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Tierrechtsradio
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Sendung vom 08.09.2006 11:00:

Tierrechtseindrücke von der Landwirtschaftsmesse

Die Agraria 2006 in Wels zeigte ausschliesslich tierquälerische Stallsystem wie Vollspaltenböden, Kastenstände, Grosskäfige für Legehennen, Kälberboxen und Enthornungsboxen.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 1. – 7. SEPTEMBER 2006

Tierrechtsdemo.
Am 2. September wurden in der Nacht am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand vorgeführt.

Demo gegen Tierversuchsgesetz vor dem Parlament.
Anlässlich der Nationalratswahl demonstrierten am 4. September einige TierrechtlerInnen vor dem Parlament in Wien und zeigten in gespielten Szenen einen Draize-Test am Auge eines Kaninchens und eine Vergiftungstest an einem Hund vor. Das Tierversuchsgesetz sei bereits 18 Jahre alt, was für die rasante Entwicklung im Tierschutz sehr lang wäre, und müsste daher von Grund auf reformiert werden. Alle Parteien ausser die ÖVP würden das ähnlich sehen, ginge aus Stellungnahmen der Parteien hervor.

Scheiben von Pelzgeschäften und Fleischereien eingeschossen.
Am 1. September wurden 3 Auslagenscheiben von 2 Fleischereien und 1 Pelzgeschäften in Wien mit einer Steinschleuder eingeschossen. Am 2. September folgte 1 weitere Auslagenscheibe eines anderen Pelzgeschäftes in Wien.

Landwirtschaftsmesse Agraria 2006 in Wels.
Von 31. August bis 3. September präsentierten 1200 Aussteller ihre Angebote auf der Fachmesse für Landwirtschaft in Wels. Dabei wurden nicht nur ausschliesslich tierquälerische Stallsysteme z.B. für Schweinefabriken angeboten, es gab auch zahllose angekettete Kühe und eine Kleintierbörse mit lebenden Tieren in winzigen Käfigen vorort. TierrechtlerInnen kritisierten auch die Vorfühung zahlloser Zuchtstiere am Nasenring, sowie die Präsentation von Enthornungsboxen, gesetzwidrig kleinen Kälberboxen und sogar von Großkäfigen für Legehühner, obwohl Legebatterien in Österreich bereits verboten sind.

Gammelfleisch auch in Österreich.
Nachdem in Deutschland in den vergangenen Jahren schon mehrfach verdorbenes Fleisch für öffentliche Aufregung und Verunsicherung gesorgt hat, hat das „Gammelfleisch“ jetzt auch Österreich erreicht. Fünf Bundesländer und mindestens zehn Betriebe sind in Österreich betroffen, wurde am 4. September mitgeteilt. Erste Ergebnisse der Kontrollen liegen bereits vor: Demnach wurde in Tirol in drei und in Wien in fünf Betrieben „Gammelfleisch“ entdeckt. In Niederösterreich wurde in zwei Betrieben verdorbenes und gleichzeitig zum Verkauf bestimmtes Fleisch beschlagnahmt und vernichtet. Auch in einem steirischen Gastronomiebetrieb wurden 200 kg falsch etikettiertes Hühnerfleisch – insgesamt waren aber 500 kg geliefert worden – gefunden. Die restlichen 300 kg davon waren (wie auch eine ebenso große Menge vergammeltes Burgerfleisch) bereits verspeist worden.

EU-Parlament fordert: EU-Kommission soll Robbenpelzimporte verbieten.
Am 6. September beschloss das EU-Parlament eine Resolution, nach der die EU-Kommission aufgefordert wird, ein Robbenpelzimportverbot für kanadische Waren zu erlassen. Seit den 1980er Jahren gibt es ein Importverbot von Robbenbaby-Produkten, das aber von der kanadischen Regierung umgangen wurde, indem sie das Alter für die zu schlachtenden Robben hinaufsetzte. BeobachterInnen erwarten sich von einem derartig erweiterten Importverbot dramatische Auswirkungen für das Robbenschlachten in Kanada.

Jagdhund attackiert Jäger.
Am 4. September griff ein Jagdhund, ein Münsterländer, seinen Jagdführer in Herzogsdorf bei OÖ an und biss ihn ins Gesicht und ins Gesäss, anstelle, wie ihm befohlen, ein Reh zu verfolgen. Der 49-jährige Jäger musste ins Spital eingeliefert werden.

30.000 Nerze befreit.
Am 3. September schnitten TR-AktivistInnen den Zaun der Pelzfarm „Pioneer“ in Leningradskaja, Russland, auf und öffneten die Käfige von 30.000 Nerzen. Der Schaden für die Farm wird mit rund € 350.000 angegeben.

Klage eines Jägers abgewendet.
Im Jahr 2005 hatte ein Jäger 2 streunende Schäferhunde erschossen. Der Jäger klagte daraufhin den Halter der beiden Hunde auf € 1500 Schadenersatz, weil einer der Hunde das Gewehr beschädigt haben sollte. Das Gericht wies am 5. September diese Klage zurück, nachdem Gutachten festgestellt hatten, dass der Jäger gelogen haben musste. Der Jäger muss nun die Gerichtskosten von rund € 10.000 begleichen.

Rechnungshof kritisiert Vet-Uni Wien.
Der Rechnungshof (RH) übte in einem am 5. September veröffentlichten Wahrnehmungsbericht Kritik an nicht genehmigten Tierversuchen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW). In den Jahren 2000 bis 2005 wären Übertretungen des Tierversuchsgesetzes durch VUW-Angehörige festgestellt worden. Unter anderem wurden an der VUW Tierversuche bereits vor Erteilung der Genehmigung begonnen bzw. nach Ablauf einer allfälligen Befristung fortgesetzt oder mehr Tiere als genehmigt in den Versuch miteinbezogen. In zwei Fällen wurde keine oder erst nachträglich eine Genehmigung beantragt.

Pressekonferenz der Tierschutzministerin.
Am 6. September hielt Tierschutzministerin Maria Rauch-Kallat eine Pressekonferenz mit dem Thema „Tierschutz in Österreich und auf Europäischer Ebene – eine positive Bilanz!“ ab. Die Ministerin lobte das Bundestierschutzgesetz und ihre Tierschutz-Initiativen im Rahmen der EU-Präsidentschaft. Nach Ansicht von TRlerInnen blieb die Ministerin bei den dringlichsten Themen im Tierschutz, wie etwa einer Reform des veralteten Tierversuchsgesetzes, der Behebung gröbster Tierquälereien im Rahmen der Jagd, wie die Jagd auf extra dafür gezüchtete Tiere, oder der Forderung nach Stroheinstreu für Schweine aber Lösungsinitiativen schuldig.

BZÖ präsentiert Tierschutzprogramm.
Am 7. September hielt das steirische BZÖ in Graz eine Pressekonferenz zum Tierschutz ab. Tierheime sollten vom Bund finanziell gefördert, alternative Methoden zu Tierversuche sollten unterstützt und ein Schutzprogramm zum Erhalt der in Österreich lebenden Wildtiere geschaffen werden.

Vorankündigungen:

8. September ab 18:30 Uhr Vortrag „Welchen Wert hat ein Leben?“, Rotenmühlg. 4, 1120 Wien
14. und 15. Oktober 2006: Süd-Ost Europa TR-Konferenz in Wien, www.animalconference.eu