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Tierrechtsradio
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Sendung vom 13.02.2004 11:00:

Legebatterieprozesse + Verordnungen zum Bundestierschutzgesetz

Aufgrund der Kampagne zum Verbot der Legebatterien, in deren Verlauf in 48 Legebatterien eingebrochen und diese angezeigt wurden, gibt es jetzt viele Gerichtsprozesse. Die Grüne Tierschutzsprecherin Mag. Brigid Weinzinger diskutiert live am Telefon die Verordnungen zum Bundestierschutzgesetz.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 13. FEBRUAR 2004

Pelzdemos. Zwischen 9. Jänner und 13. Februar gab es am Stefansplatz und auf der Mariahilferstrasse.in Wien 15 Pelzdemos.
Am 21. Jänner wurde im Restaurant Gilma in Graz ein Musik- und Filmabend zu Pelz abgehalten.
Am 16., 17. und 23. Jänner, sowie am 7. Februar gab es Pelzdemos am Taubenmarkt in Linz.

P&C run-in. Am 24. Jänner gabs einen run-in in den P&C in der SCS in Wien. 16 AktivistInnen gingen mit blutverschmierten Pelzmänteln und Plakaten in den P&C und wurden zwar von der Geschäftsleitung angesprochen, aber nicht ernsthaft vertrieben. So blieben sie etwa 15 Minuten, bis plötzlich die Polizei erschien. Ein paar Personen wurden aufgehalten, konnten aber dennoch entkommen. Wie einige TierrechtlerInnen mit ihrem Bus wegfahren wollten, versuchte die Polizei den Bus zu verfolgen und stiess mit ihrem Auto am SCS-Parkplatz gegen ein unbeteiligtes Auto, während die TRlerInnen unbehelligt davonfuhren.

Pelzgeschäfte beschädigt. In den Morgenstunden des 19., 20. und 22. Jänner wurden 2 Pelzgeschäften in Wr. Neustadt die Türschlösser verklebt, einem Pelzgeschäft in Neunkirchen die Schlösser verklebt, Buttersäure ins Geschäft gespritzt und die Fassade eingefärbt, und einem Pelzgeschäft in Wien das Schloss verklebt und das Leuchtschild zerstört, sowie einem weiteren Pelzgeschäft in Wien 2 Scheiben eingeschossen.

Pelzprozesse. Am 14. Jänner entschied das Bezirksgericht in Kokkola, Finnland, dass die finnische Polizei den österreichischen TierrechtsaktivistInnen das ihnen von der Polizei entwendete Filmmaterial von Pelzfarmen zurückgeben müsse. Die AktivistInnen sind aber weiterhin wegen Störung der öffentlichen Ordnung, weil sie auf Pelzfarmen gefilmt hatten, angezeigt.
Am 28. Jänner wurde eine 25-jährige Tierrechtlerin in Finnland wegen einer Nerzbefreiung zu 8 Monaten bedingter Freiheitsstrafe und zu einer Kompensationszahlung von 17.400 Euros verurteilt.
Am 11. Februar 2004 wurde ein finnischer Tierrechtsaktivist wegen Sachbeschädigung verurteilt. Er hatte vor 3 Jahren rund 500 Füchsen einer Pelzfarm die Pelze gefärbt und 300 Käfige zerbrochen. Er bekam 7 Monate bedingt Gefängnis und musste 9000 Euro Schadenersatz sowie Prozesskosten zahlen.
Und eine weitere Person ist in Finnland angeklagt, vor 3 1/2 Jahren Füchse einer Farm gefärbt zu haben.

Mango pelzfrei. Nach einer einzigen Tierrechtsdemonstration in Belgien hat die Kaufhauskette Mango Tierpelz aus allen ihren Fillialen zurückgezogen.

Einfuhrverbot von Katzen-, Hunde- und Robbenpelzen. Am 16. Jänner wurde generell die Einfuhr von Katzen-, Hunde- und Robbenpelzen nach Belgien verboten. Das neue Gesetz wurde gemeinsam von den Gesundheits-, Umwelt- und WirtschaftsministerInnen verkündet.

Brandanschlag gegen Pelz. In der Nacht auf den 25. Jänner wurde das Auto des Pelzhändlers J. Floor, der für den Seattle Fur Exchange arbeitet, in Houten, Holland, angezündet. Im Jahr 2003 waren bereits am 21. Mai seine Türschlösser verklebt, die Autofenster eingeschlagen, ein Fenster seines Hauses eingeschossen und eine Botschaft mit Säure in ein anderes Fenster eingeäzt worden.

