Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 21.05.2010 11:00:

2 Jahre Polizeiüberfall gegen die Tierschutzszene

Am 21. Mai 2008 gabs die SOKO-Großaktion. Zu diesem Anlaß eine Zusammenfassung der Ereignisse und ein Update zum Prozess.

Tierrechtsnachrichten von 14. – 20. Mai 2010

Kleider Bauer Demos
Am 14. und 15. Mai wurde in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße vor Kleider Bauer gegen Pelz demonstriert. Am 15. Mai gab es zusätzlich Demos vor Kleider Bauer in Wr. Neustadt Wienerstraße und Linz Landstraße.

Tierrechtsdemos
Am 14. Mai gab es einen Protest gegen die Repression am Schwedenplatz in Wien.
Am 15. Mai wurde am Wiener Stefansplatz für Tierrechte demonstriert.
Am 20. Mai gab es am Schwedenplatz in Wien eine Informationskundgebung zu Tierrechten.

Tierschutzprozess: Großaktion geplant, obwohl kein Verdacht vorlag
In dieser Prozesswoche wurde öffentlich, dass die SOKO bereits im Oktober 2007 eine Großaktion gegen den Tierschutz geplant hatte, die dann 8 Monate später mit Hausdurchsuchungen und U-Haft gegen 10 Personen durchgeführt wurde
Hauptverdächtiger, so gab ein SOKO-Mitglied als Zeuge an, sei damals der VGT-Obmann gewesen. Auf die Frage warum, antwortete das SOKO-Mitglied, er sei ja Obmann des VGT gewesen. Und wieso das zu einem derartigen Verdacht führe, begründete das SOKO-Mitglied damit, dass man damals vermutet habe, der VGT würde militanten TierschützerInnen Zuflucht gewähren. Diese Annahme konnte die SOKO allerdings auch nicht begründen und bezeichnete sie wörtlich als Vermutung. Ein Tierschutzsprecher kommentierte, dass insofern der Tierschutzprozess auch sein Gutes habe, weil er die naive Vorstellung einer einwandfrei agierenden Polizei und eines immer ehrlichen Innenministeriums zerplatzen lasse. Die SOKO habe bereits 8 Monate vor den Festnahmen diese Großaktion beschlossen, ohne dass für ihre Verdächtigungen auch nur der geringste Anlass bestanden habe. Damit sei bewiesen, dass man zuerst den ‚Feind‘ in Form eines aufmüpfigen Tierschutzvereins identifiziert und seine Zerstörung beschlossen habe. Erst dann habe man Straftaten zu finden versucht, die man diesem Verein und seinen RepräsentantInnen zuordnen könne. Mangels irgendeiner Evidenz habe man schließlich zum letzten Strohhalm gegriffen: §278a.

Politisch pikantes Picknick in Innsbruck
Am 15. Mai fand in der Innsbrucker Maria-Theresiensstraße ein Soli-Straßenfest rund um die §§ 278 ff und den Tierschutzprozess statt. Deftige Redner_Innen-Beiträge - Frisches zum Thema Tierrechte - köstlich Satirisches aus dem Gerichtssaal - delikates Theater von der Straßentheatergruppe Ein/Aus - leckeres Veganes aus der VolxXxKüche - exquisiter Ohrenschmaus, Live-Musikbeiträge - schmackhaftes Kasperltheater für Erwachsene - appetitliches Kinderprogramm mit Riesenseifenblasen und Kinderschminken. Das alles gab es trotz kaltem Wind und Regen beim sogenannten politisch pianten Picknick in Innsbruck.

