Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 29.10.2004 11:00:

Tierrechtskongress 2004, Teil 2.

3 Gäste im Studio erzählen von ihren Eindrücken beim Tierrechtskongress Wien 2004, von 16. - 19. September.

Link:
http://www.tierrechtskongress.at

TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 29. OKTOBER 2004

Pelzdemos. Am 8., 16. und 23. Oktober wurde vor P&C in der Mariahilferstrasse in Wien gegen deren Pelzhandel demonstriert. Am 15. Oktober gab es vor den Üeözhäusern Mangold und Kuttler in Graz Demonstrationen. Von 19. – 22. Oktober gab es täglich von 17-22 Uhr vor dem Pelzgeschäft Foggensteiner in Wien am Opernring Demos gegen dessen Pelzmodeschau.

PelzdemonstrantInnen angegriffen. 2 TierrechtlerInnen wurden am 16. Oktober am Rande der Demonstration gegen die Nerzfarm Aachen-Orsbach in Deutschland von „Pelzfarmern“, die sich auf der Farm befunden hatten, angegriffen und so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Noch bevor der Hauptdemonstrationszug an der Farm angekommen war, befanden sich bereits sieben DemonstrantInnen an der Farm, um gegen die Farm zu demonstrieren. Plötzlich stürmten mehrere Farmer auf die TierrechtlerInnen los. Mit Faustschlägen, Knüppelschlägen und Pfefferspray griffen sie die kleine Gruppe von DemonstrantInnen derart aggressiv und gewalttätig an, dass diese multiple Prellungen, eine Platzwunde am Kopf und eine Augenhornhautreizung erlitten.

Vogue-Chefredakteurin zahlt. Der Chefredakteurin der Frauenzeitschrift VOGUE, Anna Wintour, wurde die Haustür ihres Hauses in Greenwich Village, New York, USA, von TRlerInnen mit roter Farbe überschüttet, weil sie im Vogue laufend pro-Pelz Artikel publiziert werden. Beim Entfernen der Farbe wurden aber derart starke Chemikalien verwendet, dass die Gesundheit ihrer Babysitterin gefährdet wurde. Ein Gericht sprach der Babysitterin dafür 2,2 Millionen USA-Dollar Schadenersatz zu. Die Pro-Pelz Chefredaktuerin hat also neben den Reinigungskosten für ihre Haustür auch noch diese Rechnung zu begleichen!

Kleiderkette ICC kündigt Ausstieg aus Pelzhandel an. Am 28. Oktober kündigte nach einer TR-Kampagne die skandinavische Kleiderkette ICC mit weltweit 9000 Filialen an, keine weiteren Pelze mehr ankaufen zu wollen. Es würden nur noch die Restbestände verkauft.

Fleischdemos. Am 16. Oktober gab es eine Kundgebung gegen den Fleischkonsum in Linz, die 2 ½ Stunden lang durch die Innenstadt zog. Am 15. Oktober wurde am Grazer Hauptplatz von 18 Uhr bis nach Mitternacht gegen Fleisch demonstriert. Am 28. Oktober wurde in der Salzburger Altstadt am Mozartplatz gegen die Anbindehaltung von Schweinen, die in Salzburg längst verboten sein sollte, protestiert.

Tierversuchsdemo. Am 14. Oktober gab es ganztägig eine Demo gegen Tierversuche vor dem Biozentrum der Uni Wien.

Jagddemo. Am 10. Oktober gab es in Traun eine Demonstration gegen die Eröffnung der Wildwochen. Noch in 2003 waren zu diesem Anlass Opfer der Jägerschaft am Hauptplatz ausgelegt worden, doch das konnte in diesem Jahr von Tierrechtsseite verhindert werden.

Demo gegen Abfischfest. Am 23. Oktober wurden in Sitzenberg, Bezirk Tulln, die Fischteiche abgelassen und darin befindlichen Fische im Rahmen eines Festes getötet und gegessen. Die dagegen demonstrierenden TierrechtlerInnen wurden von den BesucherInnen angegriffen und bedroht.

