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Tierrechtsradio
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Sendung vom 05.08.2005 11:00:

Die erfolgreiche Singvogelfang-Kampagne

Diskussion über die Kampagne gegen die Gesetzesnovelle der Ministerin Rauch-Kallat zum Singvogelfang, wie sie gelaufen ist und warum sie gewonnen wurde.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 29. Juli – 4. AUGUST 2005

Tierrechtsdemos. Am 29. und 30. Juli wurde vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien gegen Pelz demonstriert. Am 29. Juli gab es auch eine Tierrechtsdemo am Hauptplatz in Graz und am 29. wie am 30. Juli jeweils eine Fleischdemo am Taubenmarkt in Linz.

Verfassungsschutzbericht 2004: militanter Tierschutz größte Bedrohung für nationale Sicherheit. In der SN geben Beamte des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung BVT an, dass, Zitat, „seit Jahren Aktivitäten militanter Tierschützer als konkreteste Bedrohung in Österreich gelten“. Der im Juli erschienene Verfassungsschutzbericht des BVT vom Jahr 2004 listet 24 ALF-Aktionen und einen versuchten Brandanschlag auf einen in Bau befindlichen Rinderstall in NÖ. Allerdings sei die Anzahl der nicht polizeilich gemeldeten Anschläge beträchtlich größer. Die Abhaltung von Homedemos sei aufgrund der Sensibilität der Bezirksverwaltungsbehörden weitgehend verhindert worden. Laut BVT ist die größte und bekannteste Gruppe aus dem militanten Tierschutz der Verein gegen Tierfabriken, dessen SympathisantInnen bei ihren Aktivitäten in den letzten Jahren mehrmals den rechtlich zulässigen Rahmen, vor allem durch Besitzstörungen oder Besetzungen, verließen. Auf Grund des, Zitat, „überwiegend gleichen kulturellen und ideologischen Hintergrundes“ nimmt das BVT Kontakte zwischen LinksextremistInnen und TierrechtsaktivistInnen als wahrscheinlich an. Allerdings sei die in der Vergangenheit zu konstatierende eher reservierte Haltung der überwiegenden Mehrzahl der linksextremistischen Gruppen gegenüber den TierrechtsaktivistInnen unverändert aufrecht geblieben.

Immer weniger Käfigeier von Industrie verwendet. Aufgrund einer intensiven Kampagne der Tierrechtsbewegung gegen den Gebrauch von Käfigeiern in der Industrie, um das Legebatterieverbot ab 2009 auch wirtschaftlich abzusichern, erklären immer mehr Grossbetriebe, keine Käfigeier mehr verwenden zu wollen. Die Bäckerei Anker und der Nudelfabrikant Recheis gaben beide bekannt, mit Ende Juli keine Käfigeier mehr zu benützen.

Anti-Pelzaktion im Leopold Museum in Wien. Am 29. Juli bot das Museumsquartier nackten BesucherInnen freien Eintritt in die Ausstellung „Die nackte Wahrheit“ über Aktbilder im Leopold Museum. 5 TierrechtsaktivistInnen nutzten die Gelegenheit und bemalten ihre Körper mit Anti-Pelz Slogans und verteilten nackt in der Ausstellung Anti-Pelz Flugblätter. 3 nackte BesucherInnen schlossen sich spontan dem Protest an. Die Museumsleiterin sympathisierte mit der Aktion und liess die AktivistInnen gewähren.

Bezirkshauptmannschaften im oö Salzkammergut wollen keine Singvogelfang-Bewilligungen erteilen. Da die Tierschutzministerin Rauch-Kallat ihre Verordnungsnovelle zurückgezogen hat, die eine Ausnahmegenehmigung für Ausstellungen von Singvögeln vorsah, ist nicht nur nach dem Tierschutzgesetz sondern auch nach dem Artenschutzgesetz der Singvogelfang verboten. Die 3 Bezirkshauptmannschaften, die bisher Singvogelfang-Bewilligungen ausgestellt hatten, gaben deswegen bekannt, dass sie alle 510 Bewilligungsanträge für die Fangsaison 2005 erstmals ablehnen werden. Am 4. August versammelten sich 600 Vogelfänger im Ebenseer Rathaus und protestierten gegen das Singvogelfangverbot. Sowohl SPÖ als auch ÖVP stellten sich mit ihren regionalen Vertretungen hinter die Forderungen der Vogelfänger. Man werde versuchen das Verbot noch zu verhindern und sei bereit auch illegal Vögel zu fangen. Die Behördenvertreter warnten allerdings, dass zu erwarten ist, dass TierrechtlerInnen dann Anzeige erstatten werden.

Singvögel befreit. Ende Juli befreiten Unbekannte etwa 20 Singvögel aus den Volieren eines Vogelfängers in Bad Ischl im oö Salzkammergut. Die leeren Volieren wurden zerstört. Derselbe Vogelfänger war Ende 2004 angezeigt worden, weil seine Volieren gesetzeswidrig waren.

25% weniger Tauben in 3 Jahren in Linz durch Anti-Baby Pille. Weil Tauben in der Stadt durch ihren Kot Gebäudesubstanz beschädigen, aber sich durch die Fütterungen rasch vermehren, wird oft mit Gewalt eingegriffen und viele Tauben werden getötet. Nicht so in Linz. Am 4. August veröffentlichte Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal, SPÖ, den Erfolg ihrer Verhütungsaktion. Erbsengrosse Anti-Baby Pillen werden den Tauben alle 6 Wochen ins Futter gemischt. Das Resultat: die Anzahl der Tauben ist seit 2002 um 25% auf insgesamt 20.000 Tiere zurückgegangen.

Lebende Hunde als Haiköder. Mit lebenden Hunden als Köder gehen EinwohnerInnen der französischen Insel La Reunion im Indischen Ozean auf Haifang. Den Hunden werden dabei Angelhaken durch die Schnauze und die Pfoten gebohrt, bevor sie an einer Angelleine im Wasser ausgesetzt werden. Am 1. August schlugen TierschützerInnen Alarm: Mit einer auch im Internet verbreiteten Petition an die französische Ministerin für die Überseegebiete, Brigitte Girardin, versucht die Stiftung 30 Millions d'Amis der brutalen Tradition ein Ende zu setzen. Meist würden größere Hunde als Haiköder verwendet aber es wurden auch schon 6 Monate alte Katzen am Angelhaken gefunden, erklärte die SPA-Vizepräsidentin Marie-Annick Chantrel.

Vorankündigungen:

Jeden Freitag ab 16 Uhr Demo am Grazer Hauptplatz
Jeden Samstag 13-15 Uhr Pelzdemo vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien
3. September ab 11 Uhr Veganes Sommerfest im Mostec Park in Ljubljana, Slowenien