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Tierrechtsradio
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Sendung vom 23.07.2010 11:00:

"Kronzeugen" der Anklage im Tierschutzprozess gekippt

Es gibt weiterhin keine Beweise für Straftaten im Tierschutzprozess. Doch jetzt sind auch die beiden Pseudo-Kronzeugen mit handfesten Fakten widerlegt.

Tierrechtsnachrichten von 16. – 22. Juli 2010

Kleider Bauer Demos
Am 16. und 17. Juli wurde sowohl in Wien Mariahilferstraße als auch in Innsbruck Museumstraße vor Kleider Bauer gegen Pelz protestiert.
Am 17. Juli gab es auch eine Demo vor Kleider Bauer auf der Linzer Landstraße und in der Bregenzer Innenstadt.

Tierrechtsdemos
Am 17. Juli wurden am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
Am 21. Juli informierten TierrechtlerInnen am Schwedenplatz in Wien über die Schweinehaltung.
Am 17. und am 21. Juli gab es jeweils am Stefansplatz in Wien Proteste gegen die Fiaker.

Sachschäden bei Kleider Bauer
Im Tierschutz ist es nicht die Norm, dass Kampagnen gegen Firmen oder für bessere Tierschutzgesetze von Sachschäden durch Unbekannte begleitet werden. Doch seit Beginn des Tierschutzprozesses zeigt sich ein anderes Bild. Seitdem haben bereits vier Sachbeschädigungen allein gegen die Firma Kleider Bauer stattgefunden. Erst jetzt wurde bekannt, dass zuletzt Mitte Juni acht Türschlösser von der Kleider Bauer Filiale in Innsbruck Museumstraße verklebt worden sind.

Tierschutzprozess: „Kronzeugen“ der Anklage wurden Lügen nachgewiesen
Der Prozess gegen 13 TierschützerInnen wegen §278a „kriminelle Organisation“ hat auch nach 35 Tagen keine Beweise gegen die Angeklagten vorzuweisen. Doch am 35. Prozesstag sind der Staatsanwaltschaft auch noch ihre besten „Kronzeugen“ weggebrochen. Ein Zeuge, der Verdächtigungen ausgesprochen hatte, konnte mit handfesten Fakten der Falschaussage überführt werden. Und zweitens wurde bewiesen, dass ein 2-A4-Seiten langer Text, den ein Linguist dem Hauptangeklagten zugeordnet hatte, von einem anderen Autor stammt. Damit bleibt weiterhin nur der Vorwurf nach § 278a bestehen, die Angeklagten hätten mit legalen Kampagnen Unbekannte indirekt und ideell zu Straftaten motiviert.

Hummer – Verwaltungsgerichtshofurteil zeigt Wirkung
Da ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs kürzlich bestätigt hat, dass die gängige Hummerhaltung ohne Rückzugsmöglichkeit und ohne Bodensubstrat sowie mit zusammengebundenen Scheren eine gesetzwidrige Tierquälerei ist, werden momentan alle Betriebe mit derartiger Haltung von Tierschutzorganisationen angezeigt. Und es gibt bereits Konsequenzen. Einige Großmärkte halten keine Hummer mehr, sondern verkaufen sie nur nach Bestellung. Im Fischsupermarkt in Wien wurden allerdings wieder 100 Hummer in der genannten Haltung angetroffen. Ob eine Intervention der AmtstierärztInnen erfolgt und Konsequenzen hat, wird sich aber erst zeigen.

Bodenseepiraten protestieren gegen § 278a
Um der österreichischen Regierung die Menschenrechtsdeklaration zu übergeben, damit sie sich daran erinnere und § 278a abschaffe, fuhren mehr als 20 als Tiere verkleidete AktivistInnen mit dem Schlauchboot von Lindau in Deutschland bis nach Bregenz in Österreich. Dort beteiligten sie sich auch an der Demonstration vor Kleider Bauer in der Innenstadt. Dabei wurde ein Straßentheater vorgeführt, in dem ein Kleider Bauer „Bonze“, der einen Tierrechtsaktivisten im Käfig eingesperrt hatte, selbst überwältigt und eingesperrt wurde. Dann wurde aber nicht nur der Aktivist sondern auch der „Bonze“ befreit, um zu unterstreichen, dass Tierbefreiung auch die Befreiung von Menschen ohne Gefängnisse und Käfige bedeutet.

USA: Pelzkennzeichnungsverordnung breitet sich aus
Wie bei Eiern, bei denen die Kennzeichnung ob aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung die Käfigeier aus dem Markt gedrängt hat, werden nun zunehmend Kennzeichnungen für Pelzprodukte gefordert. Eine klare Angabe an jedem Pelzprodukt soll feststellen, ob der Pelz ein Kunstpelz ist oder von welchem Tier und aus welchem Land er stammt. In Washington, USA, müssen bisher alle Produkte mit Pelz, die über $ 150 wert sind, eine solche Kennzeichnung tragen. Am 21. Juli entschloss sich der entsprechende Ausschuss des Washingtoner Senats einem Gesetzesvorschlag zuzustimmen, nach dem die Kennzeichnung für alle Produkte mit Pelz unabhängig von ihrem Wert vorgeschrieben wird. In Delaware, New Jersey, New York, Massachusetts und Wisconsin gibt es bereits ein derartiges Gesetz, in Kaliformien liegt es ebenfalls demnächst dem Senat zur Entscheidung vor.

Schwertwal in Delfinarium versuchte Selbstmord
Am 17. Juli glaubten die ZuschauerInnen im Okinawa Churaumi Delfinarium in Japan, ein Kunststück zu sehen, als die Schwertwalfrau Kuru zwei Mal versucht, über die Brüstung aus dem Becken zu springen. Beim zweiten Versuch gelang es ihr und sie lag außerhalb des Beckens am Boden. ExpertInnen erklären das Verhalten als einen Selbstmordversuch aus Verzweiflung über die schlechten Haltungsbedingungen in diesem strukturlosen, kleinen Becken.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Vegane Sommerfeste siehe www.veganmania.at, das nächste ist am 31. Juli in München
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten