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Tierrechtsradio
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Sendung vom 11.08.2006 11:00:

Anti-Stalking Gesetz gegen Tierrechtsaktivität

International werden Anti-Stalking Gesetze gegen Tierrechtsaktivität angewandt, Demos kriminalisiert. In Österreich hat die Polizei ähnliches angekündigt.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 4. – 10. AUGUST 2006

Tierrechtsdemos und -aktionen.
Am 5. und 10. August wurde gegen den Pelzhandel von P&C vor dessen Filiale in der Mariahilferstrasse in Wien demonstriert.
Am 5. August gab es auch eine Demo gegen die Jagd und die Fleischproduktion auf der Linzer Landstrasse in Linz.
Am 9. August wurde im Jonasreindl in Wien 1 für Tierrechte demonstriert.

Singvogelfänger vor Gericht.
Die Verfahren vor den Bezirksgerichten gegen die in der letzten Saison in flagranti erwischten Singvogelfänger wegen Übertretung des Tierquälerei-Paragraphen endeten am 9. August alle mit Freisprüchen. Tierquälerei nach dem Strafgesetzbuch setze eine Lust zum Quälen voraus, die beim Vogelfang aus Tradition nicht gegeben sei. Allerdings könnte der Singvogelfang dennoch Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz sein. Die entsprechenden Verwaltungsstrafverfahren gegen die Vogelfänger beginnen jetzt nach Ende der Bezirksgerichtsverfahren. Ein neues wissenschaftliches Gutachten der oö Landesregierung bestätigt, dass der Fallenfang von Vögeln Tierquälerei ist.

Mögliche Dauerlösung für Ex-LaborschimpansInnen.
Die aus dem Tierversuchslabor von Baxter in Orth an der Donau, NÖ, rehabilitierten SchimpansInnen müssen seit dem Konkurs des Safariparks in Gänserndorf um ihre Existenz bangen. Die meisten der gesunden Tiere konnten bereits an gute Plätze vergeben werden, nur die mit HIV und Gelbsucht infizierten Tiere harren noch in den halbfertig gebauten Gehegen aus. Doch seit 7. August zeichnet sich eine dauerhafte Lösung ab: die Gemeinde Gänserndorf könnte die Gehege um einen symbolischen Euro an den Bund abtreten, der dann gemeinsam mit der Firma Baxter die Versorgung der SchimpansInnen bis zu deren Lebensende tragen wird. „Die Chancen stünden gut“, hiess es nach den Gesprächen.

Alle Parteien versprechen Tierschutz in die Verfassung.
Am 9. August machten TierrechtlerInnen ein Versprechen aller für die Nationalratswahlen 2006 kandidierender Parteien publik, dass Tierschutz nach der Wahl in die Bundesverfassung aufgenommen werden soll. Offen ist nur, ob Tierschutz als Staatszielbestimmung eigenständig oder als Teil des Umweltschutzes genannt werden soll. TR-VertreterInnen fordern eine eigenständige Tierschutzbestimmung, weil Tierschutz und Umweltschutz sich auch widersprechen können, wie z.B. bei Tierversuchen für Umweltverträglichkeitstests.

Gericht spricht Jäger wegen Nötigung schuldig.
Am 10. August wurde ein Jagdaufseher vom Oberlandesgericht Innsbruck wegen Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe von € 2700 verurteilt. Er hatte 3 Schitourengeher im Außerfern mit dem Gewehr bedroht, weil sie auf eine Winterfütterung zugefahren seien.

Jäger schoss sich Finger weg.
Am 6. August legte ein 64-jähriger Jäger in Jochberg, im Tiroler Unterland, auf 2 Hirsche an, schoss sich aber nur selber den linken Zeigefinger weg. Die Hirsche entkamen unverletzt, der Jäger wurde ins Krankenhaus St. Johann gebracht.

HLS hat 100 Millionen USA-Dollar Schulden.
Nach Jahren einer Kampagne gegen HLS, Eurpas grösstes kommerzielles Tierversuchslabor, wurden Anfang August die Budgezahlen des zweiten Quartals 2006 veröffentlicht. Danach hatte HLS am 30. Juni 100 Millionen USA-Dollar Schulen, im Vergleich zu 30,4 Millionen USA-Dollar am 31. Dezember 2005.

Demo gegen Braunbärabschuss in Deutschland.
Am 5. August demonstrierten 600 Personen aus verschiedenen Ländern in Schliersee, Deutschland, gegen den Abschuss des Braunbären Bruno vom 26. Juni im österreichisch-deutschen Grenzgebiet auf bayrischer Seite. Die DemonstrantInnen forderten ein generelles Ende der Jagd.

Nazis hielten Tierrechte für „entarteten“ Tierschutz.
Eine Ende August erscheinende Diplomarbeit an der Uni Wien belegt, dass die Nazis im Dritten Reich Tierrechte rundheraus ablehnten. Wörtlich steht in einer SS-Zeitung: „Menschenrecht für Tiere [ist ein] entarteter Ableger der ursprünglich so gesunden Tierschutzbewegung.“ Und weiter: „Denn [...] wie dürften wir das Schwein schlachten [...] wenn es uns ebenbürtig wäre?“.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag 10-18 Uhr Pelzdemo vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien
18. August ab 18:30 Uhr Vortrag „philosophische Argumente für und gegen Tierrechte“, Rotenmühlg. 4, 1120 Wien
19. August Grossdemomarsch gegen Fleischkonsum in Salzburg
1. September ab 18:30 Uhr Vortrag „Welchen Wert hat ein Leben?“, Rotenmühlg. 4, 1120 Wien
14. und 15. Oktober 2006: Süd-Ost Europa TR-Konferenz in Wien, www.animalconference.eu