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Tierrechtsradio
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Sendung vom 06.02.2009 11:00:

Update zur Tierschutzcausa nach §278a StGB

Seit der Freilassung der 10 Tierschutz-U-Häftlinge Anfang September 2008 ist alles in Schwebe: keine Anklage in Sicht, weitere Polizeiermittlungen laufen und keine Sachen wurden zurückgegeben.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 30. JÄNNER – 5. FEBRUAR 2009

Kleider Bauer Demos
Am 30. und 31. Jänner wurde jeweils vor den Kleider Bauer Filialen in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstrasse demonstriert.
Am 30. Jänner gab es eine zusätzliche derartige Kundgebung vor Kleider Bauer in Graz Murgasse und Salzburg Am Platzl, und am 31. Jänner in Wiener Neustadt Wienerstraße und Linz Landstraße.
Am 4. Februar folgte eine weitere Demonstration in Salzburg Am Platzl.

Tierrechtsdemos und -aktionen
Am 30. Jänner gabs abends in Linz am Taubenmarkt eine Antifleischdemo vor McDonalds.
Am 31. Jänner wurden nach Einbruch der Dunkelheit am Stephansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
Ebenso am 31. Jänner hielten AktivistInnen am Hauptplatz in Graz den ganzen Tag über eine Informationsveranstaltung zu Tierrechten ab.
Am selben Tag stoppten AktivistInnen einen ungarischen Tiertransporter mit slowakischen Rindern am Weg zum Schlachthof Graz auf der A2 Südautobahn im Wechselabschnitt und konnten erreichen, dass er von der Polizei kontrolliert wurde und auch aufgrund zahlreicher Mängel eine Geldstrafe bekam.
Am 1. Februar wurde am Wiener Stefansplatz direkt vor den Fiakerstandplätzen gegen den Missbrauch der Pferde demonstriert.
Am 3. Februar gabs einen Protest vor der Fürnkranz Filiale in Wien Kärntnerstraße gegen den Pelzhandel dieser Kleiderkette.

Tierrechtsbewegung mobilisiert in Mastgeflügelfrage
Mit dem 30. Jänner endete die Begutachtungsfrist für den Verordnungsentwurf des neuen SPÖ-Tierschutzministers Alois Stöger, der gerne 30% mehr Hühner und 50% mehr Puten als bisher erlaubt in den Masthallen der Tierfabriken sehen will. Zahllose Organisationen und Individuen hatten sich beschwert und die Eingaben werden jetzt evaluiert. Aber in einer ersten Stellungnahme verlautete das Ministerium, dass erhöhte Besatzdichten in den Betrieben nicht die Tiergesundheit beeinträchtigen würden. Man plane also noch immer, die Tierfabriken mit um die Hälfte mehr Tieren anzufüllen, weil sonst die Wettbewerbsfähigkeit mit Ländern ohne Tierschutzstandards nicht gegeben wäre. Gegenüber derartig rein wirtschaftlichen Argumenten zur Tierausbeutung, kündigten Tierrechtsgruppen eine intensive Kampagne an, die Mitte Februar einsetzen würde.

20.000 Mal Nein zu Vogelmord in NÖ
Der von der NÖ Landesregierung verordnete Abschuss von 200 Mäusebussarden und 40 Habichten in NÖ hat massiven Protest im In- und Ausland ausgelöst. Innerhalb von drei Wochen haben sich 20.000 Bürgerinnen und Bürger der Kritik von zahlreichen Tier- und Umweltschutzorganistationen angeschlossen. In einer Petition fordern sie die sofortige Rücknahme der umstrittenen nö Beutegreiferverordung. Sollte die nö Landesregierung die Verordnung nicht zurücknehmen, werden die Organisationen eine Klage bei der Europäischen Union einreichen.

Vortrag zur Abschaffung von §278a StGB in Wien
Am 4. Februar wurde wiederum ein Vortrag mit anschließender Diskussion zum §278a und der Repression gegen den Tierschutz im Rahmen des Clubs der Logischen Denker in Wien abgehalten. Die etwa 80 TeilnehmerInnen füllten den Vortragsraum komplett an und solidarisierten sich ausnahmslos mit dem Tierschutz.

Anti-§278a-Song in FM4-Protestsongcontest Ausscheidung
Zum alljährlichen Protestsongcontest des ORF-Radiosenders FM4 wurden heuer 3 Beiträge mit Kritik an §278a eingereicht. Einer davon erreichte unter fast 200 Beiträgen die Vorausscheidung der letzten 25 am 30. Jänner im Haus der Begegnung in Rudolfsheim. Dort belegte er allerdings nur den 11. Platz und verpasste so knapp das Finale der besten 10. Allerdings schien die 3-köpfige Jury nicht wirklich geeignet, Protestsongs zu bewerten, zumal sich ein Jurymitglied als jemand outete, der sich vor Demos fürchte. Und so zog die Jury einen Protestsong gegen Spinat und einen, der von elektrischem statt politischem Widerstand handelte, vor.

