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Tierrechtsradio
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Sendung vom 05.01.2007 11:00:

Behördenschikanen gegen Demos in Graz / Gänsestopfleber

Das Strassenamt in Graz hat allen TR-Demos die Bewilligung verweigert, weil sich PassantInnen gestört fühlen sollen. Gänsestopfleber: Studiogast beschreibt Stopfleberproduktion in Ungarn.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 29. DEZEMBER 2006 – 4. JÄNNER 2007

Demonstrationen gegen Pelzverkauf bei Kleider Bauer.
Auch in dieser Woche gab es wieder österreichweit Proteste gegen den Modekonzern Kleider Bauer. So wurde Freitag und Samstag jeweils von 14:00 bis 17:00 vor Kleider Bauer in Innsbruck, Samstag von 10:00 bis 16:00 vor Kleider Bauer in Linz und Freitag und Samstag jeweils von 12:00 bis 18:00 vor Kleider Bauer in Graz gegen Pelz demonstriert.

Grazer Straßenverwaltung verbietet Demonstrationen.
Am 28. Dezember 2006 verlautbarte die Grazer Straßenverwaltung, dass sie alle Kundgebungen in Graz nicht genehmige. Davon betroffen sind die regelmäßig stattfindenden Kundgebungen gegen Pelz in der Sackstraße und der Murgasse und für Tierrechte am Grazer Hauptplatz. Dieser massive Eingriff in das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit, wird von der Grazer Straßenverwaltung mit "sachlich begründeten Einwänden" gerechtfertigt, die nach telefonischer Auskunft des Magistratsbeamten Ing. Andreas Köhler im wesentlichen darin bestehen, dass sich manche PassantInnen durch die Demonstration gestört fühlen könnten.
Die Demonstrationsfreiheit ist ein Grundrecht, das durch das österreichische Staatsgrundgesetz Artikel 12 und die europäische Menschenrechtskonvention Artikel 11 geschützt ist. Wie auch der österreichische Verfassungsgerichtshof bestätigt, darf das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit nicht einem Bewilligungssystem durch die staatliche Obrigkeit unterworfen werden. Die TierrechtsaktivistInnen sind entschlossen für ihre Rechte zu kämpfen und die Demonstrationen weiterhin durchzuführen.

Protest gegen AMA-Fleischkampagne "Fleisch macht schlau".
Laut einem BekennerInnenschreiben der ALF wurden Ende letzten Jahres in Wien die Scheiben von 5 Citylights, 3 Rolling-Boards und 1 Vienna City Terminal eingeschlagen. Die Beschädigung der Werbeflächen geschah aus Protest gegen die derzeit laufende Werbekampagne der AMA für Fleisch mit Slogans wie "Fleisch macht schlau". Im Schreiben der ALF heißt es unter anderem: "soviel vorerst als eine erste anregung darüber nachzudenken leichenteile zu bewerben. wenn schon, dann solltet ihr die realität der fleischproduktion in österreich mindestens ebenso groß und deutlich präsentieren, wie die aktuelle plumpe propagandakampagne".

Protest gegen Jagd: 7 Hochstände umgeschnitten.
In der Neujahrsnacht wurden in der Gegend um Siegenfeld/Niederösterreich durch die ALF 7 Hochstände zerstört.

Stierkampf in Spanien verliert zusehends AnhängerInnen.
Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 72% der SpanierInnen Stierkampf "nicht im geringsten" interessiere. Nur 8% bekundeten "großes Interesse". Die Anzahl der SpanierInnen, die kein Interesse am Stierkampf haben, stieg stetig an: 1971 waren es 43 %, 1993 schon 61%. Besonders Frauen und Jugendliche haben kein Interesse am Stierkampf mehr, weshalb dieser zunehmend das Image des "Rentnervergnügens älterer Männer" bekommt. Schon jetzt können Stierkämpfe in Spanien nicht mehr ausschließlich mit Eintritts- und Werbegeldern finanziert werden. So wird auch massiv auf EU-Förderungen und auf Subventionen durch Städte und Gemeinden zurückgegriffen. Trotzdem gab die Arena "la Monumental" in Barcelona, der zweitgrößten Stadt Spaniens, nun bekannt nach der Saison 2007 aufzugeben, weil sich das Geschäft nicht mehr lohne. Derzeit werden noch pro Jahr in spanischen Arenen in rund 2000 Stierkämpfen 12.000 Stiere getötet.

