Telefon von Jagdsabotage und Jagddemo berichten. Eine Aktivistin erzählt uns am Telefon wie sie am Opernball einen Anti-Pelz Protest zustandegebracht hat.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 28. JÄNNER – 3. FEBRUAR 2005

Pelzdemos. Am 28. und am 29. Jänner gab es Demos gegen Pelz vor dem P&C in Linz, am 29. Jänner auch eine vor dem P&C in Wien und eine in der Altstadt von Salzburg.

Anti-Pelzprotest am Opernball in Wien. TierrechtlerInnen hatten am 3. Februar am Abend eine Stretch-Limousine samt Fahrer gemietet und fuhren im noblen Webpelz auf die Opernrampe für den Opernball vor. Nach dem Aussteigen entblösste sich eine Aktivistin und zeigte ein Anti-Pelz Plakat nach dem Motto „lieber nackt als Pelz“. Sie und ihr Begleiter wurden abgeführt und von der Oper verwiesen.

Pelzfarmen in China besonders grausam. Am 2. Februar veröffentlichten Schweizer TierrechtlerInnen eine undercover Reportage von Pelzfarmen in der Provinz Hebei in China. Auf 6 Stunden Videofilmmaterial und auf 550 Fotos sind brutalste Tötungen von Füchsen, Hunden und Mardern zu sehen. Oft wird den Tieren ohne vorherige Betäubung bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. Die in Europa und Österreich erhältlichen Billigpelze würden nach Angaben der TierrechtlerInnen zumeist aus China stammen, wo 1,5 Millionen Füchse und ebensoviele Marder, Nerze, Kaninchen, Hunde und Katzen nur des Pelzes wegen getötet werden. In Österreich sind Pelzfarmen verboten.

Taiwan gegen Pelz. Anlässlich der Enthüllungen von den Zuständen auf chinesischen Pelzfarmen verkündete das Landwirtschaftsministerium von Taiwan, wo keine Pelzfarmen existieren, dass Taiwan sich mit der Tierrechtsbewegung solidarisiert und die Menschen auffordert keine Produkte mit Tierpelzen zu kaufen.

Demos gegen Benetton. Weil die Kleiderkette Benetton auch Kleidungsstücke aus Wolle verkauft, die in Australien hergestellt wurde, gab es am 31. Jänner in Salzburg, am 1. Februar in Linz und am 2. Februar gleich zweimal in Graz Demos vor Benetton Filialen. Beim sogenannten „Mulesing“ werden den Schafen in Australien beim Scheren die Hautfalten um ihren Anus ohne Betäubung im Akkord weggeschnitten, weil so das Einnisten von Fliegeneiern vermieden werden kann. Benetton gab bekannt weiterhin australische Wolle importieren zu wollen.

Auktion von Menschenhaut verboten. Bei einer Auktion im elektronischen Auktionshaus eBay in London bot eine Tierrechtlerin ihre eigene Haut zum Verkauf an, mit echter Tätowierung und nach eigenen Angaben wasserdicht und nutzbar für Geldbörsel und Handtaschen – posthum natürlich. Das Auktionshaus verbot diese Auktion in letzter Sekunde, weil es unmoralisch wäre. „Seltsam“, so meinte die Tierrechtlerin danach, „dass der freiwillige Verkauf einer Haut durch ihre Besitzerin unmoralisch wäre, aber der gleichzeitige massenweise Verkauf von Reptilienhaut, die den BesitzerInnen nach ihrer vorsätzlichen Ermordung genommen wurde, sei moralisch akzeptabel“. „Ich bin doch auch nur ein Tier von vielen“, wunderte sie sich.

