Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 12.12.2008 11:00:

Tierrechtskongress in Wien Teil 2

Noch einmal wird der von 27.-30.11. stattgefundene Tierrechtskongress besprochen. TeilnehmerInnen erzählen live auf Sendung über ihre Eindrücke.

Tierrechtsnachrichten von 5. bis 11. Dezember 2008

Kleider Bauer Demos

Am 5. Dezember wurde vor den Kleider Bauer Filialen in Wien
Mariahilferstraße, Innsbruck Museumstraße und Salzburg Am Platz'l gegen
Pelz demonstriert.
Am 6. Dezember wurde ebenfalls in Wien Mariahilferstraße, Innsbruck
Museumstraße, Wiener Neustadt Wienerstraße, Graz Murgasse und Linz
Landstraße gegen Pelz vor Kleider Bauer Filialen demonstriert. Am 10.
Dezember wurde zusätzlich in Salzburg am Platz'l eine Demo gegen Pelz
abgehalten.
In Graz und Wr. Neustadt sprach die Behörde eine Untersagung für Demos
vor Kleider Bauer und Hämmerle aus. Laut einem Erkenntnis des
Verfassungsgerichtshofs stehe das Recht auf freie Erwerbstätigkeit über
der Versammlungsfreiheit. Es wurde gegen die Untersagungen berufen und
unbeirrte AktivistInnen führten die Demos trotz Polizeidrohungen durch.

Tierrechtsdemos und --veranstaltungen

Am 6. Dezember fand ein vorweihnachtlicher Großdemomarsch vom
Westbahnhof in Wien aus statt. Eigentlich wäre eine Route über die
innere Mariahilferstraße und eine gleichzeitige Kundgebung gegen Kleider
Bauer geplant gewesen. Die Wiener Versammlungsbehörde befand allerdings,
die Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit seien weniger
wichtig als die freie Erwerbstätigkeit, und untersagte kurzerhand
beides. Der Demozug konnte zuletzt aber dennoch stattfinden. So zogen
die ca. 60 TeilnehmerInnen des Anti-Pelz Demomarsches, die trotz
ungeheuerlicher Auflagen erschienen waren, vom Westbahnhof die
Mariahilferstrasse stadtauswärts. Die Kleider Bauer Demo wurde
behördlich auf 3 Stunden und maximal 15 TeilnehmerInnen beschränkt.
Am 6. Dezember wurden auch am Stephanplatz in Wien bei Einbruch der
Dunkelheit Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
Am 5., 6., 8., und 9. Dezember wurde am Grazer Hauptplatz gegen Pelz
demonstriert.
Am 10. Dezember wurde eine Tierrechtsinformationskundgebung an der Uni
in Wien abgehalten.
Am 11. Dezember gabs auch am Christkindlmarkt in Salzburg eine Demo
gegen Pelz.

Große Untersuchung der EU-Schweinehaltung: furchtbare Zustände

Bei einer Studie der Zustände in den Schweinebetrieben der EU durch die
Europäische Nutztierschutzkoalition ECFA wurden überall tierquälerische
Bedingungen und Gesetzesübertretungen gefunden. Die allermeisten
Zuchtsauen leben in engen Gitterkäfigen, sodass sie sich nicht einmal
umdrehen können. Die allermeisten Mastschweine sind in enge, überfüllte
Buchten mit Vollspaltenböden ohne Stroh gesperrt.
Konkret wurde gefunden:
. Fast 100% der Schweine hatten routinemäßig kupierte Schwänze -- obwohl
das in der EU verboten ist!
. Sehr viele Betriebe hatten kein Beschäftigungsmaterial -- obwohl das
in der EU für seit 2003 gebaute Betriebe vorgeschrieben ist!
. Weiterhin werden trächtige und säugende Zuchtsauen in Kastenstände
gesperrt -- in der EU noch bis 2013 erlaubt!
Die Studie wurde über einen Zeitraum von 6 Monaten (März -- September
2008) durchgeführt und umfasste 5 EU-Staaten und insgesamt 60
Schweinebetriebe: 19 in Deutschland, 10 in Ungarn, 9 in Holland, 11 in
Spanien und 11 in England. Der VGT hat bereits 2006 in Österreich eine
große Studie mit 125 untersuchten Schweinebetrieben durchgeführt, und
ähnliche Ergebnisse gefunden, siehe: http://www.vgt.at/schweine. Auf
Basis der Resultate dieser beiden Studien ruft die ECFA die
EU-Kommission und die Regierung von Österreich dazu auf, die
EU-Richtlinien zu erfüllen und insbesondere sicherzustellen, dass den
Tieren Beschäftigungsmaterial zur Verfügung gestellt wird, und dass die
Schwänze der Ferkel nicht mehr routinemäßig kupiert werden. Sowohl die
EU-Richtlinien als auch das österreichische Tierschutzgesetz müssen
verschärft werden, um das Leid der Schweine zu verhindern.

