Player
LIVE SEIT 08:00
Zur Zeit spielt Sunrise Orange. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
BIS 09:00
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 27.04.2007 11:00:

Weltversuchstiertag 24. April

Bericht von einer Demo und Forderung einer Reform des Tierversuchsgesetzes, das sogar vom Rechnungshof kritisiert worden ist. Auch eine EU-Umfrage bestätigt Bürgerkritik.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 20. – 26. APRIL 2007

Kleider Bauer Demos und Aktionen.
Am 20. April wurde in Innsbruck in der Museumstrasse und in Wien in der Mariahilferstrasse vor Kleider Bauer gegen deren Pelzhandel demonstriert. Da die Polizei in Wien diese Demos 20m von der Filiale weg verbannt hat, gab es zusätzlich von 17 bis 19 Uhr eine Demo für Demofreiheit direkt vor dem Eingang der Filiale in der Mariahilferstrasse.
Am 21. April wurde in Wien vor Hämmerle und Kleider Bauer in der Mariahilferstrasse, in Innsbruck in der Museumstrasse, in Graz in der Murgasse und in Linz in der Landstrasse demonstriert.
Weiters wurde am 23., 25. und 26. April vor der Kleider Bauer Filiale in Wien Mariahilferstrasse lautstark für Demofreiheit demonstriert.
Am 26. April gab es eine home demo gegen einen der Besitzer von Kleider Bauer, Peter Graf, in 1180 Wien.

Tierrechtsdemos.
Am 20. April wurde vor dem Sitz der Salzburger Landesregierung im Chiemseehof gegen das Schächten demonstriert.
Am 21. April wurde im Stadtzentrum von Graz und am Stefansplatz in Wien für Tierrechte demonstriert.
Am 24. April gabs eine ganztägige Informationskundgebung gegen Schweinefabriken am Graben in Wien.

Weltversuchstiertag.
Am 24. April wird weltweit der Tag gegen Gewalt gegen Versuchstiere begangen. Deshalb wurde am 21. April in Salzburg vor den Versuchslabors der Landeskliniken abgehalten. Trotz Lippenbekenntnis der Tierversuchsindustrie zur Reduktion der Tierversuche steigen die Versuchszahlen weiter an und die Uni Salzburg plant ein neues, großes Tierversuchszentrum zu bauen. TierrechtlerInnen kritisieren Tierversuche generell, aber im speziellen dass das Tierversuchsgesetz völlig veraltet ist und einer grundsätzlichen Reform bedarf. Die Definition für Tierversuche sollte auf alle Versuche mit Tieren ausgeweitet und eine professionelle Ethikkommission eingesetzt werden, die alle Versuche auch nach ethischen Kriterien evaluiert und auch ablehnen kann.

Prämie für erschossene Katze.
In seinem Bericht vom 24. April über das Zulagensystem von Beamtengehältern kritisierte der Rechnungshof u.a., dass beamtete Jäger für den Abschuss streunender Katzen je 1,38 Euro Prämie erhalten. Die SteuerzahlerInnen kostet der Verwaltungsaufwand für die Schuss- und Fangpauschale wildernder Katzen sogar 25 Euro pro Tier.

