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Tierrechtsradio
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Sendung vom 26.06.2009 11:00:

Europäisches Tierrechtsgathering in Oslo

Live Bericht vom europäischen Tierrechtsgathering in Oslo, einer 4-tägigen Konferenz von 400 TierschutzaktivistInnen aus Europa.

Tierrechtsnachrichten von 19. – 24. Juni 2009

Kleider Bauer Demos
Am 19. und 20. Juni wurde vor Kleider Bauer in Wien Mariahilferstrasse gegen Pelz demonstriert.
Am 19. Juni gab es zusätzlich derartige Demos in Innsbruck Museumstrasse und Salzburg Am Platzl.
Einen weiteren Protest gegen Kleider Bauer gab es am 20. Juni in Linz Landstrasse.
Am 24. Juni wurde noch einmal in Salzburg Am Platzl demonstriert.

Kundgebungen gegen die Repression
Auch in der Woche bis zum 24. Juni gab es noch keine Verlautbarung aus dem Justizministerium, ob eine Anklage gegen die beschuldigten TierschützerInnen wegen §278a StGB eingebracht wird. Die Proteste gegen eine derartige Anklage, und die Appelle an die Justizministerin, gehen ungebrochen weiter.
Am 19. Juni wurde in der Rush-hour in der Früh auf einer Brücke über die A22 in Wien ein Riesentransparent gegen die staatliche Repression aufgehängt.
Am 22. Juni wurde am Währinger Gürtel und am 23. Juni am Urban-Loritz Platz jeweils in Wien protestiert.
Am 23. Juni gab es einen entsprechenden Protest auf einer Brücke über die A23,die Wiener Stadtautobahn.

Sonstige Tierrechtsdemos
Den 19. Juni verbrachten TierrechtlerInnen in Graz, Linz und Wien bei Informationskundgebungen zu Tierrechten und gegen den Fleischkonsum.

Veganmania hat Station in Wien
Am 20 Juni ging in Wien am Museumsplatz beim Museumsquartier das Sommerhighlight des Jahres in der Tierschutzszene über die Bühne. Mit 35 Ständen von Gastronomie, veganen Firmen und Tierrechtsvereinen aus ganz Österreich und sogar Kroatien wurden die tausenden BesucherInnen nicht nur mit sehr variationsreichem veganem Essen versorgt, es gab auch die Möglichkeit tierschutzpolitische Informationen zu sammeln und entsprechenden Merchandise zu erwerben, sowie Produkte, die weder tierliche Inhaltsstoffe haben noch an Tieren getestet wurden, zu erstehen. Erstmals waren aber auch Vereine aus anderen sozialen Bewegungen wie z.B. Greenpeace vertreten. Trotz andauerndem Regen bis gegen Abend und eher kühlen Temperaturen war das Fest ausnehmend gut besucht und die Bands, die den ganzen Tag über auftraten, fanden ein dankbares Publikum. Die Theatergruppe Ein/Aus versuchte auf künstlerische Art und Weise die Repression gegen TierschützerInnen zu thematisieren.

Österreich beendet zusehends die Verwendung von Käfigeiern
Seit dem Verbot der Käfighaltung von Legehennen ab Jänner 2009 gehen immer mehr Firmen von der Verwendung von Käfigeiern ab. Die Firma Gourmet, der größte Menübelieferer für Schulen und Firmen in Österreich, verwendet seit ein paar Monaten keine Käfigeier mehr. Die Firma Iglo ist in Umstellung, diese wird voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein. Die Mensen in Österreich steigen ja, wie bereits berichtet, ebenfalls aus der Verarbeitung von Käfigeiern aus. Firmen wie Manner, Aida, Ölz, Gaber usw. verwenden schon länger keine Käfigeier mehr. Die meisten Firmen steigen allerdings nur auf Bodenhaltungseier um, nur wenige, wie z.B. Manner oder Kuner, auf Freilandeier. Auch in der Gastronomie sinkt der Käfigeier-Anteil, nachdem Metro zu Jahresbeginn den Käfigeier-Verkauf beendet hat. In Österreichs Supermärkten und Discountern gibt es sowieso schon sei 2007 keine Käfig-Schaleneier mehr.

Kanadische Robbenjagd vor dem Ende
Kanadas groß angekündigte Robbenjagdsaison ist ziemlich erfolglos zu Ende gegangen. Die Quote wurde mit rund 273.000 Tieren von der Regierung in Ottawa festgesetzt, doch die FischerInnen in Neufundland und Labrador haben nur rund 70.000 Tiere getötet. Der Grund dafür liegt im Verfall der Preise für Robbenpelze sowie im EU-weiten Importverbot von Robbenprodukten, das im Oktober in Kraft treten wird. Einige der Fischerinnen jetzt befürchten, dass die Jahrhunderte alte Tradition der Robbenjagd zu einem Ende kommen könnte. Der Marktpreis eines Robbenfells liegt derzeit bei rund 12 Dollar - vor wenigen Jahren lag er bei 100 Dollar. Allein der Preisverfall aufgrund der verringerten Nachfrage macht die Jagd auf Robben zu einem kaum mehr lukrativen Geschäft. Auch die Nachfrage von Pelzen aus China, einem anderen Großkunden, hat nachgelassen.

