Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 23.12.2005 11:00:

Vorweihnachtliche Pelzkampagne - Konflikte mit P&C

In den 4 Adventwochen haben bundesweit 36 Demos stattgefunden, vor allem gegen P&C. Die Polizei hat mehrmals Demomaterial vor P&C mit Gewalt entfernt.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 16. – 22. DEZEMBER 2005

Pelzdemos. Am 16. Dezember wurden von der Ballustrade im ersten Stock der Shopping City in Vösendorf tausende Wurfschnipsel mit der Aufschrift „Pelz ist Mord“ vor den Eingang der Filiale des P&C gekippt. Zeitgleich wurde im Geschäft selber durch einen sog. „Personal Alarm“ ein durchdringender Signalton erzeugt, der sich nicht mehr abstellen ließ. Die AktivistInnen konnten unerkannt im Gedränge verschwinden.
Am 17., 19., 20., 21. und 22. Dezember wurde jeweils ganztags vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien demonstriert. Zusätzlich gabs folgende Pelzdemos in Wien: am 16. Dezember auf der Meidlinger Hauptstrasse, am 17. Dezember am Stefansplatz, am 19. Dezember auf der Favoritner Strasse, am 20. Dezember am Schwedenplatz, am 21. Dezember am Stefansplatz und am 22. Dezember auf der Meidlinger Hauptstrasse.
Am 17. Dezember wurde vor dem P&C in Salzburg und auf der Maria-Theresienstrasse in Innsbruck gegen Pelz demonstriert.

Pelzdemostatistik Advent 2005: 36 Kundgebungen. Zwischen dem 1. Adventsamstag und dem 22. Dezember wurde bundesweit 16 Mal vor P&C Filialen demonstriert, davon 11 Mal in Wien. Zusätzlich gab es weitere 20 Pelzdemos, zumeist mit Videobeamer auf Großleinwand, davon 13 in Wien.

Kleiderketten erklären sich pelzfrei. Am 17. Dezember, am Tag vor der Eröffnungsdemo der Kampagne gegen die Kleiderkette Jacob's in Montreal in Kanada, erklärte der Sprecher der Firma, dass Jacob's alle Pelze und Pelzverbrämungen aus ethischen Gründen aus dem Angebot nehmen will. Jacob's hat über 200 Filialen in Kanada.
Am 19. Dezember garantierte die Kleiderkette für Frauen, Ann Taylor, in den USA, dass sie ab Frühling 2006 keine Tierpelze mehr führen werde. Ann Taylor hatte erst 2005 erstmals Pelze wieder zu verkaufen begonnen. Diese Reaktion kam auf nur eine schriftliche Anfrage von TR-Seite, bevor eine Kampagne organisiert wurde.

Hundepelz bei P&C gefunden. Am 20. Dezember gab das Analyselabor Gene-Facts in Saarbrücken, Deutschland, bekannt, dass eine von ihnen analysierte Pelzprobe eines Jacken-Fellbesatzes aus einer P&C-Filiale eindeutig Hundepelz ist. Damit ist nachgewiesen, dass P&C Hundepelze verkauft.

Kein Katzen- und Hundepelzimportverbot in Österreich. In der Sitzung des Petitionsausschusses des Nationalrates vom 21. Dezember hat sich die Mehrheit der Mitglieder gegen ein Import- und Handelsverbot von Katzen- und Hundepelzen ausgesprochen. Somit ist in Österreich der Verkauf dieser Produkte weiterhin erlaubt. Gescheitert ist die Initiative an den Abgeordneten der ÖVP, der Freiheitlichen und des BZÖ. Obwohl sich die EU-ParlamentarierInnen im Jahre 2003 mehrheitlich für ein Import-, Export-, Handels- und Erzeugungsverbot von Hunde- und Katzenpelzen ausgesprochen haben, ist es zu keinem EU-Kommissions-Verordnungsvorschlag gekommen. EU-Verbraucherschutzkommissar Byrne ermunterte lediglich die Mitgliedstaaten, auf nationaler Ebene Importverbote zu erlassen. Frankreich, Italien, Griechenland und Dänemark haben dies auch schon vollzogen. Jüngst hat auch die Schweiz ein Importverbot im Tierschutzgesetz gesetzlich verankert. Die Grünen wollen jetzt einen Entschliessungsantrag für ein Importverbot im Parlament einbringen.

Brandanschlag auf Pelzgeschäft in Barcelona. In der Nacht auf den 21. Dezember wurden Brandsätze an der Tür eines Pelzgeschäftes in Barcelona, Spanien, angebracht. Die Tür brannte ab und es entstand beträchtlicher Sachschaden.

