Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 23.06.2006 11:00:

2. Prozesstag Jäger gegen VGT wegen Webseitenbericht

Die Meinungsfreiheit ist in Gefahr: ein Jäger versucht in einem 50.000 Euro-Prozess den VGT dazu zu zwingen, seinen Webseitenbericht einer Jagdsabotage wegen Beleidigung zu ändern.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 16. – 22. JUNI 2006

Tierrechtsdemos und -aktionen.
Am Abend des 16. Juni fand in der Linzer Altstadt ein Trauermarsch gegen das Abschlachten von Tieren statt.
Am 17. Juni wurden in den Innenräumen der Auslagen von P&C und im restlichen Europapark in Salzburg Anti-Pelz Flugblätter ausgelegt.
Am 17. Juni wurde auch vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien gegen Pelz und am Stefansplatz in Wien gegen Tiermissbrauch demonstriert.
Am 22. Juni wurde wiederum vor dem P&C in Wien Mariahilferstrasse eine Demo abgehalten.

3. Austrian Social Forum mit Tierrechtsbeteiligung.
Nach Hallein 2003 und Linz 2004 fand das 3. Österreichische Sozialforum in diesem Jahr an der Universität in Graz statt. Die Sozialforen dienen der Vernetzung aller sozialen Bewegungen und sollen helfen, gemeinsame Strategien zu entwickeln und sich gegenseitig zu unterstützen. In diesem Jahr wurden von Seiten der Tierrechtsbewegung gleich 13 Workshops – fast ausschließlich zu bewegungsübergreifenden Themen – angeboten. So ging es um staatliche Repression gegen Demonstrationsfreiheit, Klagen privater Firmen gegen die Meinungsfreiheit, politischen Aktivismus im Gerichtssaal, Verbreitung von Information auf alternativem, kostengünstigen Weg usw. Alle rund 200 TeilnehmerInnen des Sozialforums wurden die 3 Tage hindurch ausschließlich vegetarisch/vegan vorort verköstigt.

2. Prozesstag Jäger gegen VGT-Webseite.
Aufgrund des Berichts von einer Jagdsabotage auf der Webseite des Verein Gegen Tierfabriken klagte ein Jäger wegen Beleidigung. Aufgrund von Aussagen wie dass die JägerInnen die AktivistInnen durch Schüsse gefährdet haben oder dass ein Hund ein elektrisches Dressurgerät tragen musste, wurden von einem auf einem Gruppenfoto schwer erkennbaren Jäger zum Anlass einer Unterlassungsklage mit hohem Streitwert genommen. Am 2. Prozesstag am 22. Juni wurden 7 AktivistInnen und 6 Jäger befragt. Während die Jäger behaupteten, keiner von ihnen habe jemals gefährlich in der Nähe von AktivistInnen geschossen, behaupteten diese das Gegenteil. Eindringliche Schilderungen der ZeugInnen bestätigten, dass die JägerInnen ganz knapp an AktivistInnen vorbei oder über deren Köpfe geschossen hätten. Der Prozessverlierer hat mit Kosten um € 50.000 zu rechnen.

Rom Vorbild für Wiener Fiaker.
Während TierrechtlerInnen kürzlich die brutalen Missstände bei der Haltung und der Nutzung von Wiener Fiakerpferden aufgedeckt hatten, und die Stadt Wien bisher nicht mit einschneidenden Massnahmen reagiert hat, wurde Mitte Juni ein neues vorbildliches Gesetz für Fiakerpferde in Rom, Italien, geschaffen. Demnach müssen die Pferde im Sommer in der größten Mittagshitze von 13.00 bis 16.00 Uhr im Schatten ruhen, und dürfen in dieser Zeit keine TouristInnen durch die Stadt transportieren.

Run-in in Restaurant mit Katzen auf der Speisekarte.
Am 18. Juni stürmten ca. 40 AktivistInnen das Fangji Katzenfleisch Restaurant in Shenzhen nahe Hong Kong in China. Mit Transparenten und Sprechchören wurde gegen den Verkauf von Katzenfleisch protestiert. Die AktivistInnen fanden eine gehäutete Katze im Eiskasten des Restaurants.