Deutschland: Schmerzmittel bei Ferkelkastration vorgeschrieben
In der gesamten EU wie in Österreich ist es immer noch für Laien erlaubt, ohne Betäubungsmittel und Schmerznachbehandlung männliche Ferkel bis zum Alter von 8 Tagen einfach zu kastrieren. In Deutschland reagierte die Politik Anfang Februar auf eine entsprechende Kampagne dagegen mit einem neuen Gesetz, das ab 1. April 2009 in Kraft treten wird und vorsieht, dass den Ferkeln nach der betäubungslosen Kastration schmerzstillende Mittel verabreicht werden müssen. Der Tierschutz kritisiert, dass dann einerseits immer noch die Kastration sowohl durch einen Laien statt einen Tierarzt als auch ohne Betäubungsmittel stattfinden kann, und dass die Schmerzmittelverabreichung danach unkontrollierbar wäre.

Fleischersatz auf Erdäpfelbasis
Am 29. Jänner gab die holländische Firma Solanic in einer Pressemitteilung öffentlich bekannt, dass sie 2009 mit der Großproduktion von Fleischersatzprodukten auf Basis von aus Erdäpfeln gewonnenem Protein beginnen werde. Für diese Neuentwicklung wurde ein eigenes Patent eingereicht. Neben Fleischersatz würden sich auch Mehlspeisen auf der Basis dieses Proteins ohne Eier und damit rein vegan produzieren lassen. Heuer noch sollen diese Produkte in den Supermärkten erhältlich sein.

Noch immer illegaler Lebendrupf von Gänsen für die Daunenproduktion in Ungarn
Am 1. Februar brachte ein schwedisches Filmteam einen undercover gedrehten Film über Gänsedaunfarmen in Ungarn an die Öffentlichkeit. Trotz EU-weiten Lebendrupfverbots werden in Ungarn noch immer Gänse auf riesigen Käfigbatteriefarmen 4 Mal in ihrem kurzen Leben lebendig gerupft. 50% dieser Gänse werden zusätzlich noch für die Leberproduktion gestopft. 50-80% des globalen Daunenmarkts würde vom Lebendrupf stammen. Für eine Daunendecke werden 75 Gänse benötigt! Die schwedische, norwegische und finnische Öffentlichkeit zeigte sich völlig entsetzt und fordert ein Importverbot lebendgerupfter Daunenprodukte. Allerdings wäre die Kontrolle für die Unterscheidung zwischen Lebend- und Todrupf unmöglich, geben die Behörden zu bedenken.

Wieder Gefängnis für Tierschützer
Am 3. Februar verurteilte ein Gericht in San Francisco, Kalifornien, einen Tierschützer zu 6 Monaten Haft, weil er einen Tierexperimentator im September 2007 insgesamt 4 Drohtelefonanrufen ausgesetzt haben soll.

Neues Video von Tierquälerei bei HLS veröffentlicht
Am 4. Februar brachte die Tierrechtsgruppe Animal Defenders International in England ein Video an die Öffentlichkeit, das undercover in Europas größtem kommerziellem Tierversuchslabor gedreht worden ist und die furchtbaren Qualen zeigt, denen dort Primaten in Tierversuchen ausgesetzt werden, die in Südamerika oder Asien wild gefangen und unter furchtbaren Bedingungen ins Labor gebracht worden waren. Das Video kann unter www.savetheprimates.org angesehen werden. Die TierschützerInnen fordern als ersten Schritt ein EU-weites Verbot von Tierversuchen an wildgefangenen Primaten.


Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr, und morgen Samstag ab 9 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111.
Jeden Montag und Dienstag wird von 15 bis 18 Uhr auf der Kärntnerstraße 39 in Wien gegen Pelz bei Fürnkranz demonstriert.
Am Samstag werden auch am Stephanplatz in Wien bei Einbruch der Dunkelheit Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt
Am Sonntag den 8. Februar ist wieder von 10 Uhr ab eine Demo am Stefansplatz in Wien gegen Fiaker geplant
Am 4. Februar gibt’s im Restaurant Hopfenstange, Kaiserstraße 12 in Wien 7, ab 20 Uhr einen Vortrag zu §278a StGB
Die heurigen Animal Liberation Workshops werden im Herbst in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt, und im Mai in Linz stattfinden, siehe www.animal-liberation.at