Österreichischer Tierrechtsvortrag in Heidelberg in Deutschland

Die Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Tierethik in Heidelberg in
Deutschland, www.ag-tierethik.de, die durch hochkarätige Vortragsreihen
pro und contra Tierrechte in den letzten Jahren bekannt wurde,
veranstaltete am 10. Dezember am Philosophischen Institut der Uni
Heidelberg einen Vortrag über Tierrechte und die Repression gegen die
Tierrechtsbewegung in Österreich mit einem Gast aus Österreich. Der
Vortragsraum war mit ca. 80 TeilnehmerInnen überfüllt und die
anschließende heftige Diskussion zog sich über 3 Stunden hin. Auch aus
Deutschland ist eine breite Solidaritätswelle mit der österreichischen
Tierrechtsszene zu spüren.

Anti-Tierrechtsvortrag an der Uni Wien

Während gegen den VGT-Obmann ein Vortragsverbot an der Uni Wien
ausgesprochen wurde, durften 2 Tierrechtsgegner aus Deutschland am 11.
Dezember am Neuen Institutsgebäude der Uni Wien einen Vortrag gegen die
Tierrechtsbewegung halten, in dem die Tierrechtsidee aus
nationalsozialistisch und menschenfeindlich dargestellt wurde. Bei der
Mehrzahl der ZuhörerInnen riefen derartige Thesen allerdings heftige
Proteste hervor.

Verseuchtes Fleisch in Österreich

180 Tonnen möglicherweise Dioxin-belastetes Schweinefleisch sind nach
dem Skandal in Irland nach Österreich gelangt. Ein sehr geringer Anteil
davon sei bereits verarbeitet und weiterverkauft worden, so der
zuständige Bereichsleiter des Gesundheitsministeriums. Nach ersten
Erkenntnissen der irischen Behörden löste Industrieöl im Tierfutter den
Skandal um dioxinbelastetes Schweinefleisch aus.

Keine Steuernachlass für Tierschutzspenden

In Zukunft können SpenderInnen aus Österreich ihre geleisteten Spenden
von der Steuer absetzen. Allerdings wurden Spenden für Umwelt- und
Tierschutz von der neuen Regelung ausgenommen. Umweltgruppen und
Tierschutzvereine sind empört und befürchten einen drastischen Rückgang
Ihrer Spendengelder. Die Details sind in der Regierung noch nicht fertig
ausgehandelt.

Bisher Rückgang der Verkaufszahlen in der Pelzindustrie

Für den November, einen traditionell sehr intensiven Handelsmonat am
internationalen Pelzmarkt, wurden am 8. Dezember die Ergebnisse bekannt:
ein Rückgang vor allem am wichtigen russischen Markt um bis zu 20% im
Vergleich zum Vorjahr. Allerdings machen die PelzhändlerInnen dafür
nicht die ethische Haltung der KonsumentInnen sondern die schlechte Lage
der Weltwirtschaft verantwortlich.

Tierrechtsaktivist in russischer Escada-Filiale attackiert

Am 11. Dezember betrat ein Tierrechtsaktivist in St. Petersburg in
Russland eine Filiale der Firma Escada, gegen die weltweit eine
Anti-Pelz Kampagne läuft, um sich bei der Geschäftsleitung über den
Pelzverkauf zu beschweren. Nach dem Deponieren seines friedlichen
Protests wurde er beim Verlassen der Filiale von Security angegriffen,
niedergeschlagen und schwer verletzt.