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Sendung vom 27.11.2009 11:00:

Pelzkampagne trotz Repression

Seit über 20 Jahren laufen Pelzkampagnen in Österreich. Trotz Repression wird weiter gegen Kleider Bauer demonstriert.

Tierrechtsnachrichten von 20. – 26. November 2009

Kleider Bauer Demos
Am 20. und 21. November wurde in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße jeweils vor Kleider Bauer gegen Pelz demonstriert.
Am 21. November gab es zusätzlich zu diesen beiden Demos noch eine in Linz Landstraße und eine in Wr. Neustadt Wienerstraße vor den dortigen Kleider Bauer Filialen.

Tierrechtsdemos
Am 20., 25. und 26. November wurde am Grazer Hauptplatz gegen Pelz protestiert.
Am 21. November zeigten AktivistInnen am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand. Am selben Tag gab es zusätzlich eine Pelzdemo vor der Pulloveria in der Mariahilferstraße in Wien.

5-Parteien Entschließungsantrag im Parlament zum EU-Tierschutz
Am 20. November kam es zu einer bemerkenswerten 5-Parteien Einigung zu einem parlamentarischen Entschließungantrag für die Verbesserung von Tierschutz in der EU. Insbesondere werden die Umsetzung des EU-Tierschutz Aktionsplanes und des EU-Tierschutzrechts, sowie verstärkte Kontrollen gefordert. Konkret sollen Tiertransporte nicht länger als 8 Stunden und in begründeten Ausnahmefällen 12 Stunden insgesamt dauern dürfen, EU-weit soll es eine Kennzeichnung tierlicher Produkte nach Art der Haltung geben, die Aufzucht und Haltung von Legehennen in Käfigen soll verboten werden, ebenso Hunde-, Stier- und Hahnenkämpfe sowie Wildtiere im Zirkus. Weiters werden ein Tierversuchsverbot an Menschenaffen und ein EU-weiter Tierschutzunterricht gefordert. Dieser Entschließungsantrag kommt am 3. Dezember in den Gesundheitsausschuss und am 10. oder 11. Dezember in den Nationalrat.

Kritik an Wildtierbörse Exotica in Wien
Am Wochenende 28./29. November findet in Wien wieder einmal die große Wildtierbörse „Exotica“ statt. Tierrechtsvereine kritisieren, dass an die Haltung dieser Tiere sehr hohe Ansprüche zu stellen sind, die insbesondere von Personen, die aufgrund der Dumpingpreise zu Spontankäufen verleitet werden, nicht geboten werden können. Zusätzlich sind sehr viele der angebotenen Tiere illegale Wildfänge.

Diskussion zur Tierschutzcausa an besetzter Uni Innsbruck
Im SowiMax der Uni Innsbruck stand am 18. November das Thema Verfolgung der Tierrechtsszene nach §278a StGB auf dem Programm. Einmal mehr waren die ZuhörerInnen von dem Vorgehen der Polizei schockiert und solidarisierten sich mit den Betroffenen.

Tierschutzcausa: Angeklagter nennt Tierschutz-SOKO LügnerInnen
Seit November 2006 wird gegen den Tierschutz ermittelt. Als Ermittlungsmaßnahmen wurde die gesamte Palette an möglichen Anti-Terror-Maßnahmen richterlich genehmigt, darunter auch 4 Große Lauschangriffe, technische Überwachungen, Peilsender an Autos, Videokameras vor Hauseingängen, monatelange Observationen und verdeckte ErmittlerInnen. Zusätzlich wurden umfangreiche DNA-Spuren in verschiedenen Räumlichkeiten und von verschiedenen Personen aufgenommen, es wurden Finanzamtsberichte über mindestens 20 Personen eingeholt und es gab zahlreiche Erkundigungen bei Firmen und sogenannten Vertrauenspersonen. Zu allen diesen Ermittlungsmaßnahmen wurde von der SOKO keine Akteneinsicht gewährt. In einer Verhandlung am Landesgericht Wr. Neustadt am 18. November erschienen 3 MitarbeiterInnen der SOKO gegen den Tierschutz und behaupteten, sie hätten Akteneinsicht angeboten, aber die Beschuldigten hätten diese Möglichkeit nicht wahrgenommen. Und zusätzlich behaupteten sie, es hätte seit Erstellen der Abschlussberichte keine weiteren Ermittlungsschritte mehr gegeben. Da die SOKO sich zu der langen, vom VGT dem Gericht vorgelegten Liste konkreter Ermittlungsmaßnahmen, die aus dem Gerichtsakt bekannt sind und deren Ergebnisse sie aber bisher geheimgehalten hat, Bedenkzeit erbat, wurde die Verhandlung bis 9. Dezember 2009 vertagt. Der VGT reagierte mit einem offenen Brief auf die nach seiner Sicht falschen Behauptungen der SOKO und bezeichnete ihre VertreterInnen als LügnerInnen.
Der offene Brief ist hier: http://www.vgt.at/20091120OffenerBriefSOKO.pdf

