Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 10.09.2004 11:00:

Taktik der andauernden Demos in der Tierrechtsbewegung

2 TierrechtsaktivistInnen diskutieren, warum die Tierrechtsbewegung als wesentliche politische Taktik die Dauerdemos und generell die starke Präsenz auf der Strasse gewählt hat.

TIERRECHTSNACHTRICHTEN VOM 10. SEPTEMBER 2004

Demos gegen Fleischkonsum. Am 20. und am 27. August, sowie am 3. September wurde am Taubenmarkt in Linz vor dem McDonalds gegen Fleisch demonstriert. Am 21. August gabs eine Demo in der Kremser Innenstadt, am 22. August in Hadersdorf am Kamp vor einer Fleischerei, am 21. und 22. August vor dem Hamburger Fischmarkt in Graz, am 28. August in Bad Füssing vor einem Hühnerschlachthof und am 3. September in der Grazer Innenstadt.

Forellen befreit. Am 16. August befreite die ALF 15 Forellen aus einem Aquarium eines Restaurants in Passau, das die Forellen vor den Augen der Gäste aus dem Aquarium nimmt und tötet.

Demo gegen Eierkonsum. Am 9. September wurde unter dem Motto „ich sterbe für Dein Frühstücksei“ am Salzburger Bauernmarkt, der Schranne, gegen den Konsum von Eiern demonstriert.

Massiver Umstieg von Legebatterien auf Bodenhaltungsvolieren. Nachdem ab 2009 in Österreich ein Legebatterieverbot geschlossen wurde, ist bei den LegehuhnhalterInnen eine grosse Veränderung zu spüren. NÖ und OÖ bieten finazielle Unterstützungen für Umbauten von ihren zusammen 184 Legebatterien auf Bodenhaltungsvolieren. Aus der Steiermark werden massive Umbauten dieser Art gemeldet, die bereits im Gange sind.

Jäger tötet Hund: 7000 Euro Schmerzensgeld. Am 7. März 2001 hatte der Jäger Walter Probst die Schäferhündin Mona vor den Augen ihrer Betreuerin im Maurer Wald in Wien 23 mit 2 Messerstichen vorsätzlich getötet und war dafür wegen Tierquälerei und wegen Sachbeschädigung strafrechtlich verurteilt worden. Aufbauend auf dieser Verurteilung hatte die Hundebetreuerin eine Schadenersatzklage eingebracht, weil sie ihren Hund so geliebt hatte, und durch den Verlust psychisch schwer beeinträchtigt worden war. In einem aufsehenerregenden Urteil sprach ihr das Bezirksgericht Liesing Mitte August 6.900 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz zu, und verurteilte den Jäger Probst zu Prozesskosten von insgesamt ca. 25.000 Euro. Die Richterin begründete ihr Urteil mit den Worten: „Die Klägerin ist seit 10 Jahren Vegetarierin, wie auch ihre gesamte Familie, sie isst auch keinen Fisch trinkt keine Milch und isst keine Eier. […] Die Klägerin hatte zu Mona ein besonderes Nahverhältnis und betrachtete diese aufgrund ihrer allgemeinen Einstellung Tieren gegenüber als gleichwertiges Familienmitglied.“

Autofahrer von Jäger verprügelt. Schwere Verletzungen hat ein 21-jähriger Pkw-Lenker aus Piringsdorf, Burgenland, davongetragen. Der junge Mann hatte sich im Wald verirrt und wurde plötzlich von einem Jäger angehalten. Nach einem kurzen Wortwechsel wurde der Jäger rabiat. Er verletzte den 21-jährigen mit Faustschlägen schwer im Gesicht. Schließlich gelangt dem jungen Mann die Flucht. Im Krankenhaus Oberpullendorf wurde der Verletzte behandelt. Er trägt unter anderem auch einen Nasenbeinbruch davon und hat Anzeige erstattet.

Demo gegen die Jagd. Am 4. September demonstrierten TR-AktivistInnen beim Landesjägertag und der Jäger- und Fischereiausstellung in Wels gegen die, wie sie sagen, „Sinnlosigkeit der damit verbundenen Tierquälereien“. In den Ausstellungshallen waren tote Tiere, ausgestopfte Bären, Antilopen und andere Tiere zu bewundern.

2 Füchse befreit. Am 11. August befreite die ALF 2 Füchse aus einer Jagdlodge nahe Moskau, Russland. Käfige wurden zerstört und Sprüche an die Wände gesprüht.

50 Tiere verbrannt - 4 Bauernhöfe in Flammen. Hunderte Feuerwehrleute haben am 27. August versucht, einen Großbrand in Oberndorf bei Raabs (Bez. Waidhofen/Thaya) zu löschen. Vier Bauernhöfe im Ortsgebiet standen in Flammen. 50 Tiere verbrannten in ihren Ställen. Das Feuer zerstörte zwei Ställe, ein Wohngebäude wurde zum Teil beschädigt. Der Schaden wird von der Feuerwehr auf etwa eine Million Euro geschätzt.

930 Schweine in Flammen verendet. Selbst das rasche Einschreiten von 17 Feuerwehren konnte das Flammeninferno am 19. August kurz nach Mittag auf einem Bauernhof in Oberhohenau bei Neukirchen nicht verhindern. 930 Schweine verbrannten. Ausgelöst wurde der Brand vermutlich durch einen defekten Lüfter an der Decke.

