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Sendung vom 13.05.2011 11:00:

Die gegenwärtige Diskussion über ein Kastenstandverbot für Schweine

Am 3. Mai trafen Tierschutz und Landwirtschaft in einer öffentlichen Podiumsdiskussion aufeinander. Gibt es praktikable Alternativen zum Kastenstand?

Tierrechtsnachrichten von 6. – 12. Mai 2011

Kleider Bauer Demos
Am 6. und 7. Mai hielten TierrechtlerInnen in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße Kundgebungen vor Kleider Bauer gegen Pelz ab.
Am 7. Mai gab es eine entsprechende Demonstration in der Linzer Landstraße.

Tierrechtsdemos
Am 7. und 12. Mai wurden am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
Am 6. Mai gab es eine Informationsveranstaltung zu Tierrechten ganztags am Grazer Hauptplatz.
Am 10. Mai wurde am Stefansplatz und am 12. Mai vor dem Landwirtschaftsministerium jeweils in Wien gegen Kastenstände protestiert.

80% für Kastenstandverbot
In der Debatte zu einem Verbot von Kastenständen präsentierte das renommierte IFES-Institut die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage. Danach ist eine große Mehrheit von 80% der ÖsterreicherInnen für ein absolutes Verbot dieser körpergroßen Käfige für weibliche Zuchtschweine. Insbesondere Frauen (86%) und Menschen mit Matura (87%) sprachen sich für diese Tierschutzmaßnahme aus. Weitersl besagt die IFES-Studie, dass 63% der Menschen in Österreich ein sofortiges Verbot wollen, 13% mit einer längeren Übergangsfrist, 9% würden sich mit dem Kompromiss des Gesundheitsministeriums abfinden (1 Monat Kastenstand pro Jahr) und nur 8% sind dafür, dass Kastenstände weiterhin unverändert erlaubt bleiben. Die Menschen sind auch bereit, dafür mehr Geld beim Kauf von Schweinefleisch auszugeben: 11% bis zu 10 Cent pro kg, 25% bis zu 50 Cent pro kg, 28% bis zu €1 pro kg, 17% bis zu €2 pro kg und nur 13% würden nicht mehr bezahlen. Bei der Frage der betäubungslosen Kastration von Ferkeln ist die Mehrheit noch größer. Momentan dürfen männliche Ferkel in den ersten 7 Lebenstagen ohne jede Betäubung oder Schmerzbehandlung von Laien kastriert werden. Aber 84% wollen ein Verbot der betäubungslosen Kastration und nur 11% sprechen sich dagegen aus. Auf die Frage, wie wichtig Tierschutz für die Wahlentscheidung österreichischer WählerInnen ist, sagten 28% ‚sehr wichtig‘ und 41% ‚ziemlich wichtig‘, aber nur 21% ‚eher nicht wichtig‘ und 7% ‚gar nicht wichtig‘. D.h. mehr als 2/3 aller österreichischen WählerInnen schauen der Politik auf die Finger, wie sie in Tierschutzfragen entscheidet.

Oper verweigert VGT-Werbespot auf Screen an der Kärntnerstraße
Die Oper hatte die Werbefirma Outdoorrevolution dafür engagiert, Werbespots für die Pausen der aus der Oper nach draußen übertragenen Aufführungen zu organisieren. Diese Firma wandte sich an den VGT und bat ihn für wenig Geld um einen kurzen Spot, der an 31 Tagen mindestens 4 Mal gesendet hätte werden sollen. Der Spot ist auf Youtube zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=hhO_AlyOioA. Doch nachdem der Spot bereits produziert worden war, ließ die Oper verlauten, dass er nicht politisch korrekt sei und dass der VGT mit der österreichischen Regierung im Streit sei und daher der Spot nicht gesendet werden könne. Dieser Bruch des Vertrags ging von der Oper aus, einer der Öffentlichkeit verantwortlichen Institution des Bundes.

Schwedischer Agrarprofessor meldet sich in Kastenstanddebatte zu Wort
In der Kastenstanddebatte behauptete der Verband Österreichischer Schweinebauern kürzlich, dass es zum Kastenstand keine praktikable Alternative gebe. „Falsch“, antwortet darauf Univ.-Prof. Bo Algers vom Institut für Tierumwelt und Gesundheit an der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften, Alternativen gebe es genug. In Schweden seien Kastenstände und Abferkelgitter seit 1988 verboten und Schweden ist ein EU-Land. In Schweden gibt es dennoch keine erhöhten Ferkelverluste und im Frischfleischsektor bietet die Schweinefleischproduktion zu 100% Selbstversorgung. Die Abferkelbuchten ohne Kastenstand würden laut Prof. Algers bestens funktionieren. Im Gegensatz zur Kastenstandhaltung in Österreich würden sich die Mutterschweine in Schweden um ihren Nachwuchs kümmern können und deshalb überleben ohne Kastenstand mehr Ferkel, nicht weniger.

EU beschließt Kennzeichnung für Pelz und Lederprodukte
Pelz zu Schleuderpreisen macht es den KonsumentInnen immer schwerer, diesen von guten Pelzimitaten zu unterscheiden. Menschen entscheiden sich oft nicht bewusst für ein Pelzprodukt, sondern kaufen dieses ungewollt mit. Damit soll nun Schluss sein, die EU beschloss eine Kennzeichnungspflicht für Pelz und Leder. VerbraucherInnen sollen damit die Möglichkeit bekommen, tierliche Bestandteile von Textilien eindeutig zu erkennen. Am 11. Mai entschied sich das EU Parlament für diese neue Regelung, formell müssen nun noch die Mitgliedsstaaten unterschreiben.

Florida lehnt Gesetz gegen Tierschutz-Recherchen ab
Am 6. Mai kam der Gesetzesantrag auf ein Verbot von Tierschutzrecherchen als Nummer 1246 vor den Senat in Florida. Danach hätten Aufnahmen in Tierfabriken oder Tierversuchslabor ohne explizite Zustimmung der BesitzerInnen, z.B. heimlich oder unter falschem Vorwand, ein mit Gefängnis zu bestrafendes Verbrechen werden sollen. Die Mehrheit der SenatorInnen lehnte den Gesetzesantrag aber ab. Man erwartet einen weiteren Versuch der Agrarlobby im nächsten Jahr dieses Gesetz durchzubringen.

Vorankündigungen

Heute Freitag ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demo Mariahilferstraße 111 in Wien
Veganmania 2011: 14. Mai St. Pölten, 21. Mai Linz, 27.+28. Mai Wien, 11. Juni Graz usw. www.veganmania.at
Von 1.-5. Juni findet die heurige Aktionsakademie statt, siehe www.attac.at/aktionsakademie
Am 2. Oktober gibt es einen Tierschutzlauf in Wien, Anmeldungen unter www.tierschutzlauf.at
Tierrechtskongress in Wien von 8.-11. Dezember 2011, Informationen unter www.tierrechtskongress.at
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten