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Sendung vom 08.10.2004 11:00:

Tierrechtskongress Wien 2004, Teil 1

2 Gäste im Studio erzählen von ihren Eindrücken beim Tierrechtskongress in Wien von 16. - 19. September 2004

Link:
http://www.tierrechtskongress.at


TIERRECHTSNACHRICHTEN VOM 8. OKTOBER 2004

Tierrechtskongress Wien. Von 16. – 19. September 2004 gab es in Wien den bereits zweiten Tierrechtskongress. Fast 400 Personen besuchten die insgesamt 8 Vorträge, 34 Arbeitskreise und 16 Stunden Videovorführungen. Zusätzlich stellten 15 Vereine auf Informationstischen aus. Es gab auch 2 Demonstrationen, gegen ein Pelzhaus und gegen den Fleischkonsum, an denen etwa 200 Leute teilnahmen. Weiters wurde im Rahmen des Kongresses erstmals auch eine Tierrechtskunstausstellung abgehalten. Die TeilnehmerInnen des Kongresses kamen aus Österreich, den USA, England, Russland, Kroatien, Ungarn, der Schweiz, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.

Freilandtagung an der Universität für Bodenkultur in Wien. Am 23. und am 24. September trafen sich WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Ländern um in Rahmen der 11. Freiland-Tagung über die neusten Forschungsergebnisse in Sachen Freilandhaltung sogenannter Nutztiere zu berichten. So konnte z.B. in einer aufwendigen Studie bestätigt werden, dass die Weidehaltung von Schweinen nicht nur ökologisch verträglich ist, sondern sogar die Artenvielfalt fördert.

Fleischdemos. Am 10. September wurde in Linz, am 18. September in Krems und am 25. September in mehreren kleinen Ortschaften in OÖ und NÖ gegen den Fleischkonsum demonstriert.

McDonalds angezündet. Am 27. Juli wurde in der Nacht ein McDonalds Restaurant in Cuij, Holland, angezündet. Es brannte völlig aus.

34 Kaninchen befreit. In der Nacht auf den 31. August befreite die ALF 34 Kaninchen aus der Kaninchenmast Langediers in Neuenburg, Deutschland. Dort werden ca. 1000 Kaninchen in kleinen Gitterkäfigen auf Drahtgitterboden für die Fleischproduktion gehalten.

Legebatteriehühner befreit. Am 9. September wurde eine unbekannte Anzahl von Hühnern aus einer Legebatterie in Salzburg befreit.

SPAR beginnt mit Ausstieg aus Käfigeierhandel. Die Supermarktkette SPAR hat ein Ausstiegsszenario aus dem Handel mit Käfigeiern vorgelegt. Mitte August wurden bereits aus der SPAR-Gourmet Linie, immerhin 50 Filialen, die Käfigeier aus dem Frischeiverkauf entfernt. Die anderen Filialen werden sukzessive in den nächsten Monaten folgen. Aber selbst die Eigenmarken werden umgestellt. Das erste neue Eigenmarkenprodukt, ein Aufstrich, enthält Bodenhaltungseier, was auch auf der Verpackung vermerkt ist. Ausser BILLA scheinen die anderen Supermärkte, vor allem die Diskonter, allerdings noch nicht zu diesem Schritt bereit. Wenn mit 2009 die Legebatterien verboten sind, müssten diese Supermärkte dann allerdings ihre Eier aus dem Ausland einführen.

Ende der Fuchsjagd in England in Sicht. Am 15. September kam das Verbot der Hetzjagden mit Hunden auf Füchse, aber auch auf Nerze, Rehböcke, Hirsche und Hasen, bereits zum 5. Mal im britischen Unterhaus zur Abstimmung. Wieder fand sich eine gewaltige Mehrheit von 356 zu 166 Stimmen für ein Verbot. In der Vergangenheit war die Umsetzung immer wieder am Einspruch des Oberhauses gescheitert. Diesmal will sich die Regierung aber über den Willen der Lords hinwegsetzen und dafür ein selten genutztes Spezialgesetz anwenden. Am Tag der Abstimmung versuchten 10.000 JägerInnen das Parlament zu stürmen um die demokratische Abstimmung zu unterbinden und lieferten sich Strassenschlachten mit der Polizei. 5 Jäger waren sogar bis ins Parlament vorgedrungen und hatten begonnen, die Abgeordneten zu bedrohen, bevor sie entfernt werden konnten.Ab Juli 2006 soll die Hetzjagd mit Hundemeuten endgültig verboten sein.

Rebhühner befreit. Am 10. September befreiten TR-AktivistInnen Rebhühner aus einer Zuchtvoliere einer Jagdgesellschaft in Hampshire, England. Die Rebhühner werden gezüchtet, um für die Jagd ausgesetzt zu werden. Die Tore der Voliere wurden geöffnet und tausende Rebhühner sind entkommen.

