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Tierrechtsradio
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Sendung vom 06.01.2006 11:00:

Rückblick 2005: Bewertung des Bundestierschutzgesetzes

Ist das neue Tierschutzgesetz ein Fortschritt? Die Legebatterie-Kampagne als Beispiel einer Reaktion der Tierrechtsbewegung als Absicherung des neuen Gesetzes.

Was hat das Tierschutzgesetz neues gebracht? Wie sind die neuen Institutionen "Tierschutzrat" und "Tierombudschaft" zu bewerten? Konnten die neuen gesetzlichen Regelungen durchgesetzt werden?


TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 23. DEZEMBER 2005 - 5. Jänner 2006

Pelzdemos
Am Freitag dem 23. und 30. Dezember wurden jeweils von 10 bis 20 Uhr vor dem P&C in der Mariahilferstraße Flyer verteilt und es wurde mit Schildern auf den Pelzhandel dieses Unternehmens aufmerksam gemacht. Am 24. und 31. Dezember wurden vor demselben Geschäft in Wien Demonstrationen abgehalten. Am 23. Dezember fand eine Pelzdemo in Salzburg statt.

Aktionen gegen die Pelzwirtschaft
Am 1. Jänner gab es einen Anschlag mit Farbbeuteln auf die Fassade des Peek&Cloppenburg Lieferanten „Escada“. Es wurde damit gegen den Verkauf von Pelzen bei Peek&Cloppenburg protestiert. Erst jetzt wurde bekannt, dass Mitte Dezember TierbefreiungsaktivistInnen die Fenster des Pelzgeschäfts Foggensteiner am Ring mit Lack und die Fassade mit Farbe blutrot gefärbt hatten. Zusätzlich wurden die Fenster mit Säure geätzt.
In der Nacht vom 29.12 auf den 30.12 wurden bei drei Pelzgeschäften in Wien (Huglgasse, Sechshauserstraße, Märzgasse) mit großen starken Bügelschlösser die Gitterfassaden versperrt, sodass die Geschäfte ihre Gitterjalousien nicht hochziehen und somit ihre Geschäfte nicht öffnen konnten. „Diese Aktionen richten sich gegen den Pelzhandel allgemein, und sollen aber auch ein Gruß an P&C sein“ wurde in einem BekennerInnenschreiben verlautbart.

Aktivist kettet sich vor P&C Filiale in Wien an
Am 23. Dezember kettete sich ein Tierrechtsaktivist mittels eines Fahrradschlosses an die Eingangstüre der P&C Filiale in der Wiener Mariahilferstraße und verhinderte auf diese Weise das Öffnen der Türen. Zusätzlich wurden noch 3 Schlösser mit Ketten verhängt. Der Aktivist protestierte mit einem um den Hals gehängten Schild mit der Aufschrift „P&C verkauft Hundepelz“ gegen den Pelzhandel des Kaufhauses. Nach einer halben Stunde wurde der Aktivist von der herbeigerufenen Polizei losgeschnitten und festgenommen.

Durch Österreichs Intervention wird EU-Förderung für Tiertransporte teilweiseaufrecht erhalten
Wie nun bekannt wurde hat am 23. Dezember der EU-Verwaltungsausschuss für Rindfleisch auf Drängen von Österreich, die Streichung der EU-Subventionen für Lebendtiertransporte doch noch einmal abgeschwächt. So wurde auf Betreiben Österreichs die Exportförderung für Zuchtrinder aufrechterhalten. Im Jahr 2004 wurden mehr 11.000 Rinder als Zuchtrinder aus Österreich exportiert. Das sind mehr als 50% aller europäischen Zuchtrinderexporte.

Zirkusangestellte von Tigern schwer verletzt
Die 26-jährige Raubtierdompteurin des Österreichischen Nationalzirkus ist am 29. Dezember im deutschen Giessen von Tigern gebissen und äußerst schwer verletzt worden. Sie hatte am frühen Donnerstagmorgen offenbar eine Klappe zum Käfig mit vier ausgewachsenen Tigern geöffnet. Eines oder mehrere Tiere zerfleischten ihren Arm und zerrten an ihr so stark herum, dass die Frau sich nicht selbst befreien konnte. Die Frau musste notärztlich behandelt werden. Nach Angaben der Polizei war sie beim Abtransport ins Spital noch bei Bewusstsein. Bereits 2003 kritisierten Tierschützer die Haltung der 7 Tiger in einem strukturlosen, mit Urin durchtränktem Transportkäfig ohne Außengehege.

Eisbären ertrinken in der Arktis
Laut Wissenschaftsmagazin „Nature“ berichteten Forscher bei der 16. Konferenz der Biologie von Meeressäugern in San Diego, dass es unter Eisbären vermehrt zu Kannibalismus und Selbstmord käme. Experten meinen, dass sich die Lebenssituation der Säuger durch die Klimaerwärmung in den vergangenen Jahren dramatisch verändert hat. Meeresbiologen des US Minerals Management Service entdeckten im Herbst vier ertrunkene Eisbären vor der Nordküste Alaskas. Die Wissenschafter berichteten darüber hinaus, dass sie eine Vielzahl von Eisbären schwimmend im offenen Meer entdeckten. Manche von ihnen waren 95 Kilometer von der Küste entfernt. 20 Prozent der Eisbären dieser Region konnten die Forscher im September nur im eisfreien Wasser sichten. In den Jahren zuvor waren es lediglich vier Prozent.

Zwergkaninchen in Mariahilf aus Altglascontainer geborgen
Am 26. Dezember ist eine Zwergkaninchen-Mutter samt ihren drei Jungen in einem Altglascontainer zurückgelassen worden. Die Tiere wurden rechtzeitig entdeckt und im Wiener Tierschutzhaus abgegeben.