15 Hirsche befreit. Am 9. Oktober befreiten Unbekannte 15 Damhirsche aus einem Jagdgatter in Scharnitz, Tirol. Sie hinterliessen den Spruch „Free the animals“ an eine Wand gesprüht.

Englisches Oberhaus stimmt für Fuchsjagd. Am 26. Oktober hat sich das Oberhaus in England, das House of Lords, in einer Abstimmung 322 zu 72 für die Beibehaltung der Fuchsjagd ausgesprochen. Jetzt wird sich zeigen, ob die Drohung der Regierung Blair wahrgemacht wird, und dieses Veto durch den Parliaments-Act übergangen wird.

12 Schweine auf Tiertransporter gestorben. Bei der Kontrolle eines Tiertransporters am 22. Oktober haben Gendarmeriebeamte auf der Südautobahn A 2 bei Wolfsberg zwölf tote Schweine entdeckt. Der Lenker, ein Spanier, hatte sich eigenen Angaben zufolge nicht um die insgesamt 215 Schweine in seinem Fahrzeug gekümmert. Die Untersuchung durch einen Amtstierarzt ergab, dass die Tiere bereits seit mindestens 20 Stunden tot gewesen sein müssen. Der Transport war von Spanien nach Ungarn unterwegs. Die überlebenden Schweine wurden nach Velden gebracht, wo sie mit Wasser und Futter versorgt wurden. Der Lenker wurde angezeigt.

Demos gegen Ponykarussell. Am 8. und 9. Oktober gab es am Urfahranermarkt in Linz Demos gegen das dortige Ponykarussell. Bei diesem Karussell müssen die Ponys mit Watte in den Ohren unentwegt stupid im Kreis laufen.

Demo gegen Fohlenversteigerung. Am 19. Oktober wurde wieder die alljährliche Demo gegen die Fohlenversteigerungen in Maishofen bei Saalfelden in Salzburg abgehalten. Bei den Versteigerungen werden Fohlen an die Meistbietenden verkauft, die sie dann häufig zu Mastanstalten in den Süden transportieren, um sie zuletzt zu Pferdeleberkäs und Salami zu verarbeiten.

Demo gegen Reptilienschau. Am 24. Oktober gab es vor dem Neuen Linzer Rathaus eine Demo gegen die dortige Reptilienschau. Im Rahmen dieser Wanderausstellung werden exotische Reptilien, aber auch Spinnen und Insekten in Glaskästen als Freaks dem zahlenden Publikum vorgeführt.

Illegaler Singvogelhandel aufgedeckt. Am 22. Oktober gelang es TierrechtlerInnen einen Vogelfänger aus dem oö. Salzkammergut auf frischer Tat zu ertappen: er wollte gerade auf einem Autobahnparkplatz 30 Gimpel um 50 Euro pro Tier an einen deutschen Händler verkaufen. Dadurch ist bewiesen, dass es beim sogenannten traditionellen Vogelfang im oö. Salzkammergut, der trotz widersprechender EU-Regelungen noch immer erlaubt ist, in Wirklichkeit um einen lukrativen Handel geht.

Möglicherweise Gorilla-Schimpanse Mischling entdeckt. Im Norden der Demokratischen Republik Kongo, Zentralafrika, glauben WissenschafterInnen eine neue Menschenaffenspezies entdeckt zu haben, die sowohl Charakteristika von Gorillas als auch von SchimpansInnen aufweist. Shelly Williams ist die bisher einzige Primatologin, die die etwa zwei Meter großen Affen zu Gesicht bekam. Wie Gorillas bauen sie ihre Wohnanlagen am Boden, nicht auf Bäumen; ihre Ernährungsweise gleicht aber eher jener von SchimpansInnen. Williams mutmasst in der Ausgabe des New Scientist vom 9. Oktober, dass es sich um fruchtbare Gorilla-Schimpanse Mischlinge handeln könnte. Da der Schimpanse dem Menschen aber viel näher verwandt ist, als dem Gorilla, müssten dann Mensch-Schimpanse Mischlinge ebenso natürlich möglich sein. TierrechtlerInnen fragen, ob solche Hybride als Menschen oder Tiere gelten würden.