Wiener darf im Burgenland kein Delfinarium bauen
Aufatmen in der Tierschutzszene: das Landwirtschaftsministerium lehnte am 22. November offiziell die Pläne eines Wieners ab, ein großes Delfinarium im Burgenland zu bauen. Erfreulich sei dabei, wie stark die öffentliche Ablehnung insbesondere auch bei den Medien für dieses Showprojekt war, kommentierten TierrechtlerInnen.

Schweden: nach 44 Jahren erstmals wieder Wolfsjagd erlaubt
In Schweden sind die Wölfe praktisch ausgestorben, weshalb ein generelles Jagdverbot erlassen wurde. Der Jägerschaft gelang es aber durch intensives Lobbying und u.a. die Behauptung, die Wölfe würden 15 Jagdhunde pro Jahr töten, die Wiedereröffnung der Jagdsaison zu erreichen. Ab Jänner sind für das Jahr 2010 insgesamt 210 Wölfe zum Abschuss freigegeben.

USA: bereits 5 Bundesstaaten schreiben Kennzeichnung von Pelzprodukten vor
Am 23. November erließ New Jersey als bereits 5ter US-amerikanischer Bundesstaat nach Delaware, Massachusetts, New York und Wisconsin ein Gesetz, nach dem Kleidungsstücke mit Tierpelz deutlich gekennzeichnet sein müssen. Tierrechtsorganisationen hatten beweisen können, dass verschiedene Firmen falsch oder gar nicht gekennzeichnete Pelzkleidungsstücke verkaufen.

USA: Pelzhandel 2008 so gering wie seit 20 Jahren nicht mehr
Am 23. November veröffentlichte die Pelzindustrie in der USA die Statistiken vom Jahr 2008. Der Umsatz von Tierpelz ist momentan geringer, als in allen Jahren, seitdem es dazu Statistiken gibt, also 1991. Dafür werden der milde Winter, die Wirtschaftskrise und der KonsumentInnenwunsch verantwortlich gemacht.

Schweden: große Studie zur Schweineindustrie veröffentlicht
Auch in dieser Frage war die österreichische Tierrechtsbewegung Vorreiterin: schon 2003 wurden 40% aller Legebatteriehühner des Nachts gefilmt und die Ergebnisse veröffentlicht. Im Herbst 2006 folgte die Präsentation der Resultate von heimlichen Besuchen von 125 Schweinefabriken. In vielen Ländern hat man diese Idee jetzt aufgegriffen. Nach der Tierindustrie-Recherche in Finnland folgte eine Recherche der Pelzfarmen in Norwegen. Am 24. November präsentierte die schwedische Tierrechtsbewegung Fotos und Filme aus 100 dortigen Schweinefabriken. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Ergebnisse erschreckend und zeigen einmal mehr, nicht nur wie schlecht die Tierschutzgesetze sind, sondern auch wie weit verbreitet das Ignorieren dieses minimalen gesetzlichen Schutzes ist: 94% der Betriebe wurden wegen Gesetzesübertretungen angezeigt.

Greenpeace präsentiert Videospot gegen Fleisch
Selbst die große Umweltorganisation Greenpeace denkt langsam um. Am Mitte November präsentierte sie einen neuen Spot gegen Fleisch mit dem Kabarettisten Alfred Dorfer. Die Tierproduktion ist einer der wichtigsten Gründe für den Klimawandel, und einer der einfachsten zu korrigieren. Der Spot kann auf Youtube angesehen werden:
http://www.youtube.com/user/GreenpeaceAT#p/u/1/N_W5NdQzUIY

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 9 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Am Samstag gibt es am Stefansplatz in Wien von 15:30-24 Uhr eine Demo zu Tierrechten
Pelz-Großdemos: Samstag 28. November in Graz, am 8. Dezember in Innsbruck und am 19. Dezember in Linz