Pelzdemos. Am 14. August wurde vor der P&C Filiale in Linz gegen deren Pelzhandel demonstriert. Am 17., 19., 23. und 24. August gab es Demos vor dem P&C in Wien in der Mariahilferstrasse.

HLS-Kundin Sankyo geschädigt. Am 31. August wurde das LKW-Einfahrtstor der Firma Sankyo, die Kundin von HLS ist, in der Effingergasse in Wien verklebt. Zusätzlich wurde rote Farbe an der Aussenfassade angebracht.

500.000 Unterschriften gegen neue Tierversuche. Am 8. September wurden 500.000 Unterschriten aus ganz Europa für die Entwicklung von tierversuchsfreien Testverfahren im Europaparlament in Brüssel übergeben. Die EU plant massive Nachtestungen von längst im Handel befindlicher Chemikalien.

Versuchstiere befreit. Am 24. Juli befreite die ALF 210 Kaninchen aus der Versuchstierzüchterei Pamaploni Rolando in Fauglia nahe Pisa, Italien.

Versuchstierzuchtfarm schliesst nach jahrelanger Kampagne. Am 30. August wurde bekannt, dass die Versuchstierzucht in Karttula, Finnland, die Beagles und Kaninchen für Tierversuche an der Universität Kuopio züchtet, schliessen wird. Es hat eine jahrelange Kampagne gegen diese Zuchtanstalt gegeben. Die Universität hat offiziell die hohen Kosten zum Schutz der Anstalt gegen Tierrechtsaktivismus als Schliessungsgrund angegeben.

Tierrechtstreffen in England. Von 3.-5. September trafen sich rund 300 TierrechtsaktivistInnen aus der ganzen Welt in England, um sich über zukünftige Kampagnen auszutauschen. Einigen AktivistInnen aus den USA war die Einreise nach England verweigert worden, weil sie angeblich zu Gewalttaten gegen TierexperimentatorInnen aufgerufen hätten.

Tierrechtlerin in Beugehaft. Am 26. August wurde die Tierrechtlerin Gina Lynn in Seattle, USA, in Beugehaft genommen, weil sie vor einer sogenannten Grand Jury die Aussage verweigert hatte. Lynn wird keiner kriminellen Handlung verdächtigt. Eine weitere Tierrechtlerin wurde festgenommen und ist jetzt mit 5 Jahren Haft bedroht, weil sie dieselbe Grand Jury angelogen haben soll. Grand Jurys sind ein Relikt aus der Zeit der Kommunistenhatz und haben das Recht beliebige Leute zu ihren Aktivitäten zu befragen, um politische Bewegungen für den Staat durchsichtig zu machen.

Begründer der Vegan-Bewegung wurde 94. Am 2. September 1910 erblickte Donald Watson in Yorkshire, England, – im Kreise seiner Fleisch verzehrenden Familie – das Licht der Welt. Selbst hat der Brite seit 78 Jahren kein Tier mehr gegessen. Im November 1944 hatte er die Vegan Society, die erste Vegane Gesellschaft der Welt, gegründet. Watson wurde zum Wortschöpfer und Ahnvater des modernen Veganismus. „Vegan“ setzte er aus den ersten 3 und den letzten 2 Worten von vegetarian zusammen.

Wildtierverbot im Zirkus wieder aufgehoben. Nachdem am 23. Juli in Belgien der Minister für soziale Angelegenheiten und Volksgesundheit, Rudy Demotte, per königlichem Erlass die Haltung von Wildtieren im Zirkus verboten hatte, wurde dieses Verbot vom Verwaltungsgerichtshof am 26. August wieder aufgehoben. Nur ein gesetzliches Verbot, das vom Parlament beschlossen wurde, würde der Verwaltungsgerichtshof zulassen.

Demo für Auffangstation von Zirkusbären. Am 28. August gab es in Bad Füssing für die dort geplante Auffangstation für beschlagnahmte Zirkusbären eine Demonstration. AnrainerInnen wollen diese Station aus Angst vor verrückten Bären, die ausbrechen könnten, nicht. Der Bürgermeister hat seitdem seine Unterstützung für das Projekt zugesagt.

Zirkus greift Tierrechtsdemo an. Am 21. August griffen 8 Zirkusleute des Zirkus Mustang in Huddinge, im
Süden von Stockholm, etwa 30 TR-DemonstrantInnen brutalst an, nachdem diese friedlich 20 Minuten demonstriert hatten. Es kam zu einer massiven Schlägerei, bei der sich die TRlerInnen auch erfolgreich wehrten. Die TRlerInnen blieben vor Ort. Zwei Personen wurden mit einem gebrochenen Arm und einem gebrochenen Nasenbein ins Spital eingeliefert.

Demo gegen Reptilienschau. Von 27.-29. August wurde in Graz eine vazierende Reptilienschau abgehalten. Die TR-Demo vor dem Eingang wurde von den VeranstalterInnen, ehemalige Zirkusleute, angegriffen und bedroht. Flugblätter wurden entwendet und zerstört.

Vorankündigungen:

16.-19. September 2004: TR-Kongress Wien, siehe http://www.tierrechtskongress.at
15. - 17. Oktober 2004 12. Kongress über Alternativen zu Tierversuchen an der Uni Linz.
Anmeldung und Auskunft: http://www.zet.or.at/kongress/Linz2004