Kenia weiterhin Vorreiter im Elefantenschutz. In einer flammenden Rede anlässlich der in Nairobi abgehaltenen öffentlichen Parade im Vorfeld der erneuten Verhandlungsrunde des Washingtoner Artenschutzabkommens, betonte Vize-Präsident Moody Awori, dass der Elfenbeinhandel nicht eröffnet werden darf. Kenia hat die Weltöffentlichkeit während der letzten zehn Jahre unermüdlich auf die ganz offensichtliche Verbindung zwischen der Wilderei und dem legalen und illegalen Handel von Wildtierprodukten hingewiesen. Der Vizepräsident verwies dabei besonders auf den generellen Erfolg, der mit dem seit 1989 eingesetzten Verbot des Elfenbeinhandels verbunden ist.

Eklat bei Pelztag. Zwei TierrechtsaktivistInnen haben bei einer Veranstaltung des Deutschen Pelzinstituts in Berlin am 9. September für einen Eklat gesorgt. Die beiden gingen als ModeratorInnen des SAT.1-Frühstücksfernsehens auf eine Pressekonferenz des Pelzinstituts und wollten sich selbst miot roter Farbe überschütten, um an die blutige Tötung der Pelztiere zu erinnern. Dabei wurden sie von Sicherheitskräften angegriffen, sodass die Farbe überall verspritzt wurde und auch auf Pelzmänteln landete. Der Sachschaden beläuft sich nach Angaben des Pelzinstituts auf mindestens 150.000 Euro. Nach ihrer Aktion hatten die beiden AktivistInnen in kürzester Zeit mehr als 1000 Unterstützungsemails erhalten.

Pelzmodeschau Liska gestört. Bei der ersten diesjährigen Pelzmodeschau des Pelzhändlers Liska in Wien am Graben am 21. September befanden sich 2 TierrechtsaktivistInnen unter den ZuschauerInnen. Während der Modeschau standen sie auf und zeigten Anti-Pelz Plakate. Erst nach einiger Zeit wurden ihnen die Plakate entrissen, worauf sie weitere Plakate hochhielten. Dann wurden sie aus der Pelzschau entfernt. An allen 3 Tagen der Pelzmodeschauen Liska, vom 21. – 23. September, gab es lautstarke Demos von 16 – 21 Uhr direkt gegenüber dem Eingang.

Modehauskette Zara entfernt alle Pelze aus ihrem Sortiment. Eine internationale Koalition von Tierrechtsgruppen rief für Samstag den 25. September weltweit zu Protesten gegen die Modekaufhauskette Zara mit 2064 Filialen in 52 Ländern auf, weil diese sich am Handel mit Tierpelzen beteiligt. In Österreich meldete wurden 6 Demonstrationen vor allen 6 österreichischen Zara-Filialen in Wien, Vösendorf, Graz und Linz geplant. Am Mittwoch den 22. September, unmittelbar vor dem Aktionstag mit den Demonstrationen, teilte der Deputy Chairman von der Zara-Zentrale in Spanien, Herr José María Castellano Ríos, schriftlich mit, dass mit sofortiger Wirkung alle Pelzkleidungsstücke in allen Zara-Fillialen in Österreich, aber auch in den USA, Großbritannien, Irland, Belgien, Holland, Luxemburg, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Polen, Tschechien, Slowenien, Italien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island entfernt werden. In Spanien, Portugal, Griechenland, Türkei, Mexiko und Venezuela werden ab 31. Dezember 2004 keine Pelzkleidungsstücke mehr verkauft. Weltweit wurden daraufhin alle Demonstrationen abgesagt.

Finnische Kaufhauskette Attila ohne Pelz. In Finnland wurde eine Kampagne gegen die Kaufhauskette Attila mit 26 Filialen begonnen. Nach der Ankündigung einer ersten Demo am Samstag den 2. Oktober, meldete sich die Kaufhauskette bei den AktivistInnen und kündigte an keine Pelze mehr zu verkaufen.

20% finnischer Pelzfarmen werden bis 2010 schliessen. Nach einer Umfrage der finnischen Pelzfarmvereinigung gaben 20% der PelzfarmerInnen an bis 2010 ihre Pelzfarmen schliessen zu wollen. Als Gründe wurde das Alter und der Umstand genannt, dass sie keine NachfolgerInnen hätten.

Pelztiere befreit. Am 8. September befreite eine Gruppe von AktivistInnen 10 Nerze aus einer Pelzfarm in Deutschland, und ließ sie in einem nahen Naturschutzgebiet einzeln frei.

Pelzdemos. Am 10. und am 24. September sowie am 1. Oktober gab es Demos vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien. Am 1. Oktober gab es auch eine Pelzdemo am Taubenmarkt in Linz.

