Aktuelles

Corona Update 19.11.2021

Update zum Sendebetrieb von ORANGE 94.0:

Radio ist aktuell ein wichtiges Medium. Das mehrsprachige Programm von ORANGE 94.0 richtet sich an zahlreiche in Wien lebende Communitys, wir versuchen auch deshalb den Sendebetrieb möglichst aufrecht zu erhalten.

:: Was bedeutet neuer Lockdown für die Programmabwicklung im Radio?

Ab Montag, 22. November, wird österreichweit ein neuer Lockdown für alle eingeführt. Für Geimpfte / Genesene gilt er nach derzeitigem Stand bis 12. Dezember, für Ungeimpfte vermutlich noch länger. Aktuelle Informationen dazu findet man (hoffentlich bald) auf der Seite des Sozialministeriums  sowie der Stadt Wien.

Im Radio heißt das konkret:

- wenn deine Sendung während des Lockdowns nicht unbedingt live stattfinden muss, produziere sie vor, verschiebe sie oder sage sie ab. Komme nur wenn unbedingt nötig ins Livestudio, bringe dafür unbedingt einen aktuellen Nachweis über deinen Status als geimpft oder genesen mit;

- insbesondere bei Menschen mit Krankheitssymptomen: bitte unbedingt zuhause bleiben!

- interviewe Gäst_innen via Telefon und Videokonferenz;

- beachte bei Livesendungen, dass du ein paar Minuten früher das Studio verlässt und z.B. mit Musik endest, wenn eine andere Livesendung nach dir kommt. Trage bei deiner eigenen Sendung im Backend ein, ob du live sendest oder nicht. Anleitung: https://www.youtube.com/watch?v=_Y8LbBYG31I&feature=youtu.be

- hier ist nochmal unsere Anleitung für das Produzieren zu Hause: https://o94.at/sites/default/files/2020-11/HOMESTUDIO-HANDOUT_DE_3.pdf

Personenbegrenzung 2/2/2, 2-Meter Abstand & Maskenpflicht:

Des Weiteren bitten wir dich, höchstens zu zweit ins Radio zu kommen, damit wir in den Radioräumlichkeiten Abstand halten können.

Das heißt nur noch je zwei Personen im Livestudio, zwei Personen im Vorproduktionsstudio (Studio 2) und bei der Couch-Ecke im Eingangsbereich.

Alle müssen eine FFP2-Maske tragen (auch im Studio).

Alle oben genannten Regeln gelten bis auf Widerruf. Wir melden uns nächste Woche nochmal mit einem Update zu allgemeinen Regeln für Bürobetrieb und im Schulungsbereich im Radio.

Wenn du über aktuelle Entwicklungen rund um COVID-19 berichtest, achte auf deine Quellen und verbreite keine Panik und keine Falschmeldungen.

Journalistische Sorgfaltspflicht ist oberstes Gebot!

:: Bürobetrieb

Weiters wird der Betrieb von ORANGE 94.0 vorwiegend auf Telework umgestellt, Anfragen bitte jeweils an die betreffende Stelle via E-Mail richten.

Wir bitten um gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis. Passt auf euch auf und gemeinsam sind wir stark.

Euer ORANGE 94.0 Team

Offener Brief 14.10.2021

Es ist Zeit! – Für eine Medienpolitik, die Qualität, Überparteilichkeit und Meinungsvielfalt garantiert.

Es ist Zeit! – Für Recherche, Kontrolle von Mächtigen und Infragestellung von eingeübten Unterwerfungsgesten.

Es ist Zeit! – Für eine Förderung von nichtkommerziellen Medieninitiativen jenseits des Boulevards.

Es ist Zeit! – Die Gutshof Herrenmentalität durch Interessenspolitik auf Augenhöhe zu ersetzten.

 

Weg mit Gratismedien!

Medienpolitik in Österreich ist seit Jahren durch Stillstand charakterisiert. Nicht erst seit der türkisen ‚Schnöseltruppe‘, die akademisch, smart, aus gutbürgerlichem Hause oder Adelsgeschlecht entstammt, jung ist, aber bei Medienpräferenzen gerne mal in den alten Schmuddelkasten greift. Vor allem erstaunt die interne Imagestrategie von „Message Control“, wenn sie an den alten Anfütterungsmodellen festhält, die szeneaffinen Medienkreisen seit langem bekannt sind.

Das sture Festhalten an alten Konzepten wird nun skandalisiert, die das Land seit Jahrzehnten im Griff von wenigen Medienoligarchen hält. – Presseförderung für Trash, Auflagenhöhe als Joker im Spiel der Aufregungsbewirtschaftung – die Korruption, Erpressung und gekauften Meinungsjournalismus als Subkultur normalisiert. Wer sich im Mediensektor seit Jahren auskennt, weiß das. Wer sich kritisch in der Medienszene verhalten hat, kennt das. Wer sich damit arrangiert hat, ist aufgestiegen oder zynisch bitter geworden. Der prekarisierte Rest der kritischen freien Journalist:innen steht unter dem Licht ‚alles gelenkt/Meinungsmache/Lügenpresse‘. Es ist daher auch Zeit, die Gratisblattln aus dem öffentlichen Raum zu entfernen und die Wiener Linien zu fragen, was sie denn davon haben, dass der öffentliche Verkehr von Papier mit Langstrecken-Werbung, Katzenfotos und geilen Aufreißer-Titeln vermüllt wird.

Nichtkommerzielle Medien stärken – Korruption stoppen!

