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Tierrechtsradio
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Sendung vom 25.03.2005 11:00:

Die Tierrechtsbewegung als Tochter der 1968er Bewegung

1968 war der Höhepunkt der ersten ausserparlamentarischen sozialen Bewegung in vielen Ländern der Welt, so auch in Österreich. Diese Bewegung wurde die Vorläuferin einer Reihe eigenständiger Bewegungen wie der Frauenbewegung, der Ökobewegung und zuletzt der Tierrechtsbewegung. Auch die Grüne Partei stammt aus dieser Tradition. Im Studio diskutiert ein Zeitzeuge die Entwicklung von den 1968ern bis zur Tierrechtsbewegung heute.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 18. – 24. MÄRZ 2005

Pelzdemos. Am 18. und 19. März wurde vor dem P&C in der Wiener Mariahilferstrasse demonstriert, am 19. März auch vor dem P&C in Linz. Ebenfalls am 19. März wurde am Stefansplatz in Wien erstmals der in China gedrehte Film über die Häutungen lebendiger Tiere auf Pelzfarmen gezeigt.

Scheiben von P&C veräzt. Erst jetzt wurde ein Bekennerschreiben öffentlich, nach dem am 5. März die grossen teuren Panzerglas-Auslagenscheiben von P&C in Linz mit Kieselsäure veräzt worden sind.

Fleischdemos. Am 18. März gab es sowohl am Hauptplatz in Graz als auch am Taubenmarkt in Linz eine Demo gegen den Fleischkonsum. Am 20. März organisierte die Band ZSK anlässlich ihres Konzerts im Orpheum in Graz eine Vegetarismus-Demo durch lokale TierrechtlerInnen.

Demo zur Befreiung der TR-Gefangenen. Am 18. März marschierten etwa 50 DemonstrantInnen generell für die Befreiung politischer Gefangener, aber speziell für die Freilassung des TR-Gefangenen Sergio Maria Stefani, zur italienischen Botschaft. Dort wurde eine Kundgebung abgehalten. Weltweit sind im Moment 9 TierrechtlerInnen wegen TR-Aktionen mit bis zu über 10 Jahren Haftstrafe im Gefängnis.

Tagung „Haben Tiere Rechte?“ in Bozen. Am 24. März organisierte das Amt für Umweltschutz der Stadtgemeinde Bozen im Festsaal des Rathauses eine Tagung zum Theme „Haben Tiere Rechte?“. Bei Vorträgen über die Mensch-Tier Beziehung, über die Tierschutzgesetzgebung und über die Parlamentarische Arbeitsgruppe für Tierrechte in Rom, wurde lebhaft über den zukünftigen Status nichtmenschlicher Tiere diskutiert.

Podiumsdiskussion „Tierschutz oder Tierrechte“. Am 23. März organisierte die VetMed in Wien anlässlich ihres 240 jährigen Bestehens eine Diskussion über „Tierschutz oder Tierrechte“. Prof. Luy von der Universität Berlin wagte die These, dass die juristisch-politische Anerkennung von Tierrechten ohne wesentliche Erweiterung des momentanen Schutzes binnen 20 Jahren verwirklicht wird. Prof. Troxler vom Institut für Tierschutz und Tierhaltung in Wien meinte dagegen, Tierrechte wären angesichts der Tierschutzombudsschaft nicht mehr nötig.

Tödliche Schüsse übers Internet. In den USA wurde eine Internet-Plattform eingerichtet, auf der per Mausklick eine Videokamera und ein echtes Gewehr aktiviert werden können, die in einem Wildgatter in Texas installiert wurden. Am 18. März wurde erstmals so von einem Kunden ein Wildschwein erschossen. Diese Online-Jagd kostet für zwei Stunden 300 US-Dollar, jede weitere Stunde kostet 75 US-Dollar. Es haben sich angeblich bisher rund 350 Leute aus der ganzen Welt als potentielle JägerInnen registrieren lassen.

Entlaufenes Kalb in Oberösterreich 26 Stunden gejagt. Am 16. März konnte ein erst drei Monate altes Kalb aus einer Tierfabrik bei St. Georgen an der Gusen in Oberösterreich fliehen. Bauern, Jäger und Gendarmeriebeamte nahmen sofort die Verfolgung auf. Durch den Schuss eines Jägers wurde das Kalb am Ohr und an der Schulter getroffen, entkam aber. Erst nach 26 Stunden konnte das verletzte Tier gefangen werden.

EuGH-Richter weist Beschwerde gegen Tierversuchsverbot für Kosmetika zurück. Frankreich hatte am Europäischen Gerichtshof die Annullierung des in der Kosmetika-Direktive festgelegten Verbots von Tierversuchen für Kosmetika gefordert. Frankreich führt europaweit die meisten Tierversuche für Kosmetika durch. Die Direktive, so die Beschwerde, würde das Prinzip der Rechtssicherheit verletzen, weil ihr Umfang nicht adäquat definiert sei. Dem stimmte der EuGH-Richter in seiner am 17. März erlassenen Rechtsmeinung nicht zu, und es wird erwartet, dass der Europäische Gerichtshof dieser Rechtsmeinung folgen wird, wenn Mitte Juni das Urteil ergeht.

Vorankündigungen:

Jeden Freitag ab 16 Uhr Demo am Grazer Hauptplatz
Jeden Samstag ab 12 Uhr Demo am Stefansplatz in Wien
12.-15. Mai: Kongress zu Alternativen zum Tierversuch in Oslo, http://www.interniche.org/conf2005.html
15. – 18. Juli: internationales Grassroots TR-Treffen in England, http://freedom.rbgi.net