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Sendung vom 25.11.2011 11:00:

Sind zornige und laute Demos legitim?

Anlässlich einer lauten Tierrechtsdemo in Linz wurden wieder Vorwürfe laut: aggressive Demos seien Nötigung. Sind zornige Demos legitim?

Tierrechtsnachrichten von 4. – 24. November 2011

Kleider Bauer Demos
In den letzten Wochen gab es wöchentlich je zwei Demonstrationen gegen Pelz bei Kleider Bauer in Innsbruck und Wien, sowie einmal wöchentlich in Linz und Vorarlberg. Zusätzlich hielten TierrechtlerInnen in den letzten 3 Wochen jeweils samstags in Klagenfurt vor Kleider Bauer Proteste ab.

Tierrechtsdemos und -vorträge
Jeden Samstag wurden am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
An den Freitagen gab es jeweils Informationskundgebungen zu Tierrechten am Grazer Hauptplatz.
An den Dienstagen wurde am Wiener Stefansplatz über die Kastenstandhaltung von Mutterschweinen aufgeklärt.

Tierrechtsdemomarsch in Linz
Am 12. November beteiligten sich 70 Personen an einem Demomarsch für Tierrechte und gegen Pelz durch Linz. Die Linzer Landstraße entlang ging der Demozug über den Taubenmarkt und den Hauptplatz bis zur ÖVP Landeszentrale am Donauufer. An neuralgischen Punkten wurde angehalten, lautstark und emotional protestiert und mit jeweils einer Rede auf verschiedene Aspekte der Tierschutzforderungen hingewiesen. Bei der Abschlussrede vor der ÖVP Zentrale protestierten die TeilnehmerInnen gegen die Blockadehaltung dieser Partei in der Kastenstandfrage.

Animal Liberation Workshops
Am 5./6. November fand der Animal Liberation Workshop (ALW) mit 50 TeilnehmerInnen im Spektral in Graz statt, am 12./13. November mit ebenfalls 50 TeilnehmerInnen im Haus der Frau in Linz und am 19. November mit 40 TeilnehmerInnen in Dornbirn in Vorarlberg. Momentan ist ein besonders großes Interesse an Tierschutzaktivismus und politischem Widerstand spürbar. Viele der TeilnehmerInnen der ALWs schlossen sich bereits aktiven Gruppen an. Im heurigen Herbst gab es insgesamt 6 ALWs quer durch ganz Österreich.

Kampagne gegen Kastenstandhaltung von Mutterschweinen
Da sich der Landwirtschaftsminister öffentlich zu den Interessen der Tierindustrie und die Forderungen der Tierschutzbewegung sowie den Änderungsvorschlag in der Kastenstandhaltung von Mutterschweinen durch den Tierschutzminister einfach ignoriert bzw. aussitzt, gibt es seit Mitte September in ganz Österreich Proteste und Störaktionen bei öffentlichen Auftritten von Berlakovich. Seit Anfang November hat der Minister daher beschlossen, seine Events geheim zu halten zu versuchen. Dennoch gab es insgesamt bisher bereits 35 Störaktionen dieser Art, die letzte am 22. November vormittags im Wiener Rathaus. Landwirtschaftsminister Berlakovich wollte eine Veranstaltung eröffnen, die vom ORF übertragen wurde, als 6 TierschützerInnen aufsprangen und Transparente vor seine Rednerbühne hielten. Die Moderatorin des Events ließ die AktivistInnen durch ihr Mikrophon ihr Anliegen vorbringen, Minister Berlakovich blieb eine Antwort schuldig. Am 24. November gab es für die Öffentlichkeit überraschend ein Treffen des Tierschutz- mit dem Landwirtschaftsminister. Berlakovich berichtete den Medien danach, er sei nicht von der Position der Tierindustrie abgewichen, d.h. er habe jede Diskussion über eine Reduktion der Zeit der Mutterschweine im Abferkel-Kastenstand verweigert. Dennoch seien die Gespräche erfolgreich verlaufen und würden fortgesetzt.

Doku über Tierschutzprozess kommt in die Kinos
Jener Dokumentarfilm mit dem Namen „Der Prozess“ über den Tierschutzprozess, der auf der Viennale zwei Preise gewinnen konnte, hatte seine Kinopremiere am 22. November im Gartenbaukino in Wien. 700 Personen sahen den Streifen in einem vollen Saal. In den meisten Landeshauptstädten wird es einige Aufführungen des Films im Kino geben, in Vorarlberg ist die Premiere im Februar 2012 geplant.

Buchpräsentationen „Tierschützer. Staatsfeind“
Die Präsentationen des neuen Buches zur Tierschutzcausa haben in Wien, Linz, Graz, Innsbruck und Bregenz in den letzten 3 Wochen stattgefunden und zogen sehr viele Interessierte an. Die anschließenden Diskussionen mit dem Autor zeigen wie sehr die Menschen die Repression gegen den Tierschutz mit Sorge verfolgt haben und dass ihnen ein großes Anliegen ist, ein Ausdehnen des Überwachungsstaates zu verhindern. Mit Vehemenz wird eine Reform von §278a gefordert. Nähere Infos unter http://www.vgt.at/hinweise/20110928Staatsfeind/index.php. Das Urteil zum Tierschutzprozess wurde immer noch nicht schriftlich ausgefolgt und ist daher noch nicht rechtskräftig.

Konflikte mit Singvogelfängern
Am 12. November stießen zwei Tierschutzpatrouillen im Salzkammergut in den frühen Morgenstunden auf jeweils einen Singvogelfänger. Der eine wurde beim Fang einer verbotenen Kohlmeise erwischt und drei Stunden lang an weiteren Fängen gehindert. Der andere rief 5 weitere Singvogelfänget zur Unterstützung und griff die TierschützerInnen an. Ein Aktivist wurde stundenlang im Wald festgehalten. Erst als die Polizei erschien konnte der Tierschützer gehen.

Weitere Jagdstörungen
Am 13. November behinderten 40 TierschützerInnen mit aufgespannten Regenschirmen ca. 100 JägerInnen bei einer Treibjagd in der Steiermark. Einzelne JägerInnen reagierten aggressiv, einer Aktivistin wurde durch den Regenschirm, den sie in der Hand hielt, geschossen. Die Polizei schritt nicht ein, weder gegen aggressive JägerInnen noch gegen die AktivistInnen. Die Aktion wurde über den ganzen Tag fortgesetzt. Zuletzt hatten die JägerInnen trotz 7000 in der Gegend ausgesetzter Zuchtfasane nur 23 Fasane, 1 Feldhasen, 2 Rebhühner und 1 Eichelhäher getötet. Mit einer weiteren Jagdstörung am folgenden Wochenende in Salzburg hat es im Herbst 2011 bisher insgesamt 5 derartige Aktionen gegeben.

Pelztiere eingefärbt
Am 7. November färbten Unbekannte die Pelze von 200 Nerzen auf einer Pelzfarm in Oland in Schweden mit Henna ein. Dadurch wurden die Pelze unverkäuflich, die Tiere aber blieben in den Käfigen.


Vorankündigungen

Tierrechtskongress in Wien von 8.-11. Dezember 2011, Informationen unter www.tierrechtskongress.at
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at