Player
LIVE SEIT 09:00
Zur Zeit spielt Radio Afrika International. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
BIS 10:00
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 29.07.2005 11:00:

Die Tierrechtsbewegung der 1980er in Österreich

Heli Dungler, der Gründer der Vier Pfoten 1988, erzählt live im Studio von den Aktivitäten, Zielen und Erfolgen der Tierschutz/Tierrechtsbewegung der 1980er in Österreich.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 22. – 28. JULI 2005

Pelzdemos. Am 22. und 23. Juli wurde vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien gegen Pelz demonstriert. Am 24. Juli wurde zur Eröffnung der Salzburger Festspiele vor dem Festspielhaus auf das Pelztierleid aufmerksam gemacht.

Demos und Aktionen gegen Singvogelfang und Rauch-Kallat. Demonstrationen vor dem Ministerium in Wien gab es am 22., 25., 26., 27. und 28. Juli. Zusätzlich wurde am 22. Juli in Graz am Hauptplatz und in Linz beim Pflasterspektakel, sowie am 23. Juli in Wien am Stefansplatz und in Wels am Hauptplatz gegen den Singvogelfang demonstriert. Am 23. Juli gab es auch noch einen Demonstrationsmarsch in Wien vom Ministerium zum Stefansplatz.
Aktionen bei Auftritten der Ministerin fanden am 25. Juli in der VetMed in Wien und ebenfalls am 25. Juli vor dem Pressezentrum des Ministeriums in Wien statt.
In der Woche von 22.-28. Juli wurden in Wien und Graz hunderte Plakate mit Kritik an Ministerin Rauch-Kallat aufgehängt.

Singvogel-Gesetzesnovelle zurückgezogen. Nachdem Ministerin Rauch-Kallat am 20. Juni eine Gesetzesnovelle vorgeschlagen hatte, die eine Ausnahme vom Bundestierschutzgesetz für das Ausstellen – und damit das Fangen – von Singvögeln im oö. Salzkammergut vorsah, begann die TR-Bewegung zu mobilisieren. Insgesamt gab es 18 Demonstrationen in 8 Städten, 17 weitere Demos vor dem Ministerium und 10 Störaktionen bei Auftritten der Ministerin. Halbseitige Anzeigen in Tageszeitungen, eine Pressekonferenz mit ExpertInnen, tausende Plakate und Pickerl, sowie Erklärungen gegen die Novelle von 45 Tierschutzvereinen gemeinsam, von der Tierärzteschaft, dem Tierschutzrat, den Tierschutzombudspersonen, der Grünen Partei und von Volksanwalt Dr. Peter Kostelka erzeugten den politischen Druck, dem die Ministerin am 28. Juli nachgab: in den Abendnachrichten erklärte sie, dass sie die Novelle zurückziehen werde. Das Ausstellen und der Fang von Singvögeln bleiben damit verboten.

Tierschutzministerin klagt Tierschutzverein. Ministerin Rauch-Kallat ist durch ihren Versuch, das Ausstellen wild gefangener Singvögel, und damit indirekt den Singvogelfang, wieder zu erlauben, in das Kreuzfeuer der Kritik des Tierschutzes geraten. Der Verein Gegen Tierfabriken verbreitete auf Flugblättern ein „Sündenregister“ der Ministerin, das eine Reihe von Handlungen von ihr als für den Tierschutz nicht tragbar kritisiert. Rauch-Kallat hat daraufhin am 22. Juli den VGT geklagt, weil sie sich durch die Flugblätter des Vereins zum Singvogelfang in ihrer politischen Laufbahn gefährdet sieht. Beim Handelsgericht beantragte sie eine Einstweilige Verfügung und möchte erreichen, dass die Flugblätter nicht mehr verteilt werden dürfen. Das Urteil wird Anfang August erwartet.

VegetarierInnen wehren sich gegen Fleischsteuer. Empörung herrscht derzeit unter VegetarierInnen in NÖ. Sie sollen nach einem Gesetzesentwurf vom 21. Juni ab 1. Jänner 2006, wie alle anderen nö. BürgerInnen auch, jährlich € 12 für Schlachtabfallentsorgung und BSE-Tests zahlen, obwohl sie diese nicht verursachen. TierrechtlerInnen rufen deshalb alle LandesbürgerInnen und Gemeinden bis zum 2. August zum Einspruch gegen dieses Gesetz auf.

Pressekonferenz gegen Tierversuche für Schönheitsspritzen. Am 25. Juli hielten TierversuchsgegnerInnen im Presseclub in Wien eine Pressekonferenz zu Versuchen an Mäusen zur Qualitätskontrolle jeder erzeugten Charge des Nervengifts Botulinum Toxin, das zur Behandlung von Falten verwendet wird, ab. Nach einer Spritze in die Bauchhöhle erleiden die Tiere Muskellähmungen, Sehstörungen und sterben schließlich qualvoll an Atemstillstand. Für jede Prüfung müssen bis zu 100 Mäuse auf diese Weise sterben.

17 Kaninchen befreit. In der Nacht auf den 22. Juli wurden 17 Kaninchen aus einer Zuchtfarm in Rangedala bei Boras in Westschweden befreit. Die AktivistInnen hinterliessen Sprüche an den Wänden. In Schweden werden 200.000 Kaninchen pro Jahr für die Fleischproduktion gezüchtet.

Pelztierbefreiung. In der Nacht auf den 26. Juli öffneten AktivistInnen alle 2500 Käfige einer Fuchsfarm in Juuka, Nordkarelien, Finnland. Etwa 600 Füchse konnten entkommen. Alle Zuchtkarten wurden entfernt.

Jäger verurteilt. Am 27. Juli wurde ein Jäger in Feldkirch in Vorarlberg wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung verurteilt. Er hatte zwei abgegebene Hunde auf dem Privatgrundstück von TierschützerInnen gegen deren Willen erschossen, um der Gemeinde die Kosten von € 100 pro Hund für die Unterbringung im Tierheim zu ersparen.

Liberty ohne Pelz. Nachdem im Mai 2005 die britische Handelskette Selfridges pelzfrei geworden war, zieht nun das Nobelkaufhaus Liberty von der Londoner Regent Street nach. Liberty hat das am 22. Juli schriftlich mitgeteilt. Diese Entscheidung ist als großer Erfolg der Tierrechtsbewegung zu werten, die das Unternehmen durch Mails, Briefe und Protestaktionen konsequent zum Ausstieg aus dem Pelzverkauf aufgefordert hatte.

Vorankündigungen:

Jeden Freitag ab 16 Uhr Demo am Grazer Hauptplatz
Jeden Samstag 13-15 Uhr Pelzdemo vor P&C Mariahilferstrasse in Wien
3. September ab 11 Uhr Veganes Sommerfest in Ljubljana im Mostec Park

Playlist / Zusatzinfo:

U2: POP