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Tierrechtsradio
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Sendung vom 09.07.2004 11:00:

Mix aus Tierrechtsnews

4 Themen: Schweinekampagne, Safaripark Gänserndorf, Vegane Sommerfeste, Legebatterieprozess. 2 Personen, die in obige Kampagnen bzw. Aktivitäten verwickelt sind, erzählen davon.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 9. JULI 2004

Veganes Sommerfest Wien. Wie nun schon seit 1998 jedes Jahr machte die Veganmania – die Tour veganer Sommerfeste durch verschiedene österreichische Landeshauptstädte – heuer am 26. Juni Station in Wien. Das vegane Sommerfest in Wien ist traditionsgemäß der Höhepunkt der Städtetour. Von 9:00 – 21:00 Uhr konnten sich die BesucherInnen an insgesamt 14 verschiedenen Ständen über Tierrechte, Veganismus und vegane Produkte informieren. Dieses Jahr fand das Fest auf der Freyung in der Wiener Innenstadt statt, wo sich durch die abgeschlossenere Athmosphäre ein richtiger Fest-Charakter entwickeln konnte. Die Informations- und Gastronomiestände umschlossen einen Innenbereich mit Tischen und Bänken. Dominiert wurde der Fest-Aufbau aber von der großen Bühne. Die Angebots-Palette reichte von politischer Tierrechtsarbeit über ernährungswissenschaftliche Informationen zu Veganismus bis hin zu veganen Schuhen und veganer Gastronomie. Über Selbstversorgung und bio-veganen Landbau konnte man sich ebenfalls informieren. Überzeugen konnten auch die musikalischen Darbietungen der Gruppen „AJ-Gang“ aus Deutschland, der veganen Band mit dem ironischen Namen „Eiweißmangel“ aus Wien und des Solokünstlers Gottfried Simoni. Zusätzlich aufgelockert wurde das Programm mit Karaoke Vorführungen und dem nun schon traditionellen G'stanzl-Singen.

Veganes Sommerfest Linz. Am Samstag dem 3. Juli war es wieder einmal in Linz soweit: Der Schillerplatz in der Innenstadt stand im Zeichen der Veganmania! Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmer, fröhlicher Atmosphäre bot sich an diesem Tag die Gelegenheit, die vegane Lebensweise kennenzulernen. Von kulinarischen Köstlichkeiten der tierfreundlichen Küche bis hin zu Detailinformationen über gesunde Ernährung und die damit verbundene Möglichkeit für eine friedvolle Welt, aber auch Informationen über Tierrechtsaktivismus wurde auf 7 Ständen alles geboten. Zusätzlich hielten TierrechtlerInnen im Laufe des Tages mehrere Demos vom Schillerplatz bis zum Hauptplatz ab. Für den musikalischen Rahmen des Festes sorgten die Sängerinnen von „Eiweißmangel“.

Schweinemast Beckerle geschlossen! Bereits seit 2001 führen TierrechtlerInnen eine Kampagne gegen einen der größten Schweinemastbetriebe Österreichs mit rund 10.000 Schweinen jährlich, den Betrieb Beckerle im Bezirk Braunau in OÖ, wegen dessen katastrophaler Haltungsbedingungen. 6 Mal wurde Videomaterial am Betrieb erstellt und wegen Übertretungen der Gesetze Anzeige erstattet. Zweimal retteten AktivistInnen im Jahr 2002 sterbenskranke Schweine aus dem Betrieb und brachten sie zum Tierarzt. Am 8. April 2004 wurde ein Gutachten der veterinärmedizinischen Universität Wien veröffentlicht, das alle Vorwürfe der TierrechtlerInnen wissenschaftlich bestätigte. Daraufhin wurde die Volksanwaltschaft eingeschalten, da es ja bis Anfang 2005 noch keine Tieranwaltschaft gibt. Das zeitigte erste Konsequenzen: am 18. Juni teilte die Bezirkshauptmannschaft Braunau mit, dass der Schweinemastbetrieb keine Schweine mehr habe sondern leer stünde. Beckerle würde einen Umbau seines Betriebes planen.

Internetaktion gegen Versuchstierzucht. Am 5. Juli wurde international eine Internetaktion gegen die englische Zuchtfarm New Church Guinea Pigs von Meerschweinchen für Tierversuche organisiert. Tausende AktivistInnen weltweit benutzten eine neue Computersoftware, um KundInnen dieser Zuchtfabrik sowohl die Telefone als auch die Email accounts zu blockieren. Gegen diese Zuchtfarm läuft in England schon seit Jahren eine intensive Kampagne.

