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Tierrechtsradio
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Sendung vom 30.04.2010 11:00:

Tierschutzprozess Einvernahme Geschäftsführer Kleiderketten

Neues vom Tierschutzprozess: die Geschäftsführer von P&C, Fürnkranz und Kleider Bauer wurden vernommen. Legale Kampagnen und Straftaten sollen vermengt werden.

Tierrechtsnachrichten von 23. – 29. April 2010

Kleider Bauer Demos
Am 23. und 24. April wurde in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße vor Kleider Bauer gegen Pelz demonstriert.
Am 24. April gab es zusätzlich noch derartige Demos in Linz Landstraße und Wr. Neustadt Wienerstraße.

Tierrechtsdemos
Am 23. und 24. April gab es Informationskundgebungen zu Tierrechten bei den Kafkas-Konzerten in Neusiedl am See im Burgenland.
Am 24. April wurden am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
Am selben Tag zeigte eine Band in der Szene Wien während ihres Konzerts ähnliche Filme mit zwei Beamern.
Demonstrationen gegen die Repression gab es am 23. April vor der Volksoper und am 28. April an der Uni-Rampe in Wien.
Den gesamten 28. April gab es eine Informationskundgebung zu Schweinen am Schwedenplatz in Wien.

Brandstiftung bei Pharmafirma in Wr. Neustadt?
Am 26. April, so berichtete die Kronenzeitung, hätten „Feuerteufel“ eine Pharmafirma in Wr. Neustadt in Brand gesteckt. Die Firma sei Ziel einer Tierschutzkampagne gewesen und gleichzeitig fand im selben Ort der Tierschutzprozess statt. Die TerrorismusbekämpferInnen, so berichtete die Kronenzeitung weiter, ginge von einer Aktion militanter TierschützerInnen aus. Doch bereits am nächsten Tag stand in der Zeitung „Heute“ ein Widerruf. Die Brandsachverständigen hätten keine Brandbeschleuniger gefunden, Brandstiftung sei daher unwahrscheinlich.

Straßentheater zu §278a in Linz
Am 23. April veranstaltete die Tierrechtsgruppe Linz in Zusammenarbeit mit der Werkstatt Frieden & Solidarität ein Straßentheater mit Publikumsbeteiligung in der Linzer Innenstadt. Den PassantInnen sollte auf diese Weise die äußerst bedenklichen demokratiepolitischen Auswirkungen des § 278a erklärt werden. In der 2 Stunden dauernden Aktion fanden sich immer wieder Menschen, die sich spontan von zwei als PolizistInnen verkleideten AktivistInnen vor den Richter führen ließen. Verhaftet wurden Menschen aufgrund ihres Aussehens, der Frisur oder der Kleidung, die schon irgendwie verdächtig erschien, oder auch weil sie ein Fahrrad dabei hatten. Der Richter warf ihnen z.B. vor, E-Mail Kontakte zu Vereinen zu haben, Organisationen mit Spenden zu unterstützen oder die freie Meinung zu äußern. Während der Verhandlung läutete das Handy des Richters, der natürlich abnahm und einen belustigenden Smalltalk mit namhaften Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft führte. In dem Telefonat stellten die AkteurInnen die Freunderlwirtschaft zwischen Staat und Wirtschaft dar. Nach dem Telefonat verurteilte der Richter noch schnell nach § 278a den Angeklagten mit 1-3 Jahren Haft. Während der 2 Stunden wurden die PassantInnen über den zur Zeit laufenden Tierschutzprozess in Wr. Neustadt informiert.

