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Tierrechtsradio
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Sendung vom 22.06.2007 11:00:

Regierung demontiert Tierschutzrat - Tiertransportgesetz

Am 20. Juni beschloss die Regierungsmehrheit im Gesundheitsausschuss des Parlaments Gesetzesnovellen zu Tierschutzrat und Tiertransportgesetz. Evaluierung und Kritik durch Tierschutz und Grüne.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 15. – 21. JUNI 2007

Kleider Bauer Demos.
Am 15. Juni wurde vor den Kleider Bauer Filialen in Wien Mariahilferstrasse und Innsbruck Museumstrasse gegen Pelz demonstriert.
Am 16. Juni gabs entsprechende Demos in Graz, Murgasse, in Linz in der Linzer Landstrasse und in Wien Mariahilferstrasse.

Tierrechtsdemos.
Am 15. Juni wurde in Graz am Hauptplatz für Tierrechte demonstriert.
Am 16. Juni zeigten AktivistInnen am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand.
Am 21. Juni gab es eine Kundgebung für Klimaschutz durch Veganismus beim Einkaufszentrum Auhofcentre in Wien.

Veganes Sommerfest in Salzburg.
Am 16. Juni machte die 10. Veganmania Station am Alten Markt in Salzburg. 10 Stände mit veganen Angeboten – von Schuhen über Fleischalternativen bis zu köstlichen veganen Mehlspeisen – lockten tausende in die Innenstadt. Der strahlende Sonnenschein wurde nur kurz durch einen Platzregen unterbrochen, was der durch Musik einer veganen Band aus Tirol mit Schlagzeug und Bassgitarre unterstützten guten Stimmung nichts anhaben konnte.

Vortrag: Vegetarismus – die Chance.
Am 21. Juni veranstaltete der Aktive Tierschutz Steiermark in seinem Tierschutzhaus in Graz einen Vortrag über Vegetarismus und eine Verkostung veganer Produkte. DDr. Kurt Sternberger erklärte auf wissenschaftlicher Basis warum die rein pflanzliche Ernährung eine Reihe gesundheitlicher Vorteile, wie z.B. geringeres Herzinfarktrisiko, bietet.

Vortrag und Diskussion: Personenrechte für Menschenaffen.
Das Institut für Ethik und Wissenschaft an der Fakultät für Philosophie der Universität Wien lud am 15. Juni 2007 in den Hörsaal 1 des Neuen Institutsgebäudes in der Universitätsstrasse zur Diskussion ein. Anlass war der Sachwaltschaftsprozess für den Schimpansen Hiasl am Bezirksgericht Mödling. Es sprachen ein Forschungsassistent für Philosophie der Uni Wien, eine Schimpansenexpertin der Uni Zürich, ein Rechtsexperte und der Antragsteller für den Sachwaltschaftsprozess. In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass alle 120 Anwesenden den Argumenten für Personenrechte eines Schimpansen etwas abgewinnen konnten.

Regierung verändert Tierschutzrat – Proteste.
Am 20. Juni wurde eine Novelle des Bundestierschutzgesetzes von der Regierungsmehrheit im Gesundheitsausschuss des Parlaments beschlossen, die nach Ansicht des Tierschutzes den Tierschutzrat entmündigt. Die 9 weisungsgebundenen Veterinärdirektoren der Bundesländer wurden in den Tierschutzrat aufgenommen und die Besetzung, sowie die Tagesordnung und die Veröffentlichung der Abstimmungsergebnisse in die Hände des Tierschutzministeriums gelegt. Um diese Abstimmung im Vorfeld noch zu verhindern, hielten ca. 25 AktivistInnen von 20 Tierschutz- und Tierrechtsvereinen am 19. Juni einen Protest Sit-in im Vorraum des Büros der Tierschutzministerin ab. Am 20. Juni wurde vor dem Parlament gegen diese Novelle demonstriert. Die Proteste erreichten nur, dass ein zusätzlicher Tierschutzsitz in den Tierschutzrat aufgenommen wurde – reine Kosmetik nach Ansicht des Tierschutzes. Am 1. Juli wird das gesamte Parlament den Gesetzesvorschlag abstimmen.

Neues Tiertransportgesetz beschlossen.
Im Gesundheitsausschuss des Parlaments wurde am 20. Juni auch ein neues Tiertransportgesetz beschlossen, das nach einer Eingabe seitens der Regierung gegenüber den bisherigen Vorschlägen vom Standpunkt des Tierschutzes aus noch verschlechtert worden ist. Danach dürfen Schlachttiere in begründeten Fällen innerhalb Österreichs 8 ½ Stunden lang transportiert werden, landwirtschaftliche Nutz- und Zuchttiere, und insbesondere Legehühner am Weg zum Schlachthof sogar 10 Stunden. Dafür wurde die Höchststrafe bei Zuwiderhandeln auf 7500 Euro angehoben und die Schulung von Transportpersonal vorgeschrieben.