Verordnungen zum BundesTSG veröffentlicht. Ende Jänner wurden vom Ministerium für Gesundheit und vom Landwirtschaftsministerium die Verordnungen zum BundesTSG herausgegeben. Die Situation für Nutztiere wird damit generell in allen Bundesländern verschlechtert. Die EU-Mindestrichtlinien, die eingehalten werden müssen, wurden gerade noch erfüllt, und dort, wo keine solchen Richtlinien vorliegen, wie z.B. in der Masthuhnhaltung, wird die Haltungsdichte höher gesetzt, als in allen Bundeländern heute erlaubt. Gleichzeitig darf die Anbindehaltung beibehalten werden, wenn kein Auslauf für die Rinder vorhanden ist, und Landwirte müssen einen etwaigen Umbau, den das Gesetz fordern könnte, erst durchführen, wenn es aus anderen Gründen sowieso zu einem Umbau oder einem Neubau kommt.

Legebatterie-Prozesse. Bei 4 Strafgerichtsprozessen gegen Legebatteriebetreiber wegen Tierquälerei wurden alle 4 freigesprochen: ihre Quälereien wären nur durch wirtschaftlichen Profit und durch Gleichgültigkeit motiviert gewesen, und nicht durch Lust am Quälen, was Voraussetzung für Tierquälerei wäre, befand der Richter. Bei mindestens 11 Verwaltungsstrafverfahren wurden aber LegebatteriebetreiberInnen schuldig befunden, die Nutztierhalteverordnungen übertreten zu haben: Strafmass rund 200 Euro. Am 9. Februar wurde ein Tierrechtsaktivist wegen dauernder Sachentziehung verurteilt: er hatte 7 todkranke Hühner im Wert von 15 Euro aus einer Legebatterie geholt und zur tierärztlichen Notaufnahme gebracht. Die Verteidigung legte Berufung ein.

Drive-Through gestört. Unbekannten gelang es am 9. Jänner eine drive-through Filiale von Burger King in Troy, Michigan, USA, zu stören, indem sie die Sprechanlage per Internet übernahmen und den KundInnen sagten, sie wären eh schon zu fett und es gäbe nichts mehr zu kaufen.

Versuchter Brandanschlag auf Rinderfabrik. Benzin, Zeitschaltuhr, Kerze - alles war schon für den Brandanschlag auf die Rinderfabrik des 35-jährigen Tierfabriksbesitzer Gottfried Gruber in Totzenbach, Bezirk St. Pölten, vorbereitet. Doch das Feuer erlosch von selbst. Verdächtigt werden TierrechtlerInnen.

Brandanschläge auf Fleischindustrie. Am 29. Dezember 2003 gab es einen Brandanschlag auf einen vollbeladenen Fleischtransporter auf dem Parkplatz eines Schlachthofs in Modena, Italien. Es gab ein Bekennerschreiben der ALF dazu.
Am 7. Jänner gab es jeweils einen Brandanschlag auf 2 benachbarte Milchkuhfarmen in Formigine, Modena, Italien. Das Feuer zerstörte Farm-Maschinen, Traktoren und Tierfutter im Wert von mehreren 100.000 Euros, ohne die hunderten Milchkühe in Gefahr zu bringen.
Am 22. Jänner hat die spanische ALF in Pamplona, Spanien, einen Fleischtransporter der Firma IMAZ angezündet. Der LKW wurde vollständig zerstört.

Mastkaninchen befreit. Am 7. Jänner befreiten TierrechtsaktivistInnen 8 Kaninchen aus Kennerts Kaninchenfarm in Olmstad in Südschweden. Sie hätten Platz für 30 Kaninchen gehabt, aber bei dem Besuch sind bereits alle bis auf 8 Kaninchen geschlachtet gewesen.

Schwedische AktivistInnen im Gefängnis. Johan Jaatinen war am 27. September 2003 in Wien zu Besuch und erzählte vor 200 ZuhörerInnen von seinen Aktionen im Rahmen der Gruppe Pfiatdi Fleischindustrie. Diese Gruppe hatte zunächst ein Schlachthaus und 1 Jahr später eine Brüterei zerstört, um den Tieren ein Leben unter Qualen und einen grausamen Tod zu ersparen. Nach der Aktion hat er sich freiwillig der Polizei gestellt. Johan Jaatinen wurde dafür jetzt zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hat Berufung eingelegt. Seine Kollegin Hanna, die ebenfalls an der Brütereiaktion beteiligt war, hat eine 10 monatige Gefängisstrafe erhalten und diese bereits angetreten.