Bundesrat segnet Bundestierschutzgesetz ab. Mit dem Beschluss im Bundesrat hat das bundeseinheitliche Tierschutzgesetz am 9. Juni auch die letzte parlamentarische Hürde genommen. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Verwirrung gab es kurzfristig nur über den Kärntner FPÖ-Bundesrat Roland Zellot: Er war als Erstredner angetreten und hatte sich auf der Rednerliste als „Contra“-Redner eintragen lassen. Tatsächlich gegen das Tierschutzgesetz gestimmt hat Zellot dann aber nicht. Als zu Mittag abgestimmt wurde, war er nämlich nicht im Sitzungssaal.

Fleischdemo in Linz. Am 12. Juni demonstrierten TierrechtlerInnen in Linz gegen den Fleischkonsum.

Klagen gegen Pelzaktivisten niedergelegt. Im Oktober und im November 2003 waren 3 Aktivisten aus Österreich in Finnland beim Filmen von Pelzfarmen von FarmerInnen attackiert und von der Polizei festgenommen und 3 Tage lang eingesperrt worden. Sie wurden auf freiem Fuss wegen Störung der öffentlichen Ordnung angezeigt. Das wurde als Begründung dafür angeführt, dass ihr gesamtes Film- und Fotomaterial beschlagnahmt worden ist. Mitte Juni gab die Staatsanwaltschaft in Finnland nun bekannt, dass die Anklage gegen die AktivistInnen niedergelegt wurde.

Initiative „Essen ohne Käfig“. Am 5. Juli wurde mit prominenter Unterstützung die Initiative „Essen ohne Käfig“ aus der Taufe gehoben. Neben anderen standen Uschi Glas, Karl Moik, Hans Clarin und Gerhard Lippert Pate für die neue Initiative. Diese hat sich das Ziel gesetzt, VerbraucherInnen, Gastronomie, LebensmittelherstellerInnen und Handel zum freiwilligen Verzicht auf Käfig-Eier zu motivieren. Ein Kontrollzeichen für Produkte, aber auch für Restaurants und Großküchen soll die KonsumentInnen darüber informieren, wer mit gutem Beispiel voran geht und keine Käfig-Eier mehr verwendet.

Freispruch gegen Legebatteriebetreiber. Am 5. Juli wurde der Betreiber der Legebatterie Tiefenbacher in St. Margarethern in NÖ von der Anklage der Tierquälerei freigesprochen. TierrechtlerInnen hatten ihn angezeigt, weil in seiner Legebatterie 20.000 Hühner in viel höherer Besatzdichte als erlaubt in die Käfige eingesperrt waren. Der Amtstierarzt bezeichnete die Batterie als vorbildlich. Der Richter anerkannte, dass die Tiere unnötige Qualen leiden mussten, aber es hätte dafür keinen Vorsatz gegeben. Der Betreiber wollte nur mehr Geld verdienen, nicht die Hühner quälen, hiess es in der Urteilsbegründung.

Hochstand abgefackelt. Am 22. Juni wurde ein Hochstand bei Ried in der Riedmark, OÖ, um 17 Uhr am Nachmittag angezündet. Er brannte völlig aus. Das Feuer griff nicht auf den Wald über.

Farbe gegen Tierversuchsfirma. Am 21. Juni wurde die Firma Sankyo Pharma in der Effingergasse 21 in 1160 Wien mit Anti-HLS Slogans besprüht und mit roter Farbe beworfen.

Jäger auf Jagdstand in Bergnot. Am 24. Juni kam es in der Nacht zu einer spektakulären Rettungsaktion auf einem Hochsitz im Tauplitzwald: ein 77 Jahre alter Jäger war nicht mehr imstande seinen Hochsitz in acht Meter Höhe zu verlassen. Erst nach Stunden wurde er entdeckt. Ohne Mobiltelefon und ohne Funkgerät blieb dem Jäger nämlich nichts anderes über, als lautstark um Hilfe zu schreien. Mehr als eine Stunde sass der Mann hilflos auf seinem Hochsitz. Seine Rufe wurden nur durch einen Zufall gehört. Mit einem Bergetuch und einem Seilzug wurde der Jäger vom Hochsitz abgeseilt.

Bürgerinitiative für Verbot von Versuchen an Menschenaffen. Am 29. Juni diskutierte der Bürgerinitiativen-Ausschuß des Parlaments die Bürgerinitiative zur Abschaffung von Versuchen an Menschenaffen. Die SPÖ, die FPÖ und die Grünen erklärten sich bereit die Initiative zu unterstützen und ins Parlament einzubringen. Der Gesetzestext wird im Moment vorbereitet. Am 17. Juni 2003 hatte eine Tierversuchskommission des Wissenschaftsministeriums auf Initiative von TierrechtlerInnen ExpertInnen zur dieser Frage gehört.

