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Sendung vom 28.05.2010 11:00:

Update 13. Tierschutzprozesswoche

Einvernahmen eines Pelzfarmers von 1998 und eines Schweinefabriksbesitzers, bei denen Tiere befreit wurden, und des Besitzers von Kleider Bauer.

Tierrechtsnachrichten von 21. – 27. Mai 2010

Kleider Bauer Demos
Am 21. und 22. Mai wurde in Wien Mariahilferstraße und Innsbruck Museumstraße vor Kleider Bauer gegen Pelz demonstriert. Am 21. Mai wurde zusätzlich in Salzburg Am Platzl eine lautstarke Demonstration gegen Pelz bei Kleider Bauer durchgeführt. Am 22. Mai gab es weiters Demos vor Kleider Bauer in Wr. Neustadt Wienerstraße und Linz Landstraße.
Am 21. Mai fand ein Run-in in der Kleider Bauer Filiale in der Favoritenstraße in Wien statt. Etwa 10 Personen gingen mit kunstblutverschmierten Pelzen und Plakaten minutenlang durch das Geschäft und verschwanden, bevor die Polizei auftauchte.

Tierrechtsdemos
Am 21. Mai wurde in der Früh 2 Stunden lang an der Währingerstraße bei der Volksoper in Wien gegen die Repression protestiert.
Am 21. Mai gab es auch einen Protest gegen die Repression im Votivpark in Wien. Anlässlich des Jahrestages der 23 Hausdurchsuchungen und 10 Verhaftungen am 21. Mai 2008 wurden von 12-16 Uhr Vorträge gehalten. Die Volxküche versorgte die Anwesenden mit veganem Essen und eine Sambagruppe lieferte Musik.
Ab 20 Uhr wurde am Wagenplatz in Wien eine Solicocktailbar mit Transparenten und Musik abgehalten.
Am 22. Mai wurde am Wiener Stefansplatz für Tierrechte demonstriert.
Am 26. Mai hielten TierrechtlerInnen am Schwedenplatz in Wien eine Informationskundgebung zur Schweineindustrie ab.

Tierschutzprozess Update
Der Tierschutzprozess ist mittlerweile 13 Wochen alt. In den letzten Prozesstagen wurden der Besitzer der damals letzten Pelzfarm Österreichs, die 1998 geschlossen wurde, und ein Schweinefabriksbetreiber zu Tierbefreiungen befragt. In den 1990er Jahren haben 3 Nerzbefreiungen, zuletzt im Jahr 1997, stattgefunden. Diese werden jetzt der inkriminierten Organisation zugeordnet. Im Jahr 2008 seien 400 Schweine aus einer Schweinefabrik in die umliegenden Felder freigelassen worden. Das sei Tierquälerei, argumentierte der Schweinefabrikant, und wies auf 3 tote Schweine hin, von denen allerdings mittels Fotos nachgewiesen werden konnte, dass sie bereits vor der Befreiung an den grausamen Haltungsbedingungen gestorben waren.
Am 29. Verhandlungstag wurde einer der Besitzer von Kleider Bauer einvernommen. Die Richterin unterbrach die Verteidigung in ihrer Befragung ununterbrochen, um Fragen zu verhindern, die den Zeugen in Bedrängnis bringen könnten. Es ging dabei um Umsatzzahlen, Schadensmeldungen und Angriffe von bezahlten Schlägern auf friedliche Demonstranten vor Kleider Bauer in Wien, Graz und Innsbruck. Die Stimmung in der Verhandlung eskalierte derart, dass die Richterin 2 Angeklagte aus dem Gerichtssaal verwies.
Zuletzt präsentierte die Richterin eine Anzeige von ihr gegen die Zeitung Österreich wegen Ehrenbeleidigung. Dazu projizierte sie Fotos von Kritzeleien in der Frauentoilette des Landesgerichts an die Wand, die sie als beschämend interpretierte.

Meeresfische könnten bis 2050 verschwunden sein
Ohne fundamentale Neuordnung der weltweiten Fischerei droht 2050 der totale Kollaps der Meeresfischbestände. Zu diesem Schluss kommen UN-Experten. "Wenn die verschiedenen Schätzungen, die wir erhalten haben, wahr werden, sind die Meeresfische in 40 Jahren verschwunden", so Pavan Sukhdev, Direktor des UNO-Umweltprogrammes UNEP http://www.unep.org . Ein Green Economy Report, der im Laufe des kommenden Jahres veröffentlicht werden soll, schlägt neben der Verringerung der Fangflotte auch die Einrichtung großer mariner Schutzzonen vor, die vom kommerziellen Fischfang ausgeschlossen sind. Derzeit fischen rund 35 Mio. Menschen in 20 Mio. Booten in den Weltmeeren. 170 Mio. Jobs hängen direkt und indirekt mit dem Sektor Fischerei zusammen. Finanziell abhängig davon sind rund 520 Mio. Menschen. Nur 0,5 % der Meeresfläche sind derzeit vor der industriellen Ausbeutung geschützt. Das sei ein Armutszeugnis angesichts der Verpflichtung der Regierungen, bis 2012 ein weltumspannendes Netzwerk von Schutzgebieten aufzubauen, sagte eine Tierschutzsprecherin. Es müssten mindestens 40 % der Meere zur Sperrzone erklärt werden, wurde auf Basis der Studienergebnisse gefordert.

Erschütternder Film von Gewalt in der Milchproduktion veröffentlicht
In Ohio, USA, ließ sich ein Tierrechtler 4 Wochen lang in der Conklin Milchfarm in Plain City anstellen und filmte undercover mit, was er dort zu sehen bekam. Dokumentiert wurden brutale Schläge gegen Kühe und junge Kälber sowie verdrehte Schwänze. Dabei kam es auch zu Knochenbrüchen des Schwanzes und im Gesicht. Der sehr brutale Film ist hier zu sehen: http://www.mercyforanimals.org/ohdairy/

Wilde Großdemo gegen Tierversuche in Italien
Am 22. Mai marschierten mehr als 1000 TierrechtlerInnen zur Green Hill Versuchshundezuchtstation in Italien und ließen sich auch von der anwesenden Polizei nicht davon abhalten, lautstark zu demonstrieren und die Hundezwinger zu öffnen. Ebenso wurden aus nahegelegenen Farmen Jagdhunde, Kaninchen, Enten und Wachteln befreit. Es kam zu kleineren Sachschäden. Die Green Hill Kampagne ist in Italien die Nachfolgekampagne zu Morini, ebenfalls einer Versuchshundezuchtfarm, die kürzlich schließen musste.

Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
29. Mai: Großdemo für Tierrechte und gegen Repression in Wien, Treffen 12 Uhr Innere Mariahilferstraße/Gürtel
5. Juni: veganes Sommerfest in Wien, Mariahilferstraße Ecke Museumsplatz von 10-21 Uhr, www.veganmania.at
8. Juni: Diskussionsveranstaltung mit Ilja Trojanow und Martin Balluch zu Repression und Überwachung, im Literaturhaus in der Seidengasse 13 in Wien
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten