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Tierrechtsradio
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Sendung vom 04.12.2009 11:00:

Tierquälereien in Schweinefabriken aufgedeckt

Filme eines Billa-Bauernhofgarantiebetriebs und eines Betriebs eines Tierarztes zeigen erschreckende Zustände der Schweine mit abgebissenen Ohren und Schwänzen, sowie verrottenden Tieren.

Tierrechtsnachrichten von 27. November – 3. Dezember 2009

Kleider Bauer Demos
Am 27. und 28. November wurde in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße jeweils vor Kleider Bauer gegen Pelz demonstriert.
Am 28. November gab es zusätzlich zu diesen beiden Demos noch eine in Linz Landstraße und eine in Wr. Neustadt Wienerstraße vor den dortigen Kleider Bauer Filialen.
Am 3. Dezember wurde in Salzburg Am Platzl vor Kleider Bauer gegen Pelz demonstriert.

Tierrechtsdemos
Am 27. November protestierten PelzgegnerInnen vor der Filiale von Johann Strauß in der Wiener Mariahilferstraße und am Hauptplatz in Graz.
Am 28. November wurden am Stefansplatz in Wien Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.

Anti-Pelz Demomarsch in Graz
Die heurige Großpelzdemo in Graz fand am 28. November mit über 100 TeilnehmerInnen statt. Eine Reihe von Geschäften, darunter Max Mara, haben in Graz bereits Tierpelze aus den Regalen genommen. Dennoch gibt es eine Reihe von Pelzgeschäften und pelzführenden Kleiderketten wie Hämmerle, vor denen der Demozug hielt, um lautstark zu protestieren. Bemerkenswert ist einmal mehr, dass gerade in Zeiten erhöhter Staatsrepression die Polizei, die die Demonstration begleitet hat, sehr freundlich und zurückhaltend war.

TierrechtlerInnen decken Tierquälerei in Bauernhofgarantie Schweinezulieferbetrieb für Billa
Die Aufnahmen aus einem Betrieb, der BILLA (also den Rewe-Konzern) beliefert und dessen Fleisch dort unter dem Label „Bauernhofgarantie“ bzw. „Hofstädter“ verkauft wird, wurden dem Verein Gegen Tierfabriken aktuell zugespielt. Die schockierenden Bilder zeigen, was die KonsumentInnen sonst nicht zu sehen bekommen und auch Billa´s „Hausverstand“ gern verschweigt: Kannibalismus aufgrund von den für die Bedürfnisse der Tiere vollkommen inadäquaten Haltungsbedingungen. Ein Neubau, gefördert vom Land Niederösterreich, und drinnen liegt ein Schwein tot in der Ecke und verwest bereits. Andere haben blutige, abgebissene Ohren, Wunden und abgebissene Schwänze. Vollspaltenböden garantieren minimalen Aufwand für den Betrieb und maximales Elend für die Tiere: Hier steht kein bisschen Stroh der „Entsorgung“ der Exkremente durch den Boden im Wege. Ein Tierrechtssprecher kommentiert: „Die KonsumentInnen verlangen billiges Fleisch, die Schweine müssen dafür ihr Leben über dem eigenen Kot fristen.“

Wieder illegale Fasanerie aufgedeckt
Waren es vor Anfang der Anti-Fasanerie Kampagne noch über 200.000 gezüchtete Fasane, die von der Jägerschaft jährlich abgeschossen wurden, so weist die Statistik vom Jagdjahr 2008/2009 "nur" mehr 161.000 tote Fasane auf. Gegenüber dem Vorjahr ist das sogar ein Rückgang von fast 25%. Eine Reihe von Fasanerien musste in den letzten Jahren wegen Verbesserungen der gesetzlichen Haltungsanforderungen schließen und vielen Tieren wird jetzt der brutale Abschuss nach Treibjagden auf zuvor freigelassene Zuchtfasane erspart. Die meisten dieser Vögel werden nämlich nur angeschossen und gehen langsam, oft über Tage hinweg, an ihren Verletzungen zugrunde. Eine der wichtigsten Lieferanten für diese fragwürdige Freizeitbeschäftigung ist die Großfasanerie Nickelsdorf. Jetzt wurden dort schon wieder 100 - 200 männliche Tiere auf zu wenig Platz und ohne Ausgang in bewachsene Freilandbereiche gefunden, entgegen den gesetzlichen Vorschriften

Buchpräsentation zu Tierschutzcausa in Innsbruck
Am 30. November wurde das 10te Gaismair Jahrbuch in Innsbruck präsentiert. Über 70 BesucherInnen hörten eine 70 minütige Rede zur Tierschutzcausa, die sehr prominent in dem heurigen Jahrbuch mit Themenschwerpunkt „Im Namen der Sicherheit“ behandelt wird. Alle Anwesenden solidarisierten sich und eine feministische Gruppe möchte vor Prozessbeginn einen offenen Brief zur Causa verbreiten.

