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Tierrechtsradio
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Sendung vom 09.04.2004 11:00:

Live von einer Legebatteriebesetzung und Hühnerbefreiung in Salzburg

In Salzburg sind Legebatterien seit 2002 verboten. Bundesweit sollen sie im Bundestierschutzgesetz verboten werden. Deshalb besetzten ca. 30 AktivistInnen die Legebatterie Winkler in Salzburg und befreiten 37 Hühner. Die Sendung ist live während der Besetzung und Befreiun vor Ort.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 9. APRIL 2004

BundesTSG-Demos. Am 13., 17., 18., 19., 20., 23., 24., 25., 26., 27., 30. und 31. März, sowie am 1., 2., 3., 6. und 7. April gab es jeweils von 17 – 22 Uhr Demos gegen das Bundestierschutzgesetz der ÖVP an verschiedenen Plätzen in Wien. Dabei wurde auf Grossleinwand und mit TV-Gerät ein neuer Videofilm zum Bundestierschutzgesetz gezeigt. Weiters gab es am 15. März vor dem Landwirtschaftsministerium, am 22. März vor dem Gesundheitsministerium und am 6. April wieder vor dem Landwirtschaftsministerium jeweils von 7 – 11 Uhr eine Demo zum Bundestierschutzgesetz. Ähnliche Kundgebungen gab es auch in anderen Städten, so am 19. und 27. März, sowie am 2. und 3. April in Linz, am 27. März in Salzburg und am 3. April in Innsbruck.

Regierung einigt sich zum Tierschutzgesetz. Beim Ministerrat am 16. März konnte die ÖVP auch die FPÖ in Sachen Bundestierschutzgesetz auf dieselbe Linie bringen. Der ÖVP-Entwurf wurd mit den folgenden leichten Abänderung einstimmig unterstützt: 1) Die ausgestalteten Legebatterien sollen bereits ab 2009 statt ab 2012 wie in der gesamten EU, kommen. 2) Tierschutz in der Verfassung wird nicht abgelehnt sondern soll erst im Verfassungskonvent diskutiert werden. 3) Es soll einen Tierombudsmann in jedem Bundesland geben, der als qualifizierter Beobachter Akteneinsicht bekommt, aber nicht selbst im Namen der Tiere aktiv werden kann.

Tierschutz trifft Gesundheitsministerin. Am 24. März gab es ein Gespräch zwischen Tierschutz und Gesundheitsministerium. Letzteres soll ja nach dem neuen Gesetz in Hinkunft für Tierschutz zuständig sein. In die Diskussionen zum Gesetz will sich das Ministerium aber noch nicht einbringen. Sie würden auch kaum Möglichkeiten für Abänderungen sehen. Immerhin stellte das Ministerium in Aussicht, die vielkritisierten Amtstierarztkontrollen abzuschaffen und durch die Auslagerung der Kontrollen an akkreditierte professionelle Kontrollstellen zu ersetzen.

1. Unterausschusssitzung Bundestierschutzgesetz. Am 26. März tagte erstmals der Unterausschuss zum Tierschutzgesetz im Parlament. 5 Abgeordnete der ÖVP, 4 der SPÖ, eine der Grünen und einer der FPÖ sowie eine Anzahl von ExpertInnen sind Ausschussmitglieder. Bei der ersten Sitzung ging es um Haustierschutz, und da vornehmlich um Elektrohalsbänder, die die JägerInnen und die Polizei zur Hundeausbildung verwenden will. Ein Experte führte ein Elektrohalsband vor und konnte nachweisen, dass diese grosse Schmerzen und psychischen Stress verursachen. Es kam zu keiner fixen Einigung.

Deutsche Agrarminister: für Legebatterieverbot. Am 26. März tagten die AgrarministerInnen der deutschen Bundesländer in Osnabrück. Dabei kam man überein, dass die Käfige für Legehennen in Legebatterien keine Zukunft hätten, auch wenn sie ausgestaltet würden. Vielmehr solle in den Ausbau und die Erforschung von soegannten Kleinvolieren investiert werden.

Tierschutz trifft Landwirtschaftsminister. Am 30. März gab es ein Gespräch zwischen Tierschutz und Landwirtschaftsministerium. Dabei kamen die Auffassungsunterschiede deutlich zum Ausdruck. Das Landwirtschaftsministerium negiert die Existenz einer Tierpsyche und die Möglichkeit von psychischem Leiden nichtmenschlicher Tiere. Freilandhaltung sei problematisch, weil sie zuviel Platz beanspruche, den Tieren nur Sonnenbrand einbrächte und beim notwendigen Tiertransport in den Schlachthof nur unnötigen Stress verursache. Die Mastgeflügelbesatzdichte in den Tierfabriken müsse 20-25% hinaufgesetzt werden, um sich der Realität anzupassen. Bereits heute würden sich die Betriebe nicht an das Gesetz halten, und deshalb müsse man das Gesetz anpassen, damit es wenigstens eingehalten wird.

