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Tierrechtsradio
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Sendung vom 15.12.2006 11:00:

Polizeirepression gegen die TR-Bewegung in Österreich

Demoverbote, Räumungen, Festnahmen, Arbeitsverbote, Bespitzelung durch die Staatspolizei: die Repression der Polizei gegen TR-Aktivismus nimmt beängstigende Ausmasse an.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 8. – 14. DEZEMBER 2006

Demos und Aktionen gegen Kleider Bauer.
In der Woche vom 8.-14. Dezember wurden wiederum insgesamt 14 Demos gegen Kleider Bauer abgehalten, davon 9 in Wien, 2 in Innsbruck und 1 jeweils in Graz, Bruck an der Mur und Salzburg. Zusätzlich wurde am 14. Dezember in Wien bei Hämmerle, einem Modehaus, das den Besitzern von der Firma Kleider Bauer gehört, demonstriert. Weiters wurde am 13. Dezember ein 4 m x 5 m grosses Plakat gegen Kleider Bauer in der Einfahrt der Westautobahn nach Wien aufgehängt. Am 11. Dezember gab es einen internationalen Email-Telefon-Fax Protesttag gegen Kleider Bauer.

Versammlungsbehörde verbietet Demos gegen Kleider Bauer.
Am 7. Dezember sprach die Versammlungsbehörde in Wien plötzlich ein generelles Verbot von Demos vor Kleider Bauer aus, in St. Pölten wurden die Demos ebenso untersagt. Sogar Neuanmeldungen 50 m von Kleider Bauer entfernt wurden mit Untersagungen beantwortet. Am 8. Dezember wurden 5 einzelne AktivistInnen beim Verteilen von Anti-Kleider Bauer Flugblättern von der Polizei mit der Festnahme bedroht, falls sie die Umgebung von Kleider Bauer nicht verlassen würden. Auf Anfrage gab die Bundespolizeidirektion bekannt, dass alle Personen, die als TierschützerInnen erkennbar seien, aus der Nähe von Kleider Bauer Filialen vertrieben würden. Die Begründung für diese Massnahmen: die öffentliche Sicherheit sei gefährdet. TierrechtlerInnen erklärten dazu, alle diese Untersagungen berufen zu wollen. Zusätzlich wurden trotz aller Schikanen zahllose Demos gegen Kleider Bauer abgehalten. Am 14. Dezember bedrohten ca. 40 Polizeibeamte eine Demo für Meinungsfreiheit vor Kleider Bauer von etwa ebenso vielen Personen mit der gewaltsamen Räumung, nahmen aber nach dem passiven Widerstand der AktivistInnen davon Abstand.

Pelzdemomärsche in Graz und Innsbruck.
Am 8. Dezember marschierten etwa 100 Personen gegen Pelz quer durch die Innsbrucker Innenstadt, von einem Pelzgeschäft zum nächsten. Mit Trommelmusik und rythmischen Rufen wurde auf das Pelztierleid aufmerksam gemacht.
Am folgenden Tag gabs einen noch lauteren Pelzdemomarsch von etwa 50 AktivistInnen in Graz. 4 Stunden lang wurden alle pelzführenden Geschäfte inklusive Kleider Bauer bedemonstriert.

Tierrechtsdemos und -veranstaltungen.
Am 8. Dezember veranstalteten TRlerInnen einen grossen Tierschutzflohmarkt samt umfangreicher Bildausstellung und veganem Buffet im Kleingmainerhof in Salzburg.
Am 9. Dezember wurde am Stefansplatz in Wien und am Taubenmarkt in Linz mittels Videobeamer und TR-Filmen für Tierrechte demonstriert.
Am 14. Dezember gab es eine Demo vor dem Sitz der israelitischen Kultusgemeinde gegen das betäubungslose Schächten.

