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Globale Dialoge
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Sendung vom 18.12.2007 13:00:

Medea hinter Gittern // Rechtsstaat auf Tauchstation

Häfntheater Backstage // Prozess gegen die Cap Anamur und tunesische Fischer

Medea hinter Gittern: Häfntheater Backstage

Während so manche MitbürgerInnen meinen, man solle VerbrecherInnen wegsperren und bei Wasser und Brot für ihre Taten büßen lassen, spielt Regisseurin Tina Leisch mit GefängnisinsassInnen Theater.
Mit Häftlingen aus dem Frauengefängnis Schwarzau sowie der Jugendstrafanstalt Gerasdorf erarbeitete sie das Stück "Medea bloß zum Trotz", eine moderne Version des griechischen Dramas rund um die Kindsmörderin Medea. "Beim Theaterspielen können sie aus ihrem eigenen Verhaltensgefängnis ausbrechen und sich frei verhalten", meint Ko-Regisseurin Sandra Selimovic.

Women on Air blickte hinter die Kulissen und sprach mit RegisseurInnen, DarstellerInnen und Gefängnisleitung über Sinn und Unsinn von Besserungsanstalten und das Potenzial von Kulturarbeit hinter Gittern.


Sendungsgestaltung: Ulla Ebner


Rechtsstaat auf Tauchstation: Prozess gegen die Cap Anamur und tunesische Fischer

Als traurige Beispiele der europäischen Abschottungspolitik können zwei Prozesse gesehen werden, die momentan fernab der Weltöffentlichkeit in Agrigento, Sizilien geführt werden: Sowohl die Besatzung des deutschen humanitären Hilfeschiffes Cap Anamur als auch sieben tunesische Fischer handelten völlig im Einklang mit der UN-Seerechtskonvention auf hoher See, als sie in internationalen Gewässern vor der Insel Lampedusa schiffsbrüchige Bootsflüchtlinge vor dem Ertrinken retteten.

Die italienische Staatsanwaltschaft sieht dies jedoch anders: Der Fall Cap Anamur, der sich im Sommer 2004 ereignete, und die Rettungsaktion der tunesischen Fischermänner im August diesen Jahres endeten jeweils in einer Anklage der Menschenschlepperei.

Gefördert durch das EU-Programm Jugend in Aktion, waren Christine Moderbacher und Annika Lems im September 2007 an einem Prozesstag vor Ort. Im Radiobeitrag, der die beiden Fälle nochmals genauer beleuchtet, kommen verschiedene an den Verfahren Beteiligte zu Wort.


Sendungsgestaltung: Christine Moderbacher, Annika Lems
Übersetzung aus dem Italienischen: Gudrun Leitzenberger
Technik/Schnitt: Sofyann Ben Youssef

Zum Nachhören