Neue Website VeganIstNormal.at wird lanciert.
Im Rahmen der Kampagne "Vegan ist normal" wurde nun die Website www.veganistnormal.at der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie enthält Portraits "typischer" VeganerInnen, wie einer Pensionistin, eines Bauern, eines Gastwirtepaars und eines Businessman. Im Rahmen der Kampagne soll mit dem Vorurteil, dass es sich bei VeganerInnen um weltfremde Spinner handelt, aufgeräumt werden. Die Kampagne wurde von der Tierrechtsplattform United Creatures und der Veganen Gesellschaft Österreich ins Leben gerufen.

Zoo in Adelaide/Australien stellt neben anderen Zootieren auch Menschen aus.
Über einen Zeitraum von einem Monat werden im Jänner 2007 6 Menschen als Vertreter der Tierart Homo sapiens in einem ehemaligen Orang Utan Gehege im Zoo von Adelaide in Australien eingesperrt zu sehen sein. Direkt neben den Gehegen von Gorillas und Schimpansen. Die Menschen sollen wie die anderen großen Menschenaffen behandelt werden. Tierärzte kümmern sich um die Gesundheit und reichern das Gehege mit Beschäftigungsmaterial an. Wie bei den anderen Großen Menschenaffen wird das Futter versteckt, um die Menschen zu beschäftigen und ihre Fähigkeit zur Futtersuche zu fördern. Dieser Versuch dient verschiedenen Zwecken. Das Verhalten der eingesperrten Menschen soll genau wie bei anderen Tieren beobachtet und wissenschaftlich ausgewertet werden. Den ZoobesucherInnen soll das Projekt verdeutlichen, dass der Mensch eine Tierart unter vielen ist und dass er mit anderen Tieren – vor allem den anderen Menschenaffen – sehr viele Gemeinsamkeiten aufweist. Und zu guter letzt befindet sich unter den ausgestellten Menschen auch eine Verhaltensforscherin der Universität von Südaustralien, die auf diese Weise Erfahrungen sammelt, wie es sich auswirkt über längere Zeit ausgestellt und von Menschen betrachtet zu werden. Ihre Erfahrungen will sie vor allem nutzen um die Bedingungen für in Gefangenschaft lebende Menschenaffen effektiv verbessern zu können.

USA: Klontier-Fleisch soll für den Markt freigegeben werden.
Die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) stellt in Aussicht dass die USA demnächst als erstes Land der Welt das Verkaufsverbot für Fleisch und Milch von geklonten Tieren aufhebt. Etliche Studien hätten laut FDA ergeben, dass durch den Verzehr geklonter Tiere keine besondere Gefahr ausginge. Der US-Verbaucherschutzbund protestierte heftig. Der Regierung wird vorgeworfen wissenschaftliche Studien zu ignorieren, die zeigen, dass Klon-Schwangerschaften oft zu Fehlgeburten führen, zahlreiche Klon-Tiere mit Missbildungen geboren würden und oft nicht lange überleben. "Es gibt, kurz gefasst, keinen öffentlichen Nutzen einer Technologie, die ernste Bedenken über Tierquälerei hervorruft", sagte Carol Foreman, Leiterin für Ernährungspolitik des US-Verbraucherschutzbundes.

Vorankündigungen:

Kleider Bauer Demos:
Wien: Mariahilferstrasse 111 nahe Westbahnhof jeden Freitag ab 13 Uhr und jeden Samstag ab 10 Uhr.
Innsbruck: Museumstrasse 9-11 jeden Freitag ab 14 Uhr und jeden Samstag ab 14 Uhr.
Graz: Murgasse 9-11 jeden Freitag ab 15 Uhr und jeden Samstag ab 12 Uhr.

Tierrechtsdemos:
Graz: jeden Freitag ab 17:00 am Hauptplatz.
Wien: jeden Samstag ab 15:30 am Stock-im-Eisen-Platz

Veganer Stammtisch Salzburg, wie jeden ersten Freitag im Monat um 19:00, Coffee to go, Franz-Josef-Str. 3, 5020 Salzburg. Alle, die sich für eine fleischfreie Ernährungsform interessieren oder selber vegan oder vegetarisch leben, sind willkommen!