SchweinemästerInnen Beckerle verurteilt. Seit Frühjahr 2001 gibt es eine Kampagne gegen die Schweinemast Beckerle in OÖ, mit ca. 10.000 Schweinen pro Jahr eine der größten Österreichs. 6 Mal wurde Videomaterial aus dem Betrieb erstellt und 6 Mal Anzeige wegen Tierquälerei erstattet. Mitte 2004 wurde bekannt, dass wegen eines bevorstehenden Umbaus keine Schweine mehr eingestallt waren. Am 28. September wurden alle drei Angeklagten vom Landesgericht Ried im Innkreis zu bedingten Haftstrafen von jeweils neun Monaten verurteilt. Die Schuldsprüche wurden damit begründet, dass die Familie den Innviertler Betrieb arbeitsteilig geführt habe und somit alle Mitglieder von den Vorgängen informiert gewesen seien. Die drei Angeklagten wurden wegen Tierquälerei sowie Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes verurteilt. Laut Gutachten im Auftrag des Gerichtes wurden die Vorschriften zum Umgang mit Medikamenten in dem Betrieb nicht beachtet. Die Tiere sind außerdem in einem Stall gehalten worden, bei dem die Lüftung kaputt war. Das Licht ist nur zur Fütterung aufgedreht worden. Es ist falsches Futter eingesetzt worden, davon sind Schweine erkrankt. Diese Tiere sind nicht von den gesunden getrennt und nicht behandelt worden. Es hat Schweine mit offenen Geschwüren gegeben, mit Lungenentzündung, mit Extremitäten, die von anderen Tieren angefressen worden waren, sowie mit verfaultem Muskelgewebe. Anordnungen der Behörden zu einer Verbesserung der Situation sind nicht befolgt worden.

Demo gegen Tierversuche. Am 5., 6. und 7. Oktober wurden vor dem Biozentrum der Uni Wien Demos gegen Tierversuche abgehalten.

Versuchstiere befreit. In der Nacht auf den 12. September befreite die ALF einen Beaglehund aus einem
Versuchslabor der Universität von Leon in Spanien. Am 15. September befreite die ALF 127 Frösche aus dem Tierversuchslabor des Instituts Anokhin der Russischen Medizinischen Akademie in Moskau und liess sie in umliegenden Feuchtbiotopen frei.

Vortrag über Fleischkonsum. Am 23. September wurde im Cafe Palaver in Graz ein Vortrag über den Fleischkonsum und seine Konsequenzen abgehalten.

Singvogelfang erlaubt. Der vor 4 Jahren eingebrachte Beschwerdeantrag bei der EU gegen den Singvogelfang im oö. Salzkammergut hat bis jetzt zu keiner Klage seitens der EU gegen Österreich geführt. Deswegen wurden wieder Fangbewilligungen ausgestellt: Zwischen 15. September und 30. November ist der Fang von 550 Singvögeln in 20 Gemeinden im Bezirk Gmunden, 9 in Vöcklabruck und in 2 Gemeinden in Wels-Land erlaubt.

Ponykarussell-Betreiber greift Tierrechtsdemonstrant an. Am 25. September fand vor dem Ponykarussell am Rupertikirtag in Salzburg eine Demonstration gegen den Missbrauch der Ponys statt. Der Betreiber des Karussells attackierte einen Demonstranten und entriss ihm das Transparent. Aufgrund der Drohungen durch die anderen Standelbetreiber musste die Demonstration letztendlich angebrochen werden.

Zirkus Knie ohne Wildtiere. Zum Besuch des Zirkus Knie in Salzburg sagte der Zirkusdirektor im Fernsehen am 1. Oktober, dass er keine Tiger dabeihabe um der Konfrontation mit den TierrechtlerInnen zu entgehen. Befragte PassantInnen meinten, dass es auch ihnen lieber sei, dass keine Wildtiere mehr im Zirkus sind.

Tigerattacke im Zirkus. Bei der Attacke eines Bengalischen Tigers im deutschen Zirkus Paul Busach
wurde ein 45- jähriger Mann schwer verletzt.

Vegane Bürgermeisterin verweigert Angelobung in Pelzrobe. Im Black Country nahe Birmingham in England hat die Bürgermeisterin Linda Turton als Veganerin am 5. Oktober ihre Angelobung verweigert, weil der traditionelle Umhang einen Pelzbesatz hatte. Die Angelobung konnte erst stattfinden, nachdem eine pelzfreie Robe ausgeborgt werden konnte.

Vorankündigungen:

15. - 17. Oktober 2004 12. Kongress über Alternativen zu Tierversuchen an der Uni Linz.
Anmeldung und Auskunft: http://www.zet.or.at/kongress/Linz2004
19. – 22. Oktober Pelzdemos vor Pelzmodeschau Foggensteiner, jeweils ab 18 Uhr, Opernring 23, Wien 1.