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Tierrechtsradio
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Sendung vom 06.10.2006 11:00:

Analyse der Nationalratswahl 2006 vom TR-Standpunkt

Nach der ersten Wahl, bei der Tierschutzwahlprogramme vorgestellt wurden, wird das Ergebnis analysiert: wie schaut die Zukunft aus, wie können AktivistInnen besser Tierschutz thematisieren.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 29. SEPTEMBER – 6. OKTOBER 2006

Tierrechtsdemos.
Am 30. September wurde anlässlich des Pink-Konzerts in Innsbruck auf Wunsch der Künstlerin für Tierrechte und speziell gegen die Ausbeutung von Hühnern protestiert und informiert.
Am 4. Oktober zog ein Tierrechtsfackelzug anlässlich des Welttierschutztages vom Landhaus durch die Herrengasse in Graz.
Ebenfalls am 4. Oktober wurde in Wien am Stefansplatz gegen das Leid der Schweine in der industriellen Tierproduktion demonstriert.

Tierschutzkampagne zur Wahl.
Am 29. und 30. September sowie am 1. Oktober verteilten Gruppen von AktivistInnen ab 5 Uhr früh Informationsmaterial in allen Wiener U-Bahnen, die auf die mangelnde Bereitschaft der ÖVP hinwiesen, Tierschutzverbesserungen für die Schweine zuzustimmen.
Am 30. September um 4 Uhr früh wurden zwei 1,5m x 4m grosse Plakate mit der Aufschrift „Wahl 06: Entweder Tierschutz oder ÖVP“ an die Autobahneinfahrten West und Süd in Wien gehängt. Ein ÖVP-Trupp entfernte illegaler Weise noch am selben Tag das Plakat an der Südeinfahrt, obwohl es in unwegsamen Gelände in 5m Höhe hang.
Am 29. September wurden in Wien auf der Mariahilferstrasse, an der Uni und am Stefansplatz Tierschutz Anti-ÖVP Kundgebungen abgehalten. Am 30. September folgte eine weitere derartige Kundgebung auf der Mariahilferstrasse und bis 2 Uhr früh am Wahlsonntag auf dem Stefansplatz.

Singvogelfänger gefangen.
Bei Kontrollgängen am 1. und 2. Oktober gingen 2 Singvogelfänger bei Gmunden im oö Salzkammergut TR-Patrouillien ins Netz. Die Täter wurden durch ihre Autonummern identifiziert und angezeigt, ihre aufgestellten Fallen und Lockvögelkäfige filmisch dokumentiert.

Parteienreaktionen zum Welttierschutztag.
Die Grüne Tierschutz-Bundesprecherin mahnte jede zukünftige Regierung, den Tierschutz ernst zu nehmen. Besonders in der Nutztierhaltung, und da in der Schweineproduktion, wären Verbesserungen dringend nötig.
Die Grüne Tierschutzsprecherin für NÖ meinte, dass in NÖ Tierschutz ein Fremdwort wäre. Speziell Tiertransporte würden völlig unkontrolliert durchs Land rollen. Die nö Landesregierung wurde aufgefordert, den Bericht der Tierschutzombudsfrau offenzulegen.
ÖVP-Tierschutzministerin Maria Rauch-Kallat meinte hingegen, dass das Bundestierschutzgesetz gerade im Nutztierschutz vorbildlich wäre. Die noch ausstehenden Verordnungen zum Bundestierschutzgesetz, für deren Verzug sie kritisiert wurde, würden noch in diesem Jahr nachgeliefert, versprach sie.

Pressekonferenz der Österreichischen Tierärztekammer ÖTK.
Bei ihrer Pressekonferenz am 4. Oktober im Café Griensteidl in Wien forderte die ÖTK ein gesetzliches Import- und Handelsverbot von Hunde- und Katzenfellen, erinnerte KatzenhalterInnen an die sinnvolle Kastrationspflicht von Freigängerkatzen und verlangte die rasche Verabschiedung der offen gebliebenen Tierschutzgesetzesverordnungen. Weiters lud die ÖTK die nächste Regierung ein, sämtliche Tierschutz- und Veterinärbelange im Gesundheitsressort zu
bündeln und budgetär aufwandsgemäß zu dotieren.

Jäger band Hund an Baum und erschoss ihn.
Der auf einem nahen Bauernhof lebende 13 jährige Hund Prinz war am 2. Oktober selbständig auf die 2366m hoch gelegene Meilerhütte im Wettersteingebirge in Tirol gestiegen. Die Hüttenwirtin, der der Hund bekannt war, gab das Tier Wanderern an der Leine mit, um ihn im Tal beim Bauernhof abzugeben. Am Weg ins Tal entriss der Revierjäger den Wanderern den Hund, band ihn an einen Baum und erschoss ihn. Er sei ein bekannter Wildererhund, gab der Jäger auf Befragen an.

Skandal um erschossenen Weltrekord-Hirsch.
Der deutsche Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg zahlte im September 2005 mehr als 65.000 Euro, um einen Weltrekord-Hirsch in Bulgarien zu erlegen. Das Tier wog 300kg und hatte ein Geweih mit 37 Enden – der größte bekanntgewordene Hirsch. Am 1. Oktober wurde jetzt allerdings aufgedeckt, dass dieses Tier in Braunau in Österreich handzahm auf den Namen Burlei gezüchtet und nach Bulgarien zum Abschuss verkauft worden war. Eine Genanalyse ergab einwandfrei, dass das Tier mit Kraftfutter und Mineralien künstlich gemästet worden sein muss.

Milchüberproduktion in der EU.
Die Milchproduktion ist in der Europäischen Union mit Quoten geregelt. Im Zeitraum von April 2005 bis März 2006 hätten die LandwirtInnen EU-weit 135,5 Millionen Tonnen an die Molkereien liefern dürfen. Tatsächlich lieferten sie 1,2 Millionen Tonnen mehr. Deshalb müssen die 9 betroffenen Länder zusammen 376 Millionen Euro Strafe in die EU-Agrarkasse zahlen. Das Geld holen sie sich nach Angaben eines EU-Kommissionssprechers von den Milchbauern zurück. Deutschland ist zusammen mit Italien und Polen für 90% des Überangebots verantwortlich. Die Kühe in Luxemburg, Österreich, Portugal, Spanien, Tschechien und Zypern gaben ebenfalls mehr Milch als erlaubt, aber in geringerem Umfang.

Pelztiere befreit.
Erst jetzt wurde durch ein Bekennerschreiben bekannt, dass die ALF am 30. Juli 2006 insgesamt 105 Nerze aus der Nerzfarm Ottersum/Ven-Zelderheiden in Holland befreit und in 8 verschiedenen Habitaten in Kleingruppen ausgesetzt hat.

Vorankündigungen:

Samstag 7. Oktober: TR-Demo ab 18:30 Uhr bis 0 Uhr am Stefansplatz in Wien
14. und 15. Oktober: Süd-Ost Europa TR-Konferenz in Wien, www.animalconference.eu
Sonntag 15. Oktober: Anti-Jagdkundgebung zur Hubertusmesse, Schlosspark Aigen, Salzburg, ab 9:30 Uhr
Mittwoch 25. Oktober: Vortrag Kontinuität des Bewusstseins – haben Tiere Rechte?, 20 Uhr Kaiserstrasse 12, Wien 7