Player
LIVE SEIT 18:30
Zur Zeit spielt Claim the Waves. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
BIS 19:00
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 12.03.2004 11:00:

Aktivitäten und Diskussionen zum Bundestierschutzgesetz

Es wird von einer Reihe von Aktivitäten zum Bundestierschutzgesetz berichtet: Demos in Wien und Aktionen zu den Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten. Live am Telefon AktivistInnen aus Salzburg und Kärnten.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 12. MÄRZ 2004

ÖVP-Entwurf zum BundesTSG bisher verhindert. Der 2003 erstellte ÖVP-Entwurf zum BundesTSG wurde Ende Jänner 2004 um die Verordnungen, die die Tierhaltungsbedingungen konkret angeben, ergänzt. Dieser Entwurf war ohne Einbeziehung von anderen Parteien oder von TierrechtlerInnen erstellt worden. Entsprechend scharf war die Kritik von allen Seiten. Ende Februar hätte der Entwurf den Ministerrat passieren sollen, der ihn zu einer Regierungsvorlage gemacht hätte. Ein Ministerrat kann aber nur einstimmig beschliessen, und so wurde der Beschluss durch das Veto der FPÖ bis heute verhindert. Die FPÖ fordert Tierschutz in die Verfassung und ein Schächtverbot.

Anti-ÖVP Demos vor Landtagswahl in Salzburg. Weil die Tierrechtsbewegung den ÖVP-Entwurf zum BundesTSG grundsätzlich ablehnt, gab es eine Reihe von Anti-ÖVP Demonstrationen vor der Landtagswahl in Salzburg, um die Öffentlichkeit auf die ÖVP-Tierschutzpolitik aufmerksam zu machen. Am 22. 2. gab es eine Demo bei den Reden der ÖVP-Granden anlässlich des sogenannten Metzgersprungs, danach zog die Demo durch die Stadt. Am 26. 2. wurde eine mediale Politdiskussion von AktivistInnen unterbrochen, die Anti-ÖVP Transparente entfalteten. Am 28. 2., 1. 3., 4. 3., 5. 3. und 6. 3. wurden wieder Anti-ÖVP Demos in der Stadt abgehalten. Dabei wurde der ÖVP-Landeshauptmann Schausberger von den DemonstrantInnen verfolgt und herausgefordert, zum BundesTSG Stellung zu nehmen. Am 6. 3. wurde auch ein grosses Anti-ÖVP Transparent vom Mönchsberg und von einer Stadtbrücke in Salzburg heruntergelassen. Bei den Wahlen unterlag die ÖVP der SPÖ und es gibt eine neue Landeshauptfrau.

Anti-ÖVP Demos vor Landtagswahl in Kärnten. Am 5. März gab es eine TR-Demo gegen die ÖVP durch die Innenstadt von Klagenfurt. ÖVP-Wahltische wurden dabei belagert. Am Abend wurde neben der Abschlusskundgebung der ÖVP eine Anti-ÖVP Demo abgehalten, woraufhin einige ÖVP-Mandatare die TierrechtlerInnen angriffen. Das Megaphon wurde den AktivistInnen entrissen und der Agrarsprecher der ÖVP, Landesrat Robert Lutschounig, zerfetzte das Transparent und schlug einem Tierrechtler ins Gesicht. Da aber die AktivistInnen einige Fotos von dem Angriff aufnehmen konnten, und diese unmittelbar nach dem Angriff an ein Tierrechtsaktionsbüro weiterleiteten, wurden die Angreifer indentifiziert und entsprechende Meldungen an die Medien ausgesandt und Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Am Wahlsonntag brachten alle Tageszeitungen in Kärnten den Vorfall in grosser Aufmachung. Die ÖVP verlor bei der Wahl die Hälfte ihrer Stimmen.

Grosse Mehrheit gegen ÖVP-Entwurf zum BundesTSG. Am 24. Februar präsentierten TierrechtlerInnen eine IFES-Umfrage zum BundesTSG. 86% finden ein modernes einheitliches BundesTSG sehr wichtig oder wichtig. ¾ der Bevölkerung wollen Tierschutz in die Verfassung und eine Tieranwaltschaft. 86% wollen ein Legebatterieverbot, 77% ein Verbot von Vollspaltenböden ohne Stroheinstreu, 91% keine Erhöhung der Besatzdichten von Mastgeflügel und 88% ein Verbot von schmerzhaften Eingriffen bei Ferkeln durch Laien ohne Betäubung. In allen diesen Punkten steht der ÖVP-Entwurf also gegen satte Mehrheiten in der Bevölkerung, wie sie von fast keinem anderen politischen Thema bekannt sind.

