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Tierrechtsradio
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Sendung vom 14.12.2007 11:00:

Konflikt mit der Jagd

Im Herbst 2007 gabs 5 grosse Jagdsabotagen und viele Anzeigen gegen JägerInnen. Eine Zusammenfassung der Konflikte.

TIERRECHTSNACHRICHEN VON 7. – 13. DEZEMBER 2007

Kleider Bauer Demos.
Am 7. Dezember gab es Pelzdemos vor Kleider Bauer Filialen in Wien Mariahilferstrasse und Innsbruck Museumstrasse.
Am 8. Dezember wurde vor Hämmerle und Kleider Bauer in der Wiener Mariahilferstrasse, sowie vor Kleider Bauer in Innsbruck Museumstrasse, Graz Murgasse und Linz Landstrasse demonstriert.

Tierrechtsdemos.
Am 7. Dezember gab es eine Demo für Tierrechte am Grazer Hauptplatz und gegen Pelz vor Escada in Salzburg.
Am 8. Dezember folgten eine Pelzdemo vor Fürnkranz in der Wiener Mariahilferstrasse und eine Demo für Tierrechte am Stefansplatz in Wien, sowie eine Demo gegen Tiertransporte in Seiersberg und eine Demo für Tierrechte in Gleisdorf.
Am 13. Dezember wurde vor Fürnkranz auf der Kärntnerstrasse in Wien gegen Pelz demonstriert.

Demomarsch gegen Pelz in Innsbruck.
Am 8. Dezember marschierten ca. 50 DemonstrantInnen von 15-17 Uhr durch die Innsbrucker Innenstadt gegen Pelz. Fast 50 PolizistInnen begleiteten den Marsch und versuchten die DemonstrantInnen einzuschüchtern. Die ursprüngliche, etwa 3 Stunden geplante Route wurde bereits im Vorfeld sehr stark von den Behörden beschnitten, sodass ungefähr eine Stunde Gehzeit blieb. Mit einigen Stopps, vor allem vor diversen tierpelzführenden Geschäften, aber auch vor Filialen von McDonald's und Burger King und vor allem durch spontane Sturzaktionen der Theatergruppe Ein/Aus, wurde die kurze Route zeitlich in die Länge gezogen. Die Demo endete vor Kleider Bauer in der Museumstrasse mit einer lauten Abschlusskundgebung. Auch dass die Polizei einige Demosprüche verboten hatte, weil sie beleidigend wären, konnte die AktivistInnen nicht abschrecken und die Demo war nach Ansicht der OrganisatorInnen ein großer Erfolg.

2 Jagdsabotagen in NÖ.
Am 9. Dezember unterbrachen 40 AktivistInnen eine Treibjagd auf Zuchtfasane und künstlich aufgefütterte Hasen in Götzendorf in NÖ. Nach 2 Stunden Jagdunterbrechung gaben die JägerInnen auf und gingen nach Hause, während die Polizei ihrerseits Jagd auf die AktivistInnen zu machen begann. Dennoch konnten alle entkommen. Die 3 AktivistInnen, die im Feld von der Polizei angehalten wurden, leisteten passiven Widerstand, bis die Polizei nach 90 Minuten aufgab und die 3 am Boden sitzen ließ und nicht ihre Daten aufnahm.
Gleichzeitig zu dieser Aktion gab es eine Jagdstörung zwischen Höflein und Göttlesbrunn in NÖ. Eine Gruppe von JägerInnen schoss auf gefütterte Wildschweingruppen in einem Gatter. Danach versuchten die JägerInnen Hasen und Fasane in den umliegenden Feldern zu töten. Die AktivistInnen konnten diese Jagd letztendlich erfolgreich stören und beenden.

