Player
LIVE SEIT 09:00
Zur Zeit spielt Radio Afrika International. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
BIS 10:00
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 12.11.2004 11:00:

Diskussion der Angriffe gegen den Wiener Tierschutzverein

In den Medien wurde von verschiedenen Seiten, namentlich der Bank-Austria und der Kronenzeitung, der Wiener Tierschutzverein kritisiert und mit einer feindlichen Übernahme bedroht. Die Sendung widmet sich im Gespräch mit dem Pressesprecher des WTV live im Studio der Frage, inwieweit diese Vorwürfe berechtigt sind und was von den Drohungen zu halten ist.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 12. NOVEMBER 2004

Pelzdemos. Am 29. und 30. Oktober, sowie am 5. und 6. November gab es Pelzdemos vor der Filiale von P&C in der Mariahilferstrasse in Wien. Am 6. November wurde sowohl in Wien am Stefansplatz als auch in Graz am Hauptplatz eine Demonstration gegen Pelze abgehalten.

Weitere Kaufhausketten pelzfrei. Nach Zara haben jetzt weitere Kaufhausketten öffentlich gemacht, dass sie keine Pelze mehr verkaufen wollen. Benetton hat in Wien nach Anfragen von TR-AktivistInnen den Verkauf von Pelz beendet und alle Pelze aus den Auslagen entfernt. In England hat die Kleidungsfirma Jigsaw und die Marke Kew schriftlich bestätigt, dass sie keine Pelze, auch nicht als Besatz, nachbestellen, kaufen, designen oder herstellen werden und spätestens ab 31. Jänner 2005 sämtliche Pelze aus dem Sortiment genommen haben werden. In Holland und Belgien hat die französische Kleidungsfirma Morgan de Toi nach dem Beginn einer Kampagne den Verkauf von Pelzen eingestellt.

Webpelzmodeschau in Wien. Am 9. November gab es die alljährliche Webpelzmodeschau im Naturhistorischen Museum in Wien. Zu bestaunen waren Kunstpelzmodelle und Trachten der Firmen Flair Fun-Furs und Tostmann Trachten. Trotz eines Eintrittspreises von €25 war die Veranstaltung vollständig ausverkauft.

Zögerliche Bestellung von Tierschutzombudspersonen. Das neue Tierschutzgesetz sieht ab 1. Jänner 2005 Tieranwälte, sogenannte Tierschutzombudspersonen, in jedem Bundesland vor. Die Bestellungen kommen aber nur sehr zögerlich in Gang. In NÖ und Wien wurden die Stellen ausgeschrieben, überall sonst soll es zu internen Berufungen kommen. In Kärtnen wurde die Stelle bereits besetzt, allerdings wird von der betroffenen Person verlangt, die Tätigkeit ehrenamtlich 10 Stunden pro Monat durchzuführen. Die Tiroler Landesregierung hat auf Anfrage gemeint, dass nur Angestellte der Landesregierung für dieses Amt qualifiziert wären. Brigid Weinzinger meint als Tierschutzsprecherin der Grünen dazu, dass ein einheitlicher Bestellvorgang mit offener Ausschreibung notwendig wäre und vor allem, dass die Ombudsleute mit ausreichenden Befugnissen und Mitteln ausgestattet werden. Angedacht wäre gewesen, dass die Tierschutzombudsleute so wie die Umweltanwaltschaften arbeiten können. Davon seien wir noch meilenweit entfernt. Insgesamt entstünde der Eindruck, dass die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ auf der Umsetzungsebene das Tierschutzgesetz torpedieren wollen.

Weltvegantag. Am 2. November wurde anlässlich des Weltvegantages am Stefansplatz in Wien eine 10 stündige Demo samt Verköstigung veganer Produkte abgehalten. Es gab reges Interesse der Öffentlichkeit, auch für die bis 22 Uhr gezeigten Videofilme auf Großleinwand.

Vegetarische Statistiken. Laut Umfragen leben in Österreich 3-4% der Bevölkerung vegetarisch. Zum Vergleich sind es in Belgien 2%, in Tschechien 1-2%, in Frankreich 2%, in Deutschland 8%, in Indien 15-20%, in Irland 6%, in Italien 5%, in Norwegen 2-4%, in Polen 1%, in Portugal 2%, in Rumänien 4%, in der Slowakei 1%, in Spanien 2%, in Schweden 7%, in der Schweiz 3%, in Holland 4-5%, in England 9% und in den USA 4%.

Fleischdemos. Am 29. Oktober wurde in Linz, am 30. Oktober in Steyr, und am 5. November wiederum in Linz vor einer McDonalds Filiale im Stadtzentrum gegen den Fleischkonsum demonstriert.

Brand in Linzer Wurstfabrik. Am 2. November war kurz nach 10 Uhr ein brand in einer Wurstfabrik in Linz ausgebrochen. 60 Feuerwehrmänner waren im Einsatz um den Brand zu löschen. Der benachbarte Schlachthof konnte vom Feuer nicht erreicht werden. Brandursache dürfte ein technischer Defekt in der Selcherei-Anlage gewesen sein.