Pelz Comeback bedeutet auch Anstieg im illegalen Handel mit artengeschützten Tierpelzen.
Am 16. Juni meldete das Sekretariat der CITES Konvention zum Schutz gefährdeter Tierarten, die von 171 Staaten unterschrieben worden ist, dass der Anstieg im internationalen Pelzhandel auch den Handel mit Pelzen gefährdeter Tierarten begünstige. So gäbe es z.B. in Westchina heute einen florierenden illegalen Handel mit Fellen von Leopard, Schneeleopard und Tiger, der durch den Rückgang der Pelzindustrie bereits zum Erliegen gekommen war. Kürzlich wären in St. Moritz in der Schweiz Schals von tibetanischer Antilope und Chiru aufgeflogen, die 15.000 Euro pro Stück verkauft wurden.

EU-Parlament stoppt Handel mit Hunden- und Katzenpelzen.
Am 19. Juni beschloss das EU-Parlament ein Verbot des Handels mit Hunde- und Katzenpelzen. Die Europaabgeordneten stimmten für ein vollständiges Handels- und Verarbeitungsverbot und erteilten damit den von der EU-Kommission ursprünglich vorgeschlagenen Ausnahmeregelungen eine klare Absage.

Anti-HLS Demotour in den USA.
Von 3. – 17. Juni gab es in 10 Städten an der Ostküste der USA über 50 Demos gegen KundInnen von HLS, Europas größtem kommerziellem Tierversuchslabor. Es wurden auch home demos bei GeschäftsführerInnen von HLS-KundInnen abgehalten, obwohl es im Moment eine starke Polizeirepression besonders gegen Anti-HLS AktivistInnen gibt.

Haushund erschossen – Jäger wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung verurteilt.
Anfang Februar fand eine Familie ihren 6-jährigen Hund erschossen auf dem Zufahrtsweg zu ihrem Haus in Feldkirch in Vorarlberg. Der lokale Jäger hatte den Hund vom Auto aus erschossen. Zu seiner Rechtfertigung gab er an, er hätte dem Hund den Gnadenschuss gegeben, weil er vom Auto angefahren worden sei. Alle wissenschaftlichen Gutachter fanden aber keinerlei Hinweis auf einen Autounfall.

Versuchstierbefreiung.
Am 17. Juni befreite die ALF Dutzende Kaninchen und etwa 200 Rebhühner des Forschungsinstituts für Jagd in Valvdere, Spanien. Die Tiere wurden für Versuche verwendet, um die Zucht dieser Tiere für die Jagd effektiver zu gestalten.

Großangriff gegen Wale abgewehrt.
Am 15. Juni ist die Artenschutzkonferenz in Den Haag in Holland zu Ende gegangen. Die Pro-Walfangstaaten haben sowohl alle Abstimmungen der Tagung der Internationalen Walfangkommission als auch der Artenschutzkonferenz verloren. Das kommerzielle Walfangverbot und das Verbot des internationalen Handels mit Walprodukten bleiben daher bestehen!

Letzte Tanzbärenhaltung in Bulgarien beendet.
Österreichische TierschützerInnen kauften am 15. Juni die letzten 3 Tanzbären Bulgariens auf und brachten sie im Tanzbärenpark Belitsa unter und entfernten ihre Nasenringe. Die Tanzbärenhaltung ist illegal in Bulgarien, sie wurde aber bisher toleriert. Mit dem Ende der letzten Tanzbärenhaltung und einer Garantieerklärung der Halter, nie wieder Tanzbären zu haben, besteht die Hoffnung, dass das Verbot in der Zukunft eingehalten wird.

Vorankündigungen:

Kleider Bauer Demos: Freitag ab 13 Uhr Wien Mariahilferstrasse und ab 14 Uhr Innsbruck Museumsstrasse. Am Samstag ab 10 Uhr in Wien Mariahilferstrasse, ab 12 Uhr Graz Murgasse und ab 14 Uhr Innsbruck Museumstrasse.
10. – 13. August internationales Grassroots TR-Gathering in Appelscha in Nord-Holland, www.ar2007.info
Animal Liberation Workshops siehe www.animal-liberation.at: 7.+8. Juli Lettland, 21.+22. Juli Luzern, 13.+14. Oktober Linz, 20.+21. Oktober Innsbruck, 10.+11. November Graz und 17.+18. November Wien
10. Veganmania: 23.6. Linz Taubenmarkt, 30.6. Graz beim Umweltfest