Vogelgrippe auch für Menschen. Am 27. Jänner wurde in Thailand der sechste Todesfall eines Menschen durch die Vogelgrippe gemeldet. In Kambodscha berichteten die Behörden von zwei Kindern, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Pakistan bestätigte den Ausbruch der Epidemie nahe Karatschi. Insgesamt sind neun Staaten von der Geflügelpest betroffen, 20 Millionen Hühner und Enten sind bereits getötet worden.

Jagddemos. Am 23. Jänner gab es in Wien vor dem Parkhotel Schönbrunn eine Demo gegen den dortigen Jägerball der Wiener Landesjägerschaft.
Am 26. Jänner fand bisher bereits das 22. Jahr in Folge eine Demo vor der Hofburg gegen den Jägerball des Grünen Kreuzes statt.
Am 7. und 8. Februar wurde gegen die Jagdmesse „Die Hohe Jagd“ am Messegelände in Salzburg demonstriert.

Jäger verletzt Tierrechtler schwer. Am 17. Jänner ritt einer der Fuchsjäger der Crawley und Horsham Jagd in West Sussex, England, den Jagdsaboteur Simon Wild von hinten nieder und schliff ihn eine zeitlang mit. Simon Wild hatte eine gebrochene Nase, sowie gebrochene Finger und gebrochene Zähne, und benötigte 30 Nähte um die Wunden in seinem Mund und ihm Gesicht zu nähen.

Illegale Fallenjagd. Weil ein Jäger in St. Peter am Ottersbach in der Südsteiermark verbotene Fallen in einem Wald aufgestellt und als Köder eigens dafür gezüchtete, lebende Tauben verwendet hat, wurde er am 11. Jänner wegen Tierquälerei angezeigt.
Mitte Jänner zerstörten TierrechtlerInnen in England tausende Dachsfallen im Wert von 500.000 Euro. Die Behörden meinen, die Dachse seien an der Übertragung von Rinder-Tuberkulose schuld.

52 JägerInnen tot. In der Jagdsaison 2003/04 kamen in Italien 52 JägerInnen bei der Jagd ums Leben. 88 Menschen wurden schwer verletzt, 14 davon hatten mit der Jagd nichts zu tun – sie wurden beim Wandern oder im eigenen Garten von JägerInnen verwundet.

Gentechnik für Nutztiere. Indem Nutztieren ein bestimmtes Gen eines Wurmes implantiert wurde, glaubten TierexperimentatorInnen in den USA gesünderes Steak- und Schnitzelfleisch produzieren zu können. In Rattenversuchen wollen sie festgestellt haben, dass die Tiere durch das eingepflanzte Gen vermehrt ungesättigte Fettsäuren produziert haben. Würde man nun die derart genmanipulierten Ratten essen, könnte das positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System der (Ratten-)Fleisch-KonsumentInnen haben.

Tierausbeutungskunst zerstört. Am 10. Jänner stürmten 4 Maskierte in die Gallerie Wetterling in Stockholm, Schweden, und zerstörten 5 von 19 Kunstwerken der Künstlerin Nathalie Edenmont im Wert von 25.000 Euro. Edenmont tötet nicht-menschliche Tiere, um sie dann zu arrangieren und zu fotografieren. Eines dieser Fotos zeigt die Hand einer Frau, auf deren jedem Finger ein frisch abgeschnittener Mäusekopf steckt. Andere Arrangements zeigen abgeschnittene Tierköpfe auf Gläsern, Keramik oder Podesten. Die 4 entkamen unerkannt.

300 Ferkel verbrannt. 300 Ferkel starben bei einem Brand am 8. Februar in Oberrettenbach, in der Oststeiermark. In dem Stall ist vermutlich wegen eines technischen Defekts Feuer ausgebrochen.

Primatenversuchslabor verhindert. Im englischen Cambridge wurde seit Mitte 2003 geplant, an der Universität ein Primatenversuchslabor zu bauen. Daraufhin formierte sich eine Grassroots-Kampagne, um den Laborneubau noch vor der Realisierung zu verhindern. Nach monatelangen Demos, Flugblattaktionen, Homedemos und öffentlichen Veranstaltungen wurde am 27. Jänner bekannt, dass das Labor 'aus Sicherheitsgründen' nicht gebaut werden wird!

Vorankündigungen:

14. Februar: V-Live veranstaltet ein SHAC-Benefiz-Konzert im Z6 in Innsbruck
13.-15. Februar: Demos gegen gegen Fachmesse für Jagd und Fischerei in Graz
16.-19. September 2004: TR-Kongress Wien, siehe http://www.tierrechtskongress.at
Wien und Linz: weiterhin wöchentlich Demos gegen Pelz.