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Tierrechtsradio
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Sendung vom 24.02.2006 11:00:

Heimtierhaltung: Ist sie zu rechtfertigen?

Heimtiere als Prestigeobjekte, als Seelentröster und lebende Alarmanlagen. Zu Gast im Studio ist Andrea Stanzel, Hundetrainerin und Verhaltensberaterin.

Die Gründe Heimtiere zu halten sind vielfältig. Steht nicht aber immer das menschliche Interesse im Mittelpunkt? Hat in der Beziehung Mensch-Heimtier nicht ganz radikal die Perspektive des Menschen Priorität? Richtet sich die Befriedigung tierlicher Bedürfnisse nicht einzig nach den Vorstellungen und Rahmenbedingungen die der Mensch vorgibt? Hat das Tier nicht so zu sein wie es sich der Mensch vorstellt? Haben Menschen in dieser, was die Machtposition betrifft, einseitigen Beziehung überhaupt die ernsthafte Bereitschaft tierliche Interessen wahrzunehmen, auf diese einzugehen und persönlich zurückzustecken, um diese zu erfüllen? Und können wir die Interessen unserer Heimtiere überhaupt in ausreichendem Maß erfüllen? Ist Heimtierhaltung überhaupt zu rechtfertigen?

Um diese provokanten Fragen dreht sich das Gespräch im Studio. Vor allem am Beispiel zahlloser missglückter Mensch-Hund Beziehungen erläutert Andrea Stanzel, wo sie ganz grundsätzliche Defizite in der Einstellung der Menschen zur Heimtierhaltung sieht.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 17. – 23. FEBRUAR 2006

Pelzdemos. Am 17., 18. und 23. Februar wurde vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien gegen dessen Pelzhandel demonstriert. Zusätzlich gabs am 17. Februar am Hauptplatz in Graz und am 18. Februar am Stefansplatz in Wien Pelzdemos.

Demo gegen Tiroler Jagdtage. Von 17. – 19. Februar fand die Jagdmesse „Tiroler Jagdtage“ im Messezentrum in Innsbruck statt. Etwa 30 TierrechtlerInnen demonstrierten am 18. Februar von 10 – 16 Uhr vor dem Eingang mit Trommeln und sogar einem Schlagzeug. Zusätzlich wurden auf der Strasse Spontantheaterszenen gespielt und jedeR einzelne der spärlich eintröpfelnden BesucherInnen mit Sprechchören begrüßt bzw. verabschiedet.

Fleischdemo in Linz. Am 18. Februar gab es in Linz am Taubenmarkt vor der McDonalds Filiale eine Demo gegen Fleisch.

Einstweilige Verfügung gegen Webseite des VGT erlassen. Am 21. Februar erliess das Handelsgericht Wien eine von einem Jäger beantragte Einstweilige Verfügung gegen eine Webseite des TR-Vereins VGT, weil sich der Jäger durch die Berichterstattung einer Jagdsabotage beleidigt fühlte. Er wäre auf einem Foto vieler JägerInnen zu erkennen, obwohl er nicht namentlich genannt wurde. Die JägerInnen hatten u.a. mit stark streuenden Schrotladungen auf nur wenige Meter über den Köpfen von AktivistInnen fliegende Fasane geschossen, was offensichtlich eine Gefährdung für die AktivistInnen darstellt und als solche im Artikel bezeichnet wurde. Die Richterin, die sich in dem Urteil selbst als mit der Jagd vertraut outete, befand in ihrem Urteil, dass das dennoch nicht als Gefährdung bezeichnet werden dürfe. Weiters bezweifelte sie schlicht die Angaben der AktivistInnen, dass die JägerInnen u.a. ein Elektrohalsband gegen einen Jagdhund benutzt und ein 12 jähriges Kind zum Töten eines verletzten Fasans angehalten hätten. Die Webseite muss jetzt vom Netz genommen werden.