BundesTSG-Demos. Am 27. und 28. 2. gab es in Linz und am 21. 2., 28. 2. und 6. 3. in Wien Demos gegen die ÖVP wegen dem BundesTSG.

Fleischdemos. Anti-Fleischdemos gab es am 13. Februar in Traun, am 14. Februar in Steyr und am 17. Februar in Linz.

Aktionstag gegen Fleisch. Am 24. Februar 2004 war Aktionstag gegen Fleischhauereien in Italien. Über 200 Fleischergeschäfte in Mailand, Turin, Modena, Parma, Bari, Forli und Pisa wurden in einer konzertierten Aktion in einer Nacht mit roter Farbe überschüttet. In einer Aussendung bezeichnen die AktivistInnen die rote Farbe als Symbol für das Blut der Tiere, das von den Fleischhauereien vergossen wird. Die Aktion wäre durch den Beginn der Osterzeit motiviert, die im katholischen Italien Millionen von Lämmern das Leben kosten würde, nur religiöser Vorstellungen wegen!

Frau von Jagdfalle schwer verletzt. Am 20. Februar griff eine 75-jährige Frau beim Bärlauchsammeln im Traunsteiner Wald in eine ungesichert vom Jäger ausgelegte Falle und verletzte sich schwer. Die Falle, ein sogenannter Schwanenhals, der mit 180 kg seine Bügel aufeinanderdrückt, ist für Füchse gedacht. Die Frau konnte sich aus eigener Kraft nicht befreien. Erst andere Bärlauchsammler konnten sie retten.

Hund pinkelte: Von Jäger abgeknallt! Mit einem gezielten Schuss in den Kopf wurde Schäferhündin Nina am 26. Februar getötet. Von Jäger Christoph M. aus Wohmbrechts bei Lindau in Vorarlberg. Der Waidmann hatte die Hundedame nicht etwa beim Wildern erwischt: Nina machte nichts weiter als ihr Geschäft. Nur wenige Schritte vom Garten ihrer BetreuerInnen entfernt, als sie tödlich getroffen zusammenbrach.

Jagddemo in Innsbruck. Am 6. März wurde vor den Innsbrucker Jagdtagen im Messegelände demonstriert.

Zirkusdemo in Innsbruck. Am 6. März wurde vor der Vorstellung des österreichischen Nationalzirkus in Innsbruck aus Protest gegen dessen Haltung von rund 80 nichtmenschlichen Tieren eine Demo veranstaltet.

Pelzdemos. In Wien gabs am 13., 14., 20., 21., 27. und 28. Februar sowie am 5. März Pelzdemos vor dem P&C, sowie am 14. Februar eine Pelzdemo am Stefansplatz im Stadtzentrum. Am 20. Februar gab es eine Pelzdemo in Wels und am 5. und 6. März jeweils Demos vor der neueröffneten P&C Filiale in Linz.

P&C run-ins. Am 14. Februar stürmten 12 TR-AktivistInnen mit Anti-Pelz Plakaten in die P&C Filiale in der SCS. Am 6. März besuchten rund 15 AktivistInnen die neu eröffnete P&C Filiale in Linz gleich zweimal, einmal vormittags einmal nachmittags. 4 AktivistInnen wurden festgenommen und später wieder freigelassen. Am 4. Oktober 2003 hatte es auch einen run-in in den P&C in Wien gegeben, bei dem ein Tierrechtler festgenommen worden war. Am 28. Februar wurde aber das Verfahren gegen ihn eingestellt.

P&C Kampagne. Bis zum 16. Februar gab es im Zuge der Kampagne gegen P&C in Deutschland und Österreich mehr als 485 Demos und Aktionen in 41 Städten, davon 54 Demos allein in Wien. Nach Angaben der Geschäftsleitung könnte P&C übernächstes Jahr aus dem Pelzhandel aussteigen.

Pelzmantel angezündet. Ein Unbekannter hat am 6. März 2004 einer Spaziergängerin aus Wien in Kitzbühel den Nerzmantel angezündet. Der Mantel hatte einen Wert von fast 13.000 Euro. Die 46-Jährige Angestellte nahm während des Spazierganges gegen 15.00 Uhr in der Nähe der Kapuzinerkirche plötzlich Brandgeruch wahr, konnte aber keinen Brand bemerken. Erst als sie in ein Kaffeehaus ging, bemerkte eine andere Kundin ein sechs Zentimeter großes Glutnest am Rücken. Mit einem Glas Wasser konnte ein weiterer Gast die Glut löschen.