Alle Supermärkte ab 2007 ohne Käfigeier. Nach einer intensive TR-Kampagne gab ein Supermarkt nach dem anderen bekannt, ab 2007 keine Käfigeier im Frischeisektor verkaufen zu wollen. Am 19. Dezember erklärte Lidl als letzter noch fehlender Supermarkt in einem Brief an eine TR-Gruppe, bereits Mitte 2006 aus dem Käfigeihandel aussteigen zu wollen. Der Supermarkt Meinl am Graben in Wien will sogar ab März 2006 nur mehr Freilandeier anbieten, also auch auf Bodenhaltungseier verzichten. Damit wird es ab 2007, 1 Jahr vor In-Kraft-Treten des Legebatterieverbots, in Österreich nicht mehr möglich sein Käfigeier zu kaufen.

Jagdsabotage bei Güssing im Burgenland. Am 18. Dezember versuchten 25 TRlerInnen eine Treibjagd auf Fasane und Hasen bei Güssing im Burgenland zu verhindern. Nach gewalttätigen Angriffen der JägerInnen erschien die Polizei, wollte aber nur TRlerInnen anzeigen. Weil diese sich weigerten, ihre Ausweise zu zeigen, wurden 5 Aktivisten festgenommen, z.T. mit Gewalt in die Polizeibusse verfrachtet und auf die Polizeistation gebracht. Nach 4 Stunden erfolgreicher Verhinderung der Jagd wurde diese nach dem Eingreifen der Polizei wieder fortgesetzt, doch von den übrig gebliebenen AktivistInnen weiter gestört. Andere TRlerInnen demonstrierten unterdessen auf der Polizeistation gegen die Polizeiwillkür. Am Nachmittag wurden die Aktivisten wieder freigelassen.

Protestlawine gegen EU-Kommission. Weil die EU-Kommission Österreich mit einem Verfahren am EuGH bedroht, sollte Österreich ausländischen Zirkussen mit Wildtieren nicht das Auftreten erlauben – mit dem 1. Jänner 2005 gilt ein generelles Wildtierverbot in Zirkussen –, wurde am 20. Dezember eine Webseite eingerichtet, www.vgt.at/circus.php, auf der per Mausklick Protestemails von den 25 EU-Ländern und weiteren 5 BeitrittskandidatInnen an die EU-Kommission abgeschickt werden können. In den 3 Tagen ihres Bestehens haben bereits weit über 4000 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und ihren Protest deponiert.

Menschenaffenversuchsverbot auch vom Bundesrat abgesegnet. Nachdem der Nationalrat am 7. Dezember ein generelles Verbot von Tierversuchen an allen Menschenaffen inklusive Schimpanse, Bonobo, Gorilla, Orang Utan und Gibbon, beschlossen hatte, stimmte auch der Bundesrat am späten Abend des 21. Dezember für das Gesetz. Ab 1. Jänner 2006 sind damit auch die harmlosesten Versuche an Menschenaffen verboten, wenn sie nicht im Interesse der betroffenen Tiere sind, egal, was für Vorteile sich Menschen davon versprechen.

FBI bespitzelt TR-Gruppen. Während in Österreich das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung den Verein Gegen Tierfabriken observiert und als Gefährung für die Nationale Sicherheit einstuft, wurde am 20. Dezember durch eine gerichtlich verfügte Offenlegung von Akten in den USA bekannt, dass das FBI TR-Gruppen bespitzelt und mit AgentInnen infiltriert, auch wenn diese keine gesetzwidrigen Aktionen setzen.

Jäger angeschossen. Tragisch endete am 19. Dezember eine Jagd in Ungarn für einen jungen Steirer. Der 27-jährige Arzt Emanuel Liechtenstein aus Riegersburg, Angehöriger der gleichnamigen Adelsfamilie, wurde von einem österreichischen Jagdkollegen angeschossen und dabei schwer verletzt. Der Mann wurde in das LKH Graz geflogen, wo die Ärzte das Projektil in einer Notoperation entfernten.

UmweltschützerInnen kaufen Jagdgebiet um Jagd zu verhindern. Kanadische UmweltschützerInnen der Raincoast Conservation Foundation griffen zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, um TrophäenjägerInnen aus dem In- und Ausland aus der Wildnis fernzuhalten. Um 1,35 Mio. kanadische Dollars Spendengeld kauften sie die Bella Coola Outfitters Company, den größten Jagdtourismusveranstalter Nordamerikas. Damit haben die RegenwaldschützerInnen exklusiv die kommerziellen Jagdrechte für ein 22.000 km² großes Gebiet an der Zentralküste der Provinz British Columbia erworben und können die Jagd jetzt untersagen.

Ende der EU-Exportsubventionen für lebende Tiere. Mariann Fischer Boel, das für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, hat am 20. Dezember bekannt gegeben, dass ab sofort keine Subventionen mehr für EU-Ausfuhren lebender Rinder gewährt werden sollen. Inzwischen hat Brasilien die Marktanteile der EU im Mittleren Osten übernommen. In den ersten 10 Monaten 2005 exportierte Brasilien bereits 84.000 lebende Schlachttiere in den Libanon.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag 13-18 Uhr Pelzdemo vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien und 16-20 Uhr am Stefansplatz
4. Februar Pelzgroßdemo in Zagreb

Playlist / Zusatzinfo:

Takahe