Vogelgrippe in Österreich bringt Einbussen am Fleischmarkt. Nachdem in der 3. Februarwoche 2006 eine ganze Anzahl von mit Vogelgrippe infizierten Wildvögeln an verschiedenen Stellen im Osten Österreichs gefunden worden ist, wurde eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel erlassen. Aus der Steiermark werden bereits Verkaufseinbussen bei Geflügelfleisch von über 50% gemeldet. Die GeflügelhalterInnen fordern Entschädigungen durch den Staat, obwohl in anderen Wirtschaftssparten bei Markteinbussen durch mangelndes Kaufinteresse keine Entschädigungen gezahlt werden und auch VegetarierInnen Steuern zahlen müssen, die dann zur Förderung der Fleischproduktion verwendet würden.

Nach Pferden nun auch Kühe Opfer von unbekannten TierquälerInnen. Nachdem bereits zahlreiche Pferde in der Steiermark und im Südburgenland von TierquälerInnen verletzt wurden, sind nun offenbar auch Kühe Opfer von unbekannten SexualtäterInnen geworden. In Spielberg wurden am 18. Februar drei Rinder jeweils mit einem stumpfen Gegenstand im Genitalbereich verletzt.

Anzeige wegen Tierquälerei gegen Zoo Schönbrunn niedergelegt. Im November 2005 hatten TRlerInnen ein undercover gefilmtes Video an die Öffentlichkeit gebracht, auf dem das Elefantenkind Mongu im Zoo Schönbrunn bei einem Training gefesselt, von 8 Männern zu Boden gestossen und mit einem so genannten Elefantenhaken traktiert und auf den Kopf geschlagen wird. Die Staatsanwaltschaft hat dennoch am 18. Februar die Anzeige wegen Tierquälerei gegen den Tiergarten Schönbrunn zurückgelegt. Das zur fachkundigen Beratung beigezogene Veterinäramt der Stadt Wien sei nach Prüfung des vorgelegten, mehr als einstündigen Videos von Gewalttaten gegen Mongu während dessen Dressur zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ausbildung junger Tiere notwendig und im konkreten Fall in angemessener Form ohne übermäßige Härte erfolgt sei.

Polizei hört Telefon ab und kann PGP nicht knacken. Am 7. und 8. Tag im Prozess gegen die BetreiberInnen einer Webseite in den USA, auf der von Aktionen gegen HLS berichtet worden ist, wurde bekannt, dass das FBI insgesamt 8360 Telefongespräche abgehört und aufgezeichnet hatte. Der mit 180.000 US-Dollar bezahlte Experte des FBI gab allerdings an, die mit PGP gesicherten Dateien auf den Computern der Angeklagten trotz aller Versuche nicht lesen zu können.

Auch nichtmenschliche Tiere können kausal denken. Einem internationalen Wissenschaftsteam aus Göttingen und Los Angeles ist es gelungen zu beweisen, dass nicht nur Menschen, sondern auch nichtmenschliche Tiere über die Fähigkeit zu kausalem Denken verfügen. So sind Ratten in der Lage, nach passiver Beobachtung aufeinander folgender Ereignisse korrekte Vorhersagen über die Folgen eigener Handlungen zu treffen, auch wenn sie diese nie zuvor ausprobieren konnten, berichteten die ForscherInnen am 17. Februar in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.

1. BSE-Fall in Kroatien. Kroatien hat am 16. Februar erstmals einen BSE-Fall gemeldet. Wie das kroatische Fernsehen unter Berufung auf das nationale veterinärmedizinische Institut berichtete, ist eine fünf Jahre alte Kuh im Osten des Landes an der Rinderseuche verendet.

Coretta King war vegane TRlerin. Die führende Menschenrechtsaktivistin der ersten Stunde für die Bürgerrechtsbewegung zur Befreiung der Schwarzen in den Südstaaten der USA, und Ehefrau vom legendären Martin Luther King, der 1968 ermordet wurde, Coretta King, verstarb am 30. Jänner 2006. Sie ist viele Jahre lang Veganerin und aktive Tierrechtlerin gewesen und hat auf diese Weise ihre Überzeugung von Frieden und Gewaltfreiheit selbst gelebt.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag 13-18 Uhr Pelzdemo vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien und 16-20 Uhr am Stefansplatz