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Tierrechtsradio
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Sendung vom 20.11.2009 11:00:

Besetzung eines Bauernhofs mit Berberaffenhaltung in OÖ

Die erfolgreiche friedliche Besetzung führte dazu, dass die Behörde die Haltung verbesserte und zusagte, die Affen vor Jahresende in ein viel besseres Gehege umzusiedeln.

Tierrechtsnachrichten von 13. – 19. November 2009

Kleider Bauer Demos
Am 13. November wurde in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße vor Kleider Bauer gegen Pelz demonstriert.
Am 14. November gab es zusätzlich zu diesen beiden Demos noch eine in Linz Landstraße und eine in Wr. Neustadt Wienerstraße vor den dortigen Kleider Bauer Filialen.

Tierrechtsdemos
Am 13. November wurde am Grazer Hauptplatz für Tierrechte demonstriert.
Am 14. November zeigten AktivistInnen am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand.
Am 18. und 19. November folgten 2 Kundgebungen gegen Pelz jeweils am Hauptplatz in Graz.

Demomarch gegen Pelz in Wien
Den Reigen der diesjährigen Großdemos gegen Pelz eröffnete Wien am 14. November mit einem Zug von über 150 TeilnehmerInnen vom Westbahnhof über die Mariahilferstraße bis in die Innere Stadt. Vor den Filialen von Kleider Bauer, Hämmerle, Fürnkranz, Sinsley, Jones und der Pulloveria, sowie vor den reinen Pelzgeschäften Vogue, Fuss und Liska gab es Stationen des lauten Protests. Am Stefansplatz gab es nach 4 ½ Stunden die Abschlusskundgebung.

Linguistisches Gutachten in Tierschutzcausa sei wissenschaftlich wertlos
Mangels irgendwelcher konkreter Verdachtsmomente gegen den VGT-Obmann in der Tierschutzcausa wandte sich die Sonderkommission an einen linguistischen Gutachter, AHS-Lehrer Dr. Wolfgang Schweiger, der sich in seiner Korrespondenz auch „Prof.“ nennt, obwohl er kein Universitätsprofessor ist, sondern lediglich in einer AHS unterrichtet. Dem Gerichtsakt ist zu entnehmen, dass die SOKO-Leitung Herrn Dr. Schweiger Vermutungen über die Autorenschaft von DDr. Balluch bzgl. verschiedener Schriftstücke nahelegte und Dr. Schweiger diese für €35.000 zu belegen trachtete. Doch dieses teure Gutachten ist laut VGT das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde. Wörtlich sagte der VGT in einer Aussendung: „Dieses Gutachten ist nicht nur voller inhaltlicher Fehler und beherzigt die einfachsten Regeln der Statistik nicht, es bezichtigt mich ‚mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit‘ der Autor einer Reihe von Schriften zu sein, die aber nachweislich von ganz anderen Autoren stammen. Zusätzlich hat Dr. Schweiger Texte verschiedener Autoren zusammengefügt und so behandelt, als wären sie von einem Autor. Diese Fehler sind so offensichtlich, dass man sich fragt, wie einem vernünftigen Menschen soetwas nicht auffallen kann. Das Gutachten ist wissenschaftlich unhaltbar und völlig wertlos. Auf Basis dieses Gutachtens muss öffentlich an Dr. Schweigers linguistischer Kompetenz gezweifelt werden!“.
Univ.-Prof. Dr. Manfred Kienpointner vom Institut für Sprachen und Literaturen der Universität Innsbruck kommentierte Dr. Schweigers Gutachten so: „Ich erachte es für unhaltbar, aufgrund des Gutachtens von Dr. Schweiger davon auszugehen, dass DDr. Balluch und die AutorInnen der diversen Bekennerschreiben ‚mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit‘ identisch sind. Vielmehr ist in Abwesenheit anderer, zwingender Beweise anzunehmen, dass die Identität von DDr. Balluch mit den Personen, die [die anderen Schriftstücke] verfasst haben, auf der Grundlage des vorliegenden Textkorpus NICHT nachgewiesen werden kann. Diese Konklusion ergibt sich aufgrund der zu schmalen Textbasis und zahlreicher morphologischer, syntaktischer und semantischer Unterschiede zwischen den [anderen Texten] und den beiden definitiv von DDr. Balluch verfassten Texten.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Florian Menz vom Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien setzte sich ebenfalls mit diesem Gutachten auseinander, unterzog es einer Kritik und schloss mit den Worten: „Ich halte das Gutachten für nicht aussagekräftig.“
Mag. Dr. Martin Reisigl, ebenfalls vom Institut für Sprachwissenschaften der Universität Wien, Autor verschiedener Sachverständigengutachten, befasste sich auch mit diesem Gutachten und kommentierte: „Aus meiner Sicht […] ist der [bezahlte] Betrag astronomisch überzogen, noch dazu für ein derart unhaltbares Gutachten.“

2 amerikanische TierschützerInnen in Beugehaft
Das sogenannte Grand Jury System wurde in den USA etabliert, um insbesondere Zusammenhänge in sozialen Bewegungen staatlicherseits zu untersuchen. Ein eigenes Gesetz zwingt alle StaatsbürgerInnen, einer Grand Jury alle Auskünfte zu geben, sonst droht Beugehaft. Am 17. November verweigerten 2 TierschützerInnen vor einer Grand Jury gegen den Tierschutz in Davenport, Iowa, USA, jede Aussage und wurden deswegen in Beugehaft überstellt. Diese Beugehaft kann theoretisch bis zum Ende der Untersuchung dieser Grand Jury dauern. Dafür werden bis zu 18 Monate als Zeitraum angegeben.