Pressekonferenz Legebatterien. Am 31. März hielten Tierschutzvereine zusammen mit einem Freilandeier-Bauern und der Kontrollstelle für artgemässe Nutztierhaltung eine Pressekonferenz ab. Dabei wurde die staatliche Akkreditierung der Kontrollstelle bekanntgegeben und bestätigt, dass es eine machbare, wirtschaftliche Alternative zu den Legebatterien gibt.

Verfassungsgerichtshof bestätigt home demo Untersagung. Am 20. März bestätigte der Verfassungsgerichtshof die behördliche Untersagung einer home demo gegen einen Sprecher der Tierversuchsindustrie. Es wäre zumutbar gewesen, 50 m von seinem Haus entfernt zu demonstrieren. Abgesehen davon hätte es 1 Jahr davor einen Anschlag auf dieses Haus gegeben und ein anonymer Internetaufruf hätte in einer Weise zu der Demo aufgerufen, die zurecht besorgniserregend gewesen sei.

Fleischdemos. Am 12. und am 27. März gab es Demos gegen die Fleischindustrie in Linz.

Tierrechtsdemo bei Pink-Konzert. Anlässlich des Konzerts von Pink am 4. April in Wien, wurde vor der Veranstaltung für Tierrechte demonstriert. Die Künstlerin spricht sich selbst für Tierrechte aus.

PETA’s Holokaust-Demo kritisiert. Am 26. März zeigten 3 PETA-AktivistInnen aus den USA und aus Deutschland am Graben in Wien Grossplakate, auf denen der jüdische Holokaust im 3. Reich mit der heutigen Tierausbeutung verglichen wird. TierrechtlerInnen kritisierten diesen Vergleich im Rahmen einer Gegendemo vor Ort als geschichtsrelativierend.

Batterieeier in Salzburger Gaststätten. Ende März kontaktierte die Arbeiterkammer Salzburg 200 gastronomische Betriebe, um die Herkunft der Eier zu erfragen. Ziel ist es, eine Liste für die KonsumentInnen zu erstellen, auf der ersichtlich ist, welcher Betrieb noch Legebatterieeier verwendet. Es gäbe in letzter Zeit eine größenmäßig relevante Umstellung von Käfigei auf Bio-Freiland-Ei, wurde verlautet.

Dach einer Hühnerfabrik eingebrochen – tausende Tote. Am 24. März ist wegen des heftigen Schneefalls das Dach einer Hühnermasthalle in Kamp im Lavanttal eingebrochen. In der Halle waren zum Zeitpunkt des Einsturzes 7.000 Tiere, mehr als die Hälfte der Junghühner wurde getötet.

Kanadische Vogelgrippe führt zu Massentötungen. Die kanadische Regierung will nach Angaben des Wissenschaftsmagazins Nature vom 7. April 19 Mio. Hühner notschlachten, nachdem mindestens zwei Menschen an Vogelgrippe erkrankt sind. Die Vogelgrippe, der Erreger ist nicht ident mit dem asiatischen Virus, hat nach Angaben der Behörden bereits hunderttausende Hühner infiziert. Die beiden Farmarbeiter sind zwar auf dem Weg der Besserung, aber die Behörden fürchten ein weiteres Ausbreiten der Epidemie.

Jagdfalle verletzt Kind. Ein Fangeisen klemmte am 21. März einer Neunjährigen in St. Florian bei Linz einen Arm ein. Das Mädchen hatte beim Spielen ein Ei entdeckt. Als es nach dem Köder griff, schnappte die Falle zu. Ein Jäger wollte einen Marder fangen. Das Kind kam ins Spital

Känguruh-Genom soll Kühen eingepflanzt werden. ForscherInnen der Australian National University in Canberra wollen den Nährstoffgehalt von Milch durch Känguruh-Gene erhöhen, wurde am 7. April verlautet. Erste Ergebnisse des so genannten Kangaroo Genome Project wurden diese Tage auf dem Human Genome Meeting in Berlin vorgestellt. Weiters sollen in fünf Jahren, nach Aufschlüsselung des Känguruh-Genoms, Möglichkeiten der Nutzung des Känguruhgenoms für in-vitro-Befruchtung und Verhütung untersucht werden.

Pelzdemos. In Wien gabs am 12., 13., 19. und 20. März Pelzdemos vor dem P&C in der Mariahilferstrasse. Am 20. März wurde auch in Linz vor dem P&C deren Pelzhandel bei einer Kundgebung kritisiert.

Gefängnis für Pelztierbefreierin. Am 2. April wurde in Finnland eine Tierrechtlerin zu 8 Monaten Gefängnis
verurteilt, weil sie im Jahr 2000 an dem Besprühen von 1000 Füchsen einer Fuchsfarm mit Henna-Farbe teilgenommen haben soll. Sie wurde weiters verurteilt 73.000 Euro Schadenersatz zu zahlen, sowie 4000 Euro
Gerichtskosten. 2 andere AktivistInnen wurden vor einigen Monaten aus gleichen Gründen zu bedingter Haft verurteilt. Gegen das Urteil wurde berufen, zumal die Beweislage für die Verurteilung sehr dürfig ist.

