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Tierrechtsradio
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Sendung vom 31.12.2004 11:00:

Rückblick auf die Tierrechtsaktivitäten und -erfolge 2004

Das Jahr 2004 war mit Sicherheit das bisher erfolgreichste Jahr für die Tierrechtsbewegung: das bundeseinheitliche Tierschutzgesetz, ein Legebatterieverbot, Pelzfarmverbot und Wildtierverbot im Zirkus ab 2005, Tierombudsleute, Menschenaffenversuchsverbot, historische Erfolge vor Gericht usw. Die Bedeutung dieser Erfolge sowie der Ausblick für die Zukunft wird besprochen.

Die ERFOLGE der Tierrechtsbewegung im Jahr 2004:

GESETZLICHES:
- Bundestierschutzgesetz
- Legebatterieverbot ab 2009
- bundesweites Pelzfarmverbot ab 2005
- bundesweites Wildtierzirkusverbot ab 2005
- Tieranwaltschaft in allen Bundesländern ab 2005
- strenge 2. Tierhalteverordnung für Wildtiere
- Menschenaffenversuchsverbot
- Tierschutz in die Bundesverfassung
- Schnabelkupieren bei Fasanen verboten

KAMPAGNENERFOLGE:
- Schliessung Schweinefabrik Beckerle OÖ
- Schliessung Schweinefabrik Neumayr Salzburg
- Schliessung Legebatterie Winkler Salzburg

VERANSTALTUNGEN:
- 7. Jahr Vegane Sommerfeste (Wien, Graz, Linz und Salzburg)
- 2. Tierrechtskongress Wien

TIERRECHTSPROZESSE:
- insgesamt mindestens 40 Prozesse
- Oberlandesgericht Wien urteilt am 7. 1. 2004 dass Infos über Kaffeeversuche an Ratten am Krebsforschungsinstitut öffentlich verbreitet und die Versuche als "sinnlose Tierquälerei" bezeichnet werden dürfen
- Landesgericht St. Pölten spricht am 12. Juli 2004 einen Tierrechtler frei, der in eine Legebatterie eingebrochen war, 7 Hühner befreit hatte und das dann öffentlich zugab und verbreitete
- Bezirksgericht Liesing verurteilt Jäger zu 7000 Euro Schmerzensgeld, weil er die Hündin einer veganen Tierrechtlerin erstochen hatte und ihr damit soviel seelische Schmerzen zugefügt hätte, als wäre ein Familienmitglied gestorben

AKTIVITÄTEN:
- über 35 ALF-Aktionen mit mindestens 1 Million Euro Sachschaden
- Großdemos (3 in Wien mit mehr als 200 TeilnehmerInnen, in Graz und Linz)

Die Aktivitätsstatistik im Einzelnen:

INSGESAMT:
318 angemeldete Demos (österreichweit ca. 800)
41 Aktionen
21 Veranstaltungen

DEMOS

Pelz:
OÖ: 19
Wien: 102
Steiermark: 11
Salzburg: 5
Tirol: 2
Zusammen: 139

Tierversuche:
Wien: 14
Zusammen: 14

Nutztiere:
OÖ: 22
Tirol: 1
Salzburg: 10
Kärnten: 2
NÖ: 3
Steiermark: 4
Wien: 2
Zusammen: 44

Jagd:
Wien: 4
Salzburg: 2
Tirol: 1
OÖ: 2
NÖ: 1
Zusammen: 10

Zoo:
Steiermark: 2
Wien: 3
OÖ: 1
Zusammen: 6

Zirkus:
Salzburg: 5
Tirol: 1
Steiermark: 1
Burgenland: 1
OÖ: 16
Zusammen: 24

Tiertransporte:
Wien: 1
Zusammen: 1

Bundestierschutzgesetz:
Salzburg: 9
Klagenfurt: 1
Wien: 47
OÖ: 12
Tirol: 1
NÖ: 2
Zusammen: 72

Tierrechte:
Wien: 8
Zusammen: 8

AKTIONEN:

Wien: 7 Pelz
Wien: 5 Bundestierschutzgesetz
Wien: 3 Tierversuche
Wien: 1 Nutztiere
Wien: 1 Tierrechte
Salzburg: 2 Bundestierschutzgesetz
Salzburg: 2 Fleisch
OÖ: 1 Pelz
OÖ: 1 Fleisch
OÖ: 1 Jagd
Steiermark: 1 Veganismus
Steiermark: 2 Fleisch
NÖ: 2 Bundestierschutzgesetz
NÖ: 3 Fleisch
NÖ: 1 Pelz
NÖ: 1 Jagd
Tirol: 4 Jagd
Burgenland: 2 Jagd
Burgenland: 1 Nutztiere
Zusammen: 41

VERANSTALTUNGEN:

Steiermark: 1 Pelz
Steiermark: 5 Tierrechte
Steiermark: 1 Fleisch
Wien: 7 Tierrechte
Wien: 1 Fleisch
Wien: 1 Veganismus
Wien: 1 Tierversuche
Wien: 1 Pelz
Salzburg: 1 Veganismus
OÖ: 1 Veganismus
NÖ: 1 Veganismus
Zusammen: 21

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 24. - 30. DEZEMBER 2004

Pelzdemos. Am 24. Dezember gab es vor der Wiener Filiale des P&C eine Demo gegen den Pelzhandel dieses Kaufhauses. Ebenso wurde am 30. Dezember in Wien sowohl vor dem Volkstheater als auch am Stefansplatz im Stadtzentrum gegen Pelze demonstriert. Am 23. Dezember gab es in Graz am Hauptplatz eine Pelzdemo, sowie am 30. Dezember in Krems.

