Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 29.02.2008 11:00:

Gedanken zu Demoverboten

Gerade bei der Kleider Bauer Pelzkampagne gibt es viele Demoverbote gegen die Dauerdemos. Wie weit können derartige Verbote gerechtfertigt werden?

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 22. – 28. FEBRUAR 2008

Kleider Bauer Demos.
Am 22. und am 23. Februar gab es jeweils Demos gegen den Pelzhandel vor den Kleider Bauer Filialen in Wien Mariahilferstrasse und Innsbruck Museumstrasse.
Am 23. Februar wurde zusätzlich in Wiener Neustadt Wienerstrasse, Linz Landstrasse und Graz Murgasse vor Kleider Bauer demonstriert.

Tierrechtsdemos.
Am 22. Februar gab es ganztags bis spät in die Nacht eine Kundgebung für Tierrechte auf dem Hauptplatz in Graz.
Am 23. Februar folgte eine ähnliche Kundgebung mit Videofilmen auf Großleinwand von 17 bis 24 Uhr am Stefansplatz in Wien.
Am 22. und 23. Februar gab es auch Demos im Salzburger Messegelände anlässlich der Jagdmesse „Die Hohe Jagd“. Nach Auskunft der VeranstalterInnen wurde pro Tag etwa 100 kg Informationsmaterial zur Jagd verteilt und Unterschriften für ein Verbot der grausamsten Jagdpraktiken wie z.B. Baujagd, Treibjagd, Fallenjagd und für die Aufnahme der Jagd ins Tierschutzgesetz gesammelt. Es gab sehr viele beipflichtende Reaktionen von BesucherInnen der am gleichen Ort stattfindenden Tourismusmesse, die der jüngsten Umfrage, dass 2/3 der ÖsterreicherInnen für eine Abschaffung der Jagd sind, Nachdruck verliehen.
Am 23. Februar fanden auch Kundgebungen zu Tiertransporten und Massentierhaltung in Gleisdorf und in Seiersberg statt.

Großpelzdemo in Ljubljana.
Für den 23. Februar riefen die Tierrechtsgruppen in Slowenien bereits das zweite Jahr in Folge zu einer Großpelzdemo in ihrer Hauptstadt Ljubljana auf. Neben einem Kontingent von 52 AktivistInnen aus Kroatien fanden sich auch 8 TeilnehmerInnen aus Österreich ein. Pünktlich bewegte sich der Demozug mit 160 TeilnehmerInnen von einem Park im Stadtzentrum zunächst direkt zu einem Pelzgeschäft, vor dem laut protestiert wurde. Danach zogen die DemonstrantInnen kreuz und quer durch die kleine Innenstadt. Zuletzt gab es am Hauptplatz eine Schweigeminute im Gedenken an den verstorbenen ehemaligen Präsidenten Sloweniens, der vegan gelebt hat. Danach folgte eine Lärmviertelstunde, um den Ärger zu unterstreichen, den sensible Menschen angesichts der Gleichgültigkeit vieler PelzträgerInnen empfinden.

Tierrechtsinfoabend in Graz.
Am 21. Februar luden TierrechtlerInnen zu einem Informationsabend zu Tierrechten ins Neutorcafe in Graz. Nach einem Vortrag über die Schweinehaltung wurden die Pläne für eine neue Schweinefabrik in Hofstätten der Öffentlichkeit vorgestellt und kritisiert. Anschließend wurden die neuesten Ergebnisse von Tierrechts-Kontrollen von Tiertransporten präsentiert.

Neues Gesetz gegen Anti-JagdaktivistInnen im Burgenland.
Ende Februar kommt im Rahmen der Novelle des Jagdgesetzes auch ein neuer §106 (3) zur Abstimmung in den burgenländischen Landtag. Weil JagdgegnerInnen in letzter Zeit vermehrt Treibjagden gestört hätten, würde dieses neue Gesetz eingeführt, um in Zukunft die polizeiliche Überwachung von Jagden vorzuschreiben. Joško Vlasich, Menschenrechtssprecher der Grünen, sieht darin einen Verstoß gegen den Artikel 10 der Menschenrechtskonvention und meinte am 27. Februar in einer Aussendung wörtlich: „Dieser Passus ist offensichtlich darauf ausgelegt, den JagdgegnerInnen die Möglichkeit zu nehmen, sich zu Kundgebungen gegen die Treibjagd zusammen zu finden. Somit wird das Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt. Wir Grüne sehen darin eine Beschneidung der Meinungsäußerung und lehnen die Gesetzesnovelle ab.“

