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Tierrechtsradio
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Sendung vom 18.01.2008 11:00:

Der Sachwalterschaftsprozess für den Schimpansen Hiasl

Ist ein Schimpanse eine Person oder eine Sache? Der OGH vermied die Antwort und lehnte den Antrag mangels Befugnis des Antragstellers ab.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 11. – 17. JÄNNER 2008

Kleider Bauer Demos und Aktionen.
Am 11. und 12. Jänner wurde jeweils vor den Kleider Bauer Filialen in Wien Mariahilferstrasse und Innsbruck Museumstrasse gegen Pelz demonstriert.
Am 12. Jänner gab es zusätzlich Kleider Bauer Pelzdemos vor Hämmerle in Wien Mariahilferstrasse, und vor Kleider Bauer in Wr. Neustadt Wienerstrasse und Linz Landstrasse.

Tierrechtsdemos.
Am 11. Jänner wurden am Hauptplatz in Graz und am 12. Jänner am Schwedenplatz in Wien Kundgebungen zu Tierrechten abgehalten.
Am 14. Jänner protestierten AktivistInnen einige Stunden lautstark vor der Österreich-Zentrale des schweizer Charles Vögele Konzerns in Graz gegen deren Pelzhandel. Die Geschäftsführung hat Mitte Jänner bekannt gegeben, dass sie in den nächsten Wochen entscheiden will, ob sie ihren Pelzverkauf beendet.
Am 15. Jänner wurde in Salzburg-Bergheim vor dem Schlachthof gegen dessen geplante Vergrößerung demonstriert.

OGH lehnt Sachwalterschaftsantrag für Schimpansen Hiasl ab.
Im Februar 2007 kam ein außergewöhnlicher Fall vor das Sachwalterschaftsgericht in Mödling, NÖ: Um den Schimpansen Hiasl vor der drohenden Deportation ins Ausland zu bewahren, wurde ein Sachwalter beantragt, der sich der rechtlichen Situation des Schimpansen in dessen Namen annehmen können sollte. Doch Sachwalter werden nur für Personen bestellt, der Schimpanse galt aber in Österreich stillschweigend bis dato als Sache. Das Gericht lehnte letztendlich den Antrag ab, weil der Antragsteller zu einem derartigen Antrag nicht befugt sei. Nach entsprechenden Rekursen zum Landesgericht Wr. Neustadt, denen teilweise stattgegeben wurde, schloss sich jetzt der Oberste Gerichtshof OGH dem Erstgericht an. So haben alle Gerichte erfolgreich die Frage umgangen, ob der Schimpanse eine Sache oder eine Person ist. Diese Form der Urteilsfindung sei laut Antragsteller dem Schimpansen Hiasl gegenüber nicht fair. Statt die für ihn vorgebrachten Argumente anzuhören und zu beurteilen, ist ja den Antragstellern die Berechtigung für ihren Antrag abgesprochen worden. Diese kündigten deshalb an, wegen Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen.

Geflohener Stier gerettet.
Am 8. Jänner war es einem 7 Monate alten Stier in Kärnten gelungen, vor der Fahrt zum Schlachthof zu fliehen. Nachdem er sich über 1 Woche im Wald versteckt hatte, wurde er am 16. Jänner mit dem Betäubungsgewehr getroffen und festgenommen. Doch da schaltete sich ein salzburger Gnadenhof ein, gab dem Landwirt eine Entschädigung und nahm den Stier bei sich auf.

Gebell-Analyse: Der PC versteht, was Hunde wollen.
Ungarische VerhaltensforscherInnen um Csaba Molnar an der Budapester Eötvös-Universität haben einem Computer Hundesprache beigebracht. Die auf 6000 verschiedenen Bell-Lauten basierende Software kann das Gebell einzelner Hunde besser auseinanderhalten als Menschen - und erkennt zudem einigermaßen, was die Tiere wollen. Die Trefferquote habe 52 % betragen, für Menschen sei die Aufgabe nahezu unlösbar.

Scharfe Kritik an Hüttenjagd mit Uhus in Vorarlberg.
Der Vorarlberger Tierschutzombudsmann hat die sogenannte Hüttenjagd scharf kritisiert. Dabei wird der Todfeind der Krähen, der Uhu, als Lockvogel auf einen Pflock angebunden und in freier Wildbahn ausgesetzt. Dadurch sammeln sich zahlreiche Krähen auf umliegenden Bäumen, um den Uhu zu bedrohen und anzugreifen. Von einer getarnten Hütte aus sind die Krähen dann aber für die JägerInnen ein leicht zu treffendes Ziel. Der Tierschutzombudsmann kritisiert, dass es für einen nachtaktiven Greifvogel, wie den Uhu, der noch dazu angebunden ist, eine Tierquälerei sei, durchs Tageslicht fast blind und hilflos von Todfeinden bedroht zu werden.

Italienischer Tierrechtler im Hungerstreik.
Am 15. Jänner begann der Aktivist Davide Majocchi in Busto Arsizio in Italien einen unbefristeten Hungerstreik gegen Tierversuche. Damit möchte er den lokalen Bürgermeister an sein 2004 gegebenes Versprechen erinnern, Tierversuche in der Region zu reduzieren. Stattdessen hatte der Bürgermeister kürzlich 4,5 Millionen Euro für den Bau eines neuen Tierversuchslabors der lokalen Universität bewilligt.

2 Tierrechtler von japanischem Walfangboot gekidnappt.
Seit geraumer Zeit verfolgen Boote von TierrechtlerInnen japanische Walfänger in australischen Gewässern, um diese am illegalen Walfang zu hindern. Weil der Walfänger auf alle Funksprüche nicht reagierte, wurden am 15. Jänner 2 Tierrechtler mittels Schlauchboot auf einem der Walfänger abgesetzt, um eine Protestnote persönlich zu überreichen. Seit Betreten des Bootes werden die beiden bereits seit über 48 Stunden gefesselt festgehalten. Die weltweiten Proteste haben jetzt auch eine diplomatische Intervention der australischen Regierung zum Schutz der Aktivisten ausgelöst, allerdings bisher ohne Erfolg.

Vorankündigungen

Kleider Bauer Demos
Freitag ab 13 Uhr in Wien Mariahilferstrasse, 14 Uhr in Innsbruck Museumsstrasse.
Samstag, ab 9 Uhr in Wr. Neustadt Wienerstrasse vor Kleider Bauer, ab 10 Uhr in Wien Mariahilferstrasse, ab 12.30 Uhr in Graz Murgasse und ab 14 Uhr in Innsbruck Museumsstraße.
Tierrechtsdemos
Freitag ab 17 Uhr am Grazer Hauptplatz
Samstag ab 11.30 Uhr in Linz Landstraße Ecke Passage und ab 16 Uhr am Stefansplatz in Wien
Jägerballdemos
Hofburg bereits das 26. Jahr (!) in Folge, Montag 28. Jänner ab 19:30 Uhr
Parkhotel Schönbrunn Freitag 1. Februar ab 19:30 Uhr
Österreichischer Tierrechtskongress Wien 2008
27. – 30. November 2008 im Don-Bosco Haus in Wien, siehe www.tierrechtskongress.at
Internationales Tierrechts Gathering in Österreich
21. – 24. August 2008 bei Neunkirchen in NÖ, südlich von Wien, siehe www.ar2008.info