8500 Hühner gequält. Wegen Tierquälerei standen in der Vorwoche der Besitzer eines Waldviertler Geflügelhofes und einer seiner Angestellten vor dem Melker Bezirksgericht. Der Geflügelproduzent aus dem Bezirk Krems hatte Ende Jänner des Vorjahres 8.500 Legehennen auf einen Betrieb nach Kilb geliefert. Dabei wurde den Legehennen im Alter von 18 Wochen in einer 11 stündigen Aktion von Laien der Schnabel gestutzt, obwohl das nur bis zum 10. Lebenstag erlaubt ist. Da die Hühner nach der blutigen Aktion derart behindert waren, dass sie die Futteraufnahme großteils verweigerten, klagte die Bäuerin den Lieferanten auf dem Zivilrechtsweg auf Schadenersatz. Anzeige wegen Tierquälerei hat von Amtswegen der Melker Amtstierarzt erstattet.

Umstieg von Legebatterien auf Bodenhaltung. Das Landwirtschaftsministerium hat am 25. Oktober bekannt gegeben, dass es insgesamt 16 Millionen Euro an Finanzhilfe für Legebatterien investieren will, die auf Bodenhaltung umsteigen wollen. Am 1. Jänner 2009 werden Legebatterien in Österreich verboten sein. Neben der Supermarktkette BILLA, die bereits seit langem keine Legebatterieeier mehr verkauft, und SPAR, die gerade aus dem Käfigeihandel aussteigen, hat jetzt auch ZIELPUNKT angekündigt, keine Käfigeier mehr verkaufen zu wollen.

Norweger nennt sich Keikoburger. Norwegische Zeitungen berichteten am 19. Oktober, dass der 20 jährige Fleischhauer Espen Scheide aus Trondheim, Norwegen, seinen Namen in Keikoburger umändern liess. Keiko war der Orca, der im Film „Free Willy“ die Hauptrolle gespielt hat, dann nach Protesten in die Freiheit entlassen worden war und im Dezember 2003 an der norwegischen Küste an Lungenentzündung gestorben ist. Der Fleischhauer will sich damit über WalfanggegnerInnen belustigen, die die illegale Waljagd Norwegens und den dortigen Verzehr von Wahlfleisch kritisieren.

5 Monate Gefängnis für Tierrechtsaktivist. Am 25. Oktober wurde in England ein 34 jähriger Tierrechtsaktivist zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er seine Position als Beamter benutzt habe, um über die Autonummern an die Adressen von MitarbeiterInnen einer Meerschweinchenzucht für Tierversuche herangekommen zu sein. Die Adressen wären an AktivistInnen weitergegeben worden, später gab es home demos und ähnliches an diesen Orten.

Vorankündigungen:

Ab jetzt jeden Samstag Pelzdemos von 12 – 22 Uhr am Stefansplatz in Wien, bis April 2005
2. November: anlässlich des Welt-Vegantages wird am Stefansplatz in Wien von 14-23 Uhr veganes Essen verköstigt
20. November: Großdemo gegen Pelz in Wien, Beginn: 13:00 Uhr beim Westbahnhof, Ecke innere Mariahilfer Str./Gürtel, Abschlußkundgebung: Stephansplatz 15:30 Uhr.
20. November: Internationale Demo gegen Versuchstierzucht Morini in San Polo d‘Enza, Italien.
5. Februar 2005: Gedanktag in Coventry, England, an Jill Phipps, TR-Aktivistin, die am 1. Februar 1995 von einem Tiertransporter anlässlich einer Blockade absichtlich überfahren worden ist.
17. – 18. März 2005: Konferenz zur Leidensfähigkeit von Tieren im Queen Elisabeth II Conference Centre, London.