Sachwalterschaftsprozess für Schimpansen geht in die 2. Instanz.
Anfang Februar 2007 wurde im Sachwalterschaftsgericht Mödling, NÖ, ein Antrag auf Besachwalterung des Schimpansen Hiasl eingebracht, der 1982 aus dem Dschungel in Westafrika entführt und illegal nach Österreich gebracht worden war. Das Ziel dieses Prozesses ist, dass Hiasl als Person anerkannt wird und mittels Sachwalter seine eigenen Interessen vertreten kann. Eine unglaubliche Welle internationaler Medienaufmerksamkeit wurde durch den Prozess ausgelöst: Von den USA über Europa bis nach China, Japan und Neuseeland berichteten die wichtigsten Tageszeitungen objektiv über die Situation. Mitte April erließ die zuständige Richterin einen Beschluss, wonach das Verfahren beendet wäre, weil Hiasl nicht als geistig behindert zu bezeichnen sei und ihm keine unmittelbare Gefahr drohe. Der Antragsteller kündigte am 25. April an, dagegen berufen zu wollen. Hiasl sei durch die Entführung im Kindesalter und den langen Aufenthalt in Gefangenschaft traumatisiert. Abgesehen davon drohe ihm durch den finanziellen Engpass des WTV die Abschiebung. Hiasls Situation, ein traumatisierter Flüchtling, dem die Abschiebung droht und der seine Rechte selbst nicht wahrnehmen kann, ist das Paradebeispiel einer zu besachwalternden Person. Die Richterin befürchtet aber, eine Bestellung eines Sachwalters für einen Schimpansen könnte in der Öffentlichkeit als eine Degradierung von besachwalterten Menschen zu Tieren angesehen werden. Dazu der Antragsteller wörtlich: „Diese Befürchtung muss man zwar ernst nehmen, aber sie lässt sich entschärfen. Ein Mensch, der besachwaltert wurde, sollte genauso wenig als defizitäres Wesen gesehen werden, wie ein Schimpanse kein defizitäres Wesen ist. Beide sind Individuen mit ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrer eigenen Lebenswelt wie alle anderen Menschen auch, nur dass sie in unserer hiesigen Gesellschaft nicht ohne Hilfe zurechtkommen."

Robbenfellimportverbot beschlossen und kanadische Botschaft besetzt.
Am 24. April besetzten 10 AktivistInnen kurzfristig die kanadische Botschaft, indem sie sich am Mobiliar des Büros der Botschafterin anketteten. Sie wurden nach etwa 1 Stunde von der Polizei entfernt. Am 25. April stimmte das Parlament einem Grünen Entschließungsantrag einstimmig zu, wonach die Regierung ein Importverbot für Robbenprodukte vorlegen soll. In Neufundland sitzen weiterhin rund 600 Robbenjäger im Eis fest. Es droht ihnen der Hungertod.

Größter Schlachthof Dänemarks durch Feuer zerstört.
Am 16. April brannten große Teile des Schweineschlachthofs in Blans im Süden Dänemarks völlig aus. 56.000 Schweine hätten in dieser Woche dort getötet werden sollen, doch durch den Brandschaden wird der Schlachthof 2-3 Monate stillstehen.

Pro-Jagd Rockkonzert abgesagt.
Das von der Pro-Hetzjagd Lobbygruppe Countryside Alliance in England organisierte Rockkonzert musste abgesagt werden, nachdem einer der Gaststars, der schwedische Komponist und Musiker Robert Wells, erfahren hatte, dass er für einen Pro-Jagd Event missbraucht würde. Im Vorfeld war ihm gesagt worden, das Konzert wäre zur Förderung von Artenschutzprogammen für Wildtiere. Erst die TR-Gruppe Animal Aid klärte den Künstler auf, der sich sofort von der Veranstaltung distanzierte.

Vorankündigungen:

Kleider Bauer Demos: Freitag ab 13 Uhr Wien Mariahilferstrasse und ab 14 Uhr Innsbruck Museumsstrasse. Am Samstag ab 10 Uhr in Wien Mariahilferstrasse, ab 12 Uhr Graz Murgasse und ab 14 Uhr Innsbruck Museumstrasse.
28. April: EVU Tagung 1020 Wien, Rustenschacherallee 3-5, 14:30-18 Uhr öffentliche Vorträge, Eintritt Freitag
30. April: am selben Ort Vortrag eines Vegan-Ernährungsexperten ab 19 Uhr
13. Mai Vortrag der Vorsitzenden der holländischen TR-Partei um 18 Uhr im Don-Bosco Haus in Wien
10. – 13. August internationales Grassroots TR-Gathering in Appelscha in Nord-Holland, www.ar2007.info
Animal Liberation Workshops siehe www.animal-liberation.at: 5.+6. Mai Estland, 26.+27. Mai Maribor, 21.+22. Juli Luzern, 13.+14. Oktober Linz, 20.+21. Oktober Innsbruck, 10.+11. November Graz und 17.+18. November Wien