Brandanschlag auf Pelzfarm. In der Nacht auf den 17. Juni brannte die ALF 2 Gebäude der Skyberga Nerzfarm in Schweden nieder. Der Schaden wird mit mehreren Millionen schwedischen Kronen angegeben. Keiner der 15.000 Nerze der Farm ist bei den Feuer verletzt worden.

Größte italienische Nerzfarm schließt! Am 7. Juli wurde bekannt, dass die Gherardi Nerzfarm in Ferrara, Italien, schliesst. Alle Käfige stehen bereits leer. Am 18. Oktober 2003 hatte die ALF diese Nerzfarm besucht und rund 18.000 Nerze befreit. In einem Interview mit italienischen Medien gab der Farmer an, nicht wegen der ALF Aktion zu schliessen sondern aus persönlichen Gründen. Die Nerzfarmvereinigung in Italien versucht die gesetzliche Situation zu verändern: ab 2005 müssen laut neuem Gesetz nämlich die Nerzkäfige grösser werden und ab 2009 ist die Käfighaltung von Nerzen, und die Haltung ohne Schwimmwasser, grundsätzlich verboten.

Zirkusangestellter vor Gericht. Im September 2002 hatte der Zirkusdirektor Roman Zinnecker des Zirkus Belly-Wien zusammen mit Angestellten des Zirkus friedliche TierrechtlerInnen angegriffen und schwer verletzt. Trotzdem ein 10 jähriger Passant zufällig den Angriff gefilmt hatte, legte die Staatsanwaltschaft alle Anzeigen nieder. Nach 2 Strafanträgen durch TierrechtlerInnen wurde Zinnecker zu 2000 Euro Strafe verurteilt. Sein Komplize Thomas Kasper war für das Gericht nicht auffindbar. Anfang Juli 2004 konnte ihm die Vorladung doch zugestellt werden: am 17. November wird gegen ihn wegen schwerer Körperverletzung verhandelt.

Aktionen gegen Schweineanbindehalter Neumayr in Salzburg. Bereits seit längerer Zeit führen TierrechtlerInnen eine Kampagne gegen den Schweinezuchtbetrieb Neumayr, auf dem die weiblichen Schweine an den Boden gekettet sind, obwohl das seit 2002 in Salzburg verboten ist. Am 18. Juni besuchten die AktivistInnen überraschend das Veterinäramt der zuständigen Bezirkshauptmannschaft und stellten die Forderung, dass der Betrieb sofort eingestellt werden muss. Am 24. Juni und am 2. Juli demonstrierten AktivistInnen in Salzburg gegen den Betrieb.

Versuchstierbefreiung. Die russische ALF hat am 11. Juni eine unbekannte Anzahl von Raben und Krähen aus einem Tierversuchslabor der Moskauer Universität geholt und freigelassen.

Hai aus Shopping City entfernt. Am 24. Juni wurde bekannt, dass der Schwarzsitzenriffhai der Shopping City Seiersberg bei Graz aus seinem Aquarium in ein größeres Becken nach Coburg in Deutschland übersiedelt wird. Damit kam die Shopping City den Forderungen von TierrechtlerInnen nach, die mehrmals vor dem Aquarium demonstriert hatten.

Demos gegen Zirkus Knie. Nachdem der Zirkus Knie im jahr 2002 aufgrund des Druckes von TierrechtlerInnen seine Wildtierhaltung aufgegeben hatte, begann er die Saison 2004 wieder mit 8 Tigern. Neben Anzeigen in den meisten Orten seiner letzten Aufenthalte, weil der Zirkus seinen Tigern nicht genügen Platz gewährte, gab es täglich 2 Demos vor den Vorstellungen, und zwar am 20. und 21. sowie 26. und 27. Juni in Linz, am 2. Juli in Schärding, am 3. Juli in Braunau und am 8. Juli in Hallein.

Pelzdemo. Am 25. Juni gab es in Wien eine Demo gegen den Pelzverkauf im P&C vor desses Filiale in der Mariahilferstrasse.

Demo gegen Wiener Tierschutztage. Am 17. und 18. Juni fanden die von der Stadt Wien am Rathausplatz organisierten Wr. Tierschutztage statt. Weil dort auch Massentierhaltungsfleisch verteilt, sowie Rassekatzen, sogenannte „Gebrauchshunde“ und Pferdedressuren vorgeführt wurden, demonstrierten TierrechtlerInnen dabei und verteilten insgesamt 4.400 Flugblätter, um über den Tiermissbrauch aufzuklären. Es gab aber keinen Konflikt mit den VeranstalterInnen.

Vorankündigungen:

10. Juli: Veganes Sommerfest in Graz
3.-6. September 2004 internationales Tierrechtstreffen in England, Infos http://ar2004.info
16.-19. September 2004: TR-Kongress Wien, siehe http://www.tierrechtskongress.at