Jagdkatalog bietet illegale Tierqualprodukte.
Ende Februar kam unaufgefordert ein neuer Jagdkatalog in die Postkästen vieler österreichischer Haushalte geflattert. Tierrechtsgruppen kritisieren, dass in diesem Katalog zahllose Gerätschaften angeboten werden, die aufgrund ihrer tierquälerischen Wirkung längst verboten sind, wie Elektroschockgeräte für die Hundedressur mit Elektroschocks per Fernbedienung oder automatisch beim Bellen, seit weit über 10 Jahren in der gesamten EU verbotene Tellereisen-Fallen, illegale Quetschfallen für Katzen zusammen mit Lockmitteln, die laut Katalog „jede Katze zum Fangplatz“ locken, und Fallen für Raubvögel. Für jagdfremde Personen besonders seltsam mutet auch ein Gerät an, das durch einen elektronischen Weckruf dem Jäger die Ankunft angelockter Wildtiere mitteilt. Unter dem Namen „Sau-Tel“ kann man sich laut Katalog von den Wildschweinen zum Abschuss anrufen lassen. „Das Telefon, das Sie anruft, wenn Sauen an der Kirrung sind!“, kommentiert der Katalog diese Einrichtung.

Halali-Bande brennt Jagdhäuser nieder.
In den letzten Jahren hat eine „Halali-Bande“ genannte Gruppe mehr als 30 Anschläge auf Jagdhäuser in NÖ verübt. Die AktivistInnen brechen in die Häuser ein, entfernen wertvolle Gegenstände und Waffen, und brennen danach die Jagdhäuser nieder. Zuletzt waren JägerInnen in Pöggstall, Gutenstein, Göstling und Ende Februar auch Türnitz betroffen.

Polizeirepression gegen TierrechtlerInnen in den USA.
TierrechtsaktivistInnen protestieren auch immer wieder in sogenannten home demos vor den Wohnhäusern von TierexperimentatorInnen, um die TäterInnen persönlich zu konfrontieren. Am 22. Februar hat ein Richter in Santa Monica in Kalifornien 5 Personen und 3 Tierrechtsgruppen dazu verurteilt, am Tag nicht näher als 17 m und in der Nacht nicht näher als 50 m an Wohnhäuser von TierexperimentatorInnen der Universität von Kalifornien heranzukommen. Nach einer völlig legalen home demo in Santa Monica 2 Tage später folgte die Polizei einigen AktivistInnen nach Hause und wollte ihr Haus durchsuchen. Da diese das verweigerten, umstellte die Polizei das Haus während sie einen richterlichen Beschluss zur Hausdurchsuchung einholte. Nach 12 Stunden Belagerung stürmte die Polizei das Haus und schlug dabei mit Rammböcken die Tür und die Fenster ein. Niemand wurde festgenommen, aber alle Computer wurden beschlagnahmt.


Vorankündigungen

Kleider Bauer Demos
Freitag ab 13 Uhr in Wien Mariahilferstrasse, 14 Uhr in Innsbruck Museumsstrasse.
Samstag, ab 9 Uhr in Wr. Neustadt Wienerstrasse vor Kleider Bauer, ab 10 Uhr in Wien Mariahilferstrasse, ab 12.30 Uhr in Graz Murgasse und ab 14 Uhr in Innsbruck Museumsstraße.
Tierrechtsdemos
Freitag ab 17 Uhr am Grazer Hauptplatz
Samstag ab 11.30 Uhr in Linz Landstraße Ecke Passage und ab 16 Uhr am Stefansplatz in Wien
Österreichischer Tierrechtskongress Wien 2008
27. – 30. November 2008 im Don-Bosco Haus in Wien, siehe www.tierrechtskongress.at
Internationales Tierrechts Gathering in Österreich
21. – 24. August 2008 bei Neunkirchen in NÖ, südlich von Wien, siehe www.ar2008.info