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Tierrechtsradio
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Sendung vom 24.11.2006 11:00:

Gerichtsprozesse gegen TR-Aktivismus

Wird der ausserparlamentarische (Tierrechts-) Aktivismus immer mehr eingeschränkt, wird die Demofreiheit immer restriktiver gesehen?

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 17. – 23. NOVEMBER 2006

Demos und Aktionen gegen Kleider Bauer.
Am 17. November wurde in Graz in der Murgasse, in Wels in der Salzburger Strasse und in Innsbruck vor Kleider Bauer Filialen gegen Pelz demonstriert.
Am nächsten Tag gab es wieder in Graz in der Murgasse und in Innsbruck, sowie in Wien in der Mariahilfer- und in der Favoritnerstrasse, Kleider Bauer Demos.
Am 22. November wurde ein 4 m x 5 m grosses Plakat mit der Aufschrift „Pelz: Tierqual bei Kleider Bauer“ an der Westautobahn in der Stadteinfahrt nach Wien aufgehängt, sodass es vom Pendlerverkehr gelesen werden konnte.
Am folgenden Tag demonstrierten AktivistInnen „Am Platzl“ in Salzburg vor Kleider Bauer.
Seit Beginn der Kleider Bauer Kampagne gab es daher bisher 40 Demos, davon 13 in Wien, 5 in Innsbruck, 4 in Graz, 4 vor dem Hauptbüro in Perchtoldsdorf, 4 in Salzburg, 3 in Linz, 2 in Wr. Neustadt, 2 in Leonding, 2 in Wels und 1 in Krems, also vor insgesamt 14 Filialen.

Tierrechtsdemos.
Am 17. und 18. November gabs am Hauptplatz in Graz Demos für Tierrechte.
Am 18. November wurden am Wiener Stefansplatz von 16 bis 24 Uhr Tierrechtsfilme auf Großleinwand vorgeführt.

Treibjagd gestört.
Am 18. November versammelten sich rund 20 AktivistInnen bei Passau an der deutsch-österreichischen Grenze, um eine Treibjagd auf Fasane und Hasen zu stören. Bei Jagdbeginn kamen sie unvermittelt aus dem Wald und stellten sich mit Warnjacken und geöffneten Regenschirmen direkt zu den Schützen. So konnte der Abschuss der künstlich angefütterten Fasane und der bereits vom Aussterben bedrohten Feldhasen verhindert werden. Einige JägerInnen reagierten aggressiv und versuchten trotz Anwesenheit der AktivistInnen weiter zu schießen. Zuletzt hatten die JägerInnen nur 2 Hasen, 1 Fasan und 1 Eichelhäher geschossen. Einer der toten Hasen wurde von einem unbekannten Aktivisten genommen und im nahen Wald würdevoll begraben. Die Jägerschaft nannte diese pietätvolle Geste einen „Diebstahl“.

Aus für EU-Handel mit Katzen- und Hundefellen.
Die EU-Kommission will Import, Export, Herstellung und Verkauf von Hunde- und Katzenfellen EU-weit in jeder Form verbieten. Am 20. November erklärte EU-Kommissar Markos Kyprianou, der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständig ist, in einer Pressekonferenz in Brüssel, dass VerbraucherInnen Gefahr laufen, diese zumeist aus China importierten Felle unwissentlich zu kaufen. Oft seien die Produkte nämlich falsch gekennzeichnet oder es würde völlig verschwiegen, dass entsprechende Felle enthalten seien. Der geplante Schritt sei jedoch kein Vorzeichen für weitergehende Bestimmungen für Pelze und Felle anderer Tierarten. Da sowohl der Ministerrat als auch das EU-Parlament ihre Zustimmung für den Vorschlag signalisiert hätten, rechnet Kyprianou mit einer sehr schnellen Umsetzung des Kommissionsvorschlages.

Anzeigen gegen Gänsestopfleberhandel.
Weil es sich bei Gänsestopfleber um ein krankhaft verändertes Organ handelt, dürfe sie nach dem österreichischen Gesetz in Österreich nicht verkauft werden, meinen TierschutzaktivistInnen. Deshalb wurden am 21. November mehrere HändlerInnen angezeigt. Seit langem darf Gänsestopfleber in Österreich nicht mehr hergestellt werden. Kürzlich wurde ein von österreichischen AktivistInnen in Ungarn über die Gänsestopfleberproduktion gedrehtes Video publik.