Tierschutzprozess: Sachschäden ohne Bezug zu Angeklagten
An den Verhandlungstagen des Tierschutzprozesses in der 17. Kalenderwoche wurden die Geschäftsführer von P&C, Fürnkranz und Kleider Bauer, alles Bekleidungsketten, gegen die Anti-Pelz Kampagnen der Tierschutzbewegung gelaufen sind, vernommen. Es wurde dabei hauptsächlich über die Demonstrationen der TierschützerInnen gejammert und es wurden Sachschäden durch unbekannte TäterInnen aufgezählt, die nichts mit den Angeklagten zu tun haben. Keiner der Angeklagten ist wegen Sachbeschädigung mit Tierschutzbezug angeklagt. Ein Tierschutzsprecher kommentierte, dass es seit Jänner 2010 insgesamt bereits 6 Straftaten gegen den VGT gegeben habe, 2 Mal wurden Autoreifen aufgestochen, 1 Mal das Türschloss zerstört, es gab zerstörte Plakate, gefährliche Drohungen und sogar eine Morddrohung. „Diese Straftaten, die laufend gegen Tierschutzvereine verübt werden, werden von der Staatsanwaltschaft wie immer ignoriert. Aber wenn ein Firmenchef seine Beziehungen spielen lässt, dann gibts gleich eine Sonderkommission.“
Und weiter: "Die Sachschäden gegen die Firma Kleider Bauer wurden bereits 4 Mal in diesem Prozess aufgezählt. Offenbar will man sie propagandistisch maximal ausschlachten. Natürlich distanzieren wir uns von diesen Sachbeschädigungen, aber sie haben mit uns absolut überhaupt nichts zu tun. Sehr wohl im Zusammenhang mit uns stehen die völlig legalen und friedlichen Demonstrationen gegen Pelz, die ebenfalls thematisiert wurden. Das sei 'Terror', sagte ein Geschäftsführer, und spielte einen Film vor, auf dem ein völlig normaler Demonstrationszug durch die Straßen gezeigt wurde. In einer Demokratie muss es möglich sein, durch normale Demonstrationen die Verkaufspolitik einer Firma zu kritisieren. Dass diese normale Kampagnentätigkeit in diesem Prozess mit Straftaten Unbekannter vermischt wird, ist genau jene fragwürdige Entwicklung und jene Bedrohung der Demokratie, die ein § 278a zulässt."

Grenzblockade in Tschechien gegen Österreich wegen Tierschutzprozess
Am 28. April blockierten einige Dutzend AktivistInnen in Mikulov in Tschechien den Grenzübergang nach Österreich. Sie wollten dabei auf das menschenrechtswidrige Vorgehen der Behörden in der Tierschutzcausa in Österreich hinweisen. Von der von einer eigenen Initiative verfassten Webseite www.shameonaustria.org sind bereits mehrere Tausend Protestemails aus aller Welt an die politisch Verantwortlichen in Österreich geschickt worden. Diese Webseite und ihre Protesttexte wurden in 22 Sprachen übersetzt!

Klagsdrohungen der Firma Kleider Bauer gegen Anwalt und Webseite
Auf der Webseite http://diewahrheit.at/video/das-ganze-ist-eine-farce gab einer der AnwältInnen im Tierschutzprozess ein Interview zur Causa. Die Firma Kleider Bauer sandte daraufhin eine Klagsdrohung an den Anwalt und forderte von der Webseite € 30.000 Schadensersatz, widrigenfalls auch die Webseite geklagt werde. Auch dem Hauptangeklagten im Tierschutzprozess schickte die Firma einen Exekutionsantrag über € 30.000, weil ihnen Stellen auf dessen Blog www.martinballuch.com missfallen hatte.

VogelfängerInnen attackieren TierschützerInnen auf Malta
Die Auseinandersetzungen zwischen VogelschützerInnen und JägerInnen auf der Mittelmeerinsel Malta nehmen an Schärfe deutlich zu: JägerInnen machen Jagd nicht nur auf Vögel, sondern griffen am 23. April TeilnehmerInnen des diesjährigen Frühlingscamps europäischer VogelschützerInnen an. Dabei wurden ein italienischer und ein maltesischer Vogelbeobachter auf einer Landstraße ohne ersichtlichen Grund von Jägern ins Gesicht geschlagen und, daraufhin am Boden liegend, in den Bauch getreten. Eine Kamera der Birdwatcher wurde von den JägerInnen, die Waffen bei sich hatten, entwendet, von der Polizei allerdings wieder beschafft. Birdlife Malta berichtet zudem von weiteren Fällen, in denen VogelschützerInnen bedroht und beschimpft wurden. Unter anderem wurde die Heckscheibe eines Autos zerschossen. Überdies signalisieren mit Hakenkreuzen und Särgen auf Mauern und Tafeln gemalte Sprüche, dass die VogelschützerInnen auf der zur EU gehörenden Insel unerwünscht sind, vor allem die aus Deutschland kommenden. Der Präsident von Birdlife Malta, Joseph Mangion, sagte, die 50 TeilnehmerInnen des Camps wollten das Treiben der JägerInnen lediglich beobachten und gegebenenfalls den Behörden melden. Dabei seien sie "konstanten Attacken" durch die JägerInnen ausgesetzt.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten