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Tierrechtsradio
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Sendung vom 09.02.2007 11:00:

Hat Tierschutz eine politische Bedeutung?

Ist Tierschutz privat oder politisch? Viele in der Linken betonen ersteres, obwohl doch alles Private politisch sein soll. Ist Tierschutz nur ein Nebenwiderspruch oder nicht einmal das?

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 2. – 8. FEBRUAR 2007

Kleider Bauer Demos und Aktionen.
Am 2. Februar wurde in Wien in der Mariahilferstrasse, in Graz in der Murgasse und in Innsbruck in der Museumstrasse gegen den Pelzhandel vor Kleider Bauer Filialen demonstriert. Die Filiale in der Grazer Murgasse ist noch immer seit dem Buttersäureanschlag am 10. Jänner geschlossen.
Ebenfalls am 2. Februar am Nachmittag gab es einen run-in mit Transparenten, Wurfflyern und skandierten Parolen im Kleider Bauer in der Shopping City Nord in Wien 22. Überaus aggressive Angestellte versuchten den AktivistInnen das Transparent zu entreißen. Die Geschäftsräume wurden versperrt und 3 AktivistInnen mit Gewalt festgehalten, bis die Polizei eintraf.
Am 3. Februar wurde in Linz auf der Landstrasse, in Wien sowohl in der Mariahilferstrasse als auch in der Favoritenstrasse, in Graz in der Murgasse und in Innsbruck in der Museumstrasse vor Kleider Bauer Filialen demonstriert.
Am 4. Februar gab es einen run-in in der Kleider Bauer Filiale im Einkaufszentrum in Krems. Mehrere AktivistInnen zogen mit Totenkopfmaske und mit Pelzen behangen durch die Gänge und hielten Anti-Pelz Plakate. Sie hinterließen auch überall im Geschäft Flugblätter, bevor sie von Angestellten entfernt wurden.

Tierrechtsdemos.
Am 2. Februar gabs am Hauptplatz in Graz und am 3. Februar am Stefansplatz in Wien Demos für Tierrechte.
Am 7. Februar wurde vor dem Gebäude der Tiroler Landesregierung in Innsbruck gegen das Schächten demonstriert. Da aber gerade der Landtag tagte, und daher eine Bannmeile in Kraft war, wurden die AktivistInnen von der Polizei entfernt.

Pelztierbefreiung.
Am 1. Februar entfernte die ALF einen Teil des Umgebungszaunes einer Nerzfarm in Borgoforte, Mantua, in Italien und öffnete die Käfige. Etwa 3700 Nerze entkamen.

Grazer Strassenamt geht verfassungswidrig gegen Demofreiheit vor.
Seit 6. Jänner erhalten alle KundgebungsleiterInnen von TR-Demos in Graz für jede Demo Strafverfügungen über 200 Euro. Das Strassenamt steht auf dem Standpunkt, diese Demos verbieten zu können, weil PassantInnen durch die Demos gestört würden. AktivistInnen argumentieren, dass diese Vorgehensweise verfassungswidrig sei, weil das Demonstrationsrecht nur durch eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit derart drastisch eingeschränkt werden könnte. Eine Störung der öffentlichen Sicherheit liegt aber nicht vor, weil die Polizei ansonsten diese Demos wegen Gefahr im Verzug auflösen hätte müssen, was nicht geschehen ist. Die TierrechtlerInnen haben gegen die Strafen berufen.

Enthornung von Ziegen wieder erlaubt.
Mit 1. Jänner 2005 hatte das Bundestierschutzgesetz das Entfernen der Hörner von Ziegen als Tierquälerei verboten. Die ZiegenzüchterInnen hielten sich aber nicht an dieses Gesetz, enthornten ihre Tiere weiterhin und setzten die massive Landwirtschaftslobby in Bewegung, um das Verbot zu kippen. Tatsächlich erließ die ehemalige Tierschutzministerin Maria Rauch-Kallat eine Verordnungsänderung, die am 8. Februar in Kraft trat, nach der die Enthornung von Ziegen bis 2010 wieder erlaubt ist.

Neuer Pächter für Safaripark in Gänserndorf.
Nach der Rehabilitation der 44 Laborschimpansen in den Safaripark Gänserndorf im Jahr 2002 ging dieser bankrott. Alle Tiere bis auf diese ehemaligen Laborschimpansen wurden verkauft. Die Gemeinde Gänserndorf drohte mit Räumung der u.a. mit AIDS infizierten Tiere. Nach dem Tod des Gänserndorfer Bürgermeisters hat der Tierarzt Josef Zoher am 4. Februar einen Pachtvertrag mit der Gemeinde geschlossen, um bis Sommer 2009 einen neuen Tierpark zu eröffnen, der auch die Schimpansen umfassen könnte. TierschützerInnen sehen diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen, da die Zukunft der Schimpansen zwar so gesichert werden könnte, ein neuer Tierpark aber auch neue Tiere umfassen würde, und eine ernsthafte Finanzierung des Projekts noch nicht in Aussicht ist.

Jäger jagt mit Giftködern.
In einem Waldstück im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland sind am 6. Februar zehn Giftköder gefunden worden, teilte der WWF mit. Es handelt sich dabei um mit dem Pestizid Carbofuran präparierte Hühnereier. Nimmt ein Tier die vermeintliche Nahrung auf, stirbt es einen qualvollen Tod. Seit dem Jahr 2000 fielen in Ostösterreich sieben Seeadler GiftlegerInnen zum Opfer.

Geringer Pelzumsatz wegen mildem Winter.
Am 3. Februar meldete die Pelzindustrie weltweit alarmierend geringe Umsätze wegen des milden Winters. Die epidemischen Ausmaße dieses Umsatzeinbruchs, sogar in China, Russland und Korea, könnten selbst bei normalen Temperaturen in der restlichen Saison nicht mehr wettgemacht werden. Die Pelzpreise drohen zu verfallen.

Tiertransportskandal: neues Gesetz in Arbeit.
Am 7. Februar wurde bekannt, dass TransporteurInnen 65 Rinder aus Estland 2000 km weit 64 Stunden lang in den Schlachthof Bergheim bei Salzburg befördert hatten, nur um unmittelbar nach der Tötung das Fleisch der Tiere an den Ausgangsort wieder zurückzubringen. Die Tierschutzsprecherin der Grünen forderte daraufhin einen österreichischen Vorstoß in Brüssel für eine EU-weite Verkürzung der Transportzeiten und in Österreich eine Tiertransport-Kontroll-Offensive. Die neue Tierschutzministerin konterte, dass ein neues Tiertransportgesetz gerade in Arbeit sei.


Vorankündigungen:

Kleider Bauer Demos jeden Freitag ab 13 Uhr Wien Mariahilferstrasse, ab 14 Uhr Innsbruck Museumsstrasse und ab 15 Uhr Graz Murgasse. An denselben Orten finden jeden Samstag die Demos in Wien ab 10 Uhr, in Graz ab 12 Uhr und in Innsbruck ab 14 Uhr statt.
9. – 11. Februar Demo gegen Jagdmesse Hohe Jagd im Messegelände in Salzburg
17. Februar Großpelzdemo in Lubljana.
16. – 18. Februar Demo gegen Tiroler Jagdtage im Messegelände in Innsbruck
10. – 12. August internationales Grassroots TR-Gathering in Amsterdam in Holland