Vortrag „Widerstand in der Demokratie“ an der Uni Linz
An der Johannes Kepler Universität in Linz sind soziale Bewegungen ein Thema in den Soziologie-Seminaren und Vorlesungen von Prof. Raina Zimmering. Zusätzlich ist der Hörsaal 3 der Universität seit einigen Wochen von streikenden StudentInnen besetzt. Grund genug zu einer Synergie der Kräfte: gemeinsam wurde zum Vortrag über das Buch „Widerstand in der Demokratie“ und die Verfolgung der Tierschutzszene mittels §278a eingeladen. Der besetzte Hörsaal 3 der Universität war bis zum Bersten gefüllt, einige StudentInnen mussten sogar am Gang sitzen. 2 Stunden lang wurde über die Notwendigkeit von zivilem Ungehorsam und konfrontativen Kampagnen in einer Demokratie referiert. Wenn der Staat das ihm anvertraute Gewaltmonopol missbraucht und mittels ausufernder Überwachungsmaßnahmen und §278a eine ganze soziale Bewegung kriminalisiert und terrorisiert, dann sind wir dabei, von einer Demokratie in ein totalitäres System abzurutschen. Protestkulturen brauchen einen Freiraum, der durch Grundrechte vor staatlichen Übergriffen geschützt sein muss. Nach dem Vortrag solidarisierten sich viele der Anwesenden mit den betroffenen TierschützerInnen.

England: Tierschützer nach 16 Monaten U-Haft wegen krimineller Organisation freigesprochen
Nur 2 Wochen vor dem „großen Zugriff“ der SOKO gegen den Tierschutz im Mai 2008 in Österreich hatte es auch Hausdurchsuchungen in England gegeben. Unter dem Namen „Operation Tornado“ wurden die Wohnungen von 6 TierschutzaktivistInnen durchsucht, weil man sie verdächtigte, eine kriminelle Organisation zu unterstützen. In England gibt es dafür, so wie §278a StGB in Österreich, den Serious Organized Crime and Police Act 2005, kurz SOCPA genannt.
Im Verfahren erster Instanz in Coventry, das bereits im Juni 2008 stattfand und 18 Wochen gedauert hat, wurden, auch ähnlich wie in der österreichischen Tierschutzcausa, hauptsächlich Internetdiskussionsbeiträge und Email-Kommunikationen vorgelegt, um eine radikal-subversive Einstellung der Beschuldigten zu behaupten. Aus diesen Schriftstücken war ersichtlich, dass der Hauptbeschuldigte Sean Kirtley immer wieder legale Demonstrationen gegen die Pharmafirma Sequani organisiert hatte und eine Kampagnenwebseite gegen diese Firma betrieb. In der Kampagne gegen Sequani ist es zu keinerlei kriminellen Handlungen gekommen. Dennoch sah der erstinstanzliche Richter, der auch Jäger ist, im Verhalten von Sean Kirtley das Tatbild der Unterstützung einer kriminellen Organisation verwirklicht und verurteilte ihn zu 4 ½ von maximal möglichen 5 Jahren Haft. Sean Kirtley wurde bis zur Berufungsverhandlung in U-Haft genommen, die anderen 5 Angeklagten gingen frei. Jetzt, 16 Monate später, sah das Berufungsgericht keinen Grund, hinter den legalen Kampagnenaktivitäten von Sean Kirtley eine kriminelle Organisation zu vermuten. Er wurde sofort aus der U-Haft entlassen und brachte umgehend eine Klage gegen den Staat ein, um für die ungerechtfertigte Misshandlung und Haft Schadenersatz zu bekommen.

Schweden: Präsentation der Schweinefabriksrecherchen zeigt Konsequenzen
Kürzlich hatte die schwedische Tierrechtsbewegung das Resultat nach nächtlichen Besuchen in 100 Schweinefabriken präsentiert. Die Medien reagierten sehr interessiert und das Thema dominierte für mehrere Tage die politische Landschaft. Am 3. Dezember trat der Präsident der schwedischen Fleischindustrie zurück, da der öffentliche Druck auf ihn wegen dieser Ergebnisse und insbesondere weil einer der 100 Betriebe ihm gehörte, zu groß wurde.

England: 12 Wochen Gefängnis wegen Schlachthofplakaten vor einer Schule
Eine vegane Tierrechtsaktivistin ist in Guildford in England immer wieder mit Plakaten geschlachteter Tiere vor Schulen in ihrer Umgebung erschienen und verteilte Flugblätter. Die Direktorin einer Schule erreichte eine gerichtliche Verfügung, dass die Aktivistin nicht mehr näher als 100 m an die Schule herangehen und keine Flugblätter verteilen darf. Im Dezember 2008 brach die diese Verfügung erstmalig und wurde zu 16 Wochen bedingter Haft verurteilt. Im November 2009 erschien sie wiederum vor der Schule und wurde von einer Sicherheitsvideokamera dabei gefilmt. Am 30. November sprach das Gericht eine unbedingte 12 wöchige Gefängnisstrafe gegen die 59 jährige Frau aus.


Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 9 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Heute Freitag ab 15:30 Uhr Pelzdemo vor Johann Strauß Mariahiferstraße 119
Am Samstag ab 14 Uhr Pelzdemo vor Cobra Mariahilferstraße 109
Samstag gibt es auch am Stefansplatz in Wien von 15:30-24 Uhr eine Demo zu Tierrechten
Samstag 10-14 Uhr Demo vor Kleider Bauer in der Fussgängerzone von St. Pölten, Kremsergasse 33
Samstag 11:15-14 Uhr Aktion gegen Klimawandel, 200-300 Menschen stellen Uhr dar, die 5 vor 12 zeigt
Pelz-Großdemos: am 8. Dezember in Innsbruck und am 19. Dezember in Linz