150 TeilnehmerInnen auf AktionsAkademie
150 Personen aus ganz Österreich kamen von 12.-16. Mai zusammen, um in Steyrermühl in Oberösterreich auf dem Gelände einer alten Fabrik direkt am Traunufer bei bioveganem Essen und abendlichem Lagerfeuer eine erfolgreiche AktionsAkademie durchzuführen. 5 Tage lang gab es volles Programm mit gleichzeitig rund 10 Seminaren oder Workshops. Man musste sich allerdings im vorhinein für eines der 10 Seminarthemen entscheiden und dieses dann z.B. 1 ½ Tage lang beibehalten. Dabei ging es um Aktionen des zivilen Ungehorsams genauso, wie um Aktionsklettern, Sambatrommeln auf Demonstrationen, den Bau von Demo-Großpuppen, Rechte bei Aktionen, Malen von Graffiti, Kampagnenplanung, Vernetzung usw. Das Buch „Widerstand in der Demokratie“ war übrigens auf der AktionsAkademie allgemein bekannt und wurde als neues Standardwerk zum außerparlamentarischen Aktivismus geschätzt. Der Tierschutz war auf dieser Veranstaltung zwar nur am Rande vertreten, aber das machte das Ganze nicht weniger spannend und gelungen. Allein schon der Umstand, dass jetzt auch Umweltschutz- und Menschenrechtsveranstaltungen wie diese einen biologisch-veganen Konsens bei der Verköstigung haben, kann nur positiv stimmen. Am Samstag gab es eine Großdemonstration aller TeilnehmerInnen und weiterer Personen in Linz, bei der das Gelernte bzw. Gebastelte, wie die 4 Großpuppen, bereits angewandt werden konnte.

Brandsatz bei Kleider Bauer? – Doch die Falschen vor Gericht?
Am 16. Mai erschien ein Bekennerschreiben auf einer amerikanischen Webseite, in dem angegeben wurde, dass bei Kleider Bauer in Innsbruck ein zigarettenschachtelgroßer Brandsatz in das Geschäft verbracht worden sei. Die Richterin im Tierschutzprozess, darauf aufmerksam gemacht, bekam die Information von der Polizei, dass kein derartiger Brandsatz aufgetaucht sei. Allein während des Tierschutzprozesses hat es bereits zwei Sachbeschädigungen bei Kleider Bauer gegeben. Die Staatsanwaltschaft behauptet in regelmäßigen Abständen, dass die Angeklagten schuldig seien, weil seit ihrer Festnahme keine Straftaten gegen Kleider Bauer vorgekommen seien. Jetzt gibt es zwei Sachbeschädigungen und eine mögliche Brandstiftung gegen Kleider Bauer allein seit Prozessbeginn. Mit der Logik der Staatsanwaltschaft, so meinte ein Tierschutzsprecher, müsste das jetzt ein Argument für die Unschuld der Angeklagten sein.

Erntedankfest blockiert – Freispruch
Im Jahr 2008 gab es auf dem Erntedankfest in Wien eine unangemeldete Tierrechtsdemo, um auf das Tierleid in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Eine Person wurde wegen Blockade festgenommen und angezeigt. Der UVS sprach Mitte Mai diese Person vom Vorwurf frei, eine Verwaltungsübertretung begangen zu haben.

250 UniversitätsprofessorInnen gegen Massentierhaltung
In Holland deklarierten sich am 19. Mai 250 ProfessorInnen verschiedener Universitäten öffentlich gegen die Massentierhaltung. In ihrem Positionspapier zeigen die WissenschaftlerInnen Lösungsmöglichkeiten auf.

172 Schweinefabriken in Spanien gefilmt
Am 19. Mai präsentierte eine Tierrechtsgruppe aus Spanien Fakten und Filme zu 172 Schweinefabriken ihres Landes, die in den letzten zwei Jahren dokumentiert worden sind. 60 AktivistInnen sollen diese Filme produziert haben. In Spanien werden jährlich 40 Millionen Schweine geschlachtet. Ein Trailer zur präsentierten Studie findet sich hier: http://vimeo.com/11853053

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
29. Mai Großer Demozug gegen Repression und für Tierrechte, Treffpunkt ab 12 Uhr Ecke Mariahilferstraßeinnerer Gürtel
5. Juni: veganes Sommerfest in Wien, Mariahilferstraße Ecke Museumsplatz von 10-21 Uhr, www.veganmania.at
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten