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Tierrechtsradio
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Sendung vom 11.12.2009 11:00:

Besetzung einer Schweinefabrik

Nachdem seit 10 Jahren die Missstände in der Schweinefabrik eines Tierarztes aufgedeckt werden und unverändert bleiben, besetzten TierrechtlerInnen kurzerhand den Betrieb.

Tierrechtsnachrichten von 4. – 10. Dezember 2009

Kleider Bauer Demos
Am 4. Dezember wurde in Graz, Innsbruck und Wien vor Kleider Bauer Filialen gegen Pelz demonstriert.
Am 5. Dezember folgten ähnliche Demos wieder in Innsbruck und Wien, aber zusätzlich auch in Linz, Wr. Neustadt, Salzburg und St. Pölten.

Tierrechtsdemos
Am 4. Dezember protestierten AktivistInnen vor dem Geschäft Johann Strauß in der Mariahilferstraße gegen deren Pelzverkauf.
Am Stefansplatz in Wien wurden am 5. Dezember bis spät in die Nacht wiederum Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
Am 10. Dezember informierten TierrechtlerInnen am Grazer Hauptplatz über Pelz.

Kleidergeschäft Cobra in Wien Mariahilferstraße steigt aus Pelzhandel aus
Am 5. Dezember versammelten sich TierrechtlerInnen vor der Filiale der Kleiderkette Cobra in der Wiener Mariahilferstraße, um gegen deren Pelzhandel zu demonstrieren. Nach einer halben Stunde und einem vergeblichen Versuch der Polizei, die Demonstration mit den Worten „Haben Sie eine Genehmigung?“ zu unterbinden, vereinbarte die Geschäftsführerin mit den DemonstrantInnen, alle Kleidungsstücke mit Tierpelz aus den Geschäftsräumen zu entfernen und den Pelzverkauf einzustellen. Daraufhin verließen die DemonstrantInnen den Demo-Ort.

Großpelzdemo in Innsbruck
Am 8. Dezember, dem katholischen Feiertag, an dem dennoch die Geschäfte für den Weihnachtseinkauf offen haben dürfen, fand der heuer vorletzte große Pelzdemomarsch Österreichs in Innsbruck statt. Mehr als 60 TeilnehmerInnen schlossen sich dem Marsch an, der anfänglich als Schweigemarsch konzipiert war. Zwei AktivistInnen in Schwarz trugen einen lebensgroßen Sarg, flankiert von TrommlerInnen inmitten von fackeltragenden AktivistInnen. Später wurde aber auch vor pelzführenden Geschäften halt gemacht und die Demo wurde entsprechend lauter. Auch das §278a-Verfahren gegen den Tierschutz wurde auf diesem mehrstündigen Marsch thematisiert.

Schweinefabrik in NÖ besetzt – Sachbeschädigung am Tierschutzauto
Bereits vor 2 Wochen wurden die Zustände in einer Schweinefabrik mit mehr als 3000 Tieren eines Tierarztes in NÖ öffentlich gemacht. Neben seiner noblen Villa mit im Winter dampfendem Freiluft-Swimmingpool werden die tausenden Schweine in einem erbärmlichen Zustand ohne tierärztliche Hilfe gehalten. Da die Behörde trotz der skandalösen Zuständen und trotz des Umstandes, dass seit 1999 bereits mehrmals die Situation in dieser Schweinefabrik aufgedeckt worden ist, keine Anstalten machte, einzugreifen, besetzten 25 AktivistInnen am 8. Dezember kurzerhand das Dach des doppelstöckigen, fast fensterlosen Riesenstalles. Nach mehreren Stunden teilte die Behörde mit, dass sie den Betrieb nicht erneut kontrollieren würde, sondern für rechtskonform halte.
Trotzdem sich der Besitzer zusammen mit einzelnen Polizeibeamten äußerst aggressiv verhielt und handgreiflich wurde, beendeten die AktivistInnen nach 6 Stunden von sich aus die Besetzung. Dabei wurden 2 Personen, die von dem Schweinebetrieb weggefahren waren, in flagranti beim Aufschrauben der Ventile von 2 Reifen eines der Tierschutzautos erwischt. „Wer ist hier die kriminelle Organisation?“, fragte einmal mehr ein Sprecher der Tierrechtsbewegung.

Spontandemo bei Vortrag des Schweinefabriksbesitzers mit massivem Polizeieinsatz
Derselbe Schweinefabriksbesitzer, dessen Tierfabrik 2 Tage vorher besetzt worden war, hielt am 10. Dezember in Pyhra in NÖ vor Schweinebauern einen Vortrag über Schweinehaltung mit dem Nachsatz „die österreichische Schweineproduktion muss sich nicht verstecken“. Deshalb gingen einige TierrechtlerInnen zu dem Vortrag, um sich zu informieren und um gegen diesen Zynismus zu protestieren. Doch die Präsenz von gerade einmal 10 AktivistInnen löste einen Großeinsatz sehr aggressiver Polizei aus und der Vortragsort wurde verlegt. Die AktivistInnen wurden am Betreten des Saales gehindert und bei der Abreise noch kilometerweit von der Polizei verfolgt.

Treibjagd im Dunkelsteiner Wald unter massivem Polizeischutz in einer Sperrzone
Weil die Bürgerinitiative „Freunde des Dunkelsteiner Waldes“ eine aristokratische Treibjagd nahe der Burgruine Hohenegg im Internet angekündigt hatte, kam es zu zahlreichen Drohanrufen sowohl von anonymen Personen aus dem Jagdmilieu als auch vom Generalsekretär der Landesjagdverbände. Die Bürgerinitiative gab daraufhin am Internet bekannt, dass sie der Gewalt weiche und nicht zum Jagdtreff erscheinen werde. Die JägerInnen hatten am Jagdtag wieder einmal ihren undemokratischen Einfluss auf die Politik unter Beweis gestellt und nicht nur ein massives Polizeiaufgebot zum Schutz vor KritikerInnen zur Verfügung gestellt bekommen, sondern auch eine Sperrzone öffentlicher Straßen zur Burgruine durch den Bürgermeister.

Jäger schießt Jäger auf der Jagd in den Kopf
Am 8. Dezember fand in Rust in NÖ eine Treibjagd statt. Während einer der Jäger telefonierte, schoss ein anderer auf einen Hasen und traf den telefonierenden Jäger mit 5 Schrotkugeln in den Kopf. Die Jagd wurde abgebrochen und die traditionelle Streckenlegung unterblieb.
Am 10. Dezember wurde in Oberpullendorf im Burgenland ein Jäger, der eine Katze erschossen hatte, zu 960 Euro Geldstrafe und 150 Euro Schmerzensgeld verurteilt, allerdings nicht wegen Tierquälerei, sondern weil er den Katzenhalter, der ihn zur Rede gestellt hatte, bedroht und verletzt hat.

Präsentation großer Schweinefabriksrecherche in Finnland
Nach Schweden wurden auch jetzt in Finnland die Ergebnisse einer großen Recherche von Schweinefabriken der Öffentlichkeit präsentiert. Die AktivistInnen waren in der Nacht in 30 Schweinebetriebe eingedrungen und hatten die Zustände gefilmt. Die Medien reagierten sehr interessiert und die Pressekonferenz war der wichtigste Beitrag in den Nachrichten. Die Tierrechtsbewegung hatte bereits 2007 Filme aus 101 Tierfabriken präsentiert und erklärte, dass sich trotz der damaligen Aufregung nichts an den tierquälerischen Zuständen geändert hat.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Heute Freitag ab 15:30 Uhr Pelzdemo vor der Pulloveria Mariahiferstraße 31 in Wien
Am Samstag ab 14 Uhr Pelzdemo vor Johann Strauß und Fürnkranz in der Mariahilferstraße 119 bzw. 76 in Wien
Samstag gibt es auch am Stefansplatz in Wien von 15:30-24 Uhr eine Demo zu Tierrechten
Samstag 10-14 Uhr Demo vor Kleider Bauer in der Fußgängerzone von St. Pölten, Kremsergasse 33
Letzte heurige Pelz-Großdemo am 19. Dezember in Linz