Vogelgrippe: Massentötungen in Ungarn.
Ungarns Behörden haben Mitte Juni wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe in drei südungarischen Orten 440.000 Hühner, Enten und Gänse getötet. Es steht allerdings noch nicht fest, ob die erkrankten Tiere von dem auch für den Menschen gefährlichen Virustyp H5N1 befallen waren.

Japan gewinnt erste Abstimmung gegen Walfangverbot seit 20 Jahren.
Japan und andere Walfang-Befürworterstaaten haben am 18. Juni das erste Mal seit rund 20 Jahren eine Abstimmung in der Internationalen Walfangkommission (IWC) gewonnen. Zwar wird das 1986 verhängte Verbot des kommerziellen Walfangs damit nicht gekippt, die Mehrheit der Länder sprach sich jedoch mitt 33 zu 32 Stimmen für eine Erklärung aus, in der das Verbot massiv kritisiert wird.

Brandanschläge gegen Pelz.
Am 17. Juni wurden ein Speicher und 2 LKWs der Pelzfarm in San Martino nahe Verona in Italien angezündet. Die ALF bekannte sich zu diesem Anschlag, der rund € 30.000 kostete.
Ebenso am 17. Juni wurde in der Früh ein Brandsatz vor der Eingangstür des Pelzgeschäftes Vergoni in Fano nahe Ancona, Italien, gefunden. Die Polizei sperrte den gesamten Bereich für mehrere Stunden und entfernte den Brandsatz, der nicht gezündet hatte.

Außenhandelsausschuss des Europäischen Parlamentes erstmals für höhere Maut bei Lebendtiertransporten.
Der Ausschuss für internationalen Handel im Europäischen Parlament hat sich am 19. Juni mit dem Tierschutz auseinander gesetzt und dabei mehrere wichtige Forderungen beschlossen, u.a. dass vor der Aufnahme neuer Mitgliedstaaten die in diesem Land herrschenden Tierschutzstandards auf die Einhaltung der in der EU geltenden Standards hin überprüft werden. Erstmals wurde im Ausschuss für internationalen Handel auch eine höhere finanzielle Belastung für Lebendtiertransporte angesprochen. Der Vorschlag des Berichts sieht vor, dass in Zukunft höhere Bemautungen und Besteuerungen von Lebendtiertransporten erlaubt sein sollen. Der SPÖ-EU Abgeordnete Leichtfried forderte anlässlich dieser Entscheidung, dass Tierschutz als Europäischer Grundwert anerkannt werden soll. Damit wäre sichergestellt, dass nicht mehr im Namen der Grundfreiheiten, etwa dem Warenverkehr, Gesetze, die den Schutz der Tiere im Auge haben bekämpft oder überhaupt verhindert werden.

Whole Foods stoppt Hummerverkauf.
Die USAmerikanische-Kette Whole Foods Market, die auch in England etliche Filialen unterhält, verkauft seit 17. Juni keine Hummer und Krabben mehr. In einer Stellungsnahme sagt die Geschäftsführung, sie hätten den Transport von Hummern und Krabben vom Fang bis Kochen beobachten lassen und seien daraufhin zum Schluss gekommen, dass die Torturen die diese Tiere hinnehmen müssen, würden sie an Hunden vollzogen, als Kapitalverbrechen bezeichnet würden.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag 10-18 Uhr Pelzdemo vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien
23.-26. Juni TR-grass roots gathering in England, www.ar2006.info
30. Juni Vortrag und Diskussion zu „Haben Tiere Bewußtsein?“, Rotenmühlgasse 4, 1120 Wien
Vegane Sommerfeste: 1. Juli Graz und 8. Juli Salzburg, siehe www.vegan.at
14. und 15. Oktober 2006: Süd-Ost Europa TR-Konferenz in Wien, www.animalconference.eu