Player
LIVE SEIT 22:00
Zur Zeit spielt Les sardines francophones. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
BIS 23:00
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 21.01.2011 11:00:

Livebericht von einer Pressekonferenz zum Tierschutzprozess

Politisch motiviert, juristisch gescheitert. Wie sich der politische Hintergrund der Tierschutzcausa belegen lässt und wie die 5 Hauptpunkte der Anklage geplatzt sind.

Tierrechtsnachrichten von 14. – 20. Jänner 2011

Kleider Bauer Demos
Demonstrationen vor der Kleider Bauer Filiale in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße gegen den dortigen Pelzverkauf gab es am 14. und 15. Jänner 2011.
Am 15. Jänner wurde auch in Linz Landstraße vor Kleider Bauer demonstriert.

Tierrechtsdemos
Am 19. Jänner protestierten AktivistInnen vor der Pulloveria in Wien Mariahilferstraße gegen Pelz.
Am 14. Jänner informierten AktivistInnen am Grazer Hauptplatz im Rahmen einer Kundgebung zu Tierrechten, am 15. Jänner zogen DemonstrantInnen in Graz zu 4 pelzführenden Geschäften.
Am 15. Jänner wurden am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.

Tierschutzprozess: Pressefreiheit angeklagt
Spätestens seitdem zwei Selbstanzeigen, die sich wortwörtlich an der Anklage im Strafantrag des Tierschutzprozesses gegen zwei der Beschuldigten orientiert hatten, von den Staatsanwaltschaften Wien und Linz umgehend niedergelegt wurden, stellt sich die Frage, wie fundiert die Anklage in diesem Prozess eigentlich ist. Die MitarbeiterInnen des VGT sind alle nur wegen Unterstützung einer kriminellen Organisation durch legale Handlungen angeklagt. Beim VGT-Obmann DDr. Balluch findet sich dabei ein Anklagepunkt, der der Pressefreiheit diametral widerspricht. DDr. Balluch wird vorgeworfen, einen Zeitungsartikel, der im Jahr 2000 in der Zeitschrift TATblatt erschienen ist, geschrieben zu haben! Dadurch soll er eine kriminelle Organisation unterstützt haben und deren Mitglied geworden sein. Wörtlich findet sich im Strafantrag folgende Anklage: „Es hat sich [bei einer kriminellen Organisation] als Mitglied beteiligt, auf andere, die Ziele der Organisation fördernde Weise und zwar DDr. Martin Balluch zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt zwischen 1999 und 2000 an einem unbekannten Ort durch Verfassen des am 25. 5. 2000 in der Zeitschrift „TATblatt“, Schwerpunktnummer +14 0/141/142/14 3 „Tier?Rechte“, veröffentlichten polemisierenden Artikels „Die Geschichte der ALF“ unter dem Pseudonym „E. Brandstätter“ zwecks Erlangung von Sympathie in der Öffentlichkeit für das darin geschilderte Vorgehen.“

Kleider Bauer überwies Tierschutz-Blogger € 1885,64
Wie berichtet hatte Kleider Bauer ein gerichtliches Verfahren angestrengt, um den Blogeintrag zum Falter-Redakteur Florian Klenk auf www.martinballuch.com sperren zu lassen. Zusätzlich sollte der Blogger € 30.000 zahlen. Nachdem das Bezirksgericht Fünfhaus in Wien Kleider Bauer Recht gegeben hatte (!), wurde vom Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien dieser Beschluss aufgehoben und letzteres Urteil kürzlich vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Anstelle von € 30.000 Kosten für den Blogger und einen gesperrten Blog, hat nun Kleider Bauer am letzten Tag der Frist € 1885,64 an den Blogger überwiesen müssen.

Europäischer Gerichtshof für Zwangsbejagung von Privatgrund
Ein deutscher Landbesitzer rief den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte EUGH an, weil sein Land gegen seinen Willen bejagt wurde. Er wollte aus ethischen Gründen den Abschuss von Wildtieren auf seinem Grund verhindern. Doch am 20. Jänner verlautete die Kleine Kammer des EUGH, dass die Zwangsbejagung nicht der Gedanken-, Gewissens und Religionsfreiheit widerspreche. Bzgl. Eingaben aus Luxemburg und Frankreich in der gleichen Sache hatte der EUGH aber anders entschieden. Deshalb kündigte der betroffene Landbesitzer an, die große Kammer des EUGH mit dieser Sache anrufen zu wollen.

2020 könnten Getreide und Reis wegen Klimawandel knapp werden
Die Welt-Ökologie-Stiftung veröffentlichte am 19. Jänner eine Studie, wonach schon in 10 Jahren die Klimaerwärmung zur Verknappung von Lebensmitteln führen werde, wenn die Treibhausgase weiter wie bisher in die Atmosphäre dringen. Dies würde bei Weizen bedeuten, dass 14% des weltweiten Bedarfs nicht mehr gedeckt werden könnten. Für die 7,8 Milliarden Menschen, die 2020 bereits die Erde bewohnen werden, soll es auch um 11% zu wenig Reis und um 9% zu wenig Mais geben. Da ein großer Teil der pflanzlichen Agrarproduktion heute als Tiernahrung dient, wird auch die gesamte übrige Lebensmittelerzeugung in Mitleidenschaft gezogen, falls die CO2-Produktion im bisherigen Maße steigt, warnt der Bericht. Auswege aus der kommenden Nahrungskrise sehen die ForscherInnen kaum - eine Schlüsselrolle spielen Maßnahmen, die Erwärmung zu stoppen. Um die Nahrungslücke zu schließen, könnte es notwendig werden, in Zukunft mehr Wurzelgemüse wie etwa Kartoffeln und Süßkartoffeln und Pflanzenproteine statt Fleisch zu nutzen.

China hat Tierdressuren in Zoos verboten
Am 18. Jänner trat in China ein landesweites Verbot von Tierdressuren in Zoos in Kraft, obwohl die BetreiberInnen dieser Shows in den 300 Zoos ihre jährliche Besucherzahl mit 150 Millionen angeben. Im Vorfeld hatte eine 3 monatige Studie im Jahr 2010 bei mehr als 50 Zoos schwere Misshandlungen von Tieren aufgedeckt.


Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Am Freitag 21. 1. findet ein österreichweiter Anti-Schlachthoftag mit einer Kundgebung ab 16 Uhr vor dem Schlachthof in Bergheim bei Salzburg statt
Kunstausstellung „Repression, Kriminalisierung und Widerstand“ von 8. 2. – 18. 3. 2011 in der Galerie IG Bildende Kunst, Gumpendorferstraße 10-12, 1060 Wien
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten
Wer die Ferkelpetition unterstützen will: http://www.vgt.at/actionalert/ferkelkastration/petition/index.php