Auch Legebatterie von ÖVP-Bürgermeister werde geschlossen
Am 19. November verkündete der Tierschutzminister, dass die von TierrechtlerInnen kürzlich besetzte, illegale konventionelle Legebatterie eines ÖVP-Bürgermeisters in Goschenreith im Waldviertel in NÖ mit 72.000 Hühnern geschlossen werde. Der SPÖ-Tierschutzsprecher kommentierte: „endlich ist nun ganz Österreich käfighennenfrei!“ TierschutzsprecherInnen weisen allerdings darauf hin, dass es noch mindestens 7 sogenannte ausgestaltete Legebatterien in Österreich mit rund 200.000 Hühnern noch bis 2020 gibt.

Zukunft der Baxter-SchimpansInnen gesichert
Am 16. November gab es Vertragsverhandlungen zwischen Bund, Land, Baxter und dem Tierheim Gut Aiderbichl über die Zukunft der ehemaligen LaborschimpansInnen von Baxter, die seit dem Konkurs des Safariparks Gänserndorf ein ungewisses Schicksal hatten. Bis Ende des Jahres sollen die Verträge unterzeichnet sein. Die Finanzierung ist für die nächsten sieben bis zehn Jahre gesichert, sagt Michael Aufhauser vom Gut Aiderbichl, der künftig die Betreuung der 41 SchimpansInnen übernimmt. Auch ein Außengehege soll auf dem Gelände des ehemaligen Safariparks in Gänserndorf gebaut werden. Jetzt fehle nur noch die Zustimmung im nö. Landtag Anfang Dezember, sagt Aufhauser. Unterschrieben sei noch nichts, aber die Verhandlungen seien vielversprechend gewesen, sagt Martin Tschulik von der Abteilung Naturschutz im Land NÖ. Einige Punkte seien allerdings noch zu klären. Als Meilenstein bezeichnet Tschulik die Zustimmung des Gänserndorfer Gemeinderats, den Pachtvertrag für das Grundstück auf 99 Jahre zu verlängern. Damit ist sichergestellt, dass die Tiere im Affenhaus in Gänserndorf bleiben können und von ihren angestammten PflegerInnen weiter betreut werden.

Zweites Deutsches Bundesland will Tierschutz-Verbandsklagerecht einführen
Neben der Tieranwaltschaft, die als staatliche Institution im Namen von betroffenen Tieren in Prozesse nach dem Tierschutzgesetz eingreifen darf, hat die Tierrechtsbewegung auch immer ein Verbandsklagerecht für den Tierschutz gefordert. Auf Basis dieses Rechts dürfte ein Verband von Tierschutzorganisationen selbst auch Klage im Namen von Tieren führen, z.B. eine Verfassungsklage oder Berufungen in bestimmten, schwerwiegenden Fällen. In Österreich wurde diese Forderung von der ÖVP abgelehnt. In Deutschland hat am 14. November nach Bremen jetzt auch das Saarland als zweites Bundesland entschieden, ein derartiges Verbandsklagerecht einzuführen.

JägerInnen erschießen Mensch und Hund
Am 15. November schoss ein 72 jähriger Jäger bei einer Treibjagd im Salzburger Flachgau auf einen Hasen und traf einen Treiber. Bereits am 11. November hatte ein Jäger in Kaiserslautern in Deutschland gegen 21 Uhr auf ein Wildschwein geschossen und dabei einen Hund getötet, während dieser an der Leine mit einem Menschen spazieren ging.

Tierversuchshundezucht Morini in Italien schließt
Seit Ende 2002 gab es in Italien eine schlagkräftige Kampagne gegen die Zuchtfirma für Tierversuchshunde namens Morini in San Polo d’Enza in der Reggio Emilia in Italien. Die Behörde erließ dabei drastische Demonstrationsverbote. In letzter Zeit wurde die Firma nur noch deswegen finanziell am Leben erhalten, um den Erfolg einer Tierrechtskampagne zu verhindern. Doch am 16. November ging sie dennoch bankrott und ihr Besitz wird versteigert. Anfänglich wurden 1100 Beaglehunde und tausende Kaninchen, Ratten, Mäuse und Minischweine pro Jahr dort für Tierversuchslabors in ganz Europa gezüchtet. Zuletzt waren nur mehr 330 Hunde am Gelände.

Indien verbietet Zoohaltung von Elefanten
Am 18. November beschloss Indiens zentrale Zoobehörde aus Tierschutzgründen ein generelles Verbot, Elefanten in Zoos oder Zirkussen zu halten. Alle momentan in Zoos und Zirkussen lebenden Elefanten sollen in eigene Camps nahe von Schutzgebieten und Nationalparks überstellt werden.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 9 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Am Samstag gibt es am Graben in Wien von 15:30-24 Uhr eine Demo zu Tierrechten
Pelz-Großdemos: Samstag 28. November in Graz, am 8. Dezember in Innsbruck und am 19. Dezember in Linz