Jagdsabotage bei Breitensee im Marchfeld.
Am 14. Dezember fanden sich 25 AktivistInnen bei einer Treibjagd auf Hasen, Fasane und Tauben in der Nähe von Breitensee im Marchfeld ein, um die Jagd zu verhindern. Die AktivistInnen verstellten den JägerInnen mit Regenschirmen den Blick auf ihre Opfer, sodass die Jagd abgebrochen werden musste. Polizei traf jedoch mit 8 Fahrzeugen ein und versuchte die AktivistInnen widerrechtlich zu fangen und festzunehmen. Nur 5 Personen wurden tatsächlich festgenommen, sogar mit Handschellen, und die letzte Gefangene wurde erst 2 Stunden nach Ende der Aktion freigelassen.

Pelzfarmverbot in Kroatien.
Am 8. Dezember entschied sich das kroatische Parlament für ein vollständiges Pelzfarmverbot, allerdings nach einer Übergangsfrist von 10 Jahren. Es gibt wenige Pelzfarmen in Kroatien, aber dieses Land produziert durch eine supergrosse Chinchillafarm die Hälfte aller Chinchillapelze der Welt.

Bericht über österreichisches Wildtierhaltungsverbot im Zirkus vor EU-Parlament.
Die Tierschutzombudsschaft Wien wurde am 14. Dezember von österreichischen EU-Abgeordneten eingeladen, der Tierschutz-Arbeitsgruppe des Europaparlaments das österreichische Vorzeigemodell zum Wildtierhaltungsverbot in Zirkussen vorzustellen. Die anwesenden EU-ParlamentarierInnen zeigten sich von dem Vortrag beeindruckt und stimmten der Schlussfolgerung zu, dass die Lebensumstände in Zirkussen nicht mit einer tiergerechten Haltung von Elefant, Tiger und Co in Einklang gebracht werden können.

100.000 Protestemails gegen Pelz.
TierrechtlerInnen melden, dass in den letzten Wochen über 100.000 Protestemails an pelzführende Geschäfte verschickt wurden. Unter www.pelzfrei.at/filialfinder können die Adressen derartiger Geschäfte für interessierte Personen leicht herausgefunden werden.

ALF-Aktionen gegen Pelz.
Am 9. und 10. Dezember wurde jeweils eine Auslagenscheibe von 3 Pelzgeschäften und einer Kleider Bauer Filiale in Wien in der Nacht eingeschossen. Die ALF bekannte sich in einem Schreiben zu der Aktion.

Jagdstände zerstört.
Am 14. Dezember wurden 3 Jagdstände im Weinviertel in NÖ umgeworfen und zerstört.

REACH Tierversuchsprojekt von der EU beschlossen.
Am 13. Dezember entschied sich das EU-Parlament, rund 30.000 alte Chemikalien an Tieren auf ihre Giftigkeit nachzutesten. Damit werden zwar weniger als die ursprünglich geschätzten 45 Millionen Versuchstiere genutzt, dennoch kritisieren TierrechtlerInnen das Projekt und verweisen auf tierversuchsfreie Test-Alternativen. 2 AktivistInnen luden am Vortag aus Protest 4 Tonnen Gülle vor dem EU-Parlament in Strassburg ab und wurden festgenommen und 9 Stunden in Haft gehalten.

1000 Nerze befreit.
Am 13. Dezember befreite die ALF rund 1000 Nerze aus einer Farm in Vaggeryd, Schweden, in der 10.000 Nerze gehalten werden.

Versuchstiere befreit.
Erst jetzt wurde bekannt, dass die ALF in der Nacht auf den 29. November 11 Beaglehunde von der Versuchshundezucht Harlan in Eystrup, Niedersachsen, Deutschland befreit und in guter Pflege untergebracht hat. Ein Bekennerschreiben ging an die Medien.

20% junger Frauen vegetarisch.
Der Lebensmittelbericht 2006 des Umweltministeriums wurde am 14. Dezember veröffentlicht. Darin heisst es, dass der Fleischkonsum der ÖsterreicherInnen jährlich um bis zu 3 % abnimmt. Jede fünfte junge Frau isst bereits gar kein Fleisch mehr. Dafür hat der Pro-Kopf-Verbrauch von Gemüse deutlich zugenommen – seit 1990 um über 34 %.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag: Kleider Bauer Demo ab 10 Uhr in der Mariahilferstrasse 111 nahe Westbahnhof in Wien.