Große Vogelausstellung in Linz angezeigt.
Von 30. November bis 2. Dezember fand eine Ausstellung von u.a. heimischen Singvögeln in winzigen Käfigen im Linzer Volkshaus statt. Nachdem seinerzeit im Bundestierschutzgesetz ein absolutes Ausstellungsverbot von wildgefangenen Tieren erlassen worden war, versuchte die oö Landesregierung dieses Verbot zu unterlaufen. Der oö Verfassungsdienst fand dazu folgenden Grund. Weil im Tierschutzgesetz auch Käfiggrößen für Singvögel angegeben waren, aber diese Singvögel nach Ansicht des oö Verfassungsdienstes nicht gezüchtet sondern nur wildgefangen werden könnten, stehe das im Widerspruch zum Ausstellungsverbot von wildgefangenen Vögeln und deshalb enthalte das Gesetz einen Widerspruch und müsse daher überhaupt nicht umgesetzt werden! Zur jetzigen Ausstellung argumentiert dieselbe oö Landesregierung umgekehrt: Natürlich wären diese Vögel in der Ausstellung in Linz gezüchtet und nicht wild gefangen, und deshalb wurde die Ausstellung bewilligt. Einmal behauptet die oö Landesregierung also, dieselben Vögel könnten nur Wildfänge sein – und deshalb dürfe man das Ausstellungsverbot für Wildfänge ignorieren – und ein anderes Mal behauptet sie, dieselben Singvögel seien selbstverständlich gezüchtet, und deshalb gelte das Verbot sowieso nicht. In einem von der oö Landesregierung in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Gutachten wurden genau diese Singvogelschauen als schwere Tierquälerei bezeichnet. Daraufhin ließ die Regierung dieses Gutachten lieber rasch in der Schublade verschwinden. Die OrganisatorInnen der Ausstellung wurden von TierrechtlerInnen wegen Tierquälerei angezeigt.

Laufend neue Kritik an der Jagd: Bärenabschuss, Elektrohalsband für Jagdhunde, Fütterungen.
In der ersten Dezemberhälfte wurde eine Lawine von Kritik gegen die Jägerei losgetreten:
Die Polizei konnte einen Jäger in Lilienfeld ausfindig machen, in dessen Keller einer der 20 Ötscherbären ausgestopft gefunden wurde, die seit einigen Jahren vermisst werden. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung und einem Gentest konnte der Mann überführt werden. TierrechtlerInnen äußerten schon seit geraumer Zeit den Verdacht, dass JägerInnen für das Verschwinden der Bären verantwortlich sind.
AnrainerInnen informierten die Behörden, dass bei einer Treibjagd in Wultendorf bei Mistelbach in NÖ verbotene Teletaktgeräte, also elektrische Dressurhalsbänder, bei den Jagdhunden verwendet wurden.
TierrechtlerInnen veröffentlichten zahllose Bilder von überdimensionalen Wildtierfütterungen für Hasen, Rehe, Fasane und Wildschweine, sowie verbotene Fasan- und Rebhuhnzuchten für die Jagd. Die Naturlandschaft in Österreich würde zu einer einzigen Mastanlage für jagdbare Tiere verkommen.
Am 3. Dezember 2007 starb ein Mann, dem auf einer Treibjagd in Stetteldorf in NÖ ins Gesicht geschossen worden war. Am 9. Dezember wurde in Krensdorf im Burgenland einer 20 jährigen Frau auf einer Treibjagd in die Beine geschossen. Am 11. Dezember schoss ein Jäger in Hof bei Radkersburg in der Steiermark einem 78-jährigen Mann auf der Jagd versehentlich in Hand und Oberschenkel und verletzte ihn schwer.

Abschlussveranstaltung des Projekts „Not und Armut“ in Landeck in Tirol.
Am 12. Dezember fand in der Stadtbücherei von Landeck ein Vortrag über das Schicksal der Esel in Mauretanien und eine Lesung aus dem Buch „Strandgut“ statt. Die zahllosen BesucherInnen im überfüllten Saal wurden mit veganer Bäckerei verköstigt.

Pelztierbefreiung.
Am 10. Dezember befreite die ALF alle 400 Nerze von einer Pelzfarm in Zeewolde in Holland. Die Farm hat keine Zuchtlizenz, wird aber behördlich toleriert. Ein Bekennerschreiben ging an die Medien.

Irische Kaufhauskette Brown Thomas pelzfrei.
Nach einer dreijährigen Kampagne mit zahllosen Dauerdemos gab Irlands größte Kaufhauskette Brown Thomas am 10. Dezember offiziell bekannt, ab Februar 2008 aus dem Pelzhandel aussteigen zu wollen.

Veganer gewinnt Kampfsportbewerb.
Am 8. Dezember gewann der vegane Freefight Weltmeister Mac Danzig aus den USA die Ultimate Fighter Competition im Finale gegen Farmboy Tommy Speer.

Vorankündigungen

Kleider Bauer Demos
Freitag ab 13 Uhr in Wien Mariahilferstrasse, 14 Uhr in Innsbruck Museumsstrasse.
Samstag, ab 10 Uhr in Wien Mariahilferstrasse vor Kleider Bauer, 12.30 Uhr in Graz Murgasse und 14 Uhr in Innsbruck Museumsstraße.
Tierrechtsdemos
Freitag ab 17 Uhr am Grazer Hauptplatz
Samstag ab 12 Uhr Großdemomarsch in Linz, Treffpunkt am Hauptplatz
Samstag ab 18 Uhr Tierrechtsdemo am Stefansplatz in Wien