Arbeiter in Legebatterie in Lebensgefahr. Am 28. Oktober stürzte ein 42-jähriger Arbeiter 20 m tief in ein Futtersilo von Österreichs größter Legebatterie Latschenberger in Biberbach, NÖ. Er blieb schwerverletzt und aufgrund der Gärgase bewußtlos liegen. Er wurde von einem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus Amstetten geflogen.

Solidemo mit dem WTV. Am 9. November demonstrierten TRlerInnen aus Solidarität mit dem Wiener Tierschutzverein vor dem Ringturm in Wien, weil zur gleichen Zeit an diesem Ort eine Stiftung gegründet wurde, die den WTV in „feindlich“ zu übernehmen gedenkt. Aufgrund der finanziellen Probleme des WTV fühlt sich diese Stiftung in der Lage, diesen 158 Jahre alten Tierschutzverein samt seinem Tierschutzhaus besser führen zu können, als das bisherige Präsidium. Der neuen Stiftung sollen aber Personen wie Zoodirektor Pechlaner angehören, die sich in letzter Zeit nur kritisch gegen Tierschutz im allgemeinen geäußert hatten.

Jagdsaboteure von JägerInnen schwer verletzt. Am 30. Oktober überfielen JägerInnen der Old Surrey, Burstow and West Kent Jagd in Kent in England eine Gruppe von Jagdsaboteuren und schlugen sie mit Eisenstangen nieder. 6 Saboteure wurden schwer verletzt, einer davon wurde bewusstlos geschlagen, weitere Saboteure kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Jäger bei Fasanjagd angeschossen. Bei einer Treibjagd auf zahme, gezüchtete Fasane in Glanegg in Kärnten wurde ein 67-jähriger Jäger von seinen KollegInnen mit Schrot in den Hals geschossen und schwer verletzt. 3 Schrotkugeln mussten ihm aus dem Hals operiert werden. Am Rande der Jagd gab es Proteste gegen das Aussetzen von Fasanen zu Jagdzwecken.

Brutaler Pferdeschänder verhaftet. Der Mann, der am 30. Oktober eine Zuchtstute in Peuerbach, OÖ, grausam
verstümmelt hatte, wurde am 2. November in Grieskirchen gefasst. Nach der Veröffentlichung des Phantombilds in der ORF-Sendung "Oberösterreich heute" erkannte ein Mann seinen 25-jährigen Stiefsohn. In den Einvernahmen gab der Tatverdächtige an, dass er stark betrunken von einer Feier nach Hause gekommen sei. Dann sei er aber noch zu dem Reitstall gefahren – mit seinem Arbeitswerkzeug in der Tasche. Dort stach der Verdächtige – laut den Ermittlern – mit dem spitzen Werkzeug mehrmals auf die zutrauliche Stute ein. Als er von den Pferdebetreuern ertappt wurde, rannte er mit heruntergelassener Hose davon und ließ sich von einem Verwandten abholen.

Hund aus Zuchtfarm befreit. Etwa 50 TR-AktivistInnen besuchten am 31. Oktober in der früh eine Zuchtstation für ca. 400 Hundewelpen in Ballarat, Australien. Die Eigangstür wurde aufgebrochen und der Zustand in der Farm gefilmt. Dabei fanden die AktivistInnen, dass die Mortalitätsrate in dieser Zuchtfarm aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen sehr hoch ist. Ein schwer kranker Hund wurde befreit.

Vorankündigungen:

Ab jetzt jeden Samstag Pelzdemos von 12 – 22 Uhr am Stefansplatz in Wien, bis April 2005
20. November: Großdemo gegen Pelz in Wien, Beginn: 13:00 Uhr beim Westbahnhof, Ecke innere Mariahilfer Str./Gürtel, Abschlußkundgebung: Stephansplatz 15:30 Uhr.
20. November: Internationale Demo gegen Versuchstierzucht Morini in San Polo d‘Enza, Italien.
24. November: die Grüne Bildungswerkstatt organisiert um 20 Uhr im Haus der Begegnung in Innsbruck eine Podiumsdiskussion zum Thema „Tier-Ethos Schlachten und Schächten“. Es soll dabei nicht nur um die Schlachtrituale der jüdischen und islamischen Religion sondern auch um die Fiktion des schmerzlosen Tötens nach Bolzenschuss und Dekapitation in unserer Kultur gehen.
27. November: Großdemo gegen Pelz in Graz, ab 14 Uhr Uni-Hauptgebäude, Abschluß 15:30 Uhr Hauptplatz
5. Februar 2005: Gedanktag in Coventry, England, an Jill Phipps, TR-Aktivistin, die am 1. Februar 1995 von einem Tiertransporter anlässlich einer Blockade absichtlich überfahren worden ist.
17. – 18. März 2005: Konferenz zur Leidensfähigkeit von Tieren im Queen Elisabeth II Conference Centre, London.