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Tierrechtsradio
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Sendung vom 06.11.2009 11:00:

Besetzung einer illegalen Legebatterie eines ÖVP-Bürgermeisters

Legebatterien sind seit Anfang 2009 verboten. Ein ÖVP-Bürgermeister setzt sich über das Gesetz hinweg und hält 72.000 Hühner in Käfigen. Es kam zur Besetzung

Tierrechtsnachrichten von 30. Oktober – 5. November 2009

Kleider Bauer Demos
Am 30. und 31. Oktober fanden vor Kleider Bauer in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße Demos gegen Pelz statt.
Am 31. Oktober wurde zusätzlich in Linz Landstraße vor Kleider Bauer demonstriert.

Tierrechtsdemos
Am 31. Oktober zeigten AktivistInnen am Graben in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand.
Am 4. November gabs in der besetzten Wiener Uni beim AudiMax eine Tierrechtsinformationsveranstaltung.

80 TeilnehmerInnen auf Animal Liberation Workshop in Wien
Als Höhepunkt der diesjährigen Serie von Animal Liberation Workshops ALWs fand am 31. Oktober und 1. November 2009 der ALW im WUK in Wien statt. 80 Personen, die großteils noch nie aktiv waren, hatten sich eingefunden, um Anschluss an die Tierrechtsszene zu finden. Viele davon sympathisierten bereits lange mit Tierrechtsgedanken und waren auch vegetarisch oder gar vegan, nutzten aber den ALW als Anstoß, um jetzt ernsthaft mit Tierrechtsaktivismus zu beginnen. Trotzdem ein Polizeispitzel identifiziert und entfernt werden konnte – will die „kriminelle Organisation“ doch unter sich bleiben! – war eine richtige Aufbruchsstimmung unter den TeilnehmerInnen zu spüren. Die junge Generation ist zweifellos so motiviert wie kaum eine Generation zuvor, sich für Tierrechte und allgemeiner das Gemeinwohl in der Gesellschaft zu engagieren. Die zunehmende staatliche Repression scheint hier sogar noch zusätzlich motivieren zu wirken. Samstag nachmittags wurde eine lautstarke Demonstration vom WUK in die Wiener Innenstadt durchgeführt, die die Neuzugänge sehr positiv beeindruckte, wie sie in einer Nachbesprechung angaben. Das hervorragende vegane Essen während des ALW wurde von zahlreichen AktivistInnen gegen eine freiwillige Spende zur Verfügung gestellt.

Illegale Legebatterie eines ÖVP-Bürgermeisters besetzt
Am 2. November besetzten ab 10 Uhr ca. 30 TierrechtsaktivistInnen eine illegale Legebatterie des ÖVP-Bürgermeisters DI Karl Latschenberger in Goschenreith im Waldviertel. Nach Angaben des Betriebsleiters werden sogar 72.000 Hühner in den 2 doppelstöckigen Hallen des Betriebes in winzigen Gitterkäfigen gehalten. Diese Haltung ist zwar seit Anfang 2009 verboten, doch Verbote gelten, so scheints, nicht für die Tierindustrie, vor allem wenn sie von Regierungsparteien Rückendeckung erhält. Im Gegensatz dazu verfolgt man notwendigen und legitimen Tierschutzaktivismus in fanatischer Weise mit Sonderkommission und Lauschangriffen, wobei Geld keine Rolle zu spielen scheint. Die AktivistInnen besetzten das Dach und nahmen in der Zufahrt Aufstellung. Auf Transparenten war zu lesen: „Tierschutz kriminalisiert – Tierquälerei toleriert“, „ÖVP-Bürgermeister ein Gesetzesbrecher“ und „Wer ist hier die kriminelle Organisation?“ sowie „Wann kommt die SOKO gegen Tierquälerei?“. Der Betriebsleiter bedrohte die friedlichen TierschützerInnen mit Gewalt und riss ihnen ein Transparent aus der Hand, das er nach Ankunft der Polizei wieder zurückgeben musste. Zuletzt nahm er einen Wasserschlauch und spritzte eine 70 jährige Tierschützerin bei Minusgraden von oben bis unten nass. Da die Bezirkshauptmannschaft versicherte, unverzüglich ein Verwaltungsstrafverfahren gegen die Legebatterie einzuleiten, beendeten die AktivistInnen ihre friedliche Besetzung nach 6 ½ Stunden freiwillig.

SOKO-Tierschutz Aktion: Künstler beschuldigt, Staat herabzuwürdigen
Am 21. Mai 2008 erschienen mehrere PolizeibeamtInnen der SOKO gegen den Tierschutz in den frühen Morgenstunden bei der Familie des VGT-Kampagnenleiters von Tirol zu Hause, um seine Privaträume zu durchwühlen und ihn für Monate in U-Haft zu nehmen. Dieser brutale Übergriff ließ die 3 minderjährigen Kinder traumatisiert zurück. Im Strafantrag nach §278a wird ihm lediglich legale Kampagnentätigkeit vorgeworfen, die er allerdings zur Unterstützung der Ziele einer kriminellen Organisation geleistet haben soll. Doch als ob dieses Vorgehen noch nicht genügend demokratiewidrig wäre, erschienen am 30. Oktober dieselben BeamtInnen, die vor 1 ½ Jahren diese Hausdurchsuchung durchgeführt hatten, erneut überraschend im selben Hause. Diesmal wirft man ihm vor, mit einem kritischen Kurzfilm zur Hoferverehrung 200 Jahre nach dessen Erschießung, eine Herabwürdigung des Staates begangen zu haben, was nach §248 StGB verboten sei. Der Beschuldigte ist ein Künstler, der die Aufgabe der Kunst u.a. darin sieht, mit provokanten Aktionen auf Kritikwürdiges in der Gesellschaft hinzuweisen. Doch wäre es unter normalen Umständen niemandem eingefallen, diese Kunst auf derart fragwürdige Weise strafrechtlich zu verfolgen. Doch im Rahmen der SOKO-Tierschutz Aktivitäten scheinen alle Mittel recht, um TierschützerInnen zu verfolgen, einzuschüchtern und regelrecht zu terrorisieren. Der Beschuldigte muss am 11. November zum SOKO-Verhör nach Innsbruck.

Österreichisches Wildtierverbot im Zirkus bleibt!
In den österreichischen Manegen bleiben Löwen, Tigern und Elefanten auch weiter Auftritte erspart. Die Europäische Kommission hat das österreichische Wildtierverbot in Zirkussen erneut als rechtmäßig bewertet und damit eine
Beschwerde des Europäischen Zirkus-Verbandes abgelehnt. Im Zirkus gehören dauernder Platzmangel, Transporte
und zweifelhafte Dressuren zum Alltag - unmögliche Bedingungen für ein artgemäßes Leben. Nach der Schlappe versuchen die BefürworterInnen aber jetzt offenbar noch Beschwerde beim österreichischen Verfassungsgerichtshof einzureichen.

Modellfluglärm: Jäger nahm Auto als Waffe
Weil er sich durch Flugübungen mit einem Modellhubschrauber gestört gefühlt hat, ist ein 61-jähriger Jagdpächter in Mannersdorf im Burgenland am 5. November ausgerastet. Der Mann fuhr den Lärmverursacher zweimal mit seinem Wagen an. Danach wurde gerauft.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 9 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Am Samstag gibt es am Reumannplatz in Wien von 15:30-24 Uhr eine Demo zu Tierrechten
Pelz-Großdemos: Samstag 14. November 12 Uhr Ecke Innere Mariahilferstraße/Gürtel, Samstag 28. November in Graz und am 8. Dezember in Innsbruck