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Tierrechtsradio
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Sendung vom 22.01.2010 11:00:

Lawinentierversuche an Schweinen verhindert

Ein Aktivist erzählt, wie er mit anderen TierrechtlerInnen zusammen das Lebendig-Eingraben von Schweinen im Schnee bis zum Tod in Sölden in Tirol verhindern konnte.

Tierrechtsnachrichten von 15. – 21. Jänner 2010

Kleider Bauer Demos
Am 15. Jänner wurde vor den Kleider Bauer Filialen in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße gegen Pelz demonstriert.
Am 16. Jänner folgten weitere Demos an denselben Orten, sowie in Linz Landstraße und Wr. Neustadt Wienerstraße.

Tierrechtsdemos
Am 15. Jänner gab es einen Anti-Pelz Protest vor dem Geschäft Johann Strauß und am 16. Jänner vor der Pulloveria, beide in Wien.
Am 15. Jänner ließ sich ein Aktivist im Schweinekostüm am Grazer Hauptplatz in Schnee eingraben, um gegen die Lawinenexperimente an diesen Tieren zu protestieren.
Am 16. Jänner zeigten AktivistInnen Tierrechtsfilme auf Großleinwand am Stefansplatz im Wiener Stadtzentrum.

Jägerballdemo in Lassee, NÖ
Am 16. Jänner versammelten sich mehr als 20 JagdgegnerInnen in Lassee in NÖ, um vor Ort gegen den dort stattfindenden Jägerball zu demonstrieren. Die Polizei zeigte sich kooperativ und sogar einige der JägerInnen waren diskussionsbereit. In derselben Gegend hatte vor einigen Jahren eine große Jagdstörungsaktion stattgefunden. Weil das damalige Großaufgebot der Polizei praktisch keiner der AktivistInnen habhaft werden konnte, verhaftete sie Personen auf der Straße und in der Toilette einer Tankstelle im Ort Lassee, eine Frau musste 5 Stunden im Polizeiarrest verbringen. Der zuständige UVS-Richter sprach gegen diese unbeteiligten Personen eine unfassbare Geldstrafe von 1400 Euro lediglich für das – unbewiesene – Betreten des Jagdgebietes aus!

Pressekonferenz zur geplanten Novellierung von §278ff
Am 20. Jänner sprachen Rechtsexperten und NGO-Vertreter über die juridische und politische Dimension der von der Regierung geplanten Novelle von §278ff. Heftig wurde die unbestimmte Formulierung kritisiert, die zu Sorgen Anlass gäbe, dass der Paragraph gegen politischen Aktivismus in Stellung gebracht werden solle. Ein anwesender Polizeispitzel kritisierte das Podium, es würde sich nur für die TäterInnen und nicht für die Opfer einsetzen. Buttersäureanschläge müssten um jeden Preis – offenbar auch um den Preis Unschuldige zu terrorisieren – verhindert werden und die Regierung hätte bei manchen NGO-Kampagnen Verluste in Milliardenhöhe zu tragen, was nicht zu verantworten sei.

Polizei droht Tierschützer nach Aussageverweigerung mit Einweisung in die Psychiatrie
Die Ermittlungen der berüchtigten SOKO Tierschutz gehen ungebrochen weiter. Laufend werden neue TierschützerInnen von der Polizei überraschend aufgesucht und zum Verhör vorgeladen. Auf Anraten des mit dem Fall betrauten Rechtsanwaltes tragen die Beschuldigten beim Erscheinen bei der Polizei Handschuhe und enge Haube, um zu vermeiden, dass die SOKO heimlich Fingerabdrücke und DNA-Proben nehmen kann. Anschließend verweigern die AktivistInnen jede Aussage. Bei einer derartigen Vorladung in Linz verlangte die Polizei plötzlich eine Untersuchung durch einen Amtsarzt. Er solle feststellen, ob der Aussageverweigerer psychisch labil wäre und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden müsse. Der anwesende Rechtsanwalt konnte die Untersuchung verhindern und den Aktivisten sicher aus der Polizeistation bringen.

Bombendrohung gegen Bank in Sölden angeblich wegen Tierversuchen
Nachdem es dem Tierschutz in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen war, die Lawinenversuche an Schweinen in Sölden in Tirol zu verhindern, langte eine Bombendrohung bei der dortigen Raika-Bank ein. Sie wurde evakuiert, aber keine Bombe gefunden. TierrechtssprecherInnen zweifeln, dass diese Drohung von TierschützerInnen stammen würde, zumal diese Bank nichts mit den Tierversuchen zu tun hatte und die Schweine bereits befreit waren. Viel näher würde liegen, dass es sich um schmutzige Tricks seitens der Polizei oder anderer TierrechtsgegnerInnen handle, die ein handfestes Interesse daran hätten, nach diesem großen Sympathieerfolg des Tierschutzes dessen radikales Image zu forcieren.

Buchpräsentation „Widerstand in der Demokratie“ in Landeck in Tirol
Am Mittwoch dem 20. Jänner fand die großangekündigte Buchpräsentation "Widerstand in der Demokratie" zusammen mit einem Vortrag von Univ. Prof Max Siller zum kommenden Prozess gegen 10 TierrechtlerInnen in der Stadtbücherei Landeck in Tirol statt. Knapp 60 interessierte ZuhörerInnen drängten sich in den Lesesaal. Obwohl selbstverständlich außer Frage steht, dass die Geschehnisse zutiefst belastend für alle Beteiligten waren und sind, so gestaltete sich der Vortrag wohl aufgrund der völlig grotesken "Beschuldigungen" teilweise auch als eine Politsatire auf die herrschenden Zustände und vor allem auf den bevorstehenden Monsterprozess. Von Landecks Vizebürgermeister, über die Kulturreferentin bis hin zum Standesbeamten, sowie KünstlerInnen, SchriftstellerInnen, AktivistInnen und JournalistInnen war das Puplikum dieses Abends keinesfalls homogen. Nach der Buchvorstellung und dem aufrüttelnden Vortrag, wurde noch am reichhaltigen veganen Buffet mit Kuchen und pikanten Speisen weiter diskutiert und Unterstützungsmöglichkeiten für die Betroffenen TierrechtlerInnen besprochen. Alle Exemplare des Buches, die in der Bibliothek vorrätig waren, waren in kürzester Zeit verkauft und die unzähligen weiteren Interessierten wurden an Landecks größte Buchhandlung weiterverwiesen, die sogar ein eigenes Schaufenster zum Buch sowie dem Prozess gegen die österreichischen TierrechtsaktivistInnen gestaltet hat.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Heute Freitag wird vor der Pulloveria in der Mariahilferstraße 31 und morgen Samstag vor dem Johann Strauß in der Mariahilferstraße 119 jeweils ab Mittag demonstriert
Am Montag den 25. Jänner findet ab 19:30 Uhr das 28. Jahr in Folge die Demo gegen den Jägerball in der Wiener Hofburg statt