Anschläge gegen Pelz in Wien. In den frühen Morgenstunden des 23. Dezember wurde das Wohnhaus des Geschäftsführers der P&C Filiale in der SCS beschmiert. Weiters wurden 10 Auslagenscheiben von P&C in der Mariahilferstrasse in Wien mit Kieselsäure verätzt, dem Pelzhaus Gnädig auf der Meidlinger Hauptstrasse alle Scheiben eingeschlagen und dem Pelzgeschäft in der Draschegasse in Wien die Türschlösser verklebt.

Veganfreundlichster Supermarkt Österreichs eröffnet. Der Lagerhaus-Markt in Großmugl, NÖ, wird ab Anfang Jänner 2005 der veganfreundlichste Supermarkt Österreichs. Das Angebot ist speziell auf vegane KundInnen ausgelegt. So gibt es viele pflanzliche Alternativen wie z.B. Sojamilch, Sojaobers, pflanzliche Butter, Vegankäse, Faschierbasis, Pflanzenfleisch aus Taiwan u.v.m.. Außerdem werden alle veganen Produkte, die sich schon jetzt in den Regalen befinden, wie z.B. Mannerschnitten, als Vegan gekennzeichnet. Somit müssen VeganerInnen nicht mehr ständig, wie in anderen Supermärkten, mühsam die Inhaltsangaben durchlesen.

Demo gegen Karpfenessen zu Weihnachten. Als grausamen Brauch verdammten TierrechtlerInnen bei einem Protestmarsch in Brünn den auch für Tschechien typischen Karpfen am Heiligen Abend. „Für Karpfen ist Weihnachten eine grausame Tradition“, stand auf riesigen Fischen, die auf dem Markt anklagend gezeigt wurden.

Hühnerbatterie Winkler in der Stadt Salzburg schliesst. Nach einer langjährigen Kampagne lokaler TierrechtlerInnen und zuletzt der offenen Befreiung von 37 Hühnern und der Besetzung der Legebatterie am 9. April 2004, hat die Legebatterie Winkler in der Stadt Salzburg am 25. Dezember zu existieren aufgehört. Seit 2002 sind Legebatterien in Salzburg, und ab 2009 in ganz Österreich, verboten.

Wiener Allgemeines Krankenhaus beendet Käfigeiverbrauch. Ende 2004 gab das Wiener AKH bekannt in seiner Großküche keine Eier aus Legebatterien sondern nur mehr aus Freilandhaltung verwenden zu wollen. Täglich werden im AKH immerhin 10.000 Mahlzeiten hergestellt. Österreichweit lauft eine Kampagne um den Handel in Käfigeiern zu beenden die sich besonders an GroßverbraucherInnen wendet.

VeganerInnen sollen zur Jagd gezwungen werden. Die Religionsgemeinschaft „Universelles Leben“ hat im Raum Würzburg, Deutschland, Land gekauft, das veganisch bewirtschaftet und nicht bejagt werden soll. Trotzdem keinerlei Wildschäden in benachbarten Grundstücken zu bemerken sind, hat die regionale Jagdbehörde Zwangsabschüsse von Wildschweinen angeordnet und bereits hohe Geldstrafen verhängt, weil sich die Religionsgemeinschaft weigert, Tiere zu töten.

7 TierrechtlerInnen weltweit im Gefängnis. Ende 2004 sind 7 TierrechtlerInnen weltweit im Gefängnis, wobei AktivistInnen, die sich eine kürzere Haftstrafe erkauften, indem sie andere TierrechtlerInnen verraten oder gegen sie ausgesagt haben, nicht mitgezählt sind. 4 der 7 Gefangenen sind in England im Gefängnis und jeweils eineR in Schweden, Italien und den USA. Die längste Haftstrafe ist 10 Jahre, die kürzeste 5 Monate. Insgesamt sind bereits weit über 1000 Personen wegen Tierrechtsaktivitäten eingesperrt worden.

Anti-Pelz Poster in Moskauer U-Bahn. „Sein Leben für ihn, ein Pelzmantel für Dich“. 150 Poster mit dieser Botschaft wurden den gesamten Dezember über in der Moskauer U-Bahn den Passagieren gezeigt. Auf einem Bild sieht man dazu, wie ein Mensch einen in einer Falle gefangenen Koyoten tötet. Das russische Tierrechtszentrum VITA hat diese Kampagne zusammen mit einer englischen Tierrechtsgruppe durchgeführt.

Hirnforschungslabor attackiert. Am 29. Dezember veröffentlichte die Gruppe „Direct Action Israel“ ein Communique, in dem sie die Verantwortung für einen Anschlag auf das Hirnfoschungszentrum der Bar-Ilan Universität ausserhalb von Tel Aviv in Israel übernahm. Mittels Steinen wurde ein Sachschaden unbekannten Ausmasses angerichtet.

Tierbefreiung in Argentinien. Am 29. Dezember bekannte sich die ALF zur Befreiung von 12 Kaninchen und 13 Hennen aus einer Farm nahe von Buenos Aires in Argentinien. Die ALF hat damit seit ihrer Gründung im Jahr 1976 bereits in allen Kontinenten der Erde Befreiungsaktionen durchgeführt.

Vorankündigungen:

5. Februar 2005: Gedanktag in Coventry, England, an Jill Phipps, TR-Aktivistin, die am 1. Februar 1995 von einem Tiertransporter anlässlich einer Blockade absichtlich überfahren worden ist.
17. – 18. März 2005: Konferenz zur Leidensfähigkeit von Tieren im Queen Elisabeth II Conference Centre, London.