Wiener Tierschutzhaus: Negativrekord an abgegebenen Tieren im Dezember prognostiziert
Jedes Jahr unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen werden im Wiener Tierschutzhaus dutzende Vierbeiner abgegeben, die als ungewollte Geschenke unter dem Christbaum landeten. Allein zwischen dem 24. und 26. Dezember sind 47 Tiere abgegeben worden. Bereits vor den Feiertagen hatte der Wiener Tierschutzverein über mangelnde Kapazitäten geklagt. Derzeit halte man bei rund 450 abgegebenen Tieren im Dezember. Der nächste große Ansturm auf das Tierschutzhaus steht nun erfahrungsgemäß einige Wochen nach den Feiertagen an. Neben der Überforderung sei dann auch der anstehende Winterurlaub oftmals der Grund, sich endgültig von einem Haustier zu trennen, erklärt der Sprecher des Wiener Tierschutzvereins.

Aktivist stirbt in Polizeizelle
Arizona, USA: Am 22. Dezember wurde der vierzigjährige Umweltaktivist William C. Rodgers tot in der Polizeizelle aufgefunden. Laut Polizeiangaben soll er Selbstmord verübt haben, indem er sich einen Plastiksack über den Kopf stülpte. Er wurde beschuldigt einen Brandanschlag auf eine staatliche Wildtier-Forschungsstelle verübt, sowie bei einem Treffen bei dem ein Brandanschlag auf ein neues Schigebiet geplant worden sein soll, teilgenommen zu haben.

Tirol: 50 Anzeigen gegen Bauern wegen illegalen Einsatzes von Antibiotika
In einer Molkerei waren Spuren von Medikamentrückständen festgestellt worden. Nach einer darauf folgenden Razzia der Tiroler Veterinärbehörden kam es zu 50 Anzeigen gegen Landwirte. Diesen wird der illegale Einsatz von Antibiotika und leistungssteigernden Medikamenten vorgeworfen.

Versicherungspflicht für Wiener Hunde
Für Hunde, die nach dem 1.1.2006 zur Welt kommen und in Wien gemeldet sind, ist künftig der Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtend. Wien ist damit nach Oberösterreich bereits das zweite Bundesland, in dem das Tierhaltegesetz eine Hundehaftpflichtversicherung vorschreibt. Die Mindestversicherungssumme wird in Wien EUR 725.000,- betragen.

Jäger zeigten Tierretter an
Ein stark verletztes Reh lag bei Schlierbach, OÖ, im Straßengraben – ein Tierretter brachte es zum Tierarzt, wo es eingeschläfert wurde. Jäger erstatteten nun Anzeige wegen Wilddiebstahls. Durch die Spritze sei das Fleisch ungenießbar geworden. Das Bezirksgericht bezifferte den Sachwert mit 40 Euro und stellte das Verfahren ein.

Rund 90 Schweine bei Brand im Bezirk Mistelbach umgekommen
Wie die NÖ Sicherheitsdirektion mitteilte, dürfte sich im Stall Stroh unter einer Wärmelampe entzündet haben. 90 Schweine erstickten im darauf folgenden Brand im Stall. Auf Grund des Sauerstoffmangels erloschen die Flammen von selbst. Der Schaden wird mit 8.000 Euro beziffert.

Pelzpreise steigen stark an
Bei den Pelzauktionen in Finnland wurden weit höhere Preise als im Vorjahr erzielt. So war beispielsweise der Preis für Nerzpelze um 40% höher als im Vorjahr. Die Pelzfarmer jubeln.

Jäger schießen auf zahme Tiere
Am 26. Dezember erschoss ein Jäger in Göttlesbrunn/NÖ ein weibliches Wildschwein und ihre sechs Kinder. Das weibliche Tier war zahm und wurde ursprünglich selbst gemeinsam mit sechs anderen Schweinen noch als Säugling im Wald gefunden und mit dem Fläschchen aufgezogen. Später lebten die Tiere in einem nahen Gatter, das ein beliebtes Ausflugsziel von Familien war. Die Mutter mit ihren Kindern hatte unbemerkt das Gatter verlassen und war dem Jäger vor die Flinte gelaufen.
Ähnlich erging es vor Weihnachten drei Hirschkühen und einem –kalb. Diese ebenfalls zahmen Tiere waren in Eichberg (Gemeinde Leutschach) aus einem Gatter entkommen. Das Hirschkalb hat der Jäger am 20. 12., die drei Muttertiere in unmittelbarer Nähe ihrer drei Kinder am 23. 12 erschossen. Der Anwalt des Tierhalters fordert nun, "dass der Täter [...] strafgerichtlich verurteilt und endgültig aus der Jägerschaft ausgeschlossen wird...", da dem Jäger klar sein musste, dass es sich um zahme Tiere handelte.
Am 25. Dezember schoss ein 46-jährige Jäger in der Salzach-Au bei Untereching dreimal auf einen freilaufenden ausgebildeten Lawinenhund. Der durch 27 Schrotkugeln schwer verletzte Hund konnte sich noch nach Hause schleppen und befindet sich nach wie vor in Lebensgefahr.

Vorankündigungen:
Samstag, 7. 1. 2006, Demo vor dem P&C in der Mariahilferstraße in Wien von 11.00 bis 18.00, am Stock-im-Eisenplatz von 16.00 bis 20.00
Freitag, 13. 1. 2006, Protestaktion vor P&C in der Mariahilferstr. In Wien 12.00 bis 19.00