Europaparlament-Agrarausschuss: Schlachtvieh-Transporte sollen höchstens neun Stunden dauern. Schlachtvieh soll zukünftig höchstens neun Stunden lang oder 500 km weit per LKW zum Schlachthof gefahren werden dürfen. Damit hat sich der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments am 17. März für ein absolutes Zeitlimit der Schlachtviehtransporte ausgesprochen. Die EU-Kommission hatte in ihrem Vorschlag die Transportdauer für Vieh hingegen nicht absolut begrenzt, sondern lediglich einen Rhythmus von neun Stunden Fahrzeit, gefolgt von zwölf Stunden Pause und wieder einer möglichen Fahrzeit von weiteren neun Stunden und dann einer zwölfstündigen Pause usw. vorgesehen.

Demo gegen Versuchstierzuchtanstalt Morini. Am Samstag den 27. März fand in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia eine Demonstration gegen die Firma Morini statt. Mehr als 500 DemonstrantInnen, darunter zwölf TierrechtsaktivistInnen aus Österreich, forderten die Schließung des Betriebes. Morini ist einer der größten Produzenten für Labortiere in Europa. Gegründet wurde das Unternehmen 1973. Gegenwärtige Eigentümerinnen sind Giovanna Soprani sowie ihre Töchter Marta und Rita. Zur Zeit beherbergt der Familienbetrieb an die 600 Beagles sowie hunderte Hamster, Kaninchen, Mäuse, Meerschweinchen und Ratten.

Brandanschläge gegen TierausbeuterInnen. Am 19. März wurden in Arezzo, Italien, in einer Nacht 17 Fleischereien und 2 Pelzgeschäfte beschädigt. Vor einer Fleischhauerei wurde ein nichtgezündeter Brandsatz gefunden. Am Tag nach der Aktion gab es Hausdurchsuchungen bei lokalen AktivistInnen.
Am 24. März gabe es in Gonzaga, Mantova, Italien, 3 Brandanschläge gleichzeitig gegen 3 verschiedene Milchfarmen. Ein Bekenntnis der ALF zu dem Anschlag wurde hinterlassen. Es gab über 1 Million Euro Schaden.

Infotische über Tierversuche am Biozentrum in Wien. Am 29. und am 30. Wurde jeweils ein Infotisch zu Tierversuchen und Dissektionen im Rahmen des Biologiestudiums am Biozentrum der Uni Wien abgehalten.

450 Versuchsmäuse befreit. Am 1. April hat die ALF 450 Mäuse aus dem Krebsforschungslabor der Universität Florenz, Italien, befreit, 100 Käfige mitgenommen und 7000 Euro Schaden angerichtet.

Demo gegen Robbenschlachten. Die Kanadische Regierung hat für das Jahr 2004 eine Quote von 350.000
getöteten Baby- und Jungrobben freigegeben. Für einen Zeitraum von drei Jahren ist die Tötung von einer Million Tiere geplant. TierrechtlerInnen überreichten deshalb am 16. März als Teil einer international geplanten Kampagne dem kanadischen Botschafter in Wien eine Petition, die sich gegen diese Tradition richtet. Gleichzeitig gab es eine Demonstration vor dem Botschaftsgebäude.

Ausverkauf der Tiere des Safariparks Gänserndorf hat begonnen. Am 30. März hat im Safaripark der Verkauf der Tiere begonnen. Bis jetzt wurden erst drei Mähnenschafe veräußert. Das Kaufinteresse sei aber laut Masseverwalter Ferdinand Bruckner sehr hoch. Die Ankündigung, mit dem Tierverkauf zu beginnen, habe viele Interessenten auf den Plan gerufen, sagt er. Die meisten Anfragen kämen von Zoos und Tierparks, so gebe es zum Beispiel bereits Kaufinteressenten für die Elefanten. Den Preis für einen Elefanten beziffert Bruckner mit 50.000 Euro. Eine internationale Pressekonferenz von Tierschutz- und Tierrechtsverbänden gegen den Ausverkauf der Tiere hat am 9. April stattgefunden. Gefordert wurde, den Safaripark als Auffangstation für Wildtiere zu erhalten.

Vorankündigungen:

Infoabende und Diskussion - jeweils ab 19.00 im Amerlinghaus (Wien, 7., Stiftgasse 8) - Eintritt frei
14. Mai: Zweckgebunden produziert - entindividualisiert - transformiert in tote Ware.
Kritik an bestehenden Verhältnissen zwischen Menschen und anderen Tieren.
28. Mai: Susanna Harringer: Feministische Gedanken zum Tierrecht. Über die Zusammenhänge in der
patriarchalischen Unterdrückung und die feministisch-vegetarische Theorie.
16.-19. September 2004: TR-Kongress Wien, siehe http://www.tierrechtskongress.at
Wien und Linz: weiterhin wöchentlich Demos gegen Pelz und das BundesTSG bzw. die ÖVP.