Tierrechtspartei im holländischen Parlament.
Die Parlamentswahl in den Niederlanden am 22. November hat einen historischen Durchbruch für den Tierschutz gebracht. Denn erstmals nicht nur in Europa sondern weltweit hat eine Tierrechtspartei zwei Abgeordnetenmandate in einem Parlament errungen. "Wir wollen eine Verfassungsänderung, die den Tieren das Recht auf Freiheit von Schmerz, Angst und Stress garantiert, die von Menschen verursacht sind", bringt die 34jährige Vorsitzende der Partei Marianne Thieme eines der Hauptanliegen der PvdD – der „Partij voor de dieren“ („Partei für die Tiere“) – auf den Punkt. Als erste konkrete Schritte zur Verwirklichung von Tierrechten will die PvdD die artgerechte bzw. extensive Tierhaltung fördern und die schlimmsten Praktiken der industriellen Landwirtschaft, wie Schlachten und Kastration ohne Betäubung, beenden. Neben dem Tierschutz will sich die PvdD im Parlament auch für den "Schutz der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft" einsetzen. Ein Wahlerfolg ihrer Partei könne der Tierrechtsbewegung in ganz Europa weiteren Auftrieb geben, sagt die Vorsitzende. "Eines unserer Ziele ist es, eine Inspiration für andere Länder und TierrechtsaktivistInnen zu werden."

73,7% in Kroatien für Pelzfarmverbot.
In einer repräsentativen Umfrage von 1000 Personen des Instituts SPEM in Kroatien ergab sich eine grosse Mehrheit für ein Pelzfarmverbot. Wie am 20. November veröffentlicht wurde, seien 52,6% total und 21,1% eher schon für ein Pelzfarmverbot. Umgekehrt sprachen sich nur 7,2% total und 5,1% eher schon gegen ein Pelzfarmverbot aus.

Symposium zur Neurobiologie von Tieren an der Universität Wien.
Am 17. und 18. November veranstaltete die Uni Wien am Biozentrum ein international hochkarätig besetztes Symposium zur Neurobiologie von Tieren inklusive Menschen. Prof. Gerhardt Roth, führender Forscher auf diesem Gebiet, betonte, dass das Menschengehirn nur ein typisches Säugetiergehirn wäre, ohne besondere Auffälligkeiten. Sowohl die Neuronendichte, als auch die Synapsenanzahl pro Neuron oder die Gesamtgröße des Gehirns der Menschen würden durchaus anderen Säugetiergehirnen entsprechen. Man solle nicht aus ideologischen Gründen Gegenteiliges behaupten, mahnte der Wissenschaftler. Bei Intelligenztests stellte sich heraus, dass Makaken im Mittel doppelt so schnell wie Menschen gesehene Objekte verschiedenen abstrakten Kategorien richtig zuordnen können.

Brandanschlag gegen Pelzfarm.
100.000 Euro Schaden entstanden am 18. November, nachdem ein Gebäude mit zahllosen Pelzen und Pelzungsmaschinen einer Pelzfarm in Karby, Pedersöre, in Finnland niedergebrannt war. Viele der Pelze konnten allerdings vom Pelzfarmer, der frühzeitig auf das Feuer aufmerksam wurde, unbeschädigt aus dem brennenden Gebäude geholt werden.

Brandanschlag gegen Kunstgalerie.
Weil in der Kunstgalerie Klovicevi in Zagreb, Kroatien, ein Hahn von einer Künstlerin zeremoniell getötet worden war, zündeten Unbekannte am 16. November einen Transportwagen der Galerie an. In einem Drohbrief forderten die AktivistInnen 2 Tage später die Galerie auf, derartige Kunstprojekte einzustellen.

Affen und Mäuse aus Versuchslabor befreit.
Am 22. November drang die ALF durch ein ins Dach gebohrtes Loch in die Versuchstierzuchtanstalt der Firma Harlan in Correzzana in Mailand ein, überwand das Sicherheitssystem und nahm 25 Affen und 1000 Mäuse mit. Alle weiteren Affen der Zuchtstation wurden im Gelände freigelassen. Die AktivistInnen zerstörten alle Computer und sonstiges technisches Gerät und hinterliessen die italienische Abkürzung für ALF, nämlich FLA, an die Wand gesprayt.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag: Kleider Bauer Demo ab 10 Uhr in der Mariahilferstrasse nahe Westbahnhof in Wien.