Europäische Pelzfarmassoziation sammelt Unterschriften gegen Pelzfarmverbote
Nach dem Fuchsfarmverbot in Dänemark und einem neuen Vorstoß für ein Nerzfarmverbot im holländischen Parlament, hat die Europäische Pelzfarmassoziation EFBA, die 6000 Pelzfarmen in 15 Mitgliedsländern vertritt, am 22. Juni eine Petition an die EU-Kommission verfasst, für die sie jetzt Unterschriften sammelt. Die Pelzfarmverbote in Europa würden nur aus ethischen Gründen erlassen, Ethik sei aber relativ. Man könne nicht einen ganzen Produktionszweig verbieten, der in ganz Europa 120.000 Arbeitsplätze erhalte. Deshalb dürfe es keine weiteren nationalen Pelzfarmverbote geben.

Transport-LKW voller exotischer Tiere durfte weiterfahren
Von außen war dem LKW seine brisante Fracht nicht anzusehen. Der unscheinbare polnische Lastwagen, der am 19. Juni auf der Südautobahn bei Mooskirchen Richtung Italien tuckerte, hatte in Boxen und Kisten gepferchte Schlangen, darunter 5 Boa Constrictors, Krokodile und Warane, sowie 29 Störche, 3 Kakadus und 30 Frösche - von denen 28 bereits verendet waren - geladen. Der in Warschau gestartete Transport war zum Zeitpunkt der Kontrolle schon 31 Stunden unterwegs. Die von der Polizei beigezogenen Tierärzte stellten noch weitere gravierende Mängel fest. So wurden die Störche jeweils zu zweit in engen Kisten transportiert und mittels Kübel und Strick getränkt, die Warane hatte man in Zeitungspapier eingewickelt, generell litten die Tiere an mangelnder Frischluftzufuhr. Dennoch durfte der LKW-Fahrer samt Fracht nach der Amtshandlung seine Fahrt fortsetzen. Die Sprecherin der Landesveterinärbehörde erklärte dazu: "Es erschien uns schonender für die Tiere, den Wagen weiterfahren zu lassen, als sie in mühsamer Prozedur auszuladen und irgendwo einen Platz für sie zu suchen."

Friedensnobelpreisträger erklärt: wir sollten weniger Fleisch essen
Der Vorsitzende des UN-Weltklimarats, Vorstand des Instituts für Energie und Ressourcen in Neu-Delhi und Friedensnobelpreisträger Rajendra Pachauri erklärte am 23. Juni auf einer Energiekonferenz in Wien, die Menschen sollten weniger Fleisch essen, weil der Fleischzyklus sehr intensiv sei. Man produziert Fleisch etwa in Brasilien, exportiert es nach Europa, Japan und anderswohin. All das braucht enorme Mengen an Kühlung, an Land, an Tierfutter. Mit einer kleinen Veränderung im Lebensstil, der nicht schmerzen muss, könne man schon viel bewirken.

Whale Watching lukrativer als Walfang
Wal-Beobachtungstouren bringen höhere finanzielle Gewinne als die Jagd auf Meeressäuger. Insgesamt werden mit Whale-Watching 2,1 Mrd. Dollar jährlich umgesetzt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die beim Treffen der International Walfang Kommission am 24. Juni in Madeira präsentiert wurde. Jene Staaten, die Walfang betreiben, könnten neue Strategien entwickeln, um Geld mit den Meeressäugern zu verdienen, so der International Fund for Animal Welfare. Die Organisation hat die Untersuchung durchgeführt. Beim 61. Jahrestreffen des IWC nehmen RegierungsvertreterInnen von mehr als 80 Ländern teil. Wie schon in den vergangenen Jahren steht die Diskussion um das Moratorium zum Stopp des kommerziellen Walfangs auf dem Programm. Zusagen der drei Staaten Norwegen, Island und Japan sind ausständig. Japan betreibe immer noch Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft, werfen internationale Umweltgruppen dem asiatischen Land vor.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr, und morgen Samstag ab 9 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Sowohl Freitag als auch Samstag gibt es am Stephanplatz in Wien von 13-24 Uhr Demos zur Schweinehaltung und zu Tierrechten
Die heurigen Animal Liberation Workshops werden im Herbst in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt stattfinden, siehe www.animal-liberation.at
Internationales Tierrechtsgathering von 25. – 28. Juni in Oslo, siehe http://www.activistgathering.net/
Vegane Sommerfeste Veganmania 2009, siehe www.veganmania.at, 27. Juni Graz, 18. Juli Wr. Neustadt, 1. August Klagenfurt und 26. September St. Pölten