Jägerballdemo vor der Hofburg. Anlässlich des Jägerballes in der Hofburg wurde am 31. Jänner das bereits 23. Jahr in Folge lautstark gegen die Jagd demonstriert. Etwa 70 TierrechtlerInnen liessen ihrem Ärger freien Lauf, unterstützt durch ein Soundsystem mit heissen Anti-Jagd Rythmen, einem Megaphon und anderen Lärminstrumenten. 2 TierrechtlerInnen gelangten in die Ballräume, setzten sich dort Gasmasken auf und zeigten Plakate mit der Aufschrift „Hier stinkts nach Tierquälerei“. Sie wurden vorübergehend festgenommen.

Jagdstände zerstört. Am 30. Jänner wurde nachmittags ein Jagdstand in Epe, Heerde, Holland, angezündet. Er brannte völlig ab. Das ist bereits der 5. Brandanschlag auf Jagdstände in dieser Region. 2 Tage davor wurden auch in Groenlanden im Osten von Nijmegen in Holland Jagdstände zerstört.

Lebende Enten bei Jagdprüfung verwendet. Bei einer parlamentarischen Anfrage des Tierschutzsprechers der SPÖ, Jan Krainer, an den Landwirtschaftsminister wurde bekannt, dass bei Jagdprüfungen lebende Enten verwendet werden. Die flugunfähig gemachte Ente – die Flugfedern werden verklebt oder ausgerissen – wird am Land ausgesetzt und auf einen See hinausgetrieben. Im Anschluss daran wird der Jagdhund auf die Fährte gesetzt und muss die Ente einfangen und im Mund zum Jäger bringen. Der Landwirtschaftsminister gab an dass das legal sei, weil die Jagd aus dem Tierschutzgesetz ausgenommen wäre.

Fleischdemos. Am 28. Jänner und am 2. Februar wurde in Graz am Hauptplatz gegen den Fleischkonsum demonstriert.

Bauer liess 3000 Hühner verhungern. Am 31. Jänner kontrollierte ein Amtstierarzt nach einer anonymen Anzeige die neu errichtete Hühnerfabrik mit 4000 Hühnern eines 50 jährigen Landwirten aus St. Andrä im Lavanttal. Da die Wasserleitung eingefroren und kein Futter vorhanden war, waren 3000 Hühner bereits gestorben, die anderen in einem so schlechten Gesundheitszustand, dass auch sie vom Tierarzt getötet wurden. Es läuft eine Anzeige wegen Tierquälerei.

Brandanschlag gegen Tierversuchslabor. In der Nacht auf den 31. Jänner wurde vor dem Büro der Tierversuchsfirma Covance in Zeist in Holland ein Feuer entfacht. Der entstandene Sachschaden ist nicht sehr hoch. TierrechtlerInnen haben sich in einer Presseaussendung zu dem Anschlag bekannt und zu weiteren Aktionen gegen Covance aufgerufen.

Tierbefreierin verurteilt. Am 21. September 2003 war ein Beagle Versuchshund aus einem Tierversuchslabor in Almuge östlich von Uppsala, Schweden, befreit worden. Bei der Aktion wurde eine Wächterin auf die BefreierInnen aufmerksam und musste von einer Aktivistin mittels Pfefferspray unschädlich gemacht werden. Am 2. Februar 2005 kam es zum Prozess gegen die 25 jährige Tierrechtlerin wegen Raubüberfalls. Allerdings schloss sich das Gericht der Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht an und verurteilte die Tierrechtlerin nur wegen Diebstahls zu 75 Stunden Sozialarbeit. Sie muss auch 5000 Euro Schadenersatz an das Labor zahlen. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung angekündigt.

Vorankündigungen:

5. Februar: Gedanktag in Coventry, England, an Jill Phipps, TR-Aktivistin, die am 1. Februar 1995 von einem Tiertransporter anlässlich einer Blockade absichtlich überfahren worden ist.
12. Februar: große internationale Anti-Pelz Demo in Zagreb.
17. – 18. März: Konferenz zur Leidensfähigkeit von Tieren, Queen Elisabeth II Conference Centre, London.
15. – 18. Juli: internationales Grassroots TR-Treffen in England, http://freedom.rbgi.net