In keinem anderen europäischen Land wird der kommerzielle Mediensektor zusätzlich zum Geschäftsmodel der Werbeeinnahmen von derart hohem Volumen an Steuergeldern querfinanziert. Die Medien, die am lautesten nach einem GIS Gebühren-Aus rufen, greifen gleichzeitig tief in den Fördertopf der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, und bedienen sich üppig aus dem Privaten Rundfunkfonds, der seit Türkis-Blau so gut gefüllt ist wie noch nie zuvor. Die Umverteilung von der Allgemeinheit hin zu Privat-Kommerziellen ist noch immer ein medienpolitisches Geheimnis in der Öffentlichen Debatte: Den kommerziellen Radios und TVs stehen gemeinsam 20 Millionen Euro Förderung zur Verfügung, den 14 Freien nicht kommerziellen Radios und Community TVS dagegen insgesamt 3 Millionen Euro (Verhältnis: 7x mehr Geld aus der GIS für Kommerzielles als für nichtkommerzielles Radio und Fernsehen).

Inserate sparen – Medienförderung erhöhen!

Damit sich dieser Staat vom Imageschaden nach außen und innen erholen kann, muss eine moderne Medienpolitik her! Die Prozesse marktbeherrschender Konvergenzen und datenverwertender Social Media Imperien können durch die Stärkung von nichtkommerzielle Medien- und Netzpolitik verändert und gestaltet werden. Eine nichtkommerzielle Medienpolitik ist nun von höchster Priorität: Medienvielfalt und Demokratie entsteht nicht durch Appelle und moralische Stoßgebete. Und durch Umverteilung wird möglich: Wer die Inseratspolitik stoppt, schafft freie Mittel für ein Ende der muffigen Gewohnheit.

Mit freundlichen Grüßen

Ulli Weish (Radio ORANGE 94.0 Geschäftsführung)

Offener Brief: 03.04.2020

Bezugnehmend auf die geplante Sonderförderung für Medien: https://www.derstandard.at/story/2000116451364/corona-medienfoerderung-15-millionen-mehr-fuer-kommerzielle-privatsender-3-millionen

Die Richtung stimmt nicht.

Während nicht-kommerzielle Medien, insbesondere die Freien Radios und Community TVs in der Corona Krise verlässliche, aktuelle, vielfältige, mehrsprachige Sondersendungen - vieles davon im Ehrenamt - erzeugen (beispielsweise ORANGE 94.0: https://cba.fro.at/447925, FREIRAD 105.9 Freies Radio Innsbruck https://cba.fro.at/448130, Radio Helsinki https://cba.fro.at/series/frequentlyaskedquestions und viele andere mehr!

Während der Verband Freier Radios und der Verband Freier Community TVs seit Jahren für eine strukturelle Verbesserung des nicht-kommerziellen Sektors rennen (werbefrei, offener Zugang, hohe Bildungs- und Demokratierelevanz), um die seit Jahren ausständigen Absicherungen - personell, technisch/Infrastruktur, räumlich etc. - endlich zu erwirken,

während die Programmbeteiligung durch BürgerInnen, ExpertInnen der Zivilgesellschaft pro Jahr mehrere Tausend Menschen zu Wort kommen lassen, Schulungen, Medienproduktionswissen, Nutzung der gemeinnützigen Medieninfrastruktur anbietet, https://www.freie-radios.at/artikel.php?id=980

während die Freien Rundfunksender in ihren Forderungen ständig von seiten der Politik auf Durchhalten, Aushalten, Abwarten gedrängt wird, - vor 1 Jahr wurde der Kommerzielle Rundfunkfonds von 15 auf 20 Mio aufgestockt, der nichtkommerzielle Sektor blieb gleich prekär auf insgesamt 3 Mio Euro für ALLE! - https://www.derstandard.at/story/2000081668231/der-staat-als-moderator-von-kapitalinteressen

WERDEN NUN DIE KOMMERZIELLEN MEDIEN DURCH DIE ZAHLENDE ÖFFENTLICHKEIT ZUSÄTZLICH ZU BEREITS SCHON VÖLLIG UNVERHÄLTNISMÄSSIGEN FÖRDERUNGEN WEITER AUFGEFETTET!

Die Begründung erstaunt! Die Geschwindigkeit irritiert! Die Einseitigkeit erzeugt das Falsche im Falschen!

Wir verlangen eine öffentliche Mediendebatte unter Einbeziehung unser Expertise, unserer Interessen, unserer Leistungen für eine Informationsgesellschaft der Zukunft im direkten Anschluss an die Corona Pandemie! Es kann nicht sein, dass die Regierung vor allem die lautesten, kommerziellen, qualitätsarmen und kontentschwachen bevorzugt, weil sie angeblich höhere Reichweiten als qualitätsvolle, arbeitsintensive, inhaltsreiche und kritische Medien besitzen.

Ich hoffe, sehr, dass das berühmte Gedicht sich in dieser medienpolitischen heiklen Zeit nicht bewahrheitet.

Weltlauf (Heinrich Heine): "Hat man viel, so wird man bald noch viel mehr dazubekommen. Wer nur wenig hat, dem wird auch das wenige genommen. Wenn du aber gar nichts hast, Ach, so lasse dich begraben - Denn ein Recht zum Leben, Lump, Haben nur, die etwas haben."

Mit freundlichen Grüßen

Ulli Weish (Radio ORANGE 94.0 Geschäftsführung)