Anti-Dissektionskampagne am Biozentrum der Uni Wien. Am 1., 2., 3., 4. und 5. März wurden im Biozentrum Infotische zu Tierversuchen und Dissektionen abgehalten, um die BiologiestudentInnen über diese Themen zu informieren. 19 verschiedene Uni-ProfessorInnen der Biologie wurden angeschrieben und ein Protest gegen Sektionen an toten Ratten in den Einführungsübungen durchgeführt. Der zuständige Professor hat daraufhin zugesagt, in den Einführungsübungen keine Sektionen an toten Tieren mehr durchführen zu lassen.

Tierexperimentator Huber verliert 9te und letzte Klage. Ende April 2003 waren TierrechtlerInnen in das Krebsforschungsinstitut der Uni Wien eingedrungen, hatten 9 Mäuse befreit, das Labor gefilmt und Fakten über die Kaffeeversuche von Wolfgang Huber an die Öffentlichkeit gebracht. Dabei wurdem Huber’s Tierversuche als vollkommen sinnlos und reine Tierquälerei bezeichnet. Huber leitete daraufhin insgesamt 9 Klagen gegen TierrechtlerInnen ein. Nachdem er alle 8 Klagen verloren hatte, zog er am 28. Februar auch die letzte, 9. Klage zurück, und muss alle Kosten der Prozesse und seinen eigenen Rechtsanwalt bezahlen. Insgesamt wird das zig tausende Euro ausmachen. Allerdings hat die medizinische Fakultät der Uni Wien die Kosten des klagswütigen Tierexperimentators übernommen. Dennoch können jetzt seine Tierversuche öffentlich als sinnlose Tierquälerei bezeichnet werden.

TR-Vortrag an der VetMed in Wien. Am 4. März hielt Primatologe Prof. Volker Sommer auf der VetMed in Wien einen Vortrag zum Thema „Bruder Affe“. Sommer beobachtet u.a. freilebende SchimpansInnen in Nigeria. Nach einigen eindrucksvollen Fakten über das Leben und die kognitiven Fähigkeiten seiner Forschungssubjekte, wandte er sich aber auch ethischen Fragen zu. Für ihn sind Tierversuche an Menschenaffen durch die Ähnlichkeit zum Menschen völlig indiskutabel. Ja, würden alle Tierversuche verboten, würde das auch keinen Nachteil für die Menschen bedeuten. Den Menschenaffen spricht Sommer sogar volle dem Menschen gleichwertige Grundrechte zu. Wissenschaftlich gesehen könnten Menschen und SchimpansInnen mit Sicherheit Nachkommen produzieren, und man kann sie ohne Probleme als derselben Gattung „Mensch“, ja mit gutem Willen sogar derselben Art zugehörig sehen. Das deswegen, weil der Artbegriff an sich überhaupt keine biologische Realität habe sondern rein willkürlich sei. Allein schon mit dieser Begründung ist der Speziesismus absurd.

ALF-Tätigkeitsbericht 2003. Am 17. Februar veröffentlichte der nordamerikanische ALF-Sprecher eine Liste von ALF-Aktionen weltweit, für die ihm Bekennerschreiben bekannt wurden. Insgesamt hat es nach dieser unvollständigen Liste 540 ALF-Aktionen gegeben, bei denen 69.200 Tiere befreit worden sind. 40 der Aktionen waren Brandanschläge und 2 Bombenanschläge. England und Schweden sind momentan die Länder mit der höchsten ALF-Aktivität.

TR-AktivistInnen im Gefängnis. Seit dem 26. Februar gibt es 2 neue TR-Gefangene in England: Paul Holiday und Paul Leboutillier. Beide wurden schuldig befunden, per Telefon TierausbeuterInnen, wie z.B. Covance Angestellte, HLS AktionärInnen, JägerInnen, LandwirtInnen u.a. belästigt zu haben. Das unglaubliche Urteil: 18 Monate für Paul Holiday und 5 Jahre für Paul Leboutillier!!! TR-Gruppen haben zu Solidaritätskundgebungen aufgerufen.

Vorankündigungen:
25. 3.: 19 Uhr, Arbeitskreis Tierschutz und Tierrechte Grüne Akademie, Paulustorgasse 3/I, Graz
27. 3.: Demo gegen Tierversuche und Unterdrückung in Reggio Emilia, Italien
16.-19. September 2004: TR-Kongress Wien, siehe http://www.tierrechtskongress.at
Wien und Linz: weiterhin wöchentlich Demos gegen Pelz und das BundesTSG bzw. die ÖVP.